http://www.mediaculture-online.de

Autorin: Götz, Maya.

Titel: 'Wir sind dagegen!' Kinder in Deutschland und ihre Wahrnehmung vom Krieg in Irak.

Quelle: TelevIZIon 16/2003/2 München 2003. S. 27-36.

Verlag: Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI).

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.



Maya Götz

»Wir sind dagegen!«

Kinder in Deutschland und ihre Wahrnehmung vom Krieg im Irak

Kinder in Deutschland standen dem Krieg im Irak ablehnend ge­genüber. Von der Berichterstat­tung erwarteten sie sich mehr In­formationen vor allem über die Lage der Menschen im Irak. In ihren Fantasien zum Krieg hätten einige von ihnen Saddam Hussein gerne unterstützt und sahen in den Amerikanern die Angreifer, die mit hinterhältigen Tricks und mit einem Lächeln Kinder erschießen.

Krieg, Unglücke, Terroran­schläge und Katastrophen sind Teil der Medienbe­richterstattung und damit auch Teil des Alltags Heranwachsender. Wie selbstverständlich nehmen sie auf ihre Art an den Ereignissen wie dem Attentat des 11. September oder an den Nachrichten über den Krieg teil. Doch was bedeutet das für sie? Mit welchen Emotionen ist die Kriegs­berichterstattung verbunden und was memorieren die Kinder dauerhaft von diesen medienvermittelten Ereignis­sen?

Kinder und Kriegsbericht­erstattung – der Forschungsstand

Die Forschung ist der Bedeutung der Kriegs- und Terrorberichterstattung für Kinder mehrfach nachgegangen. Studien zumeist aus der Wirkungs­forschung gehen der Frage nach Angst- und Stressreaktionen auf den Grund. Hier zeigt sich, dass Kriegs­berichterstattung, ähnlich wie die Nachrichtenrezeption allgemein (vgl. Smith u. a. 2002, Cantor u. a. 1996), von vielen Kindern als »manchmal erschreckend« wahrgenommen wird (Schuster u. a. 2001). Die Fernsehbe­richterstattung über den Golfkrieg war zwar nur für einen kleinen Teil der befragten Kinder und Eltern sehr beängstigend (van der Voort u. a. 1992, Cantor u. a. 1993, Morrison/ MacGregor 1993), die Berichte über das Attentat vom 11. September führ­ten jedoch (auch) bei den amerikani­schen Kindern zu Stresssymptomen (Pfefferbaum u. a. 2003). Kriegs- und Terrorberichterstattung, so lässt sich der Forschungsstand zusammenfas­sen, sind für Kinder mit einer gan­zen Reihe von Emotionen verbunden (vgl. auch Wober/Young 1993) und potenziell auch mit Angst, wenn auch in weit geringerem Maße als erwar­tet.

Kinder wollen sich über die Ereignis­se informieren, wie beispielsweise eine finnische Studie zeigt (Toivonen u. a. 1997). Die Ereignisse des letz­ten Golfkrieges waren für Kinder und Jugendliche ein relevantes Thema, über das sie mehr wissen wollten und um deren Folgen sie sich sorgten. Sehmotiv bei amerikanischen Kin­dern war neben dem Informations­bedürfnis (bei 26 % der befragten Kinder) die Suche nach Spannung (32 %). Jedes fünfte Kind erhoffte sich in den Nachrichten eine gezielte Bestätigung der eigenen Position, in­dem über den positiven Verlauf und die Fähigkeiten der Alliierten berich­tet wird. Kinder, die sich allgemein eher verletzlich fühlen, vermeiden oftmals die Kriegsberichterstattung (Hoffner u. a. 1994).

Aus der Berichterstattung memorie­ren sich Kinder bestimmte Zusam­menhänge. Hierbei verankern sich Personalisierungen deutlich besser als abstrakte Ideologien. Die Kinder erinnern sich eher an schlechte Nach­richten als an gute (Toivonen u. a. 1997). Eine qualitative australische Studie zum letzten Golfkrieg (Gillard u. a. 1993) weist darauf hin, dass Kin­der in 60 % der Fälle ein deutliches Gut-Böse-Schema konstruieren, wo­bei Hussein bzw. der Irak als das Böse und Bush bzw. die Alliierten als das Gute gesehen wurden.

Die Studie »Kinder erzählen und malen vom Krieg«

In der Studie »Kinder erzählen und malen vom Krieg« geht das IZI in Zusammenarbeit mit internationalen WissenschaftlerInnen der Frage nach, wie Kinder den Krieg im Irak und seine Berichterstattung sahen. Ziel ist es, einen Einblick in das Wissen von Kindern über die Ereignisse und ihre subjektive Bedeutung zu bekommen und etwas von den Wahrnehmungen und Wünschen der Kinder zur Me­dienberichterstattung zu erfahren. Daher befragten wir Kinder in der ersten Woche nach Beginn des Krie­ges im Irak (20.3. bis 27.3.2003). In offenen, themenzentrierten Inter­views erzählten die Kinder von ihrem Wissen um die Zusammenhänge, von ihren Emotionen und Fantasien zum Irak-Krieg und wie sie die Berichter­stattung wahrnahmen. In kreativen Anteilen malten die Kinder ihre Vor­stellungen vom Krieg und was sie im Fernsehen darüber sehen möchten. Es ist eine qualitative Studie, deren be­sonderes Interesse im mehrnationalen Vergleich liegt. Entsprechend kam der gleiche Interviewleitfaden in Deutschland, Österreich, den USA und Israel zum Einsatz und eröffnete Perspektiven, wie die Wahrnehmung des Krieges in die regionalen bzw. nationalen Situationen und Diskurse eingebunden ist. Die ausgewählten Länder nahmen dabei jeweils eine besondere Position zum Krieg im Irak ein. Die USA waren die kriegsfüh­rende Macht. Die Interviews wurden in San Diego, Kalifornien, geführt, einer Stadt mit einem großen Mili­tärstützpunkt und einem entspre­chend hohen Bezug zu den Kriegs­handlungen (s. Seiter und Pincus in diesem Heft). In Israel bereiteten sich die Menschen auf die Angriffe ihres Landes mit Langstreckenraketen vor – eine brisante Situation in einem Land, in dem Gewalt und Terror mit zum Alltag gehören (s. Lemish in die­sem Heft).

Die Bundesrepublik Deutschland stellte sich ausdrücklich gegen den Krieg. Mit Österreich ist zudem ein Land vertreten, das sich von der Füh­rung und der öffentlichen Meinung her weniger eindeutig positionierte.1 Um den spezifischen Positionen in den Ländern gerecht zu werden, ha­ben wir uns entschlossen, die ersten Ergebnisse in drei separaten Artikeln darzulegen. Anders als zum Beispiel im Vergleich von »großen Tagträu­men« und der Bedeutung von Medi­en in ihnen (vgl. Götz/Lemish/Aid­man/Moon 2002) zeigten sich in die­sem Vergleich einige Ähnlichkeiten, vor allem aber Unterschiede. Dies lässt erahnen, wie tief Kinder in ih­rer Wahrnehmung von den Ereignis­sen in ihrer Lebenswelt und dem in ihr geführten Diskurs verankert sind.

