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Autor: Anfang, Günther.

Titel: Videoarbeit.

Quelle: Jürgen Hüther/ Bernd Schorb (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 4., vollständig neu konzipierte Auflage. München 2005. S. 408-414.

Verlag: kopaed verlagsgmbh.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.



Günther Anfang

Videoarbeit

Seit Anfang der 70er Jahre tragbare Videorekorder und -kameras auf den Markt kamen, wurde Video als Medium für einen breiten Nutzerkreis interessant. Nicht nur Hobbyfilmer waren von diesem Medium angetan, sondern auch Jugendliche, Pädagogen, Studenten und politische Gruppierungen. Videoarbeit war angesagt, wobei in den ersten Jahren damit vor allem politische Videoarbeit gemeint war. Die Vorzüge der Videotechnik lagen in der spezifischen Attraktion des Mediums, in der schnellen Verfügbarkeit des Aufgenommenen und in der Ökonomie des Materialverbrauchs (vgl. Bubenik 1974). Dazu kamen spezifisch technische Vorzüge, wie gleichzeitige lippensynchrone Aufnahme von Bild und Ton, hohe Lichtempfindlichkeit und elektronische Nachbearbeitungsmöglichkeiten. Diese Vorzüge führten dazu, dass Video als „Bürgermedium" schnell Verbreitung fand und Videoarbeit in den 70er Jahren vor allem bei politischen Gruppierungen einen hohen Stellenwert hatte. Videoarbeit als einer der wichtigsten Ausprägungsformen der alternativen Medienarbeit (>Bürgerrundfunk) wurde hier in erster Linie unter dem Stichwort der Gegenöffentlichkeit betrieben. Das Medium Video wurde dabei als Kommunikationsmittel zur Durchsetzung eigener Interessen und Anliegen eingesetzt. Ziel dieser Arbeit war es, „die Apparatur jenen zur Verfügung zu stellen, die keinen Zugang zu den großen Medien haben und die nicht hoffen können, ihre Probleme jemals von diesen Medien angemessen berücksichtigt zu finden." (Zacharias-Langhans 1977, S. 16) Dabei ging man von einem latenten Veröffentlichungsbedürfnis dieser Gruppen aus. Gearbeitet wurde sowohl mit Randgruppen, als auch mit Interessengruppen in Stadtteil-Projekten. Ihre Alltagsprobleme, die unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle des Fernsehens und der Zeitungen liegen, wurden aufgegriffen und gemeinsam mit den Betroffenen einer Öffentlichkeit zugeführt. Da das >Fernsehen als Veröffentlichungsmedium den eigenen Interessen entgegenstand, wurden eigene Veröffentlichungsformen in Kneipen und Szenetreffs geschaffen. Die anfängliche Euphorie verschwand jedoch, als klar wurde, dass die meist schlechten Kamera- und Tonaufnahmen auf Unverständnis beim Publikum stießen. Die Videobewegung spaltete sich. Ein Teil versuchte sich zu professionalisieren und im Fernsehbereich unterzukommen, der andere Teil verlagerte seine Aktivitäten auf den Bereich der Jugendarbeit.

So wurden Ende der 70er Jahre verstärkt Medienzentren und Medienstellen gegründet, die sich zum Ziel setzten, >aktive Medienarbeit im Bereich der Jugendarbeit zu leisten. Schwerpunkt dieser Projekte bildete die Videoarbeit mit Jugendgruppen. Ausgangspunkt der Videoarbeit mit Jugendgruppen war und ist es, „junge Menschen für einen kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit den Medien zu qualifizieren" (vgl. Schell 1999). Ziel dieser Aktivitäten ist es, Jugendliche zu befähigen, Medien für ihre eigene Lebensbewältigung und -gestaltung zu nutzen und sie als Mittel gesellschaftlicher Kommunikation und Partizipation zu begreifen und zu gebrauchen. Medien sollen dabei als gemachte und machbare erfahrbar werden und Jugendliche befähigen, ihren Umgang mit Medien selbst und bewusst zu kontrollieren und zu steuern. Unter der Prämisse der Förderung von >Medienkompetenz ergeben sich daraus folgende Zielsetzungen einer aktiven Videoarbeit:

