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Autorin: Fröhlich, Romy.
Titel: Die mediale Wahrnehmung von Frauen im Krieg: Kriegsberichterstatterinnen und Kriegsberichterstattung aus Sicht der Kommunikationswissenschaft.
Quelle: Ulrich Albrecht/Jörg Becker (Hrsg.): Medien zwischen Krieg und Frieden. Schriftreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V. (AFK), Band XXIX. Baden-Baden 2002. S. 182-193.
Verlag: Nomos Verlagsgesellschaft.
Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Romy Fröhlich
Die
mediale Wahrnehmung
von Frauen im Krieg
Kriegsberichterstatterinnen
und Kriegsberichterstattung
aus Sicht der
Kommunikationswissenschaft
Wer würde daran zweifeln? Krieg, Waffentechnik, Gewalt und Aggression stellen eine Kombination dar, in der unser sozial und kulturell determiniertes Wahrnehmungs- und Codierungsraster Frauen keinen aktiven Platz zuweist – und das auch deshalb, weil Frauen vermeintlich die friedfertigeren, die grundsätzlich friedlich fühlenden, denkenden und handelnden Wesen sind. Dass dies nicht uneingeschränkt stimmt, dafür gibt es mittlerweile eine ganze Reihe empirischer Befunde (z.B. Elsthain 1987; Enloe 1983, 1989; Zur/ Morris 1989). Trotzdem wird der Mythos von der friedfertigen, aber machtlosen und deshalb schützenswerten Frau und dem prinzipiell kriegswilligen, mächtigen, Frauen, Kinder und Alte beschützenden Mann gepflegt – vor allem und ganz wesentlich von kriegstreibenden Kräften in Ost und West, Nord und Süd unserer Welt.
Der Augenschein lehrt uns, dass in Übereinstimmung mit traditionellen Geschlechterimages Männer quasi natürlicherweise als aktive Teilnehmer am Krieg und als deren natürliche Befürworter konstruiert werden. Frauen dagegen werden quasi natürlicherweise als Wesen konstruiert, die sich dem Krieg bzw. kriegerischen und gewaltsamen Auseinandersetzungen widersetzen, die widerstehen, die leiden und friedfertig sind. Und weil unser gültiges, auf nahezu allen Ebenen unserer Gesellschaft vorherrschendes Modell des ‚Frauseins‘ Frauen im Zusammenhang mit Krieg und Gewalt eben nicht als maßgeblich Handelnde sieht, leuchtet uns scheinbar unmittelbar die Opferrolle ein, die Frauen zugedacht wird. Gewalt und Krieg sind also Themen und Ereignisse, die es scheinbar verbieten, uns Frauen als handelnde Subjekte vorzustellen. Frauen treten deshalb speziell während Zeiten kriegerischer Auseinandersetzung oder während anderer gewaltbedingter Krisen als Handelnde von der Öffentlichkeitsbühne ab, auf der sie ohnehin unterrepräsentiert sind.
‚Die mediale Wahrnehmung von Frauen im Krieg‘ – das impliziert zwei Seiten eines Themas: die Medienproduktion einerseits – und damit die Frage nach Frauen als Kriegsberichterstatterinnen – und die Medieninhalte andererseits – also die Frage nach der Präsentation von Frauen in der massenmedial vermittelten Kriegsberichterstattung. Beginnend mit der Medienproduktion: Geschlecht ist eine sozial konstruierte Kategorie, die Asymmetrien und Ungleichheiten erzeugt und die Verteilung der Macht zwischen Frauen und Männern regelt und festlegt. Das Prinzip wirkt im Übrigen im Zusammenspiel mit oder auch gegen andere Unterscheidungsprinzipien wie z.B. Klasse oder Ethnie. Medien sind ein wichtiger sozialer Raum für die Konstruktion von Geschlechterrollen, denn sie selbst konstruieren Geschlechterrollen und Geschlechterkonzepte. Aber: Überall auf der Welt ist der Journalismus – vor allem in Leitungspositionen – noch immer ein Männerberuf. Dies trifft vor allem für den Bereich der Kriegsberichterstattung zu. Der weitaus größte Teil der Auslandskorrespondenten, die im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen die Kriegsberichterstattung für die Heimatredaktionen erledigen, sind Männer. Nur sehr, sehr wenige Frauen schaffen es in dieses ganz spezifische ‚Ressort‘. In den USA finden wir sehr viel früher und sehr viel mehr Kriegsberichterstatterinnen als etwa in Deutschland. Schon in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts leistete sich die ‚New York Herald Tribune‘ mit Margaret Fuller eine Europa-Korrespondentin, die über die Revolutionswirren berichtete; im Amerikanischen Bürgerkrieg berichtete Jane Swisshelm für mehrere Zeitungen vom Kriegsgeschehen, und die Journalistin Anna Benjamin war im Spanisch-Amerikanischen Krieg als Korrespondentin tätig. Eine der bedeutendsten US-amerikanischen Wegbereiterinnen der USA war sicherlich Peggy Hull, die am 17. September 1918 durch das Kriegsministerium der USA eine Akkreditierung erhielt und dadurch als erste offizielle Kriegskorrespondentin der USA gilt. Sie war auch im Zweiten Weltkrieg als Kriegsreporterin weltweit tätig – wie überhaupt der Zweite Weltkrieg zahlreichen amerikanischen Journalistinnen neue berufliche Karrieremöglichkeiten bot.1 1945 verfügten 117 Journalistinnen und Pressefotografinnen offiziell über eine militärische Akkreditierung als Kriegsberichterstatterinnen der USA. Die überwiegende Mehrzahl unter ihnen verfügte sogar über ein sogenanntes ‚front-line assignment’, das ihnen die Arbeit in den Fronttruppen erlaubte. Zu den prominentesten amerikanischen Journalistinnen ‚an der Front‘ zählten damals Marvin Breckinridge Patterson, Clare Boothe, Esther Bubley, Janet Flanner, May Craig, Therese Bonney und Toni Frissell.
