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Autor: Lersch, Edgar.

Titel: Edgar Lersch im Gespräch mit Helmut Heißenbüttel.

Quelle: Dokumentation und Archive. Historisches Archiv und Wortdokumentation, Band 5. Stuttgart 1996. S. 15 - 27.

Verlag: Süddeutscher Rundfunk.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.




Edgar Lersch im Gespräch mit Helmut Heißenbüttel [28. 8. 1981]



E.L.: Sprechen wir erst über die Hintergründe des Überwechselns von Alfred Andersch nach Stuttgart. Fritz Eberhard1 hat ihn nach Stuttgart geholt. Aber Andersch hatte doch auch ein großes Interesse nach Stuttgart zu kommen.

H.H.: Ich weiß natürlich die Hintergründe nicht genau. Es sind zwei Dinge zusammengekommen. Einmal das Unbehagen von Andersch in Hamburg beim NDR, wo er die Feature-Abteilung damals erhalten hatte nach dem Weggang von Herrn Proske2 und andererseits Dinge, die hier und eben auch vom Intendanten Eberhard gewünscht wurden. Dazu ist es vielleicht ganz gut, wenn man sagt, daß hier so etwas wie ein Nachtprogramm oder Abendstudio nicht existiert hat3. Es hat dann eine gewisse Gruppierung, die zum Feature führte, gegeben mit Jedele4, Huber5, Gottschalk6 und Walser7, die dann alle zum Fernsehen übergegangen sind8. Und meine Erinnerung ist so, daß Dr. Eberhard einerseits dort etwas hinsetzen wollte, was diese verschiedenen Bestrebungen zusammenfaßte, auf der anderen Seite Andersch schon aus Hamburg wegwollte. Ich würde also annehmen, daß das eher in der Mitte liegt, weder der eine noch der andere den letzten Ausschlag gegeben hat. Und Andersch ist dann hergekommen mit festen Programmvorstellungen. Das ist auch aus den Unterlagen ersichtlich. Die betrafen eine Abendstudiosendung, eine Feature-Sendung, eine Buchbesprechungsreihe und im Abendstudio auch Hörspiel. Ich glaube, das Studio-Hörspiel war die einzige Bedingung, die er gestellt hat. Daß es dann Radio-Essay hieß, lag daran, daß es sich unterscheiden sollte9. Ich habe in der Zeit der Kooperation10 immerhin halben Widerstand geleistet für den Namen. Ich würde allerdings in der jetzigen Situation eher wieder umgekehrt plädieren und sagen, warum nicht Abendstudio Baden-Baden, Abendstudio Saarbrücken und Abendstudio Stuttgart.

E.L.: Aber Andersch hat mit dieser Struktur, mit dieser Aufteilung, das Radio-Essay bis zum Ende Ihrer Zeit auch beeinflußt.

H.H.: Nun war es so, daß es eine Sendezeit war, in der alles untergebracht war, literarische Sendungen, literarische Essays, literarische Gespräche, Diskussionen, geisteswissenschaftliche und am Rande auch politische, das Studiohörspiel. Abgesetzt davon war das Feature, das in einer früheren Abendzeit lief, und die Viertelstunde "Ein Buch und eine Meinung", die Andersch sich auch ausbedungen hatte. Er ist 1955 hierher gekommen und hat 1956 das reguläre Programm angefangen. Und er hat dann Hans Magnus Enzensberger, der zuletzt, so viel ich weiß, bei Reader's Digest gearbeitet hatte, geholt11. Herr Enzensberger hatte ja noch überhaupt keine Publikation, überhaupt keine12.

E.L.: Also er war unbekannt zu dieser Zeit.

H.H.: Er war völlig unbekannt. Er ist im Herbst 1955 zum ersten Mal bei der "Gruppe 47" gewesen und hat dort zum ersten Mal Gedichte vorgetragen, die aber mäßig aufgenommen worden sind, während Klaus Roehler13 zu dem Zeitpunkt viel mehr Eindruck machte. Andersch hat einen Unbekannten geholt mit Enzensberger.

E.L.: Hat er denn mit Enzensberger ein Talent entdeckt und auch bewußt gefördert?