1. Partizipation und Teilnahme an öffentlicher Kommunikation

Der Anspruch, an der öffentlichen Kommunikation teilzunehmen und am gesellschaftlichen Diskurs zu partizipieren, ist für die Videoarbeit ein zentraler Bestandteil der konzeptionellen Ausrichtung. Die Medienarbeit soll ja schließlich nicht als Selbstzweck verstanden werden, sondern als Mittel, um eigene Sichtweisen zu einem bestimmten Thema zu artikulieren. Eigene Geschichten zu erzählen, sich anderen mitzuteilen oder sich kreativ zu äußern, steht im Mittelpunkt einer Videoarbeit, die Kindern und Jugendlichen Räume eröffnet, Medien aktiv zu nutzen. In einer Gesellschaft, in der die >Massenmedien in den Händen weniger liegen und somit die veröffentlichte Meinung nicht unbedingt mit der Meinung der Öffentlichkeit bzw. Teilen dieser Öffentlichkeit gleichzusetzen ist, kann Medienarbeit dazu beitragen, dass Medien auch von Gruppen genutzt werden können, die sonst keinen Zugang zu den Massenmedien haben. Darin besteht eine wichtige Aufgabe medienpädagogischer Praxis. Eine Gesellschaft wie unsere, die die aktive Partizipation ihrer Bürger zum Ziel hat, muss Möglichkeiten bieten, sich auch außerhalb der veröffentlichten Meinung öffentlich mitzuteilen. Wenn auch heute niemand mehr mit Begriffen wie „Gegenöffentlichkeit" argumentiert (vgl. Negt/ Kluge 1976), so geht es nach wie vor darum, Kindern und Jugendlichen ein Sprachrohr zur Verfügung zu stellen und sie zu befähigen, Medien für sich in Dienst zu nehmen. Da es inzwischen immer mehr Veröffentlichungsmöglichkeiten für Videos von Kindern und Jugendlichen gibt, scheint der Anspruch einer Beteiligung an der öffentlichen Kommunikation zumindest in Teilen realisiert. Allerdings wird es aufgrund der Vielzahl von partikularen Öffentlichkeiten zunehmend schwieriger, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und auf sich aufmerksam zu machen. Somit kommt es darauf an, durch gezielte Maßnahmen Öffentlichkeit für sich zu schaffen. In den letzten Jahren haben vor allem zahlreiche Kinder- und Jugendfilmfeste dazu beigetragen, dass Videos von Kindern und Jugendlichen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden. Der >Offene Kanal und in Bayern der Aus- und Fortbildungskanal (AFK) haben außerdem Möglichkeiten geschaffen, Videos von Kindern und Jugendlichen auch im Fernsehen zu platzieren. Eine neue Öffentlichkeit für Videos von Kindern und Jugendlichen schafft zunehmend das >Internet. Zwar ist die Bildqualität noch bescheiden, doch die zusätzlichen Informationen, die zu den Filmen eingespeist werden können und die Möglichkeit, das Internet als Kommunikations- und Austauschforum zu nutzen, geben der Videoarbeit neuen Auftrieb. Perspektivisch wird das Internet sicher immer mehr zum Distributionskanal für audiovisuelle Produkte. Dabei müssen die spezifischen Bedingungen des Mediums Internet berücksichtigt werden. So kommt es für eine Präsentation im Internet nicht darauf an, dramaturgisch ausgefeilte Fernseh- oder Kinofilme zu produzieren und diese ins Internet zu stellen, sondern das Netz zur schnellen Verbreitung zu nutzen und kurze digitale Clips zu generieren, die in den Weiten des Datennetzes für alle zur Verfügung stehen. Hier stellt sich die Frage der Zuordnung der Medienarbeit. Durch die Verwendung des >Computers als bilderzeugendes und -gestaltendes Werkzeug verwischen die Grenzen zwischen Video- und Multimediaarbeit. Entscheidend ist jedoch nicht die begriffliche Zuordnung der Medienarbeit, sondern die Chance von Videoarbeit, mit der Sprache der bewegten Bilder zukünftig noch mehr experimentieren zu können.