Deutschland ist gegen den Krieg

Das Thema Krieg im Irak war lange vor Beginn der Kampfhandlungen in der bundesdeutschen Medienland­schaft präsent. »Der angekündigte Krieg« (Titelthema Spiegel 37/02) wurde zu einem Aspekt für die Bun­destagswahlen und bekam eine ganz eigene Konnotation (vgl. Spiegel 36/ 2002). Die Presse berichtete überwie­gend kritisch über den »falschen Krieg« (Die Zeit 2.1.2003). Erste Presseanalysen zeigen, dass sich in der Berichterstattung bei Kriegsbe­ginn eine überwiegend ablehnende Haltung widerspiegelte (COMDAT 2003, S. 29 ff.). Die Medien, so Chris­tiane Eilders, verfielen »in einen fast moralisierenden Ton« (Eilders 2003, S. 3) scharfer Ablehnung.

Die Stimmung in der bundesdeut­schen Bevölkerung positionierte sich überwiegend gegen den Krieg. In ei­ner FORSA-Befragung vom Januar 2003 lehnten 81 % einen Militär­schlag ab (Frankfurter Rundschau 17.1.2003), Die Welt zitierte im Februar eine Studie, in der nur 9 % der Deutschen einen Militärschlag der USA befürworteten (Die Welt 4.2.2003), und nach der Süddeut­schen Zeitung im März lehnte die überwältigende Mehrheit (84 %) im Politbarometer das militärische Vor­gehen gegen den Irak ab (Süddeut­sche Zeitung 29.3.2003). Die Bericht­erstattung entsprach diesem Konsens von Regierung und Bevölkerung (Eil­ders 2003, S. 4).

Durch die dauerhafte Präsenz des Themas rückte der Krieg im Irak in den Relevanzrahmen und damit ins Bewusstsein der Kinder und wurde Teil ihrer Wirklichkeit (im Sinne Ber­ger/Luckmann 1965). Es ist ein rein medienvermitteltes Thema, von dem Kinder »direkt« in der Berichterstat­tung in Fernsehen, Radio und Zeitung erfuhren oder aber durch Gespräche mit anderen über das, was diese aus den Medien erfahren hatten.

Wie Kinder mit diesem Thema um­gehen, welche Emotionen und Vor­stellungen sie mit dem Thema ver­binden und welche Wünsche sie an die Berichterstattung haben, erfrag­ten wir bei 87 Kindern zwischen 6 und 11 Jahren. Die Erhebung wurde bundesweit durchgeführt und fand im häuslichen Umfeld, zumeist in den Kinderzimmern der 46 Mädchen und 41 Jungen, statt. Es handelt sich um eine qualitative Befragung, deren Ziel es ist, Tendenzen zu verstehen, dar­zustellen und zu veranschaulichen.

Deutsche Kinder wissen vom Krieg im Irak, vor allem aus dem Fernse­hen

Die befragten Kinder wussten zu­meist, dass es Krieg gab, nur zwei hatten kurz nach Kriegsbeginn noch nichts davon gehört. Kinder wussten von Bombardierungen, der Zerstö­rung von Häusern und dem Sterben von Menschen. Einige stellten Zu­sammenhänge zu Saddam Hussein her, wenige zu den Ereignissen des 11. September.

Medien waren die Hauptinforma­tionsquellen, allen voran das Fernse­hen, gefolgt von Radio und Zeitung. Im Fernsehen waren es vor allem Nachrichten für Erwachsene, die sie teils mit den Eltern angesehen hatten. Die Kinder erinnerten sich am häu­figsten an das ZDF als Ort der Erstbe­gegnung mit dem Thema, gefolgt von ARD und RTL. Einige hatten ganz gezielt Nachrichten für Kinder und Sondersendungen eingeschaltet.

Der Krieg ist ein Thema in Schule und Familien

Viele Kinder erfuhren von den Ereig­nissen auch aus ihrem Umfeld. Sie waren Thema in der Peer-Group und in der Schule. Gut die Hälfte der be­fragten Kinder hatten bereits mit den LehrerInnen über das Thema ge­sprochen. Es fanden Aktionen auf Klassen- oder Schulebene statt. So malten oder beteten die Kinder im Unterricht oder gingen gemeinsam zu Demonstrationen. Aus der Perspek­tive der Kinder hatte dies vor allem den Sinn, dass auch andere sehen, dass sie dagegen sind.

Ja, so Blumen gemacht und die haben wir in der Schule ans Fenster geklebt und dann habe ich ein Kriegsschiff gemalt und mit rotem Stift durchgekreuzt. Und oben ein Schild darüber geschrieben. (Manu­el, 7 Jahre)

Ja, wir haben in der Schule Briefe ge­schrieben an Bush, z. B. »No War« oder »wir finden Krieg Scheiße« und das über­setzt unsere Lehrerin dann auf Englisch und schickt es dann ab. (Jakob, 8 Jahre)

Auch zu Hause war der Krieg ein Thema. Rund zwei Drittel der befrag­ten Kinder berichteten von Gesprä­chen mit den Eltern. Im Alltag, auf dem Weg zur Schule oder beim Abendessen erklärten die Eltern den Kindern die Zusammenhänge oder diskutierten mit ihnen. Zum Teil pä­dagogisch sehr engagiert, zum Teil eher oberflächlich.

Das Wissen der Kinder vom Krieg

Das Wissen der Kinder war unter­schiedlich detailliert. Einige beschrie­ben, wie sie Inhalte aus den Medien oder Gesprächen aufgeschnappt hat­ten, sie jedoch nicht ganz einordnen konnten. Andere wiederum bewiesen im Interview ein hohes Detailwissen zur aktuellen Lage und zu Zusam­menhängen und argumentierten mit einer hohen Komplexität.2

Kriegsgrund: Der Irak hat uner­laubt Waffen und Bush will nur das Öl

Für den größten Teil (37 Kinder) der Befragten waren beide Seiten, Ame­rika und der Irak, diejenigen, die den Krieg führten. Ein nicht zu unter­schätzender Anteil (26 Kinder) sah in Amerika bzw. George Bush und seinen Alliierten die Akteure, die »schuld« am Krieg waren.

Also, es sind die Angreifer, das sind die Briten und Amerikaner. Und die, die sich halt verteidigen, das ist der Irak. (Oli­ver, 10 Jahre)

Ich weiß schon, dass George Bush da­für verantwortlich ist. (Kerem, 9 Jahre)

George Bush ist den Kindern als Name deutlich gegenwärtiger als Saddam Hussein. Gefragt nach dem Grund für diesen Krieg, konstruier­ten die Kinder vor allem zwei Beweg­gründe: der Waffenbesitz des Irak und das Öl, das die Amerikaner und Bri­ten gerne hätten.

