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Impressionen von der documenta 12

Sie gilt als Weltschau der zeitgenössischen Kunst, versammelt dieses Mal 113 Künstler und lockt die Besucher in Scharen ins hessische Kassel: die documenta 12. Mediaculture-Online hat sich ebenfalls in die Schlangen eingereiht und versammelt hier Impressionen der beeindruckenden Kunstschau. Per Klick erhalten Sie eine größere Ansicht der Fotos.

 

Globalisierung hautnah

Unbeschreiblich weiblich

Politisches in der Kunst

Abseits der documenta

 

Der "rote Platz" von Kassel

Der rote Mohn auf dem Friedrichsplatz von Sanja Iveković (Kroatien) - ein Symbol für das Gedenken an gefallene Soldaten und mit seiner roten Farbe verweist er auf den Geist des Widerstandes und der Revolution. Am Mohnfeld mag sich manch einer auch an die Vergänglichkeit erinnert fühlen. (Fotos: documenta GmbH, mco)

 

"Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben." (Johann Wolfgang von Goethe)

Globalisierung hautnah

Ai Weiwei heißt der wohl am meisten beachtete Künstler dieser documenta. Er lebt in Peking und für seine Arbeit "Fairytale" brachte er 1001 Landsleute mit nach Kassel. Als eine Art Botschafter Chinas knüpften sie soziale Kontakte zu Einheimischen wie zu Besuchern der documenta und gelten so als "soziale Skulptur". Noch ein weiteres Mal spielt die Zahl 1001 für Ai Weiwei eine Rolle: bei restaurierten Stühlen aus der Qing-Dynastie, die nach Ende der Kunstschau für 3000 Euro das Stück verkauft werden. (Fotos: Ai Weiwei, Galerie Us Meile, mco)

 

"Alle Eigenschaften der Dinge, wodurch sie ästhetisch werden können, lassen sich unter vier Klassen bringen...das Angenehme, das Gute, das Erhabene und das Schöne". (Friedrich Schiller)

Unbeschreiblich weiblich

Noch nie wurden auf der documenta so viele Exponate von Frauen gezeigt wie dieses Mal. Rund 50 Prozent der Werke stammen von weiblicher Hand. Eine dieser Künstlerinnen ist die Brasilianerin Iole de Freitas, die raumgreifend für die documenta 12 einen ganzen Saal und ein Stück der Außenfassade des Fridericianums neu inszenierte. (Fotos: Margerita Spilutini, mco, Roman März)

 

"Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt." (Immanuel Kant)

Die Amerikanerin Trisha Brown ist eine weitere Vertreterin des weiblichen Geschlechts auf der documenta 12. Tänzerinnen und Tänzer ziehen ihre Bahnen durch ein schwebendes Meer von Stoffen und Seilen. Gehalten von Hosen, Pullovern, T-Shirts und Tüchern, strecken sie Arme, Beine und Kopf durch Öffnungen, bewegen sich gleichsam zwischen Himmel und Erde. (Fotos: documenta GmbH, mco)

Politisches in der Kunst

Auf Schritt und Tritt begegnen einem auf der documenta 12 Kunstwerke, die politische und gesellschaftliche Fragen aufwerfen und sie reflektieren. Der Künstler Kerry James Marshall thematisiert mit seinen Bildern Aspekte wie Apartheid und Rassentrennung in seinem Heimatland USA ebenso wie überall auf der Welt. "Dream" heißt eine Installation von Romuald Hazoumé aus Südafrika: ein Boot, ausschließlich aus Plastik-Kanistern notdürftig zusammengefügt. Man sieht förmlich die Flüchtlinge darin sitzen auf ihren abenteuerlichen und oft gefährlichen Überfahrten zu Europas Küsten. Sehr eindrücklich wirkt auch eine Rauminstallation von Churchill Madikida aus Benin zum Thema Aids. (Fotos von links nach rechts, mco, Oswald Skene/DHD Multimedia Gallery, documenta GmbH).

 

"Das Schöne ist das sinnliche Scheinen der Idee." (Georg Friedrich Wilhelm Hegel)

Abseits der documenta

Kassel wäre auch ohne documenta durchaus sehenswert, zum Beispiel auf einem der Ausflugsboote, das gemächlich in die Abendstimmung über der Fulda hineinschippert.

 

Zu sehen ist die documenta 12 noch bis zum 23. September 2007.