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Autor: Hettinger, Jochen.

Titel: Multimediales Schulfernsehen und Mediendidaktik.

Quelle: SWR Schulfernsehen (Hrsg.): Multimediales Schulfernsehen. Handbuch für Pädagogen. Kap. 3. Baden-Baden 2001. S. 43-54.

Verlag: Südwestrundfunk.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.




Jochen Hettinger

Multimediales Schulfernsehen und Mediendidaktik


Multimedia und Schulfernsehen in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland

Die Medienoffensive Schule und das Multimediale

Schulfernsehen in Baden-Württemberg Jochen Hettinger

Die Medienoffensive Schule, die im Jahr 1997 begonnen wurde und mit dem Ende der Legislaturperiode 2000 abgeschlossen sein wird, war von Anfang an als verbundenes Gesamtkonzept angelegt. Die Handlungs- und Aktionsbereiche der Medienoffensive sind aber auch nach außen hin vernetzt, z. B. mit der Ausstattungsinitiative der Kommunen (Computerfachräume), der aufgabengerechten Weiterentwicklung des Bildstellenwesens und der Zusammenarbeit mit überregional tätigen Anbietern wie dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) und dem Schulfernsehen des SWR.

Das Gesamtkonzept Medienoffensive Schule umfasst die Bereiche:

  1. Lehrerausbildung

  2. Lehrerfortbildung

  3. Innovative Schulprojekte

  4. Vernetzung

  1. Multimediale Lernsoftware

  2. Medienerziehung

  3. Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter.

1. Lehrerausbildung

Jedes der großen Lehrerbildungsseminare in Baden-Württemberg wurde mit einem Multimedia-Fachraum komplett ausgestattet. Die Ausstattung beinhaltet Computer, Netzwerk (Intranet), Internetanschluss, Peripheriegeräte sowie die benötigte Software und die Möblierung des Raumes. Seit dem Schuljahr 1998/99 wird allen Referendarinnen und Referendaren eine multimediale Grundausbildung, die sie befähigt, multimediale Lernsoftware und das Internet sicher aktiv zu nutzen, vermittelt. Zur Zeit sind im Rahmen des Projektes Überlegungen für ein Service- und Betriebskonzept initiiert.

2. Lehrerfortbildung

In diesem Projektbereich der Medienoffensive Schule wurden multimediale Schulungsräume an den Staatlichen Akademien für Lehrerfortbildung Comburg, Donaueschingen und Esslingen-Zell eingerichtet. In den vier Oberschulamtsbezirken Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen und Freiburg sind 14 regionale Standorte mit je 12 multimediafähigen Computerarbeitsplätzen mit Internetzugang ausgestattet worden.

In einem zehntägigen Fortbildungsangebot (schulartübergreifender dreitägiger Grundkurs/schulartspezifischer Aufbaukurs an sieben Einzeltagen) werden seit März 1998 an den Schulen des Landes ein bis drei Multimedia-Berater/innen (abhängig von der Größe der Schule) als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren pro Schule für schulinterne Fortbildung zum Einsatz neuer Medien im Unterricht qualifiziert. Über 4000 Lehrerinnen und Lehrer haben an dieser Fortbildung bislang teilgenommen. Darüber hinaus wurden 360 zusätzliche Grundkursplätze für die Schulung von Schulaufsichtsbeamten (z. B. Schulräte, Fachberater/innen, Pädagogische Berater/innen) zur Verfügung gestellt. Ein entsprechendes Angebot wurde auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lehrerbildungsseminare eingerichtet.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt im Bereich Lehrerfortbildung ist die Schulung von 500 Netzwerk-Berater/innen. Zur Einrichtung von lokalen Netzen wird ein fünftägiger Grundkurs Netzwerk durch schulische Fortbildner/innen und externe Trainer angeboten, für den Anschluss des schulischen Netzes an das Internet ein dreitägiger Aufbaukurs durch Trainer der IBM. Insgesamt haben sich zu den Netzwerkkursen Ca. 2900 Lehrerinnen und Lehrer angemeldet, wobei hier 900 Plätze auf Grundkurse und 1000 Kursplätze auf den Aufbaukurs entfallen. Die Maßnahme wird mit dem Ende des Schuljahres 2000/2001 abgeschlossen sein.