In der Zeit zwischen Kriegsende und Anfang der 50 Jahre verloren die meisten der Reporterinnen ihren Job wieder – sie mussten den heimkehrenden Männern Platz machen, die vorrangig in den journalistischen Arbeitsmarkt eingegliedert werden sollten. So erklärt es sich, dass die USA z.B. 1968 deutlich weniger weibliche Auslands- und Kriegskorrespondentinnen hatten als noch während des Zweiten Weltkriegs.
In Deutschland haben weibliche Kriegsberichterstatter – wie überhaupt weibliche Auslandskorrespondenten – bei weitem keine derart lange Tradition wie in den USA. Für das Publikum wurden Journalistinnen in Kriegs- und Krisengebieten erst während der Kriege im Gebiet Ex-Jugoslawiens wahrnehmbar. Unter jenen internationalen Journalistinnen, die uns erschütternde Bilder und Informationen aus diesem so nahen Kriegsgebiet zur Kenntnis brachten, sind auch drei deutsche: Renate Flottau vom Spiegel, Susanne Gelhard2 und Ariane Vuckovic vom ZDF.
Susanne Gelhard war Auslandskorrespondentin im ZDF-Studio Wien, als der Krieg zwischen Kroatien und Serbien ausbrach. Es war Susanne Gelhard, die zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ungeheuerliche Bilder von Kriegsleichen zeigte. In Deutschland hatten wir derart grausame Bilder in der Presseberichterstattung bis dahin noch nicht gesehen – und wenn überhaupt, dann bestenfalls noch während des Vietnamkriegs. Gelhards Nachrichten aus dem Kriegsgebiet wurden vor allem wegen der begleitenden Bilder sehr schnell Gegenstand einer kontroversen Diskussion in Deutschland über die Frage, welche Art von Kriegsbildern im Fernsehen erlaubt sein sollte und welche nicht.
Zur Gruppe prominenter Journalistinnen in Krisengebieten zählt auch die WDR-Korrespondentin Sonja Mikich3 von der ARD. Sie erlangte in ihrer Zeit als Auslandskorrespondentin und Studioleiterin in Moskau Berühmtheit, weil sie die einzige unter allen westlichen Journalisten war, der der tschetschenische Rebellenführer Dschochar Dudajev4 ein Interview gestattete. Nur 24 Stunden nach Mikichs Interview mit Dudajev wurde er am 22. April 1996 bei einem russischen Luftangriff getötet.
Jede Menge Mythos ist im Spiel, wenn es um das Berufsbild des Kriegskorrespondenten geht: Das männlich dominierte Bild vom Kriegskorrespondenten zeichnet die betreffenden Journalisten als eine Art Abenteurer, als unerschrockene Helden, die Leib und Leben aufs Spiel setzen, um der Welt Bilder von diesem Krieg zu verschaffen. Ariane Vuckovic schreibt hierzu: „Ich halte nichts vom Mythos ‚Kriegsreporter’. Er (sic! d.V.) ist kein Held, es geht ihm viel besser als der leidenden Bevölkerung. Der Journalist hat Geld, Nahrung, kugelsichere Westen, Helme und gepanzerte Wagen. Und das Wichtigste: Er kann immer wieder raus aus der Belagerung, zurück in sein eigenes Leben. (...) [W]ir erleiden immer nur einen Bruchteil dessen, was die Bevölkerung im Krieg ertragen muß. Ihre Geschichten will ich erzählen; deshalb hat jeder Mensch im Film einen Namen und nicht nur der Politiker (sic! d.V.), der sich meistens auch noch schuldig gemacht hat.“ (Vúcković 1996:14) Möglicherweise ist es die hier angesprochene Individualisierung der Berichterstattung, die beim Publikum den Eindruck großer Nähe entstehen lässt. Individualisierung aber verbietet sich für Kriegsberichterstattung vermeintlich, weil es vor allem zu verdeutlichen gilt, dass jeweils große Massen von Menschen, die gesamte Bevölkerung, ganze Ethnien usw. betroffen sind und eben gerade nicht – wie bei anderen gewalt- und aggressionsbeladenen Krisensituationen – einzelne Individuen. Dennoch schaffen es unserem Eindruck nach gerade Journalistinnen, mit ihren entanonymisierenden Berichten und Reportagen vom Krieg ‚näher‘ am tatsächlichen Krieg zu sein, weil sie zum einen näher an den Opfern zu sein scheinen und weil sie zum anderen – wie unter anderem das Beispiel Sonja Mikich zeigt – überraschenderweise auch näher an den ‚Tätern‘ sind als ihre männlichen Kollegen oder, wie Maria von Welser es ausdrückt: „Frauen erzählen Geschichten von Menschen, nicht von Kriegslinien.“ (zitiert nach: Gernhuber 1996:21).