H.H.: Ja, Enzensberger war seinerseits bestrebt, Publizität zu erringen und sich auch ein bißchen in den Vordergrund zu schieben.

EI.: Und hat bereits zum März 1957 diese Position wieder aufgegeben.

H.H.: Das war schon absehbar im Herbst 1956, als ich mit Enzensberger bekannt wurde und Enzensberger mich auch fragte nach Sendungen, worauf ich damals negativ reagiert habe14.

E.L.: Also nach Sendungen fragte, die Sie schreiben sollten?

H.H.: Ja, er wollte eine Gertrude-Stein-Sendung von mir haben. Ich hatte aber keine Lust, dies für den Rundfunk zu schreiben, weil mir das zu komplex und zu schwierig schien, damals. Andersch suchte dann seit Oktober 1956 nach einem Nachfolger für Enzensberger, der zugleich geeignet sein sollte, auf die Dauer ihn zu ersetzen, weil Andersch schon damals Absetzbewegungen seinerseits vom Süddeutschen Rundfunk hatte, ohne die Verbindung ganz aufzugeben. Soweit mir bekannt ist, hat er außer mir Wolfdietrich Schnurre und Franz Schonauer gefragt. Schnurre hatte zugesagt, konnte sich aber nicht entschließen, aus Berlin wegzugehen, während Schonauer zu hohe Geldforderungen stellte15. Ich kannte Andersch außer als Autor persönlich vom Claassen-Verlag, wo zu der Zeit, als ich dort arbeitete, noch die "Kirschen der Freiheit" lieferbar waren. Damals gab es Abwicklungsverhandlungen. Dann habe ich ihn 1955 bei der "Gruppe 47" auch kennengelernt und damals mit den beiden Anderschs geredet. Ich bin dann (Ende) 1956 in Stuttgart gewesen und besuchte damals Max Bense16, mit dem ich in Kontakt war wegen der Zeitschrift, die Bense herausgab ("Der Augenblick"). Wir haben uns in Benses Wohnung in der Pischekstraße getroffen. Andersch kam dazu, und während dieses Gesprächs fragte er mich irgendwann: "Würden Sie auch Rundfunk machen?", und ich habe gesagt: "Ich würde alles machen, wenn ich vom Verlag wegkomme." Das beantwortet jetzt eigentlich die andere Frage, warum ich hierher gekommen war. Ich bin einerseits hierhergekommen, weil es tatsachlich der bessere Job war. Ich wollte auch von Hamburg weg, damals. Die andere Seite war, daß ich in Hamburg angefangen hatte für den Funk zu schreiben, für Herrn Schüddekopf 17. Dabei habe ich gemerkt, daß die akustische Vermittlung mir einen gewissen Spaß machte. Zum allerersten Mal habe ich 1954 hier gesprochen, da war ich eher verblüfft, wie wenig Schwierigkeiten das macht, im Studio zu sitzen und zu reden oder vorzulesen. Und das hat sich so ein wenig ausgebaut in Hamburg in der Zusammenarbeit mit Schüddekopf, mit dem ich sechs oder acht Sendungen gemacht habe18 und mit dem ich auch reden konnte, der auch Sinn hatte für Interessen, wie ich sie hatte.

Das war das eine. Die andere Seite, die auch eine gewisse Rolle gespielt hat, war, daß ich eben in der Zeit, als ich in Hamburg studiert habe, sehr häufig das Dritte Programm gehört habe, das Musikprogramm und auch das Wortprogramm. Die Chance, das Programm zu machen, was ich selber immer am liebsten gehört habe, war natürlich eine Verlockung. Und ich bin auch, das muß ich von heute aus sagen, mit einer Reihe von Vorstellungen, die sich gebildet haben am alten Nachtprogramm in Hamburg, hierhergekommen, und auch mit Dingen, die in den verschiedenen Abendstudios in der Bundesrepublik von BBC 3 herüber gekommen sind. Es gab um diese Zeit einen Sammelband mit Grundsatzerklärungen, Anleitungen, Programmerklärungen, aber auch mit einer Anthologie von Sendungen, die in der BBC 3 gemacht worden sind19. Das war am Anfang so eine Art Leitfaden für mich.

E.L.: Der hatte also auch für andere Sender grundlegende Bedeutung für den Aufbau dieser Programme.