Also, Bush sagt ja, es wäre wegen Saddam Hussein, weil die das Land befreien wollen. Ich glaube, es geht gar nicht darum. Es gibt mehrere Gründe: einmal viel­leicht auch ein bisschen deswegen, aber auch wegen dem Öl. Weil, Amerika hat ziemlich wenige Ölstellen und der Irak hat ziemlich viel. (Jan, 9 Jahre)

Vielleicht, weil, im Irak, da ist das Öl so billig. Und die Engländer haben vielleicht nicht mehr so viel Geld und weil das ja so billig ist, dann wollen sie, dass sie das kriegen. (Katinka, 9 Jahre)

Eine Reihe von Kindern (jeweils 13) stellten einen Zusammenhang zum 11. September her. Seltener sahen deutsche Kinder einen Kriegsgrund in der Person Saddam Husseins, und einige vermischen dabei Saddam Hussein und Osama Bin Laden.

Die Vorstellung der Kinder von der Weltmeinung: Die ganze Welt protestiert

Zwei Drittel der befragten Kinder waren sich sicher, dass die meisten Menschen auf der Welt gegen den Krieg seien. Dies meinten sie bei Be­richten über Demonstrationen und Protestaktionen gesehen zu haben. Menschen allgemein, aber vor allem die im Irak, könnten nach Ansicht der Kinder nicht für den Krieg sein. Denn sie trügen die Folgen und Menschen würden verletzt, was keiner guthei­ßen könne außer Herrn Bush. Von diesem nahmen einige Kinder an, er sei für den Krieg, und die, die mit ihm übereinstimmten, freuten sich über das Leiden der Menschen.

Ich glaub, der Präsident von der USA, der will auch den Krieg. Die haben da ganz viele Waffen und ich glaub, die wol­len diese Waffen auch ausprobieren, so richtig ausprobieren. (Kathrin, 11 Jahre)

Ein Drittel der Kinder vermutete Un­terschiede in der Einstellung zum Krieg. Zumeist bauten sie ein deutli­ches Gegensatzpaar zwischen »wir« und »die anderen« auf. Für die Kin­der standen »wir« dabei auf der mo­ralisch eindeutig besseren Seite.

Die Emotionen zum Thema Krieg im Irak

Die Information, dass der Krieg aus­gebrochen sei, war für deutsche Kin­der mit Emotionen verbunden. Sie erzählten von Befürchtungen, vom Krieg selbst betroffen zu sein, und entwarfen Szenarien eines Dritten Weltkrieges. Erste Gedanken waren bei vielen auch grundsätzliches Un­verständnis und eine ablehnende Hal­tung. Viele Kinder erzählten, sie machten sich häufig Gedanken über das Thema Krieg; selbst die, die es eigentlich vermeiden wollten, »muss­ten einfach« darüber nachdenken. In ihren Gedanken standen Schick­sal und Leiden der Menschen im Irak im Mittelpunkt.

Ja. Die armen Menschen, ihre Papas, die sterben, oder ihre Männer. Die sind trau­rig. (Fabian, 7 Jahre)

Die Kinder versetzten sich dabei in die Lage der Kinder im Irak und stell­ten sich das Leiden aus einer Kinder­perspektive vor. Sie dachten über die eigene Positionierung nach und for­derten für sich ein schnelles Kriegs­ende. Es gab aber auch Gedanken über die aktuellen Kampfhandlungen oder grundsätzliche Überlegungen, warum es eigentlich Krieg gibt.

Etwa die Hälfte der Kinder stellten Veränderungen in ihrem Alltag fest. Einige Kinder nahmen sich als trau­riger und ruhiger wahr. Sie merkten, wie sich ihre Einstellung und Vorstel­lung zum Thema Krieg verändert hatte. Andere erzählten, dass Krieg derzeit das allgegenwärtige Thema sei. In der Klasse werde darüber gesprochen, in den Medien sei es ständig zu sehen und in der näheren Umgebung verweisen Plakate und Demonstrationen auf das Thema. Ei­nige Kinder berichteten auch von ih­ren Ängsten und dem Unwohlsein:

Ja, ich hab auch ein bisschen Angst, dass es dann einen Weltkrieg geben kann, weil die so doof sind. Und dass ich mit mei­nen Haustieren flüchte. (Monique, 8 Jah­re)

Wie Monique überlegen Kinder, was ein Krieg für sie bedeuten würde. Da­bei imaginieren sie aus ihrer jetzigen Lebenssituation heraus. Monique bei­spielsweise hat drei Mäuse und zwei Katzen, für die sie verantwortlich ist. Die Probleme, die sie entsprechend aus ihrer jetzigen Lebenswelt heraus entwirft, sind gut nachvollziehbar. Den realen Problemen einer Flucht im Kriegsfall entsprechen Moniques Vorstellungen jedoch kaum.

Träume vom Krieg

Nur ein kleiner Teil der Kinder er­zählte wenige Tage nach Ausbruch des Krieges, von den Ereignissen ge­träumt zu haben. Die erzählten Träu­me drehten sich um Kriegsszenarien und die eigenen Verwicklungen in Kampfhandlungen, in denen sie selbst Opfer sind, durch den Tod der Familie oder den eigenen Tod.

(…) Einmal, da wurde meine Familie er­schossen. Deshalb habe ich eben so Ge­danken über den Krieg, die mich echt manchmal zur Verzweiflung bringen, wenn jetzt in Deutschland Krieg auf­kommt. (Sandra, 10 Jahre)

In zwei Fällen träumen sich Jungen aber auch in die Rolle des Angreifen­den.

Ja, manchmal habe ich schon vom Krieg geträumt, dass ich da in einer Uniform war und da jemanden abschießen musste. Das hat mir nicht gefallen. (David, 10 Jahre)

Bei aller Schwierigkeit, diese Selbst­aussagen der Kinder auszudeuten, wird doch deutlich, dass es bedrohli­che, mit verschiedensten Ängsten verbundene Szenarien sind.

Wie Kinder sich die Medienberichterstattung gewünscht hätten

Die Mehrheit der befragten Kinder (70 %) sahen sich im Fernsehen Sen­dungen zum Irak-Krieg an. Eine Reihe von Kindern suchte ganz gezielt nach Informationen, andere sahen bei ihren Eltern mit oder erfuhren quasi im Vorbeigehen etwas. Nicht immer verstanden sie alles. Dennoch waren sich die befragten Kinder weitestgehend da­rüber einig, dass das Thema Krieg für Kinder nicht ausge­spart werden solle.

Ja, eigentlich geht das die Kinder was an, weil es ist ja auch wichtig, dass die ande­ren Länder Bescheid wissen. Und auch wenn es manchmal Angst macht, sollte man wissen, was in an deren Ländern geschieht und ich finde es eigentlich sehr wichtig, dass man auch hier über den Krieg, der eigentlich ziem­lich weit weg ist, Bescheid weiß. (Anas­tasia, 9 Jahre)

Den befragten Kindern hatte in der Berichterstattung gut gefallen, dass ihnen mit Hilfe von Bildern eine Vor­stellung von der Lage vermittelt wur­de. Sie lobten die ausführliche Be­richterstattung, waren beeindruckt davon, dass die Reporter ihr eigenes Leben gefährdeten, um uns zu infor­mieren. Die Kinder genossen auch die Berichte und den Aktionsaufruf gegen den Krieg:

Dass auch manche demonstriert haben, dass manche gerufen haben: ›Kein Krieg!‹, das hat mir recht gut gefallen. (Charly, 9 Jahre)