Welchen Unterschied es unter Umständen macht, ob weibliche oder männliche Journalisten ein Thema recherchieren, zeigt der Bericht von Peter Sartorius, leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung und über vier Jahre lang Kriegsberichterstatter auf dem Balkan: „Bei meinen Reisen ins Kriegsgebiet Bosniens und Kroatiens bin ich ebenso wie die meisten anderen Kollegen (sic! d.V.) relativ oft auf Frauen gestoßen, die uns von dem Martyrium berichteten, das sie und andere zu erdulden hatten. Es handelte sich um muslimische Frauen. Sie sagten uns, es gebe auf serbischer Seite regelrechte, planmäßig angelegte, perfekt organisierte Vergewaltigungslager. Aber konnten, durften wir das glauben? Wo war, fast schon zynisch gefragt, der Beweis? War das, was uns berichtet wurde, vielleicht nur eine schreckliche Vision in gequälten Köpfen, das verständliche Resultat wuchernder Angst? War der Informationsfluß gesteuert von Propagandisten, die es darauf anlegten, die Serben als eine barbarische Macht zu diskreditieren, die auch vor dem Perfidesten nicht zurückschreckt, (...)? (...) Man unterzieht sich in einem Krieg einem Lernprozeß, bei dem einem unablässig eingehämmert wird, dass man niemandem glauben darf und dass auch Tränen keine Beweiskraft haben. Deshalb reagierten wir auf die Berichte der Frauen zunächst zögernd, nicht mit einem entsetzten Aufschrei. (...) Später, als sich durch intensive Recherchen vor allem der deutschen Journalistin Alexandra Stiglmayer und des Amerikaners Roy Gutman die Vermutungen bestätigten, bedauerte ich, dass ich die Verbrechen nicht schon angeprangert hatte, als sie mir zum ersten Male zu Ohren gekommen waren.“ (Sartorius 1996:15). Ein weiteres Beispiel mag ein Indiz dafür liefern, welchen Unterschied es macht, ob Journalistinnen oder ob Journalisten ein Thema bearbeiten: Über ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Thema ‚Vergewaltigungscamps‘ schreibt Alexandra Stiglmayer: „Diejenigen, die an dem Thema drangeblieben sind und auch längere Sendungen gemacht haben – das waren ausschließlich Frauen. Also, da kenne ich nicht einen einzigen männlichen Redakteur, dessen Interesse über diese ‚geile Sensation für unser Blatt‘ hinausgegangen ist.“ (zitiert nach: Gernhuber 1996:20).