2. Förderung der kreativen Potentiale von Kindern und Jugendlichen

Ein zweiter Aspekt der Videoarbeit besteht in der Förderung der kreativen Potentiale von Kindern und Jugendlichen. Da in unserem Bildungssystem die Förderung kreativer Fähigkeiten vernachlässigt wird, ist dieses Ziel ebenso wichtig wie die Teilnahme an der öffentlichen Kommunikation. In der kognitiv orientierten Welt der Schule ist der Umgang mit Bildern ungewohnt und wenig geübt. Aus diesem Grund muss im außerschulischen Bereich vieles kompensiert werden. Videoarbeit bietet hier die Chance, kreative Potentiale von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen und Räume zu eröffnen, sich zu artikulieren. So können sie, angefangen von der Entwicklung einer eigenen Geschichte, über die Ausgestaltung einer Szene, bis hin zu Schnitt und Vertonung ihre Fähigkeiten in unterschiedlicher Form einbringen. Die Entwicklung von Kreativität stößt dabei jedoch oft auf Hemmschwellen. Da Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer schulischen Karriere nicht daran gewöhnt sind, eigenständig Ideen zu entwickeln, bedarf es in der Regel Fingerspitzengefühl, um kreative Potentiale freizusetzen. Eine Jugendgruppe zum Beispiel, die gerne Vorbilder aus dem Kino eins zu eins imitieren möchte, muss erst für eigene Geschichten sensibilisiert werden. Die Vielzahl medialer Produktionen, die in den letzten Jahren entstanden ist, beweist, welch kreatives Potential bei Kindern und Jugendlichen vorhanden ist und nur gefördert werden muss.

3. Qualifizierung für einen kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit Medien

Medien sind für Kinder und Jugendliche faszinierend, weshalb es nicht immer einfach ist, sich der Anziehungskraft medialer Trugbilder bewusst zu werden oder sich diesen gar zu entziehen. Die hohe Glaubwürdigkeit der Medien kann durch das Erfahren der Machbarkeit hinterfragt werden. Das Selbermachen eines Films kann Denkanstöße vermitteln, wie mit Medien manipuliert werden kann. Durch den Erwerb von Kenntnissen, wie z.B. ein Film gemacht ist, wie durch die Wahl des Blickwinkels die Wirklichkeit beeinflusst wird, wie durch Schnitt und Vertonung Aussagen manipuliert werden können, gelingt es Kindern und Jugendlichen, Medien kritischer einzuschätzen. In der alltäglichen Praxis mit Kinder- und Jugendfilmgruppen kann immer wieder festgestellt werden, dass dem Bild mehr vertraut wird als dem Wort. Durch eine Analyse der Fernsehberichterstattung können Jugendliche hinter die Kulissen der anscheinend objektiven Medienwelt blicken und sich ihre eigene Meinung bilden. Auch das Hinterfragen von Klischees und Stereotypen bei der Darstellung von Rollenbildern in Fernsehserien trägt dazu bei, Medien kritischer und reflektierter zu sehen. Wichtig ist im Rahmen der Eigenproduktion von Filmen, Kindern und Jugendlichen klar zu machen, wie ein Film funktioniert, wie Spannung intelligent aufgebaut werden kann und wie es mit der Objektivität bei der Filmberichterstattung aussieht.

