03.02.2009
Meine Tage mit Bushido
„Mama, liest du endlich mal was Gescheites?“, fragte mein Ältester mit fettem Grinsen im Gesicht. Er deutete auf das mit silberenen Lettern geschmückte fast vornehme Cover der Biografie von „Bushido“. Böser Bube in noblem Outfit. Lange nach dem Hype rund um die Buchmesse im Herbst 2008 wollte ich doch mal selbst lesen, was der Skandal-Rapper – Idol vieler Jugendlicher – über sein noch so junges Leben zu sagen hatte. Das ja eigentlich schon eine Anmaßung, mit knapp 30 Jahren eine Biografie zu schreiben. Und was heißt hier schreiben? Schreiben lassen! Ghost-Writer Lars Amend erzählt da hübsch flüssig das wilde Leben des Deutsch-Tunesiers: von schwieriger Schullaufbahn, dann doch erstaunlich zielstrebiger Ausbildung und selfmade-Hinwendung zur Musik, Drogen, jeder Menge Frauen, darunter eine stets liebende Mutter und schließlich von der alles bestimmenden Rapper-Karriere. Die ist ihm nicht in den Schoß gefallen, Turbulenzen mit anderen Rap-Größen, nicht zu letzt mit dem bekannten Label Aggro Berlin.
Und so entfaltet sich hier einmal mehr die Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär. Bushido schreit den Lesern dabei dauernd entgegen: „Seht her, ich bin auch etwas Wert, ich habe es auch zu etwas gebracht“. Und, ja klar: damit macht er den Vielen Mut, die sich von uns ausgegrenzt fühlen. Dabei geht es etwas härter zur Sache, die bösen F- und A-Wörter – manchmal mit entzückenden Symbolen ersetzt – sind im ermüdenden Dauereinsatz. Klischee reiht sich an Klischee: wer nicht für mich ist, ist gegen mich und der kriegt auf die Fresse. Nach enttäuschter Liebe sind alle Frauen ‚bitches’ und werden auch so behandelt, mit einer großen Ausnahme: der Mutter. Kommt einem doch sehr bekannt vor. Und weiter geht’s mit den Klischees: Drogen – davon will Bushido nun nichts mehr wissen, um die „Kontrolle“ nicht zu verlieren, wie er sagt. Dann ist da noch die „Familie“ im „Café“, die „ersguterjunge“ (Name seines Plattenlabels) beschützt wenn es trotz all der Kraftmeierei mal eng werden sollte und mit deren ausschließlich männlichen Vertretern nach ach so harten Tagen eine Schischa geraucht wird. Das erinnert mich alles irgendwie an den „Paten“.
Bushido liefert allen, die sich nicht an Regeln halten, die aus kleinsten Anlässen drauf schlagen, die ein völlig einseitiges Frauenbild mit sich rumtragen, Entschuldigungen. Verbrämt unter der Meinungsfreiheit des Grundgesetzes, von dessen ersten Artikel Bushido wohl noch nie etwas gehört hat: die Würde des Menschen ist unantastbar. Und seinen zahlenden Fans versichert er, dass er keinesfalls nur an ihre Euros denkt, sondern dass sie mit ihm „auf dem Weg zur Unsterblichkeit“ sind. Hans und Franz, Mustafa und Ahmed auf dem Weg zur Unsterblichkeit? Allenfalls, wenn sie zuvor keinen dummen Spruch gegen Bushido loslassen, denn der könnte ihnen angesichts der Fäuste der „Familie“ schlecht bekommen. In einem hat Bushido Recht: wir sind inkonsequent. Einerseits versuchen wir – leider erfolglos – unsere Kinder vor allem von seinen Texten fern zu halten, andererseits laden wir ihn in Talkshows ein und verleihen ihm „Echos“. „Mama“, sagt mein Sohn „chill mal. Wir hören das doch nur, weil ihr euch darüber so schön aufregt“. (Ingrid Bounin)







Habe das Buch geschenk bekommen…und ja, was soll ich sagen,
es ist (obwohl Bushido es nicht mal selbst geschrieben hat)
“leichte Kost”! Es ist perfekt auf seine Fangemeinde abgestimmt, leicht verständlich und bestimmt für einige Leute gut nachvollziehbar!?
Er erzählt von seinen Streifzügen, Schlägereien, Sexabenteuern sowie anderen meist illegalen Aktivitäten und vergisst dabei oft eins:
das er riesiges Glück gehabt hat und nicht im Gefängnis gelandet ist und zwar für mehr als nur ein paar Tage U-Haft! Falls seine Geschichten alle der Wahrheit entsprechen!?
Und wer von uns hätte nicht auch gern so eine verständnisvolle und liberalle Mutter wie er!?
Wenn alle frauen so sind wie er sagt, dann wird er niemals heiraten…und falls doch….dann hat sich der ach so weise (Pate) Bushido geirrt.
Wir werden sehen…und seine Fans erkennen, dass es sich leider doch nicht immer auszahlt einem Vorbild nachzueifern.
Danke