Es ist die den weiblichen Journalisten immer wieder bestätigte besondere Nähe zum Kriegsgeschehen aus Sicht der Opfer, die die Kriegsberichterstattung von Journalistinnen nicht selten zur Grundlage, zum Ausgangspunkt und zur Argumentationshilfe für politische Entscheidungen über Krieg und Frieden werden lässt. Und genau darin liegt sicherlich auch eine Gefahr – die Gefahr der Instrumentalisierung einer solchen Form der Berichterstattung für militärische und politische Zwecke, wie man am Beispiel der Berichterstattung über Massenvergewaltigungen in Ex-Jugoslawien und ganz allgemein am Thema ‚Gewalt an Frauen (und Kindern)‘ in den zurückliegenden Jahren durchaus erfahren konnte. Erinnert sei in diesem Zusammenhang z.B. auch an die Pressekonferenz am Vortag der ersten amerikanischen Bomben auf den Irak während des Zweiten Golfkrieges 1990/91: Im Auftrag der Regierung Kuwaits inszenierte eine der größten PR-Agenturen der Welt Hill & Knowlton für die geladene internationale Presse jenen ‚Tatsachenbericht‘ eines kuwaitischen Mädchens, das als vermeintliche Augenzeugin von Vergewaltigungen in Kuwait-City berichtete und davon, wie irakische Soldaten in Krankenhäusern Frühgeborene aus ihren Brutkästen rissen. Erst später wurde klar, dass der Augenzeugenbericht eine Lüge war; das auf der Pressekonferenz präsentierte Mädchen war die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA. Aber PR und Krieg – das ist ein anderes Thema, ein hoch spannendes zumal, das eine intensive Erforschung unbedingt verdiente. Festzuhalten gilt jedenfalls, dass gerade die Kriegsberichterstattung eine ganze Reihe von Beispielen dafür liefert, wie das Thema Frauen bzw. Frauenschicksale (wie im übrigen auch Kinder und Kinderschicksale!) von der dominierenden männlichen Machtelite in ihrem Sinne interpretiert und für kriegs- bzw. friedensrelevante Entscheidungen instrumentalisiert wird. Im Zusammenhang mit solchen Prozessen stehen Wortschöpfungen wie „militärischer Humanismus“, „humanitäre Intervention“ oder „humanitäre Kriegsführung“.5
Mythen spielen nicht nur eine große Rolle für das Berufsbild des Kriegskorrespondenten, sondern auch für die Inhalte der Kriegsberichterstattung selbst. Die Vermutung liegt nahe, dass besonders das von den Medien – und sicherlich auch von den Militärs – gezeichnete Bild von Frauen und Männern im Krieg durch kulturell determinierte Mythen bestimmt ist. Zunächst aber gilt ganz generell: Das dominierende Bild von Frauen in Massenmedien ist charakterisiert durch Annihilation, Trivialisierung und Marginalisierung. Medieninhalte über Krieg machen hiervon keine Ausnahme. Im Gegenteil – der Augenschein lehrt uns, dass Annihilation, Trivialisierung und Marginalisierung von Frauen in der Kriegsberichterstattung ganz besonders deutlich ausfallen. Zur Annihilation, Trivialisierung und Marginalisierung von Frauen in der Kriegsberichterstattung dürfte auch der eingangs beschriebene Mythos von der friedfertigen, schwachen und schützenswerten Frau und dem kriegsbereiten, starken und Frauen beschützenden Mann beitragen. Dieser Mythos reduziert die Erfahrungen von Frauen mit und im Krieg weitgehend auf den Opferstatus und ist die Ursache dafür, dass Frauen und ihr Alltag im Krieg vorwiegend als soziales Randproblem thematisiert werden. Damit werden die Erfahrungen von Frauen im Krieg auf eine emotionalisierende Funktion reduziert, die Kriegsberichterstattung einen affektiven Touch geben soll, und so bleibt dann auch die prominenteste Rolle von Frauen im Krieg die des Opfers. Wir kennen sie hauptsächlich von Fernsehbildern – selektiert, beschrieben, interpretiert und kommentiert zumeist durch männliche Journalisten und damit also weitgehend ohne eigene Stimme. Verstärkt wird dieses ‚Verstummen‘ noch dadurch, dass Kriegsopfer meist als anonymisierte Masse thematisiert werden. Unter anderem auch deshalb bleiben Frauen in unseren Medienberichten über Krieg überwiegend ohne Stimme. Die bis heute sehr geringe Anzahl weiblicher Auslands- und Kriegskorrespondenten, die im Übrigen deutlich unter dem Anteil von Frauen im Journalismus allgemein liegt, kann hier noch keinen wirklichen Unterschied machen.6
Aus der Reduktion von Frauen in der Kriegsberichterstattung auf die Opferrolle und damit auf die emotionalisierende Funktion ihrer Erfahrungen ergibt sich in Verbindung mit der überwiegend männlich dominierten Berichterstattung über sie ein weiteres Dilemma, das der Erfahrungsbericht von Peter Sartorius (siehe oben) beispielhaft verdeutlicht: Was versteckt sich hinter seiner Beschreibung? Frauen – zumal in der Opferrolle – kann man erst einmal nicht trauen; sie sind zu emotional. Das Leben und die Erfahrungen von Frauen im Krieg werden also nicht nur durch ihre Reduktion auf die Opferrolle in einer allgemeinen Weise marginalisiert. Ihr Leben und ihre Erfahrungen werden zudem durch die Reduktion auf eine emotionalisierende Funktion (Opferrolle) zugleich trivialisiert, weil die Betonung ihrer vermeintlichen Emotionalität vermeintlich ihre Glaubwürdigkeit und Rationalität mindert. Der Teufelskreis wird perfekt durch einen weiteren Aspekt des Arguments ‚Frauen sind zu emotional’: Dieses Argument dürfte auch hinter den Entscheidungen zahlreicher – nennen wir sie Medienmanager – stehen, weibliche Journalistinnen nicht als Reporter in den Krieg zu schicken.