H.H.: Dem Schema nach, ja. Daß die alle das jetzt wörtlich genommen haben, was da in der BBC gesagt worden ist, glaube ich nicht, das war ja je nach Redakteur verschieden. Andersch in gewisser Weise, ja. Sein Nachfolger im Hessischen Rundfunk, Heinz Friedrich20, weniger, der viel mehr auf "Verfeaturerung", Hörbild usw. ausgerichtet war, also weniger speziell literarisch. In Hamburg hatte Schüddekopf wieder andere Interessen, das war manchmal ein bißchen abgelegen. Er hatte wiederum lange Zeit als Feature-Mann Siegfried Lenz, was vergessen ist. Lenz hat viele Jahre lang Feature für das Hamburger Dritte Programm geschrieben.21





E.L.: Und dann waren Sie also ab 1. April 1957 bei Andersch22.

H.H.: Meine erste Aufgabe war, ein Theaterstück von Günter Grass zu bearbeiten, "Hochwasser"23, das Martin Walser dann produzierte. Walser hat alle meine Bearbeitungen weggestrichen, als erstes. Also, ich habe sofort voll gearbeitet. Mein erster Besuch war in Köln, um eine Sendung mit Stockhausen zu verabreden, das war, glaube ich noch im Mai 1957, was zu einer eher herzlichen Verständigung mit Stockhausen führte. Dann haben wir eine Sendung von Hamburg übernommen, die dann von der Musikabteilung kritisiert wurde, weil sie zu hochmütig gesprochen worden wäre24. Dann habe ich auch sehr früh an diesen Gesprächen, die Andersch immer veranstaltet hat, teilgenommen, nicht als Diskussionsteilnehmer sondern als Redakteur25. Die meisten dieser Gespräche waren angeregt durch den damaligen Redakteur bei der "Deutschen Wirtschaftszeitung", Georg Boese26. Und ich war bei dem ersten, das stattfand, dabei, das war mit dem damaligen Theaterleiter von Darmstadt und Kunstkritiker Albert Schulze-Vellinghausen, das haben wir in Heidelberg aufgenommen27. Bei der Gelegenheit habe ich dann Arno Schmidt besucht. Auch die Verabredungen mit Arno Schmidt habe ich von Mai 1957 an schon voll und ganz übernommen28.

E.L.: Das ist dann der Anfang der Betreuung Arno Schmidts durch das Radio-Essay?

H.H.: Bei Arno Schmidt war es so, daß er mir einmal im Jahr eine umfangreiche Vorschlagsliste schickte, über die wir dann verhandelten, und daß wir eigentlich im Prinzip alle halbe Jahre mindestens eine Sendung gemacht haben. Das war ihm auch garantiert, denn er lebte ja damals davon. Ich bin dann, ich glaube 1961 war es das letzte Mal, in Bargfeld gewesen und habe dort mit Schmidt Sendungen verabredet. Die letzten waren über Joyce und "Finnegans Wake"29. Und dann kam eine Zeit, in der er es auch nicht mehr nötig hatte, Geld beim Funk zu verdienen. Denn nun hatten seine Bücher höhere Auflagen. Dann kam auch nicht mehr so viel. Und der andere Fall, den ich übernommen hatte, war Wolfgang Koeppen, den hat aber Andersch noch längere Zeit für sich behalten.

Ich habe das damals sogenannte Spätprogramm, das eigentliche Radio-Essay, ab 1. April 1957 vollständig und vollverantwortlich gemacht. Das ist nur gelegentlich mit Andersch besprochen worden, er hat auch Vorschläge gehabt, es hat auch Einwände gegeben. Ich habe 1958 ein Manuskript einer Sade-Sendung von dem Lyriker und Psychiater Dieter Wyss gehabt. Es gibt noch eine Aktennotiz: Die Sendung wollte Andersch nicht, sie ist aber dann gesendet worden, etwas später30. Und Andersch hatte während der ganzen Zeit Pläne, ins Ausland zu ziehen, das sollte zuerst Schweden sein. Anderschs hatten also, wie ich kam, umfangreiche Erkundungen über Schwedenhäuser gemacht. Es wurde dann zu teuer, und dann begann Anderschs Verbindung zum Walter-Verlag. Über den Leiter, Herrn Rast, kam er an ein Haus in Berzona im Tessin, das ab Winterende 1958 umgebaut wurde. Andersch ist praktisch ab 1. April, also ein Jahr, nachdem ich hierhergekommen war, umgezogen, hatte aber noch einen mehrjährigen Vertrag laufen31.