Neben diesen Schwerpunktbereichen "Multimediaberater-Fortbildung» und »Netzwerkberater-Fortbildung« haben zahlreiche ergänzende Veranstaltungen auf regionaler Ebene stattgefunden (eintägige Interneteinführungen,zweitägigen Regionalveranstaltungen für Schulleitungen etc.). Daneben wurden den Oberschulämtern bzw. den Staatlichen Schulämtern für hin- und weiterführende Fortbildungsveranstaltungen für die Jahre 1998 - 2000 Mittel in Höhe von 1,1 Mio. DM zur Verfügung gestellt.

Als flankierende Maßnahme und zur regionalen Vernetzung bieten die Oberschulämter »Regionale Arbeitskreise Internet und Netzwerke« an, die die Arbeit der Multimedia- und Netzwerk-Berater/innen bedarfsorientiert unterstützen.

3. Innovative Schulprojekte

Die Förderung von »Innovativen Schulprojekten« ist ein zentrales Anliegen zur Entwicklung schulischer Impulse und Konzepte zum unterrichtlichen Einsatz der neuen Technologien und hier vor allem des Internets. Antragsberechtigt sind alle staatlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen Baden-Württembergs sowie auch alle staatlich anerkannten Ersatzschulen, sofern ihre Projekte auf das öffentliche Schulwesen übertragbar sind. Inzwischen wurden in drei Antragsrunden der Innovativen Schulprojekte sowie durch das gleichnamige Kooperationsprojekt des Landes mit der Telekom AG 2200 Projekte von Schulen gefördert. Die vorläufig letzte Ausschreibungsrunde läuft bis Ende des Schuljahrs 2000/2001.

4. Vernetzung

Dieser Bereich gliedert sich in die Projekte »Aufbau Landesbildungsserver«, »Netzinfrastruktur« und »Ein Multimedia-PC für jede öffentliche Schule in Baden-Württemberg«. Der Landesbildungsserver ist ein Onlineservice des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, der vom Landesinstitut für Erziehung und Unterricht aufgebaut und betreut wird. Er fungiert als Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform im Netz für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Auszubildende, Studentinnen und Studenten sowie alle bildungspolitisch Interessierten. Er ist in fünf Bereiche gegliedert: Recherche, Aktuelles, Information, Kommunikation und Unterricht. Mit übersichtlicher Struktur und anwenderfreundlicher Bedienung werden zielgruppenspezifische Informationen und Materialien, Recherchemöglichkeiten und Verknüpfungen zu einschlägigen, pädagogisch-relevanten Internetdiensten anderer Anbieter bereitgestellt. Besondere Bedeutung hat derzeit der Landesbildungsserver als Informations- und Kommunikationsknoten für die Lehrerfortbildung. Seit Dezember 1999 kann als neueste, noch im Aufbau befindliche Komponente des Landesbildungsservers, auf das OnlineForum Medienpädagogik zugegriffen werden. Mit Beginn des Schuljahrs 2000/2001 ist der Landesbildungsserver durch einen neuen, breitbandigen Anschluss über Be1Wü, das Landesforschungsnetz, an das Internet angebunden worden. Dies hat die Zugriffs- bzw. Antwortzeiten zugunsten der Auskunftssuchenden deutlich verkürzt. Der Landesbildungsserver Baden-Württemberg ist über http://lbs.bw.schule.de im Internet anwählbar.

Das Ziel einer Netzinfrastruktur, die allen Schulen im Land einen hochwertigen und kostengünstigen Zugang zum Internet ermöglicht, ist durch die Kooperation mit Be1Wü gelungen. Bereits 2080 Schulen nutzen diese Möglichkeit. Weitere Schulen nutzen den Zugang über andere Provider. Die weiterführenden Schulen hatten nach einer Erhebung vom Oktober 1999 zu ca. 90 % einen Internetanschluss. Seitdem ist die Anzahl der Internetanschlüsse weiter gestiegen. Im Rahmen der amtlichen Schulstatistik wird die aktuelle Situation erneut erhoben.

Alle öffentlichen Schulen (4135) in Baden-Württemberg haben vom Land einen Multimedia-PC zur Vernetzung erhalten.