Das Emotionalitätsargument spielte möglicherweise auch bei dem Versuch Alexandra Stiglmayers eine Rolle, ihre Reportage über Vergewaltigungscamps deutschen Medien anzubieten. Noch zwei Tage vor der Ausstrahlung ihrer Reportage in Deutschland durch das Frauenmagazin MonaLisa versuchte sie, ihre Geschichte führenden politischen Magazinen in Deutschland zu verkaufen. Niemand war interessiert. Aber unmittelbar nachdem die Reportage Stiglmayers durch MonaLisa ausgestrahlt war, rief der stern die Journalistin in Zagreb an und bot ihr einen Vertrag für eine entsprechende Reportage an. Auch der Spiegel berichtete nun und nahm in der Folge des MonaLisa-Beitrages Cheryl Bernard und Edit Schlafer für ein Projekt unter Vertrag, mit dem die beiden international anerkannten Soziologinnen über Vergewaltigung allgemein und im Speziellen über Vergewaltigung im Krieg berichten sollten. Nebenbei ist diese Geschichte auch ein Indiz dafür, welche enorme Bedeutung innerhalb des journalistischen Systems dem Medium Fernsehen als Leitmedium zukommt.
Leider bleiben bis heute viele Fragen offen, wenn es um Kriegsberichterstattung deutscher Medien geht, und das trifft nicht nur auf Fragen zu, die um geschlechtsspezifische Aspekte der Berichterstattung kreisen. Am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität München wird deshalb ab Sommer 2001 ein von der DFG gefördertes Projekt7 zum ersten Mal in Deutschland Kriegsberichterstattung inhaltsanalytisch über einen größeren zusammenhängenden Zeitraum und unabhängig von einem spezifischen singulären Kriegsereignis untersuchen. In Vorbereitung auf den Projektantrag wurde Anfang 1998 an der Ruhr-Universität Bochum und Ende 1999 an der Universität München eine einfache Inhaltsanalyse durchgeführt, um eine erste Vorstellung von der Grobstruktur deutscher Kriegsberichterstattung in Tageszeitungen zu erhalten und die Operationalisierbarkeit einzelner Fragestellungen zu testen. Aus dieser Vorstudie8 werden im Folgenden einige wenige Ergebnisse präsentiert, die geeignet sind, die aktuelle Problematik des Themas „Frauen und Krieg“ in der Kriegsberichterstattung deutscher Medien grob zu verdeutlichen.
Nur neun Prozent der analysierten Artikel stammten von Journalistinnen. Dieser Befund bestätigt den Eindruck, dass Kriegsberichterstattung noch immer eine ausgesprochene Männerdomäne ist. Die „bestimmte[n] Qualität des weiblichen Blicks“, die auch die Kommunikationswissenschaftlerin Irene Neverla (zitiert nach Gernhuber 1996:21) den Kriegsberichterstatterinnen bescheinigt, wird schon allein deshalb keine große Rolle innerhalb der Kriegsberichterstattung spielen können – zumindest was die entsprechende Berichterstattung in Tageszeitungen angeht. Die Befunde zu den journalistischen Darstellungstypen des analysierten Materials (Schaubild 1) zeigen darüber hinaus, dass die analysierten Tageszeitungen im Untersuchungszeitraum durch den deutlich dominierenden Darstellungstyp Nachricht wenig Raum boten für jene Art der Berichterstattung, durch die besondere Nähe zum Kriegsalltag von Opfern und Militärs erzeugt werden kann (vor allem interpretierende Darstellungstypen wie die Reportage).

Auch die Ergebnisse zur Frage, welche Themen die untersuchten Zeitungsartikel behandelten (Schaubild 2), zeigen, dass die einschlägige Berichterstattung für das Leben und die Erfahrung von Frauen im Krieg kaum Raum lässt.
Die dominierenden Themen der Berichterstattung kreisen um die Themenkomplexe ‚Politik/Diplomatie‘ (Verhandlungen, Konferenzen, Friedensgespräche usw.) und ‚Kriegsaktion‘ (Beschreibung konkreter militärischer Aktivitäten, Thematisierung von Kriegsgerät usw.). Nur vier Prozent der Artikel thematisierten Kriegsopfer oder deren Erfahrungen. Da Frauen sowohl als Angehörige des Militärs wie auch als Angehörige von Regierungsorganisationen oder Nicht-Regierungsorganisationen in der Realität kaum vorkommen, sinkt durch die beschriebene Themendominanz auch die Chance, dass Frauen in der Berichterstattung überhaupt vorkommen.