E.L.: Aber er war doch noch formell der Leiter?

H.H.: Er war es noch formell. Der Vertrag wurde umgewandelt in einen Beratervertrag. das hat noch Intendant Eberhard gemacht. Die Sache war ein bißchen kippelig, als Eberhard wegging und der jetzige Intendant32 kam. Wir haben damals auch den einzigen Zwischenfall gehabt, das wissen Sie sicher.

E.L.: Ja, diese Böll-Affäre.

H.H.: Die im Grunde aus übertriebenem Mißtrauen überhaupt zu einer Affäre geworden ist.

E.L.: Dies ist wohl verständlich aus der Situation, daß der Intendant neu war.

H.H.. Daß er neu war und daß die Sendung eigentlich viel früher angesetzt war. Die fiel in die zweite Woche seiner Amtszeit, und er sah alles, glaube ich, ein bißchen als Provokation an, was überhaupt nicht der Fall war, und ich habe das auch zu erklären versucht. Er hat es mit dem Rundfunkrat besprochen, die Sendung ist verschoben worden, und dann hat er's mit Böll besprochen, und daraufhin ist es überhaupt zurückgezogen worden33. Und während dieser Zeit war noch nicht klar, ob ich hier bleibe. Meine Frau und ich sind im August in Berzona gewesen, um das rückzubesprechen, was ich hier mit Dr. Kehm34 besprochen hatte, daß Andersch einen Beratervertrag kriegt. Da war aber noch nicht geklärt, ob ich die Leitung behalte, ist aber dann, ich glaube im Oktober, geklärt worden, und ich habe jetzt beim Aufräumen gesehen, daß ich kurz hintereinander zwei Anstellungsverträge gehabt habe, der erste ab 1. Januar 1959 mit einem niedrigeren Gehalt und im Lauf von 1959 einen zweiten mit der Angleichung an das, was Andersch damals gekriegt hat35.

E.L.: Das führt nochmals darauf zurück, was Sie eben von der Beziehung Koeppen-Andersch sagten. Wieweit hat sich denn Andersch nach seinem Ausscheiden auf der Basis dieses Beratervertrages in Ihre Arbeit eingemischt? Wieweit hat er noch Funktionen gehabt?

H.H.. Das war von vorneherein klar getrennt. Andersch war zuständig für das Feature-Programm und machte dieses Feature-Programm völlig nach eigenem Ermessen. Ich habe nie Einspruch erhoben. Es ist aber ein- oder zweimal vorgekommen, daß keine Sendung da war. Dann bin ich eingesprungen. Es war also meine Aufgabe, eine gewisse Reserve anzusammeln für alle Fälle. Und das ist einmal schwierig gewesen, weil Koeppen zwar pünktlich gereist ist, aber nicht so pünktlich mit der Sendung war. Der hatte immer große Schwierigkeiten, das dann richtig in Gang zu bringen, und ich weiß noch, daß wir einmal ganz arg in Verzug geraten waren und vierzehn Tage vor der Sendung noch nichts hatten, und daß er dann gesagt hatte: "Ich kann's doch gleich auf Matrize schreiben".

E.L.: Andersch hat dann diese großen Koeppen-Reiseberichte betreut, die einige Berühmtheit erlangt haben?