Die Kinder hatten das Gefühl, durch die Berichterstattung eine Vorstellung davon bekommen zu haben, was Krieg eigentlich heißt:

Alexandra: Weil jetzt hab ich’s verstan­den, weil, ich dachte ja erst, dass die sich nur prügeln. Und da habe ich ja jetzt ge­sehen, dass da Feuer ist. (Alexandra, 8 Jahre)

Für Alexandra entsteht ein Bild vom Krieg, das mit der Grausamkeit der Realität jedoch nur an einigen Mo­menten übereinstimmt. Wenn etwas einen Einblick ermöglichte, dann die Bilder. Sie haben aus der Perspektive der Kinder einen besonderen Wert für die Verständlichkeit und sie können emotional bewegen:

Nein, sie (die Sendung) hat mir nicht sehr viel gebracht, auch nicht das Radio, aber die Bilder. Die Bilder haben was ge­bracht, dass ich dazu richtig in Schwung gekommen bin und nachgedacht habe, dass die da irgendeinen Fehler gemacht haben. (Ivett, 8 Jahre)

Ivett beschreibt, wie erst die Bilder sie »in Schwung« gebracht hatten, sich gegen den Krieg zu stellen. Ver­mutlich meint sie hiermit eine emo­tionale Betroffenheit, welche die Bil­der ausgelöst hatten und sie zum Nachdenken brachten. Die zentrale Erkenntnis für sie war es, dass »die«, vermutlich die Mächtigen dieser Welt, »irgendeinen Fehler gemacht haben«. Ein Gedanke in Richtung politische Emanzipation, der im Sin­ne politischer Bildung ein wichtiger Ansatzpunkt ist.

Die Erstbegegnung mit dem Thema fand, wie beschrieben, meist mit der Medienberichterstattung statt, die für Erwachsene gestaltet wurde. Ein Viertel der Kinder erzählten, sie wür­den regelmäßig logo! sehen. Zwar hatten zu dem Zeitpunkt des Inter­views erst einige gezielt Beiträge zu dem Thema in den Kindernach­richten oder Kikania gesehen, diese Kinder lobten die Sendungen jedoch ausdrücklich:

Im KI.KA heißt es logo!, da erklären sie die Sachen auch immer ganz schön für Kinder und ohne dass Kinder große Angst bekommen (...). Bei der Kin­dersendung hat mir gefal­len, dass sie da mit den Kin­dern ganz offen drüber ge­redet haben und dass sie den Kindern mit Kinderwörtern versucht haben zu erklären und da hab ich’s eigentlich auch besser verstanden, als wenn ich mit Mama und Papa unten die Erwachse­nennachrichten geguckt hab. (Anastasia, 9 Jahre)





Bild 1: Ludwig (9 Jahre) sucht in den Nachrichten nach Antworten auf seine Fragen zum Krieg.

Was Kinder gerne gesehen hätten:

Information und Erklärungen mit verständlichen Worten und Bil­dern, die keine Angst machen

Die meisten der Kinder hielten Nach­richten für etwas sehr Wichtiges, auch wenn sie sich selbst nicht regelmä­ßig welche ansahen. Die Kinder hat­ten zum Teil sehr detaillierte Wün­sche nach Informationen und grund­sätzliche Fragen, zum Beispiel nach den Funktionsprinzipien von Atom­sprengköpfen und chemischen Waf­fen. Sie hatten Fragen zu konkreten Machtverhältnissen (Wer hat die bes­seren Waffen?) und zur aktuellen Si­tuation (s. Bild 1).

Mich interessiert: Wer macht mit wem Krieg ? Wer ist noch alles dabei? Wer hat bessere Chancen zu gewinnen? Wie sehen die Soldaten aus? Wie viele sind es und welche Waffen haben sie? Wie sieht es im Irak aus, gibt es Zerstörungen? Gibt es Ver­letzte? Wie viele? (Lud­wig, 9 Jahre)

Die Fragen der Kinder waren aber oftmals auch sehr grundlegender Art, wie Johannes (7 Jahre), der wissen wollte, wie eine Atombombe eigent­lich funktioniert. Nach Meinung der Kin­der hätten Experten zu Wort kommen sollen. Nina denkt hier zum Beispiel an je­manden von der Bundeswehr:

Wenn man lange bei der Bundeswehr war, dann weiß man auch, was da auf ei­nen zukommt, wenn Krieg ist. Man be­reitet sich da ja auch vor. Dann weiß man auch, was auf einen zukommt. (Nina 10 Jahre)

Die Berichterstattung, die Kinder sich wünschen, soll zum einen »ehrliche« Bilder vom Krieg zeigen, in denen die Wirklichkeit des Krieges nicht aus

gespart bleibt.

Ich würde zeigen, wie die Bomben ein­fallen, damit die Leute wissen, wie schlimm das ist, was da alles passiert; dass man davon Bilder sieht und wie die abge­schossen werden oder so. (Pepe, 10 Jah­re)

Andererseits ist es ihnen aber auch wichtig, dass die Informationen nicht zu beängstigend sind.

Ich würde den Kindern das mit verständ­lichen Wörtern erklären und möglichst auch so, dass die Kinder keine Angst ha­ben und den Fernseher ausmachen und sofort ins Bett laufen. (Anastasia, 9 Jah­re)

Viele der Kinder kritisierten an der Berichterstattung zum Irak-Krieg die zu wortlastigen Beiträge, die zudem Spezialwörter enthielten, die sie nicht verstehen konnten. Einige bemängelten aber auch, dass die gezeigten Aufnahmen nicht aufregend oder inhaltstragend genug waren. Hier gilt es, die Balance von ehrlicher Berichterstat­tung zu finden, die nicht zu beängs­tigend ist und verständliche und äs­thetische Ansatzpunkte bietet, ohne ethische Grenzen zu überschreiten.





Bild 2: (Kathrin 11 Jahre): Der Vater ist tot, die Mutter mit den Kindern auf der Flucht.

Mehr aus der Perspektive der Menschen berichten

Neben Informationen würden Kinder in ihren selbst geplanten Sendungen mehr von der Situation und dem All­tag der Menschen berichten. Sie su­chen nach konkreten Informationen zur Lage der Menschen.

Katinka: Ja, wie es den Menschen geht. Das zeigen die überall nicht.
Interviewerin: Sondern, was zeigen die eher?
Katinka: Immer nur Krieg, Krieg, wo sie schießen. (Katinka, 9 Jahre)

Für Katinka lag der Schwerpunkt der Berichterstattung auf der Darstellung der Waffengefechte. Sie hätte sich aber viel mehr für das Schicksal der Menschen interessiert. Katrin (11 Jah­re) erzählte von ihrer Vorstellung vom Krieg, in der eine Mutter mit ihren Kindern fliehen muss. Der Vater liegt erschossen im Gras und die Häuser brennen. Die Mutter drängt die Kin­der zur Eile und es bleibt keine Zeit, den heruntergefallenen Teddy noch aufzuheben (s. Bild 2). In der Sendung würde Kathrin diese oder eine andere Mutter zu Wort kom­men lassen, damit sie von ihrem Leiden erzählen kann (s. Bild 3).





Bild 3: (Kathrin 11 Jahre): Eine Mutter berichtet in den Nachrichten vom Leid der Familie.