5. Multimediale Lernsoftware

Um breitere Erfahrungen mit dem Einsatz von Lernsoftware im Unterricht zu sammeln, wurden Versuche mit überzeugender auf dem freien Markt verfügbarer multimedialer Lernsoftware gestartet und hierzu in allen Schularten Modell- und Stützpunktschulen ausgestattet. Dabei wurden so unterschiedliche Projekte gefördert wie »Multimediale

Lernumgebung im Mathematikunterricht«, »Einsatz eines Autorensystems im Französischunterricht«, »IUK-Modellrealschulen«, »Modellversuche im Bereich der Grund- und Hauptschulen« und »Erprobung von Lernsoftware für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht an beruflichen Gymnasien«.

In Ergänzung zu den o.g. Versuchen zur Erprobung von Software wurde exemplarische interaktive Lehr- und Lernsoftware mit hochwertigen methodisch-didaktischen Oualitätsstandards erstellt (z. B. »Entwicklung hypermedialer/multimedialer interaktiver Lernsoftware für das integrierte Fachenglisch im Unterricht der neuen informations- und telekommunikationstechnischen Berufe«, »Erstellung einer Multimedia-CD für das Fach Biologie des beruflichen und allgemein bildenden Gymnasiums« und die interaktive Schulmedienbank »Lokando«).

6. Neue Medien und Medienerziehung

Das Projekt »Neue Medien und Medienerziehung«, mit dessen Umsetzung im Februar 1998 begonnen wurde, umfasst drei Bereiche: Die neuen Medien sollen als Hilfsmittel für die Medienerziehung genutzt werden, sie sollen im Unterricht zum Thema gemacht werden und die neuen Möglichkeiten, die die Multimedia-Technologien für die aktive Medienarbeit in Schulen bieten, sollen modellhaft erprobt werden. Dazu werden Materialien, Medien, Unterrichtskonzepte und Bausteine zur aktiven Medienarbeit entwickelt.

Die Ergebnisse des Projekts werden in einer 20 Hefte umfassenden Schriftenreihe (»Sammelwerk Medienzeit«) veröffentlicht und den Schulen verfügbar gemacht. Das Online-Forum Medienpädagogik (OFM) im Rahmen des Landesbildungsservers (lbs.bw.schule.de/ online-forum) dient der Information und Kommunikation zu aktuellen Themen der Medienpädagogik und bietet unterrichtsbezogene Hinweise, Projektdarstellungen, Volltexte zur Medienpädagogik und Hinweise zur aktiven Medienarbeit (z. B. Bereich »Audio/ Radio« und »Video«).

7. Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter

Im Bereich der Sonderschulen stehen insbesondere die Funktion des Computers als Lern- und Übungsmedium sowie die Funktion eines prothetischen Hilfsmittels in Form speziell angepasster Computer und spezieller Zusatzgeräte im Blick. Im Rahmen des Projektes wurden Medien- und Beratungszentren für körperbehinderte, sehbehinderte, blinde, hörgeschädigte, sprachbehinderte und Kinder und Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen eingerichtet. Diese Zentren arbeiten mit den Schulen sowie Hilfsmittelherstellern, Vertretern der Medizin und Kostenträgern eng zusammen und beraten die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Lehrkräfte bezüglich der erforderlichen Hard- und Software sowie zum unterrichtlichen Einsatz. Ferner wurden an verschiedenen Standorten dieser Medienzentren Ausleihsysteme für Hilfsmittel und Software (auch zur Erprobung und Beratung) eingerichtet sowie didaktische Konzepte und Beratungskonzepte entwickelt. Die Beratungs- und Schulungsangebote im Rahmen der Lehrerfortbildung, über die der Kompetenztransfer in die Schulen erfolgt, werden stark nachgefragt.