H.H.: Die hat er persönlich betreut bis zu dem Amerika-Bericht36. Das hat Andersch auch persönlich mit Visa und Empfehlungen und was damals in den USA möglich war, alles selbst besorgt. Die Betreuung Koeppens machte Andersch so lange, bis er keine Verlängerung seines Vertrages kriegte. Der erste Vertrag lief aus und man wollte ihn erst nicht fortsetzen; er ist dann doch verlängert worden, sogar erhöht worden, wenn ich mich recht erinnere. Eines Tages sagte dann Dr. Kehm zu mir: "Sie müssen jetzt hinfahren und ihm beibringen, daß wir das nicht weitermachen." Und das habe ich getan, und das hatte dann einen Ausbruch von Andersch zur Folge37. Und eine gewisse Frostigkeit auch direkt, die sich dann aber wieder gegeben hat. Mein Verhältnis zu Andersch hat sich über Verlagsangelegenheiten später abgekühlt, die mit dem Ausscheiden von Otto Walter, dem Sohn des Verlagsgründers, der da als Lektor tätig war, zusammenhingen, mit dem wiederum Andersch eine Kontroverse hatte38. Und ich hatte mich damals auf die Seite von Walter gestellt, und das führte dann zur Entfremdung, die war aber dann auch nur temporär, es hat sich nachher ausgeglichen.

Wenn man es von dieser Seite sieht, dann betrifft das natürlich alles einen Zustand, in dem das Radio-Essay als ein Extrabrocken für Intellektuelle im Programm steckte und daneben ein literarisches Feature hatte, das in gewisser Weise formal extrem war: Eine Stimme, ein Monolog. Und als Pendant noch ein politisches Feature, das Herr Hirschfeld39 betreute und es heute noch betreut. Das Radio-Essay hatte anfangs einen gewissen Zusammenhang damit, der sich dann aber immer weiter verlor. Und dieses Featureprogramm war, als Andersch im Programm nicht mehr mitwirkte, für mich viel schwerer zu füllen als das andere Programm, denn die eine Seite war, jetzt auf "Normal-Feature" zu gehen, also "verfeaturete" Stoffe, wofür es eine ganze Reihe von Autoren gab, auch Autoren, die regelmäßig kamen und lange Listen hatten mit Vorschlägen. Das schien mir immer etwas langweilig. Ich habe mich an dieses alte Konzept von Andersch gehalten und habe versucht, die Idee des Reise-Features und auch des literarisch-soziologischen Features weiter zu verfolgen. Und dafür noch ein Punkt: Das was ich mit Hubert Fichte gemacht habe, der in Griechenland war, in den Banlieues von Paris. Wir haben mehrere solche Dinge gemacht40, die aber dann wieder aufhörten. Das war alles nicht so recht befriedigend, und daraufhin habe ich etwas aufgegriffen, was auch längere Zeit im Gespräch war, nämlich eine Form im Rundfunk zu kultivieren, die zwischen Hörbild, Feature und Hörspiel steht. Das war der Dialog. Den Dialog habe ich an die Stelle des Features gesetzt, mit Vorgespräch bei Dr. Kehm. Die Idee war einerseits, historische, literarisch fixierte Dialoge für den Funk neu zu beleben, andererseits Autoren für diese Form zu gewinnen. Das eine war, würde ich sagen, relativ erfolgreich, wir haben sämtliche Dialoge von Diderot gesendet.

E.L.: Also der historische Dialog?

H.H.: Wir haben den größten Erfolg eigentlich mit den Renaissance-Dialogen gehabt. Wir haben auch viele Dinge dabei entdeckt, und das ging ja noch bis Ende der sechziger Jahre. Die Anregung für lebende Autoren, so was zu schreiben, hat nicht viel gefruchtet. Und dabei bin ich wirklich viel herumgereist von einem zum anderen und habe gefragt, aber da war kein großes Interesse.

E.L.: Aber es ist doch erstaunlich gewesen, daß diese doch fürs Lesen ausformulierten Dialoge sich so über das Medium verbreiten ließen?

H.H.: Na ja, das war ein Versuch, und das war eine Frage, die hing immer ab von den Schauspielern, ob die jetzt ablesen oder ob die auch ein bißchen spielen. Und da haben wir bessere und schlechtere Lösungen gehabt. Also, diesen Dialog von Matthias Claudius über den Besuch beim Kaiser von Japan, das war schon fast ein Hörspiel41. Aber die Leitung des Hauses war mit dieser Lösung nicht zufrieden. Die Dialoge sind von Kehm abgesetzt worden, ohne Ersatz.

E.L.: Kommen wir doch noch einmal zu Ihrem Umgang mit den Autoren des Radio-Essay.