Besonderes Interesse bestand auch an der Lage von Kindern im Irak, zum Teil mit deutlichen identifi­katorischen Momen­ten. Die Kinder ver­suchten, sich in die Lage dort hineinzu­versetzen, und stell­ten sich Fragen nach der Versorgung von Verletzten und Kriegswaisen. Sehr deutlich war da­bei ihr Wunsch nach Hoffnung zu spüren und ihre Erleichterung, wenn Kinder zum Beispiel trotz allem im­mer noch lachen konnten.





Bild 4: Monique (8 Jahre) wünscht sich ein Händereichen von Bush und Hussein. Die anderen Präsidenten applaudieren

Alternativen zum Krieg zeigen

Die Kinder suchten aber nicht nur nach Informationen zur konkreten Si­tuation, sie hätten auch gerne Alter­nativen zum Krieg gesehen. Da war zum einen der Wunsch, der Krieg möge bald beendet sein. George Bush und Saddam Hussein geben sich die Hand, die anderen Präsidenten ap­plaudieren (s. Bild 4). Der Wunsch der Kinder nach Frieden war stark und nicht alle waren an wei­teren Informationen zum Krieg im Irak interessiert. Andere hätten ger­ne mehr über die Möglichkeiten gewusst, warum Menschen eigentlich Kriege veranstalten oder wie der Krieg hätte verhindert werden kön­nen.

Die Kinder hätten in ihren Sendun­gen den Protest gegen den Krieg aus­gedrückt. Angela (10 Jahre) beispiels­weise hätte Herrn Schröder und ein Kind in ihrer Sendung zu Wort kom­men lassen. Beide hätten die Unsin­nigkeit des Krieges betont, bei dem nur unnötig Menschen sterben (s. Bild 5).





Bild 5: Angela (10 Jahre): Ein Kind und Bundeskanzler Schröder sprechen im Fernsehen über die Unsinnigkeit des Krieges.

Die Neutralität, die Journalismus zu­mindest anstrebt, war von den Kin­dern in dieser Situation nicht ge­wünscht. Janine (10 Jahre) hätte sich von den logo!-Moderatoren erhofft, dass diese explizit ihre eigene Mei­nung gesagt hätten. Andere hätten gerne mehr von den Demonstrationen erfahren und Ideen dazu bekommen, was sie selbst hätten tun können, um ihre Ablehnung zu zeigen. Ideen und Vorschläge der Kinder, die stark da­rauf hindeuten, dass Kinder sich die Widerspiegelung ihrer eigenen Mei­nung in der Berichterstattung wün­schen.

Die Bilder der Kinder vom Krieg

In der Befragung baten wir die Kin­der, auf einem Blatt Papier zu malen, was ihnen als Erstes zum Krieg ein­fällt. In diesen Zeichnungen und den Geschichten, welche die Kinder um sie herum erzählten, artikulierten die Kinder ihre Konstruktion von den Ge­schehnissen.

Nahkampfszenen, menschenloser Krieg oder die Darstellung von Leid und Zerstörung.

In vielen Bildern der Kinder zum Krieg dominieren Kampfszenen, bei den Jungen etwas häufiger als bei den Mädchen.

Bewegungslinien kennzeichnen die Aktionen von Abschießen, Sich-im-Flug-Befinden, Verletztsein (das Blut spritzt) und Leiden. Stehen Kampf­szenen im Mittelpunkt der Vorstel­lung, so stehen sich meist zwei Par­teien gegenüber. Häufig Mann gegen Mann oder auch Gruppe gegen Grup­pe. Es sind Vorstellungen eines Nah­kampfes, bei denen Menschen mit ge­zückter Pistole aufeinander schießen. Die Vorstellung des Krieges basiert hier vermutlich eher auf fiktionalen Fernsehstoffen, die auf die aktuelle Situation, zum Beispiel durch grüne Tarnanzüge, angepasst werden.

Kampfszenen wurden aber auch als ein menschenleeres Szenarium dar­gestellt. Flugzeuge werfen Bomben auf Häuser ab oder, wie in drei Bil­dern, fliegen in Hochhäuser hinein. Bilder aus den Nachtangriffen vermi­schen sich hier mit deutlichen Medi­enspuren der Ereignisse vom 11. Sep­tember. Wolkenkratzer und Flugzeu­ge erinnern vom Erscheinungsbild und den Größenverhältnissen her mehr an die Bilder von New York als von Bagdad.

Bomben wurden entweder kugel­rund, ähnlich Kanonenkugeln, oder länglich, mit dem Hinweis, es handle sich um Lenkraketen, gezeichnet. Hinzu kam z. B. bei Steven (10 Jah­re) ein eckiger Kasten mit einem Zei­chen im runden Kreis, der aus einem Flugzeug fällt. Eine »Nuklearrakete«, wie er erzählte. Bereits hier wird die Vermischung aktueller mit vorheri­gen Medienereignissen deutlich.

Während die einen Kinder Kampfhand­lungen, Waffen und die Zerstörung von Häusern malten, stellten andere das Leid der Menschen in den Mittelpunkt ihrer Vorstellung. Menschen, die ster­ben oder schon ge­storben sind, trauern­de Hinterbliebene und Menschen in Angst. Sie stellten weinende Menschen dar und versuchen, das Leiden von Verletzten bildlich festzuhalten, wie Sonja (7 Jahre), die einen Verbluten­den malte (s. Bild 6).





Bild 6: Sonja (7 Jahre): Das Leid der Menschen im Krieg – verbildlicht durch einen Verblutenden.

Auf einigen Bildern sitzen Familien im Luftschutzbunker gefangen, sind sicher, aber fühlen sich unwohl. Die Dramatik des Leidens spiegelt sich auch in den Geschehnissen wider, welche die Kinder malten. So zeich­nete Linda (10 Jahre) ein Szenario, in dem eine Mutter ihrer Tochter mit den Worten »Tschüss meine Tochter« aus dem brennenden Fenster noch einen Teddy zuwirft (s. Bild 7). In den Konstruktionen der Kinder mi­schen sich verschiedenste aktuelle Quellen mit eigenen inneren Bildern, in die andere fiktionale Stoffe und andere Berichterstattung bereits ein­gewoben sind. Nicht immer über­blicken die Kinder die Dimensionen eines Krieges und ein pädagogischer An­satzpunkt wäre hier die Erweiterung des Wissens um Entste­hung und Folgen ei­nes militärischen Schlages.





Bild 7: Linda (10 Jahre): Verbrennende Mutter wirft ihrer Tochter ihren Teddy zu und verabschiedet sich.

Die Rollen der Akteure

In den Episoden, welche die Kinder in den Bildern malten und erzählten, finden sich ebenfalls wiederkehrende Vorstellungen, wer in welcher Rolle in diesem Krieg agierte. Es sind individuelle Bedeu­tungskonstruktionen (im Sinne Bach­mair 1996), über deren Hintergründe es sich im Einzelnen zwar nur spe­kulieren lässt, deren Rekonstruktio­nen jedoch ausgesprochen lohnens­wert sind.3





Bild 8: Monique (8 Jahre) und ihr Bild vom Irak-Krieg: Die Amerikaner stellen eine tödliche Falle.