Weitere Perspektiven - die Beschlüsse des Medienbeirats

Der Medienbeirat des Kultusministeriums, in dem neben Vertretern der kommunalen Landesverbände auch Vertreter international tätiger Computerunternehmen, der Wissenschaft, der Schulbuchverlage und der Medien mitgewirkt haben, hat als Ergebnis seiner Beratungen eine Reihe von Beschlüssen vorgelegt, die die Perspektiven für die Fortführung der Medienoffensive Schule aufzeigen. Ziel ist demnach der fächerintegrative Einsatz der neuen Medien in allen Schularten der weiterführenden Schulen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Schulen bedarfsgerecht ausgestattet werden (Vernetzung, Computerräume, Medienecken sowie weitere Hard- und Softwaremodule), die Bildungspläne sollen bis zum Jahr 2005 überarbeitet werden, weitere Maßnahmen in der Lehrerbildung sollen durchgeführt und die Wartung, Betreuung und der Support für Multimedia und pädagogische Netze an Schulen soll sichergestellt werden (Aufbau von »Unterstützungssystemen« für Schulen). Einigkeit herrschte im Medienbeirat darüber, dass schulische Computernetze nach Maßgabe technischer Leitbilder aufgebaut und eingerichtet sein sollten (»Musterlösungen«), um die Wartung, Betreuung und den Support für diese Netzwerke zu vertretbaren Kosten sicherstellen zu können.

Ein wesentlicher Schwerpunkt in den Beratungen des Medienbeirats stellte die Situation im Bereich schulgeeigneter Software dar. In seinen diesbezüglichen Beschlüssen macht der Medienbeirat deutlich, dass das Angebot an schulgeeigneter Software weiter auszuweiten und verbessern ist, dass Informationsangebote zu Softwareprodukten aufgebaut werden sollen, die Kooperationen zwischen den Verlagen, Softwarehäusern, dem Landesinstitut für Erziehung und Unterricht und dem SWR sowie dem FWU (»Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht«) intensiviert und weiterhin exemplarische Softwareentwicklungen und weitere Modellprojekte durchgeführt werden sollen.

Baden-Württemberg hat sich von Anfang an für das Multimediale Schulfernsehen engagiert und zusammen mit den Ländern Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie dem Südwestrundfunk eine zukunftsweisende Konzeption erarbeitet (vgl. die »Erklärung zum Multimedialen Schulfernsehen«, Kapitel 9). Bei der Erstellung multimedialer Produktionen wirken Lehrkräfte und Experten aus Baden-Württemberg mit. Die multimedialen Medienpakete des Schulfernsehens werden in der Lehrerfortbildung eingesetzt und den Schulen über die Landesbildstellen und Stadt- und Kreisbildstellen verfügbar gemacht. Im Landesbildungsserver wird auf neue Produktionen und auf das Online-Angebot des Schulfernsehens hingewiesen. Die Medien des Schulfernsehens sind für die Schulen in Baden-Württemberg ein wichtiger Baustein in ihrem »Medienrepertoire«.

Schulfernsehen - Ein wesentlicher Multimedia-Baustein für rheinland-pfälzische Schulen Franz-Josef Heinrich

Bit und Byte, Web und Net, Powerpoint und Beamer, Word und Excel... Neue Informations- und Kommunikationstechnologien beherrschen zunehmend bildungspolitische und pädagogische Diskussionen-bestimmen zunehmend den Alltag. Nahezu alles bewegt sich - und die Schule bewegt sich mit.

Die neuen Techniken beinhalten neue Chancen, neue Möglichkeiten, Schule und Unterricht noch effizienter zu gestalten als bisher. Stillstand wäre Rückschritt.

Vor diese Herausforderungen gestellt, wurde das bisherige Schulfernsehen im Südwesten konsequent zum Multimedialen Schulfernsehen entwickelt. Bisherige Fernsehtechnik wurde um neue Informations- und Kommunikationstechnik ergänzt. Die Weiterentwicklung zeigt, dass sich so genannte alte und neue Medien nicht entgegenstehen, dass sie sich vielmehr synergetisch ergänzen. Nach der Maxime »das Eine tun und das Andere nicht lassen« werden für den Unterricht multimediale Produkte zur Verfügung gestellt, die auf den Fernsehsendungen unmittelbar aufbauen, deren inhaltliche Strukturen aufnehmen und zugleich wesentlich mehr Information und darüber hinaus auch noch Interaktion bieten. Damit nimmt das neue, das Multimediale Schulfernsehen eine wesentliche Stellung ein in den Initiativen von Rheinland-Pfalz, Multimedia in den Schulen zu stärken.