Bilder und optische Vorstellungen vom Krieg, von Kriegsbeteiligten und Kriegsaktionen, die uns allen jederzeit präsent sind, stammen offensichtlich weniger aus der Tagespresse als vielmehr aus dem Fernsehen, denn die wenigsten der untersuchten Artikel (29 %) waren überhaupt von Illustrationen begleitet. Wenn man annehmen will, dass Pressefotos möglicherweise ein Ort in der Kriegsberichterstattung von Tageszeitungen sind, an dem Frauen möglicherweise (als Opfer) thematisiert werden, dann ergibt sich ein weiterer Effekt der Annihilation von Frauen in den Medien schon allein dadurch, dass Pressefotos die Kriegsberichterstattung in Tageszeitungen eher selten ergänzen. Darüber hinaus zeigte die Analyse der Inhalte und Themen der wenigen Pressefotos und Illustrationen, dass das Militär (Kriegsaktionen, -personal und -gerät) mit 36 % aller Abbildungen deutlich an der Spitze liegt (Schaubild 3).

Zwar bestimmten in der überwiegenden Mehrzahl der untersuchten Artikel Themen aus dem Bereich der ‚Politik/Diplomatie‘ den Inhalt (siehe Schaubild 2). Trotzdem spielt der Gegenstand ‚Politiker/Diplomatie‘ als Gegenstand in den begleitenden Illustrationen nicht die gleiche Rolle wie als Thema der Berichterstattung. Statt dessen liegen mit 28 % Darstellungen einzelner Opfer oder Opfergruppen deutlich vor Politikern und Diplomatie.
Kehren wir zurück zu den Inhalten der untersuchten Zeitungsartikel. Bei der Codierung von Handlungspersonal wurde unterschieden zwischen ‚Elite-Personal‘ und ‚Nicht-Elitepersonal’. Als ‚Elite-Personal‘ wurden Personen codiert, die in den analysierten Beiträgen durch Namensnennung und Funktionsnennung – bei eindeutig prominenten Personen wie z.B. Madeleine Albright auch nur durch Namensnennung – identifiziert wurden. Dabei war es unerheblich, aus welchem Bereich die betreffenden Elitepersonen stammen: Politik (inkl. NGOs aber ohne humanitäre Hilfsorganisationen, kommunale Verwaltung, Diplomaten usw.), Militär, humanitäre (Hilfs-)Organisationen oder Medien. Als ‚Nicht-Elitepersonal‘ und damit als „ordinary people“ wurden Personen codiert, die in den analysierten Beiträgen nicht durch Funktionsnennung identifiziert wurden und die zweifelsfrei gleichzeitig auch nicht zur Polit-, Militär-, Medien- oder sonstigen Prominenz gehörten (Flüchtlinge, anonyme Mitglieder humanitärer Organisationen, Gefangene, zivile Tote usw.). Das folgende Schaubild zeigt zunächst die Verteilung für Elitepersonen.
Auch hier wird deutlich, dass die Chance sehr gering ist, in der Kriegsberichterstattung auf Frauen als Handlungspersonal zu stoßen, denn was schon für die Thematisierung galt, gilt auch hier: Weil das Handlungspersonal der Gruppe ‚Elite‘ in den untersuchten Artikeln hauptsächlich aus den Bereichen ‚Militär‘ (65 %) und ‚Politik‘ (29 %) kommt und Frauen sowohl als Angehörige des Militärs wie auch als Angehörige der politischen Elite in der Realität (noch) selten vorkommen,9 sinkt durch die beschriebene Themendominanz auch die Chance, dass Frauen in der Berichterstattung überhaupt vorkommen. Tatsächlich waren insgesamt nur sieben Prozent des Elitepersonals weiblich. Zum überwiegenden Teil repräsentierte dieses weibliche Elite-Personal humanitäre Hilfsorganisationen (33 %), gehörte der Gruppe der Medienvertreter (25 %) oder der Gruppe der Politiker bzw. Diplomanten (6 %) an. In der Gruppe der ‚Politik und Diplomatie‘ war übrigens außer Madeleine Albright keine weitere Frau vertreten.