Moniques Vorstellung vom Krieg: Amerikaner und ihre fiesen Tricks

Monique (8 Jahre) erzählt von ihren Vorstellungen über die aktuellen Er­eignisse (Bild 8):

Monique: Da machen die gerade Krieg und da steht ein Bunker. Da zeigt gerade ein Mensch die weiße Fahne raus. Dann sagen die: ›Okay, wir kommen jetzt rein.‹ Und dann wollen die eigentlich doch noch weiterschießen. Und der eine hat eine Ka­none stehen und dahinter liegen die gan­zen Bomben. (…) Die Leute in dem Bun­ker sind von USA und die anderen, die auf dem Berg stehen, sind von Irak. Die (USA) wollen, dass die ganzen Menschen reinkommen, damit sie die besser erschie­ßen können und nicht überall durchlaufen müssen, weil das zu gefährlich dann ist. Die von der USA wollen die Irak-Leute da reinlocken, weil die dann die besser totkriegen, damit das Schutzschild nicht mehr so groß ist für Saddam. Damit sie den besser finden können.

Auf dem Bild stellte sie einen Turm aus Stein dar, den sie als Bunker be­zeichnete. Die Fenster sind vergittert, da sonst die Bomben ins Haus kom­men könnten. Auf einem Berg stehen die Angreifer, wobei zwei Menschen bereits »vom Berg heruntergefallen und von Pistolen getroffen sind«. In der Episode stellte sie sich die USA in der Rolle derjenigen vor, die ver­suchen, die Iraker in eine Falle zu lo­cken, um möglichst viele von ihnen mit möglichst geringen eigenen Ver­lusten erschießen zu können. Wie kommt eine 8-Jährige zu einer sol­chen Fantasie?

Der Ort, an dem die Szene spielt, ent­stammt aller Wahrscheinlichkeit nach anderen (Medien-)Geschichten, in denen eine Art Burg gestürmt oder belagert wird. Sie nahm das Wort Bunker, das in der Berichterstattung der ersten Tage sehr präsent war. Ein­zelheiten wie die vergitterten Fenster als Schutz vor Bomben ergänzte sie. In der Handlung schrieb sie den Ame­rikanern ein Motiv zu: Möglichst vie­le Iraker sollten umgebracht werden, damit das Schutzschild für Saddam nicht mehr so groß sei. Dies würde es leichter machen, ihn zu finden. Das Bild des Schutzschildes wurde (u. a.) von George Bush in seiner Rede zum Kriegsbeginn benutzt.

Ergänzend gab es Meldungen (z. B. Financial Times 20.3.2003), die auf die Gefahr hinwiesen, dass Saddam Hussein Menschen als Schutzschilde vor militärischen Einrichtungen plat­ziere. Monique nahm dieses Bild auf und stellte sich quasi alle Iraker als eine Art Masse vor, die Saddam Hus­sein verdeckten.4 Der Tod möglichst vieler Iraker erleichterte es, den Ge­suchten zu finden. Bei der Dezimie­rung dieses Schutzschildes wollten die Amerikaner möglichst wenig die eigenen Soldaten gefährden, ein in den Medien häufig zitiertes Ziel. Um es zu erreichen, setzten die Ameri­kaner einen hinterhältigen Trick ein, sie schwenkten die weiße Flagge, wollten aber dennoch weiterschießen. Wie Monique zu dieser Vorstellung kam, ist im Detail sicherlich nicht mehr nachzuvollziehen, vielleicht hatte sie Bilder wie das Titelblatt des Focus (24.3.2003) mit der Schlagzei­le: »Krieg der tödlichen Tricks« ge­sehen. Der Trick, den die Amerika­ner in ihrer Darstellung spielen, ist dabei weit von der Realität des Krie­ges entfernt und erinnert abermals an Kriegsszenarien historisch orientier­ter Spielfilme.

Monique baute also auf einem inne­ren Bild vom Krieg auf, das medien­geprägt und bereits vorhanden war. Sie ergänzte es z. B. durch einzelne Worte des aktuellen Diskurses wie »Bunker«, Metaphern wie »Iraker als Schutzschild für Saddam Hussein« und das Ziel der Amerikaner, mög­lichst wenig die eigenen Leute zu gefährden. Sie konstruierte sich eine Episode (vgl. Klemm 2002), bei der Iraker als entmenschlicht und Ame­rikaner als Versprechensbrecher agie­ren. Es entstand eine Mischung aus Wissen um die aktuelle Situation und Imagination, bei der Monique für sich (und die Interviewende) Bedeutung herstellte. Die amerikanischen Solda­ten wurden hierbei in keiner positi­ven Heldenrolle gesehen. Diese mehr oder weniger latent vorhandene anti­amerikanische Haltung ist ein durch­gängiges Moment bei den deutschen Kindern.

Der Wunsch, den Schwächeren zu unterstützen und George Bush zu attackieren

Bei einer ganzen Reihe von Kindern wurde der Wunsch deutlich, den Irak und Saddam Hussein zu unterstützen. Ines (8 Jahre) wünschte sich, »(…) dass die Soldaten aus dem Irak stär­ker sind«. Ines nahm (vermutlich) eine Information, die im Diskurs ge­genwärtig war: die deutliche militä­rische Überlegenheit der Amerikaner (z. B. in logo! vom 20.3.2003). Im Sinne einer kindertypischen Deutung stellte sie sich auf die Seite des Schwächeren und wollte den Irak un­terstützen. Ihre Hoffnung war, »dass sie den Krieg gewinnen«. Die Ame­rikaner würden eingesperrt, was sie dann im Bild auch malte.

Thomas (6 Jahre) fantasierte einen Angriff auf George Bush. »Weil Bush, der ist stark und macht ein an­deres, kleines Land platt. Das hat kei­ne Chance mehr.« Er entwarf ein Szenarium, bei dem Bush gezielt ge­troffen, am Arm verletzt, aber nicht unbedingt getötet wird. Dann, so die Vorstellung von Thomas, würden die Amerikaner sofort mit den Kampf­handlungen aufhören und neu wäh­len. Das dauere zwar ein »paar Tage«, erzählte Thomas, aber dann wäre der Krieg vorbei. Auch Simon (9 Jahre) entwickelte Wunschszenarien, in de­nen George Bush persönlich ange­griffen wird. Er fantasierte von einer Lenkrakete, die von einem irakischen Flugzeug »losgelassen« wird und di­rekt auf Herrn Bush zufliegt. Erst als dieser im letzten Augenblick schreit: »Halt, nein, kein Krieg mehr«, wird sie zurückgerufen.

Das Ziel der Kinder war es, den Krieg zu beenden. Bei dem Entwurf, wie dies möglich wäre, nutzten die Jun­gen bestimmte Begriffe wie »Lenk­rakete« oder »wählen« und folgten ihren vorhandenen Deutungsmustern. Bei den beiden Jungen war es die Idee, dass durch Bedrohung das Ende des Krieges erzwungen werden kön­ne. Da für sie (mediengestützt) der Krieg durch George W. Bush perso­nifiziert war, galt es, diesen zu atta­ckieren.

