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Bild: momosu, <a href='www.pixelio.de'>pixelio.de</a>;” title=”globus_kinder_by_momosu_pixeliode” width=”250″ height=”242″ class=”size-full wp-image-2402″ /><p class=Bild: momosu, pixelio.de

Welche Medienprojekte gibt es in Island? Und wie hält es Russland mit der Medienpädagogik? Einen Blick auf die Situation der außerschulischen Kultur- und Medienbildung in anderen Ländern hat eine internationale Tagung geworfen, die vom 14. – 17. Juli 2010 an der PH Ludwigsburg stattgefunden hat. Ziel war es, Konzepte, Akteure, Programme und Projekte in anderen Ländern kennenzulernen und Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Hier gibt es eine kurze Zusammenfassung einiger Vorträge vom 14. Juli, an dem der Schwerpunkt auf der Medienbildung lag.

 
Island

international_duesselVon den ersten Anfängen der Medienbildung in Island berichtete Mareike Düssel, die selbst an einem medienpädagogischen Forschungsprojekt in Reykjavík mitgearbeitet hat. Als “Indoor-Culture” werden in Island viele Medien genutzt, 90 Prozent der Bewohner haben Breitband-Internet. Da in Island jedoch nur 318 000 Menschen wohnen, ist es um das isländische Medienangebot knapp bestellt: Es gibt nur wenige isländische Fernsehprogramme (davon 1 Stunde Kinderprogramm) und wenige isländische Webseiten, speziell für Kinder. Stattdessen gibt es viele amerikanische und auch dänische Sender, jedoch unsynchronisiert.

Trotz des hohen Medienkonsums steckt die Medienbildung in Island noch in den Kinderschuhen. Über Mediensozialisation und Medienrisiken wird kaum diskutiert bzw. reflektiert und es wird sehr wenig geforscht in diesem Bereich. Erst in den letzten 15 Jahren wurden erste Ansätze im Bereich der Medienbildung gemacht: So engagiert sich z.B. Stefan Jokulsson von der Iceland University of Education im Schulbereich und macht Lehrerfortbildungen. Und das EU-Projekt SAFT setzt sich, ähnlich wie die ebenfalls von der EU finanzierten, deutschen Initiative klicksafe, für den Jugendmedienschutz im Internet ein.

Finnland

international_maukonenAnnamai Maukonen kommt von der Universität Humak, wo auch berufsbegleitende Kurse zur Medienpädagogik für LehrerInnen, JournalistInnen und PädagogInnen der außerschulischen Jugendarbeit angeboten werden. Dabei werden neben dem Umgang mit der Technik auch Ideen für Projekte und kritische Umgang mit Medieninhalten vermittelt. Außerdem stellte sie einige außerschulische Projekte der Medienpädagogik in Finnland vor, z.B. das Online-Magazin Painovirhe, das von Jugendlichen für Jugendliche gemacht wird.

Ein breit gefächertes Angebote macht das Film Centre of Central Finland. Dort werden Filmgespräche in Filmclubs organisiert, Trickfilmworkshops für Kinder angeboten und die schulische Filmerziehung unterstützt. Bei einem Filmprojekt mit älteren Menschen werden alte finnische Filme gezeigt, die ältere Menschen dazu animieren, an vergangene Zeiten zu denken und davon zu erzählen. Das Schöne an diesem Projekt ist, dass es einerseits die Erinnerung der Menschen auffrischt und andererseits dafür sorgt, dass die Jungen etwas über das Leben früher in Finnland erfahren.

Österreich

international_wijnenChristine Wijnen gab einen Überblick über die medienpädagogische Landschaft von Österreich, wo es eine Vielfalt von theoretischen Ansätzen und Projekten gibt, die allerdings wenig miteinander vernetzt sind. Der theoretische Diskurs um die Medienbildung ist stark von Deutschland beeinflusst. Es gab jedoch auch eigenständige Ansätze: 1990 hat die Klagenfurter Arbeitsgruppe Medienerziehung den Begriff der “Medienmündigkeit” in die Diskussion eingebracht, der in Abgrenzung zu dem Begriff der “Medienkompetenz” die Selbstbestimmung und Emanzipation mit und durch Medien betonen sollte.

Medienpädagogisches Angebot des Kultusministeriums:
mediamanual.at

Praktische Medienarbeit im außerschulischen Bereich:
Aktion Film Salzburg
wienXtra
Radiofabrik Salzburg
Radio Orange Wien
Subnet
okto.tv.

Dass die verschiedenen Projekte nicht besonders gut vernetzt sind, zeigt sich auch darin, dass sich gleich zwei Initiativen mit diesem Anspruch gebildet haben: BIKUM und Initiative Medienbildung .

Russland

international_federowAlexander Federow begann seinen Vortrag mit einem kurzen historischen Abriss, der verdeutlichte, dass Medienbildung, die auch eine kritische Betrachtung von Medien und Medieninhalten einschließt, erst nach der kommunistischen Ära möglich war. Zuvor gab es eher eine ästhetisch orientierte Betrachtung von Medien. Federow hatte die schwierige Aufgabe, sowohl einen Überblick über die russische als auch über die französische Medienbildung zu geben, da er einige Jahre in Frankreich (Clemi) gearbeitet hat. Dementsprechend knapp musste der Überblick ausfallen und er konzentrierte sich vor allem auf den wissenschaftlichen Bereich. In Taganrog hat sich zum Beispiel seit 2002 das State Pedagogical Institute auf Medienbildung spezialisiert, wobei ein traditioneller Bereich der russischen Medienpädagogik die Filmbildung ist. In der Schule ist die Medienbildung nocht nicht über ein experimentelles Stadium hinausgekommen (Beispiel: www.ynpress.com).

Medienpädagogische Internetangebote in Russland, die teilweise auch Informationen in englischer Sprache haben:
Russian Association for Film and Media Education
www.mediagram.ru

Slowakei

international_izrael“Only at the beginning” nannte Pavel Izrael seinen Vortrag, denn eine umfassende Medienkompetenz, die auch Bereiche wie Medienanlayse und kreative Medienproduktion aufgreift, wird in der Slowakei erst seit ca. 5 Jahren in den Blick genommen. Offiziell startete 2008/09 die curriculare Medienbildung in den Schulen, aber es gibt noch kaum Bücher und keine Fortbildungen für Lehrkräfte. Ende 2009 verabschiedete die Regierung ein “Konzept zur Medienpädagogik in der slowakischen Republik im Kontext des lebenslangen Lernens” und im Januar 2011 soll ein “Zentrum für Medienpädagogik” die Arbeit aufnehmen.

Im außerschulischen Bereich gibt es Jugendclubs, die praktische Medienarbeit machen oder den Zugang zu Medien ermöglichen sowie kleinere Vereine oder Initiativen, die auch Seminare für Jugendarbeiter anbieten. Ansonsten fokussieren große Projekte vor allem den sicheren Umgang mit dem Internet:

www.zodpovedne.sk, gefördert u.a. von der EU und Telekommunikationsunternehmen
www.bezpecnenainternete.sk, von Microsoft Slovakia, die auch Programme an Schulen anbieten.

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