4. Videoarbeit mit Kindern

Im Gegensatz zur Jugendfilmarbeit hat die Videoarbeit mit Kindern erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Diverse Kinderfilmfestivals, die Filme von Kindern für Kinder publik machen, dokumentieren eine Vielzahl von Aktivitäten in diesem Bereich. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wann eine sinnvolle Videoarbeit mit Kindern beginnen soll. Die Beantwortung dieser Frage hängt im Wesentlichen davon ab, wie die Videoarbeit gestaltet ist. Nutzt man Video lediglich dazu, vor laufender Kamera Kinder Medienerlebnisse nachspielen zu lassen oder auch rollenspielartig neue Ideen zu entwickeln, kann Videoarbeit bereits sehr früh im Alter von ca. 5 Jahren beginnen. Ausgehend von den Erfahrungen und Kenntnissen der Kinder mit unterschiedlichen Fernsehgenres wie Spielshows, Talkshows, >Werbung und Serien kann Videoarbeit zur Medienerziehung genutzt werden. Die Faszination der Kinder für das Fernsehen kann als Anlass genommen werden, ihre Lieblingssendungen nachzuspielen, kreativ zu verändern oder zu erweitern. Dabei können Fernseherlebnisse aufgearbeitet und Einblicke in wesentliche Gestaltungsformen der Fernsehgenres gewonnen werden.

Einen nächsten Schritt der Videoarbeit mit Kindern bildet das Erzählen eigener Bildergeschichten, das ebenfalls ab ca. 5 Jahren möglich ist. Ähnlich wie bei der „Sendung mit der Maus" können Kinder Bilder malen und vor laufender Kamera eine Geschichte zu den Bildern erzählen. Im Vordergrund dieser Videoarbeit stehen das Erzählen und die dramaturgische Aufbereitung der Geschichte. Die Kinder lernen dadurch, wie Geschichten spannend erzählt werden können und erfahren, wie Geschichten durch Geräusche und Musik noch zusätzlich dramaturgisch aufbereitet werden können. Ebenfalls beliebt, jedoch für Kinder schon schwerer nachvollziehbar, ist die Produktion von Animationsfilmen. Hier geht es in erster Linie darum, Kindern das Medium Film vertraut zu machen und sie in die faszinierende Welt der Trickfilmproduktion einzuführen. Da die Handhabung der Trickfilmkamera sehr viel Konzentration und Ausdauer erfordert, empfiehlt sich diese Art der Videoarbeit erst mit Kindern im Alter von ca. 8 Jahren. Dies gilt auch für die Inszenierung eines Kinderspielfilms. Zur Bedienung der Videokamera benötigen sie grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit der Technik, die sie erst im Grundschulalter erwerben. Noch komplexer sind die Anforderungen beim Schnitt eines Videofilms. Dieser wird häufig von den betreuenden Personen durchgeführt, da Schnitt und Montage auch bei einfachen Schnittprogrammen hohe Konzentration und Geschicklichkeit erfordern.

5. Themen auf Video

Die Themen, die Kinder und Jugendliche in ihren Filmen aufgreifen, lassen sich auf zwei Schwerpunkte reduzieren. Zum einen setzen sie sich in ihren Produktionen mit den Kino- und Fernsehvorbildern auseinander und zum anderen thematisieren sie vor allem Geschichten aus ihrem Umfeld. Während die Auseinandersetzung mit Inhalten der Fernseh- und Kinowelt in erster Linie in Form von Persiflagen und Satiren erfolgt, sind die Geschichten aus dem unmittelbaren Umfeld eher als kleine Spielhandlungen angelegt, die eine Situation und deren Zuspitzung kurz umreißen. Dokumentarisches Arbeiten bildet die Ausnahme. Je nach Alter und Vorerfahrung der Kinder und Jugendlichen werden unterschiedliche Genres und Möglichkeiten der Videoarbeit genutzt. Vor allem Kinder lieben es, witzige Spots zu drehen, in denen sie ihre Fernsehvorbilder imitieren. Aber auch viele Jugendliche sind der Meinung, dass eine Persiflage am ehesten gelingt und beim Produzieren am meisten Spaß macht. Aus diesem Grund denken sie sich gerne Geschichten aus, die dann oft völlig übertrieben über das Ziel hinausschießen und eher peinlich als komisch sind. Trotzdem nehmen diese Filme einen wichtigen Platz in der Kinder- und Jugendvideoarbeit ein, da hier spielerisch mit den Medienvorbildern umgegangen und erste Schritte in Richtung einer >Medienerziehung getan werden.