Saddam Hussein als »irgendwie« auch nicht gut

Die Vorstellung der befragten Kinder von Saddam Hussein lässt nur bei ganz wenigen eine kritische Perspek­tive erkennen. Vorstellungen wie in den USA oder Israel, in denen Hus­sein eindeutig als Gegner oder prob­lematischer Politiker konnotiert wur­de, kamen nicht vor. Einige erzähl­ten, dass der Diktator sich einiges zu Schulden hatte kommen lassen. So konstruierte Robert (9 Jahre) den Kriegsgrund:

Der Bush hat halt mitgekriegt, dass der Saddam Husse sein Volk quält und die ganzen Spendengelder, die für den Irak gekommen sind, hat der Saddam Husse eingesackt.

Elly (10 Jahre) nahm an, Saddam Hussein habe »sich nicht so gut ver­halten gegenüber den anderen Län­dern und dass die Sachen gemacht haben, die vielleicht nicht so gut wa­ren.«

Auch Thomas (6 Jahre, s. o.) wusste Details von Saddam Hussein: »Der Saddam, der hat halt mit Chemiewaf­fen ein Land angegriffen. Der ist ei­gentlich auch schlimm«. Er erzählte: »Pauls Lehrerin findet den Saddam schlimmer als den Bush. Ist eigent­lich auch. Aber der Bush ist der Stärkste gerade.« Sein Anliegen war daher eindeutig: Er wollte Bush angreifen.

Die Kinder nahmen eine grundsätzliche Wertung von Saddam Hussein als problematische Person wahr. Doch es fehlte an festen Vorstellungen. In den Bildern und den Ge­schichten, wie Kinder sich den Krieg vorstellen, er­scheint Saddam Hussein als Person nicht.

Im kollektiven Gedächtnis von Erwachsenen ist die Problematik des Diktators bekannt, z. B. aus den Er­eignissen des vorherigen Golfkrieges. Da der öffentliche Dis­kurs in Deutschland sich jedoch kaum auf diese Argumentationslinie eingelassen hatte, war das weniger präsent. Die befragten Kinder lebten zum Zeitpunkt dieser Ereignisse meist noch nicht. Entsprechend konn­ten sie die potenzielle Konnotation von Personen zwar wahrnehmen, aber nicht wirklich verstehen. Hinter­grundinformationen, für Kinder ver­ständlich und ansprechend aufberei­tet, wären hier wichtig gewesen.



Bild 9: Julia (9 Jahre): Amerikanische Soldaten schießen auf irakische Kinder.

Amerikaner, die gerne töten

In mehreren Bildern und Geschich­ten findet sich das Moment, dass Amerikaner Freude am Krieg finden und mit Begeisterung auf die Iraker schießen. Besonders eindrucksvoll malte dies Julia (9 Jahre). Dei ame­rikanische Soldaten schießen mit ei­nem Lächeln im Gesicht auf iraki­sche Kinder (s. Bild 9).

Die Erwachsenen sind groß und zwei von ihnen zielen auf ein Kind, das »Mama« ruft. Auf die Nachfrage im Interview, ob es Absicht gewesen sei, dass die Soldaten lächeln, bejahte Julia: »Die wollen ja die Kinder er­schießen!«. Und wieder stellt sich die Frage, wie eine 9-Jährige auf ein sol­ches Bild kommt.

Ein möglicher Angelpunkt für diese Fantasien könnten Bilder jubelnder oder zumindest lachender amerikanischer Soldaten sein. In verschiedenen Medien wurden Amerikaner gezeigt, die sich zuversichtlich äußerten und sich jubelnd oder zumindest lächelnd präsentierten. Ein anderer Angel­punkt ist vermutlich das Wissen um das Sterben von Kindern im Irak. Wie dieses im Einzelnen geschieht, wur­de in der Berichterstattung (zu Recht) nicht gezeigt. Julia verband die zwei Momente und stellte sich vor, wie die Kinder zu Tode kommen. Es entstand (vermutlich mediengestützt aus fik­tionalen Stoffen) eine Szene, in der Soldaten lächeln, denn sie ziehen ja begeistert in den Krieg, wo sie wie bei einer Hinrichtung auf die wehr­losen Kinder schießen.

Fehldeutungen

Spätestens bei Julias Bild wird deut­lich, wie sehr sich Kinder mit diesen Themen beschäftigen. Sie ziehen aus der Berichterstattung bestimmte Bil­der, Handlungsepisoden und Konno­tationen. Das aktuelle Geschehen vermischt sich mit Bekanntem aus früheren Ereignissen wie den Terror­anschlägen des 11. September und fiktionalen Geschichten. In dem Be­mühen um Verständnis und Integ­ration dieser aktuellen Bilder und Diskussionen stellen sie Zusammen­hänge zwischen den einzelnen Wis­sensinseln und Eindrücken her. Hier­bei kommt es zum Teil zu Fehldeu­tungen,e auserct des Kindes gut nachvoll­ziehbar, aber problematisch sind: der Wunsch, Saddam Hussein mehr Waffen zur Verfügung zu stellen oder George Bush zu bombar­dieren, oder das Bild von amerikanischen Soldaten, die hinterhältige Tricks an­wenden oder lächelnd Kin­der hinrichten.

Viele Dinge, die für Er­wachsene selbstverständ­lich sind, wie dass (auch) Amerikaner nicht gerne tö­ten, sind für Kinder, die zum Teil das erste Mal einem konkreten Krieg und seiner Be­deutung begegnen, nicht klar. Hier hätte es einer gezielten Unterstützung der Kinder durch eine kindernahe, re­flektierte Berichterstattung bedurft, die zum Beispiel Hintergrundinfor­mationen über Saddam Hussein zur Verfügung stellt und auch grundle­gende Fragen, wie: »Warum gibt es Krieg?« oder »Töten Soldaten ger­ne?«, nicht scheut.

Der eindeutige Diskurs als Chance und Problem

In den quantitativen und qualitativen Tendenzen der Befragung wird deutlich, wie Kinder Medienbilder und gesellschaftlichen Diskurs mit indi­viduellen Themen und Deutungsmus­tern vermischen. Die öffentliche Dis­kussion zum Krieg war in Deutsch­land in den Medien wie auch in den Schulen zumeist eindeutig gegen den Krieg. Dies eröffnete Kindern päda­gogische Freiräume, denn selten stimmten ihre Positionen und ihre Aktivitäten zu weltpolitischen The­men mit dem Diskurs der Erwachse­nen so überein. Egal wie kindgemäß ihre Äußerungen zu dem Thema auch waren, sie entsprachen der Position der Erwachsenen. Aussagen wie: »(…) wenn Bush so weitermacht, dann wird er auch zum Diktator« (Jan, 9 Jahre) oder: »Ich hab mir erst­mal gedacht, wie blöd Bush ist« (Pe­pe, 10 Jahre) oder selbst unflätige Be­merkungen wie: »Der Bush ist ein Wichser« (Thomas, 6 Jahre) wurden von den Erwachsenen vermutlich mit einem Lächeln aufgenommen, spra­chen die Kinder doch etwas aus, was sich so mancher Erwachsene auch schon gedacht hatte. Dies unterstütz­te das Selbstvertrauen der Kinder und förderte Aktivität. Ob in der Schule oder zu Hause, die Kinder merkten, dass es sich lohnt, politisch aktiv zu werden, sei es auch nur im kleinen Kreise. Eine ganz wichtige Erfah­rung, die politische Bildung und En­gagement fördern kann. Gleichzeitig birgt die Eindeutigkeit aber auch die Gefahr in sich, ein einfaches Gut­Böse-Schema zu fördern, bei dem Saddam Hussein eben nur gut und George Bush nur böse ist. Diese Per­sonalisierung und Entwicklung eines einfachen Gut-Böse-Schemas ist für die kindliche Aneignung der Kriegs­berichterstattung nicht untypisch (vgl. Gillard u. a. 1993). In dieser Stu­die wurde an Einzelbeispielen deut­lich, wie sich Kinder Stücke aus der Medienberichterstattung und dem ge­sellschaftlichen Diskurs herausneh­men. Wo sie kein konkretes Wissen haben, imaginieren sie sich Zusam­menhänge und Details. Dabei folgen sie den dominanten Diskursen. Es entstehen Deutungsmuster und Fan­tasien.