Frauen sind als Subjekte oder Objekte in der analysierten Berichterstattung selbst in der Gruppe der Nicht-Elite-Personen selten vertreten (Frauen: 4 %; Männer: 28 %; gemischtgeschlechtliche Gruppen: 68 %). Mit 87 % stehen in der Gruppe der Nicht-Elite-Personen die Kriegsopfer (Flüchtlinge, Verwundete, Tote, Gefangene) weit an der Spitze in der Berichterstattung und unter ihnen mit 55 % wiederum tote Opfer. Keine Frage: Tote Kriegsopfer haben den größten Nachrichtenwert und sind auch sicherlich jene Opferkategorie, mit Hilfe derer am drastischsten Kriegsfolgen verdeutlicht werden können. Aber: tote Kriegsopfer sind zugleich auch stumme Kriegsopfer. Mit 24 % folgen Flüchtlinge, mit 13 % verwundete und mit 5 % gefangengehaltene Zivilisten (Restkategorie ‚Sonstige’: 3 %). Betrachten wir nun die geschlechtsspezifischen Befunde zu den einzelnen Opferkategorien (Schaubild 5):
Bemerkenswert ist zunächst, dass einzelne weibliche Opfer oder Gruppen rein weiblicher Opfer in der analysierten Berichterstattung kaum eine Rolle spielen, wohingegen bis auf die Kategorie ‚Flüchtlinge‘ einzelne männliche oder Gruppen rein männlicher Opfer durchaus mit respektablen Häufigkeiten (zwischen 33 % und 37 %) vertreten sind. Im direkten Vergleich mit der Thematisierung männlicher Opfer als Subjekte oder Objekte der Kriegsberichterstattung liefert damit auch dieser Befund ein Indiz für die Ausblendung von Frauen. Frauen in ihrer vermeintlichen ‚Paraderolle‘ als Kriegsopfer gehen dagegen zumindest in der hier analysierten Kriegsberichterstattung in gemischt geschlechtlichen Opfergruppen auf (und damit unter?).10 Insgesamt kann man an dem Befunden in Schaubild 5 darüber hinaus auch ablesen, auf welche Weise sich hier scheinbar das Prinzip ‚Mythos‘ durchsetzt: Einzelne flüchtende Männer oder reine Männergruppen als Flüchtlinge entsprechen selbstverständlich nicht dem heroischen Bild vom Mann im Kriegseinsatz. Wenn Männer als Opfer des Krieges thematisiert werden, dann in ihrer Glanzrolle als Heroen, und die funktioniert scheinbar nur als Kriegsgefangener (67 %). Umgekehrt haben gefangene oder ‚nur‘ verwundete Frauen wohl lange nicht den gleichen Mythos- oder Nachrichtenwert wie tote oder vertriebene Frauen.

Fazit: Die ‚Beteiligung‘ von Frauen am Krieg fällt trotz dominanter Stereotypisierungstendenzen unterschiedlich aus, denn sie hängt vor allem von der Zeit ab, in der ein Krieg stattfindet, und auch von den jeweils kulturell abhängigen Werten und Normen einen betroffenen Gesellschaft im Hinblick auf die aktive Teilnahme von Frauen am Krieg z.B. als Soldatinnen mit oder ohne Waffe. Dennoch ist zu vermuten, dass die Rolle der Frau in Kriegszeiten als Zivilistin, Politikerin und selbst als Angehörige der kämpfenden Truppen wohl entscheidend an den jeweiligen Status und die Rolle angebunden sein wird, die eine Gesellschaft Frauen generell – also auch in Friedenszeiten – zuweist. Die Medien als Teil der Gesellschaft werden diesen jeweiligen Status und die Rolle von Frauen auch in ihrer Berichterstattung über Kriege und andere gewaltdominante Krisen widerspiegeln. Deshalb ist es nicht weiter überraschend, dass die beiden wesentlichen Rahmen, innerhalb derer Kriegsberichterstattung Frauen und ihre Erfahrungen thematisiert, der ‚Opferrahmen‘ und der ‚Reproduktionsrahmen‘ sein werden. Letzterer zeigt sich z.B. in einer dominanten Thematisierung von Frauen als ‚Krankenschwestern‘ bzw. ‚Ärztin‘ oder in der gerade auch in der letzten Zeit im deutschen Fernsehen leider nur einschlägig thematisierten Rolle von Prostituierten im Krieg.11 Opfer- und Reproduktionsrahmen spiegeln nicht nur das gültige geschlechtsspezifische Status- und Rollenprinzip wider. Sie repräsentieren darüber hinaus scheinbar zufällig beide – auch wichtige – militärstrategische Konzepte: Das Opferkonzept dient der Legitimation und Rechtfertigung von Krieg, das Reproduktionskonzept dient der Aufrechterhaltung der männlichen Kampffähigkeit. Ein anderes Thema, innerhalb dessen Massenmedien ‚Frauen im Krieg‘ eine Hauptrolle zugestehen, ist das Thema ‚Liebesbeziehungen mit feindlichen Soldaten’, wie z.B. die Berichterstattung im Nachgang zum Vietnam- und Kambodscha-Krieg zeigt. Auch hier steht der Reproduktionscharakter bei der Medienthematisierung von Frauen im Vordergrund. Solche eher einschlägigen Themen erhalten in letzter Zeit durch ein anderes Thema zunehmend Konkurrenz: Frauen im Kriegseinsatz an der Waffe. Interessanterweise geht es auch hier nicht selten um das Thema ‚Liebesbeziehungen‘ bzw. ‚Sex‘ – diesmal zwischen Soldatinnen und Soldaten der gleichen Truppe. Themen wie etwa die soziale ‚Mittäterschaft‘ von Frauen bei Kriegen bleiben zumindest in der aktuellen Kriegsberichterstattung dagegen bislang ein scheinbar streng eingehaltenes Tabu. Auch die Handlungen von Frauen in an Kriege anschließenden Friedenszeiten sind ein Thema, das dem Augenschein nach in unseren Massenmedien zu kurz kommt (vgl. z.B. Elsthain 1987; Enloe 1983, 1989). Insgesamt jedenfalls erscheint unter wissenschaftlichen Aspekten gerade bei der Darstellung von Frauen und Männern im Krieg die Frage interessant, inwieweit Militär und Medien sich – nicht nur im Hinblick auf die allgemeine Informationspolitik oder die technischen Aspekte der Informationsbeschaffung und -verarbeitung – in Kriegszeiten gegenseitig beeinflussen und von einander profitieren. In diese Richtung sollte sich zukünftige Forschung orientieren.
