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Constantin Schnell

Endlich im Fernsehen: Superlehrer

Die neue Sat.1 Dokusoap „Die Superlehrer“ (montags, 20.15 Uhr) möchte einerseits „aus perspektivlosen Hartz-IV-Aspiranten engagierte und motivierte Kandidaten für den Arbeitsmarkt“ machen (so schreibt der Sender), andererseits möchte man natürlich auch „die Fetzen“ fliegen sehen. Dennoch sei das ganze „unverfälscht und authentisch“ (ebenfalls O-Ton Sat.1).

Lehreer wie du und ich - und doch Superlehrer (Bild: Sat.1)

Es gelten die Regeln des Kommerzfernsehens

Wer die Mechanismen von Kommerzfernsehunterhaltung kennt dem ist klar: unverfälscht und authentisch kann so eine Sendung wohl kaum sein. Schon der Anspruch, die Kandidaten für den Arbeitsmarkt fit zu machen ist ein Widerspruch zu den „fliegenden Fetzen“. Welcher Personalchef wird der 16jährigen Dilara jemals eine Chance geben, wenn er sie so pöbelnd im Klassenzimmer erlebt? Es wäre wohl wenig spannend, wenn gezeigt würde, dass Harun und Nicole wirklich lernen wollen.

Schule gehört ins Blickfeld der Medien

Ein realistisches Bild von Schule wird nicht gezeichnet, wenn man 16 Schulabbrecher in eine Klasse zusammenpfercht. Dennoch bleibt die Frage: Bildet die Sendung wenigstens teilweise den Schulalltag ab? Ich fände es gut, wenn sich die Schule, wie sie wirklich ist, in den Medien widerspiegelte. Es sollte mehr Filme über Schule geben (fiktional und dokumentarisch) – und zwar zur Primetime um 20.15 Uhr! Was denken Sie?

3 Kommentare zu “Endlich im Fernsehen: Superlehrer”

  1. Karoam 22.06.2009 um 15:31

    Schön ist auch, dass die privaten Kommerzfernseh-Macher von RTL und Sat1 nicht mal in der Lage sind, eigene Ideen zu entwickeln. Denn das schwedische (öffentlich-rechtliche) Fernsehen zeigte das Format schon letztes Jahr, wie die Süddeutsche berichtet hat: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/906/302902/text/

  2. Dutchieam 15.07.2009 um 15:50

    Inzwischen ist die abgekupferte Serie ja gestartet und Teil des Reality-TV, wo sich neben Stromabsperrkassierern und Gerichtsvollziehern nun auch Lehrer tummeln.
    Bereits nach den ersten Folgen zeigen die Herren Superlehrer ihre Befindlichkeiten : Dem 68-er Pferdeschwanz-Fuzzy bricht das Herz und er flennt vor sich hin. Der obercoole Englisch-Macker hat wieder Rückenprobleme wie bei seiner Musterung vor Jahrzehnten.
    Was ist mit meinen Befindlichkeiten ? Ich bin kein Superlehrer, aber ich muss Unterricht halten, auch wenn mein Blutdruck so um 200 liegt. Wenn ich zu haus bleibe, versaut mir ein Anfänger den Haufen und wenn mir die Tränen runterlaufen, kann ich schlecht zwei Schläger trennen, die größer und fitter sind als ich.
    Warum zeigt das Fernsehen nicht, was an den Schulen wirklich los ist ? – Weil es kein Reality- sondern ein Fiction-TV ist !

  3. Woinemoinenam 22.07.2009 um 19:27

    Was heißt nun das:
    “Schon der Anspruch, die Kandidaten für den Arbeitsmarkt zu machen”?

    Ich bin nur auf eine Zwergschule gegangen. Deshalb meine Frage.

    Woiny

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