Den zweiten Schwerpunkt bilden Geschichten und Dokumentationen aus dem eignen Umfeld. Hier stehen persönliche Erlebnisse und Problemstellungen der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Die Geschichten werden zum Teil in Form eines Drehbuchs in Szene gesetzt oder auch einfach nur als grobe Skizze festgehalten, um Anhaltspunkte für die Dialogführung und den Fortgang der Geschichte zu geben. Ähnlich wie im professionellen Film sind auch hier die Themen nicht immer originell. Die Gefahr, Klischees in Szene zu setzen oder die Geschichte dramaturgisch nicht in den Griff zu bekommen, ist sehr groß. Da Jugendliche und erst recht Kinder keine Erfahrung haben, Geschichten stimmig zu inszenieren, ist eine Unterstützung durch Profis durchaus angesagt. Allerdings sollte diese Unterstützung die Spontaneität der Videogruppen nicht untergraben oder die Themen pädagogisch überfrachten.

6. Die Rolle der Pädagogen

Vor allen in Schulen (>Schule und Medien), Jugendzentren oder Jugendverbänden findet Videoarbeit häufig unter pädagogischer Anleitung statt. Dabei mischen die Pädagogen und Gruppenleiter bei der Entstehung der Filme mit. Die Hilfestellung der Pädagogen sollte nicht zu aufdringlich sein und die Intention der Filmgruppe nicht zu stark beeinflussen. Aber es kann bereichernd sein, wenn der Dialog umgeschrieben wird, um die Aussage auf den Punkt zu bringen oder die Kamera korrigiert wird, um einen aussagekräftigen Bildausschnitt zu haben. Viele Projekte der offenen Kinderund Jugendarbeit würden scheitern, wenn nicht filmbegeisterte Pädagogen oder Filmemacher mitmischen und mit Rat und Tat zur Seite stehen würden. Die Pädagogen müssen dabei nicht immer in ihrem Wissen den Kindern und Jugendlichen voraus sein, sondern offen und aufgeschlossen für gemeinsame Lernprozesse. Da die Videoarbeit in den letzten Jahren durch die Digitalisierung eine Vielzahl neuer Gestaltungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten mit Hilfe des Computers erhalten hat, kommt es in Zukunft noch stärker auf das Zusammenwirken eines Teams bei der Entstehung eines Films an. So sind bei Schnitt und Postproduktion auch Computerspezialsten gefragt, die die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung voll ausschöpfen können. Dadurch kann „jeder von jedem lernen und durch gemeinsames Tun können Erfahrungen gesammelt und neue Kenntnisse angeeignet werden.... Die Grenzen zwischen Lernenden und Lehrenden verwischen." (Anfang 2001, S. 18)

Die Videoarbeit wird sich perspektivisch in zwei Richtungen weiterentwickeln. Einerseits wird die klassische Filmarbeit durch die digitalen Möglichkeiten, angefangen von der Aufnahme über Schnitt bis zur Postproduktion, perfektioniert und den professionellen Standards in keiner Weise unterlegen sein. Anderseits bieten Computer und Internet neue ungeahnte Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung und Verknüpfung verschiedener Medien auf virtuellen Plattformen, die neue Kommunikations- und Distributionsmöglichkeiten eröffnen.

Literaturempfehlungen:

Anfang, G. (Hg.): Mit Medien gegen Gewalt. Beispiele, Anregungen und Ideen aus der Praxis. München 2003.

Anfang, G./Bloech, M./Hültner, R.: Vom Plot zur Premiere. Gestaltung und Technik für Videogruppen. München 1994.

Anfang, G./Demmler, K./Lutz, K. (Hg.): Mit Kamera, Maus und Mikro. Medienarbeit mit Kindern. München 2003.

Schell, F.: Aktive Medienarbeit mit Jugendlichen. Theorie und Praxis. 4. Aufl., München 2003.

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