Im Sinne einer nachhaltigen Frie­denspädagogik und einer qualitäts­orientierten Berichterstattung ist es notwendig, hier im Detail noch mehr zu reflektieren.

Literatur

Atwood, Joan M; Donnelly, Joseph: The children’s war: their reactions to devastating events. The Fa­mily Journal: Counseling and Therapy for Couples and Families, 10/2002/1, S. 11-18.

Bachmair, Ben: Fernsehkultur – Subjektivität in einer Welt bewegter Bilder. Opladen: Westdeutscher Verlag 1996. 357 S.

Berger, Peter L; Luckmann, Thomas: Die gesell­schaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – Eine Theorie der Wissenssoziologie. Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch Verlag 1969. 220 S.

Beste, Ralf; von Hammerstein, Konstantin; Neu­kirch, Ralf, Szandar Alexander: Krieg der Worte. Spiegel, -/2002/36.

Beste, Ralf; Szandar, Alexander: »Hände weg«. Spiegel, -/2002/37.

Cantor, Joanne; Nathanson, Amy: Children’s fright reactions to television news. Journal of Communi­cation, 46/1996/4, S. 139-152.

Cantor, Joanne; Mares, Marie-Louise; Oliver, Mary Beth: Parents’ and children’s emotional reactions to TV coverage of the Gulf War. In: Greenberg, Bradley S.; Gantz, Walter: Desert storm and the mass media. Cresskill, NJ: Hampton Press 1993, S. 325-340.

COMDAT: Vom gerechten Krieg. Berichterstattung der deutschen Presse zum Irak-Krieg. Münster: LIT 2003. 82 S.

Eilders, Christiane: Medien zwischen den Fronten. Fakten und Fiktion in der Kriegsberichterstattung. Vortrag auf der World Peace Conference in Ham­burg am 22.10.2003, S. 3.

Gillard, Patricia; Haire, Rebecca; Huender, Sharon; Meneghel, Margaret: Children’s recollections if television coverage of the Gulf War. Media Infor­mation Australia, -/1993/67, S. 100-106.

Götz, Maya; Lemish, Dafna; Aidman, Amy; Moon, Hyesung: Kinderfantasien und Fernsehen im mehr­nationalen Vergleich. Ergebnisse einer Studie in Israel, Südkorea, Deutschland und den USA. TelevIZIon, 15/2002/1, S. 24-36.

Hoffner, Cynthia; Haefner, Margaret J.: Children’s news interest during the Gulf War: The role of ne­gative affect. Journal of Broadcasting & Electronic Media, 38/1994/2; S. 193-204.

Klemm, Ruth Etienne: Zur Entstehung innerer Bil­der: Ein Überblick. TelevIZIon, 15/2002/1, S. 6-11.

Lauterbach, Jörn: Nur 9 Prozent der Deutschen für Krieg. Die Welt, 4.2.2003.

Morrison, David; MacGregor, Brent: Anxiety, war and children: The role of television. In: Greenberg, Bradley S.; Gantz, Walter: Desert storm and the mass media. Cresskill, NJ: Hampton Press 1993, S. 353-363.

Naumann, Michael: Der falsche Krieg. Warum Berlin beim Nein zum Irak-Feldzug bleiben sollte. Die Zeit, 2.1.2003.

Neuß, Norbert: Symbolische Verarbeitung von Fern­seherlebnissen in Kinderzeichnungen. Eine empi­rische Studie mit Vorschulkindern. München: KoPäd 1999. 328 S.

Pfefferbaum, Betty; Seale, Thomas; Brandt, Ed­ward; Pfefferbaum, Rose; Doughty, Debby; Rain­water, Scott: Media exposure in children one hun­dred miles from a terrorist bombing. Annals of Clinical Psychiatry, 15/2003/1, S. 1-8.

Schuster, Mark; Stein, Bradley; Jaycox, Lisa; Collins, Rebecca; Marshall, Gran; Elliott, Marc; Zhou, Annie; Kanouse, David; Morrison, Janina; Berry, Sandra: A national survey of stress reactions after the September 11, 2001, terrorist attacks. New England Journal of Medicine, 345/2001/20 (Novem­ber 15), S. 1507-1512.

Smith, Stacy L.; Wilson, Barbara J.: Children’s comprehension of and fear reactions to television news. Media Psychology, 4/2002/-; S. 1-26.

Starker Rückhalt für den Anti-Kriegs-Kurs. Süd­deutsche Zeitung 29.3.2003, S. 10 (Dokumentation).

Toivonen, Klaus; Cullingford, Cedric: The media and information: children’s responses to the Gulf War. Journal of Educational Media, 23/1997/1, S. 51-64.

Van der Voort, Tom; Van Lil, Jan; Vooijs, Marcel: Watching the Gulf War: News diffusion and educa­tional effects. Medienpsychologie, 4/1992/2, S. 90­-103.

Vornbäumen, Axel: Mehrheit der Deutschen ist ge­gen Irak-Krieg. Frankfurter Rundschau vom 17.01.2003.

Wober, J. Mallory: Individual and national rights. Teenager’s reflections on the war against Iraq. Media Information Australia, -/1992/63, S. 87-96.

Wober, Mallory; Young, Brian M.: British children’s knowledge of, emotional reactions to, and ways of making sense of the war. In: Greenberg, Bradley S.; Gantz, Walter: Desert storm and the mass media. Cresskill, NJ: Hampton Press 1993, S. 381-394.

Die Autorin:

Maya Götz, Dr. phil., ist Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungs­fernsehen (IZI) in München.

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

1Die Ergebnisse dieser Teilstudie werden zu ei­nem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

2Diese Komplexität spiegelt sich in den hier abge­druckten Zitaten nicht immer wider, da hier Aus­schnitte von protoypischen Aussagen ausgewählt werden mussten.

3 Zur Methode siehe Neuß 1999, Götz/Lemish/ Aidman/Moon 2001.

4Hinzu kommt vielleicht auch der Diskurs um die Doppelgänger, der in der ersten Woche des Kriegsbeginns z. B. im Focus veröffentlicht wur­de.

24