Elsthain, Jean Bethke (1987). Women and war. New York: Littlefield.
Enloe, Cynthia (1983). Does Khaki become you? The militarization of women’s lives. London: Pluto Press.
Enloe, Cynthia (1989). Bananas, beaches, and bases. Making feminist sense of international politics. London: Pandora.
Gernhuber, Susanne (1996, Januar). Weibliche Sichtweise. Journalist, 20-21.
Reimann, Cordula (2000). Konfliktbearbeitung in Theorie und Praxis: Spielt „Gender“ eine Rolle? (AFB-TEXTE der Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn). Bonn: AFB.
Sartorius, Peter (1996, Januar). Grenzen der Profession. Journalist, 15-16.
Vuckovic, Ariane (1996, Januar). Menschen mit Namen. Journalist, 14-15.
Zur, Ofer/Morrison, Andrea (1989). Gender and war: Reexamining attitudes. American Journal of Orthopsychatry, vol. 59, 4, 528-533.
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1Unter dem Titel „Women Come to the Front: Journalists, Photographers and Broadcasters of World War II“ widmet die Library of Congress in Washington D.C. amerikanischen Kriegsberichterstatterinnen zur Zeit eine umfangreiche Ausstellung, die hauptsächlich aus dem Dokumentationsbestand der Bibliothek zusammengestellt wurde.
2Seit 1997 Leiterin des ZDF-Studios Warschau. 1991 erhielt sie den TELESTAR von ARD und ZDF für ihre Berichterstattung aus dem ehemaligen Jugoslawien und 1992 die Auszeichnung GOLDENER GONG für ihre Reportage aus dem zerstörten Vukovar
3Seit 1997 Leiterin des ARD-Büros Paris. 1992 bis 1997 ARD-Auslandskorrespondentin in Moskau (1995 bis 1997 Studioleitung )
4Informationen unter http://www.uni-saarland.de/~gg14rhah/lexikon/tschet/tschet.htm#Dudajev
5Hierbei darf nicht übersehen werden, dass z.B. die kontinuierliche Berichterstattung von Journalistinnen über Massenvergewaltigungen in Ex-Jugoslawien dem Thema nicht nur weltweit mediale Beachtung verschaffte. Die Kontinuität und die Qualität der Berichterstattung führte auch dazu, dass vielfältige Hilfsprogramme für die vergewaltigten Frauen gestartet wurden. Die erfreulichste und bedeutendste Folge aber dürfte die Novellierung des Völkerrechts sein: Die Einstufung von Vergewaltigung(en) als Kriegsverbrechen ermöglicht jetzt die Anklage und Strafverfolgung der Täter vor dem Internationalen Kriegsgerichtshof.
6Z.B. ARD: Sieben (18%) der 39 Auslandskorrespondenten sind Frauen; ZDF: sechs (21 %) von 28.
7Zusammen mit Helmut Scherer vom Institut für Kommunikationsforschung in Hannover; Auskünfte zum Projekt „Kriegsberichterstattung und verteidigungspolitischer Diskurs in der deutschen Qualitätspresse“ (DFG-ProjNr. FR 967/7-1) können unter http://www.dfg.de/gepris eingeholt werden. Die Projektarbeit wurde im Juli 2001 aufgenommen, Zieltermin ist Juli 2003.
8FAZ, FR, SZ, WELT; Methode: quantitative Inhaltsanalyse; Untersuchungszeitraum: Februar/ März 1998, untersuchte Artikel: 162. Titel der Vorstudie: „Medienberichterstattung über Krieg.“ Die Daten hat die Autorin erstmalig in einem Vortrag am 28.1.01 an der Ruhr-Universität Bochum präsentiert.
9Allerdings: Seit den 60er Jahren ist die Zahl von Frauenorganisationen und Frauen-NGOs in der Friedens- und Menschenrechtsbewegung stark gestiegen (Reimann 2000:12).
10Die Codierentscheidung für den Code ‚gemischt geschlechtliche Gruppe‘ wurde jeweils bereits durch nur einen einzigen Angehörigen der jeweils anderen Geschlechtergruppe ausgelöst.
11In der betreffenden Berichterstattung ging es um die Frage, ob deutsche KFOR-Soldaten in Ex-Jugoslawien zu Kunden einschlägiger Bordelle vor Ort gehörten.