Die Beherrschung der Technik ist das Eine, die selbstverständliche Grundlage. Aber dabei darf es nicht bleiben. Medienkompetenz umfasst wesentlich mehr. Im Unterricht muss mit dem Medium für den jeweiligen Aufgabenbereich ergebnissteigernd umgegangen werden können. Das Medium muss zum Selbstlernen eingesetzt werden können, um so auch Grundlage zu bieten für späteres lebenslanges Lernen. Der kreative Umgang mit der Technik steht ebenso im Vordergrund wie der kritische Umgang mit den Informationen. Medienkompetenz ist zu erwerben und zu vermitteln. Eine Aufgabe, die Lehrende und Lernende gleichermaßen herausfordert.

In den Schulen wird sich in den kommenden Jahren eine völlig neue Lernkultur entwickeln, wobei die Möglichkeiten und Bedingungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnik pädagogisch verantwortungsvoll eingebunden sind.

Zuweilen wird kritisiert, die reine Technik stünde zu sehr im Vordergrund der aktuellen Diskussion. Vor lauter Technik würden die Inhalte übersehen. Geklagt wird gar, Bildung bliebe auf der Strecke. Dies zu widerlegen ist eine pädagogische Aufgabe. Ohne Technik sind die neuen Chancen nicht nutzbar. Aber über der Technik stehen die neuen Methoden und vor allem die lehrplanbezogenen Inhalte. Neben den über Internet recherchierbaren Informationen geht es darum, unterrichtsgeeignete Software bereitzustellen. Der Bedarf an guter Unterrichtssoftware ist groß, und er wird ständig steigen. Einen wichtigen Beitrag zur Deckung dieses Bedarfs stellen die Multimedia-Produktionen des Multimedialen Schulfernsehens dar, wie sie von den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland (mit dem Kostenverteilungsschlüssel 5:4:1) finanziert und vom SWR redaktionell umgesetzt werden. Ebenso wie bei der Konzeption der den Multimedia-Produkten zu Grunde liegenden Fernsehfilmen sind bei der Konzeption der Multimedia-Produkte Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Länder eingebunden, somit ist der Bezug zu den Lehrplänen hergestellt.

Die CD-ROMS und DVDs werden den Schulen nicht einfach übergestülpt, sondern sie passen sich harmonisch in den laufenden Unterricht fächerbezogen und fächerübergreifend ein. Multimediales Schulfernsehen kann auf diese Weise Unterricht ganz wesentlich verbessern, durch Methoden- und Medienwechsel den Unterricht abwechslungsreicher und interessanter machen und letztlich auch eine Entlastung für die Lehrkräfte beinhalten.

Zur weiteren Verbreitung des Schulfernsehens im Unterricht und zur fächerbezogenen Beratung der Lehrkräfte sind in Rheinland-Pfalz insgesamt 24 Beratende Lehrerinnen und Lehrer beauftragt. Sie vertreten derzeit neun Unterrichtsfächer: Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Bildende Kunst, Musik und Sachunterricht für unterschiedliche Schularten. Das Landesmedienzentrum koordiniert die Arbeit der Beratenden Lehrerinnen und Lehrer. Über den Bildungsserver Rheinland-Pfalz sind die Namen und die fächerbezogenen Hinweise zur Arbeit mit dem multimedialen Schulfernsehen abrufbar über: http://bildung-rp.de.

Darüber hinaus ist über den Bildungsserver eine Fülle wertvoller Informationen zum Schulfernsehen verfügbar - von Themen einzelner Filmbeiträge, über Multimedia-Produkte bis hin zu methodisch-didaktischen Anregungen und selbstverständlich zu Bezugsquellen für Filme und Multimedia-Produkte. Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei die Verleihstruktur über die kommunalen Medienzentren/Bildstellen, für die das Land pädagogisches Personal zur Beratung bereitstellt. In Zweifelsfällen ist das Landesmedienzentrum als Service-Zentrum in enger Kooperation mit allen Pädagogischen Ergänzungseinrichtungen in RheinlandPfalz stets ein zuverlässiger Ansprechpartner rund um Multimediales Schulfernsehen im Speziellen und rund um Multimedia in der Schule im Allgemeinen (Tel.: 0621/9702-o, e-Mail: Imz@lmz.bildung-rp.de).

Neben den beratenden Lehrkräften Schulfernsehen werden beim Landesmedienzentrum Fach-Arbeitsgruppen betreut, deren Aufgabe es ist, fach- und schulartorientiert die Entwicklung von Medienkompetenzen in den Schulen des Landes zu fördern. Hier geht es insbesondere um die Sichtung geeigneter Software und um Vorschläge für den unterrichtlichen Einsatz von Multimedia. Die Arbeitsergebnisse auch dieser Arbeitsgruppen stehen allen Interessierten über den Bildungsserver zur Verfügung.

Zur Multimedia-Oualifikation der Lehrkräfte wurde in Rheinland-Pfalz die Aktion PFIF (Projekt Fortbildung Internet-Führerschein) durchgeführt. In enger Kooperation von Landesmedienzentrum und Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung wurden Moderatorinnen und Moderatoren als Multiplikator ausgebildet für die schulinterne Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer durchführen können.

Mit einer groß angelegten Aktion »Fitness-Training Internet« werden Lehrkräfte unmittelbar für die Arbeit mit dem Internet qualifiziert. Das Landesmedienzentrum bietet zudem als Vorstufe zu dieser Fortbildung einen PC-Grundkurs an. Im Jahre 2001 wird darüber hinaus die Aktion »INTEL-Lehren für die Zukunft« gestartet.

Die Initiative »Klassen im Internet« stellt eine umfangreiche Ausstattungshilfe des Landes dar für den Erwerb multimediafähiger Hardware durch die Schulträger. Gemeinsam mit dem Projekt EPOS »Elektronische Post für Schulleitungen« und der Telekom-Aktion zugunsten von Internetanschlüssen für den Unterricht werden somit alle Schulen ans Netz geführt und mit dem Netz arbeiten können. Dies bedeutet einen gewaltigen Schritt rheinland-pfälzischer Schulen nach vorn in die MultimediaWelt als unverzichtbare Bedingung für eine zukunftsorientierten Bildung und Ausbildung der Jugendlichen, die sie befähigt, in Arbeitswelt oder Studium die von ihnen geforderten Leistungen zu erbringen.

Um die »Schätze« des Multimedialen Schulfernsehens noch stärker in die Schulen hineinzutragen, finanziert das Land besondere »Fortbildungsveranstaltungen zum Schulfernsehen«, die vom SWR durchgeführt werden und von den Schulen kostenfrei angefordert werden können. Referenten des SWR führen gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern an den Schulen vor Ort Projekttage durch. Die Unterrichtsthemen werden von den Schulen selbst vorgeschlagen. An einem oder zwei Nachmittagen (zur Vermeidung von Unterrichtsausfall in der unterrichtsfreien Zeit) erfolgen Planung, Organisation und Absprachen zwischen den Referenten und den betroffenen Lehrkräften in der Schule. Der Praxisteil mit Schülerinnen und Schülern sowie den betroffenen Lehrkräften wird anschließend an zwei, maximal drei Vormittagen in der Schule - ggf. klassen-/fächerübergreifend - durchgeführt. Bei Interesse ist unmittelbar mit dem SWR Kontakt aufzunehmen über Telefon: 07221/929-3289. (vgl. Gemeinsames Amtsblatt der Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung und für Kultur, Jugend, Familie und Frauen Nr. 12/2000)

Die Entwicklung von Multimedia in den Schulen in Rheinland-Pfalz wird positive Auswirkungen auch auf das Schulfernsehen haben. Noch stärker als bisher wird das Schulfernsehen, gerade durch seine in immer größer Anzahl vorliegenden hochwertigen und lehrplanbezogenen Multimedia-Produkte eine Rolle im Unterricht spielen. Mit steigender Medienqualifizierung werden zunehmend Medienprodukte zur Selbstverständlichkeit im Lehren und Lernen. Schule wird vom Schulfernsehen ganz erheblich profitieren.

Produkte wie »Wizadora« für den Englisch-Anfangsunterricht oder »Ganz schön vermessen« für die Fächer Geografie, Mathematik und Physik der Sekundarstufen I/II oder die DVD »USA - The Sound of ...« für die Fächer Englisch, Geografie, Musik stellen den Anfang dar in der neuen Multimedia-Welt des Schulfernsehens. Weitere Multimedia-Produkte auch auf DVD - werden folgen, Fernsehsendungen zum Mitschnitt oder auf Kassette wird es auch weiterhin geben - ebenso wie die bewährte Schulfernsehzeitschrift für jede Schule.

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