H.H.: Ich habe mich nicht um die Berühmtheiten, sondern mehr um die jüngeren Autoren bemüht. Und vier der jüngeren Autoren, die damals Programm gemacht haben, waren Peter Härtling, Ludwig Harig, Reinhard Baumgart und Jürgen Becker. Ich habe immer darauf geachtet, junge, neue Leute heranzuziehen, neue Namen ins Gespräch zu bringen. Und dann veränderte sich das Angebot an Sendungen des Radio-Essay dadurch, daß ich von der Programmdirektion das Angebot für das "Studio für Neue Literatur" erhielt.

E.L.: Das war nicht Ihre Idee?

H.H.: Nein! Ich habe schon einmal gesagt. das wäre ganz schön, weil man dann besser verteilen könnte, aber das Angebot kam eindeutig von Kehm. Und das war damals so ein erster Punkt in Bezug auf eine Programmveränderung42. Und bei dem "Studio für Neue Literatur" spielt ein bißchen eine Rolle der erste Band mit Essays, der von mir veröffentlicht worden ist43, über Literatur. Den hatte Dr. Kehm gelesen und hat auch, soweit ich mich erinnere, wörtlich gesagt, so stelle er sich eine besondere Betrachtung der neuen Literatur vor. Ich habe dann den endgültigen Bescheid erst sehr spät bekommen, und ich mußte aus der Hand arbeiten und habe dann rasch ein Vierteljahr füllen müssen. Das hat zu einer gewissen Verstimmung bei Dr. Kehm geführt44. Ich habe damals mit Butor45 angefangen, da war der "nouveau roman" noch etwas Umstrittenes. Es sollte ein wenig mehr pädagogisch sein. Das haben wir später nachgeholt als Frau Gerhardt46 schon mit gearbeitet hat an den Reihen über erste Beispiele der Neuen Literatur. Wo hat das angefangen? Was sind die ersten extremen Punkte ? Und in der Reihe über Trivialliteratur mit der sozusagen das Feld ein wenig abgegrenzt wurde nach der systematischen Seite hin. Die Folge davon war, daß die literarischen Themen aus dem Radio-Essay mehr oder weniger verschwanden. Das bedeutete, daß das Radio-Essay mehr soziologisch, psychoanalytisch, literaturwissenschaftlich usw. ausgerichtet war, auch einfach reine Essays. Eines der Musterbeispiele dafür wurde dann allmählich Améry.

Jean Améry47 habe ich 1964 kennengelernt. Wir haben dann Ende 1964 die ersten Essays von ihm gesendet48. Und es sind über zwanzig geworden im ganzen. Da ist es natürlich schwer zu sagen, gehört es jetzt in die Kategorie oder die Kategorie. Es war jedenfalls etwas, was nicht gut im "Studio für Neue Literatur" laufen konnte, weil es darüber hinaus ging, und dafür war dann der gegebene Platz das Radio-Essay. Von da an hat es eine andere Verteilung gegeben. Da war sozusagen die literarische Sparte da, und das andere da. Später ist dann auch ohne Ersatz die Buchbesprechungsreihe gestrichen worden49. Ab 1971 kam dann das Angebot der "Autoren-Musik".

E.L.: Auch die ist, wie man annehmen könnte, nicht Ihre Idee?

H.H.: Nein, nur die Idee, sie so auszufüllen, stammt von mir. Die Frage war die, daß wir immer eine große Gesamtzeit hatten: Wir hatten, als ich hierher kam, 90 Minuten, und die Regelung zu der Zeit war so, daß wir im äußersten Fall diese 90 Minuten benutzen durften. Aber nicht in der Regel, sondern normalerweise nur 60 Minuten, und daß die Restzeit dann an die Musikabteilung gemeldet wurde, die dann Dinge, die sonst nicht unterzubringen waren d.h. irgend etwas, wo sie einen Sondertermin brauchten, dort reinsteckten. Das ist z.T. direkt mit Dr. Gaessler50 verabredet worden, und es hat schon 1957, als ich hierher kam, Verhandlungen darüber gegeben, ob wir das in eigener Regie machen können. Andersch hatte die Idee, Henze51 als Redakteur außer Hause, also als Planer einzustellen, und Herrn Berendt52 gelegentlich für Jazz-Musik heranzuziehen. Es gab damals Besprechungen mit Dr. Eberhard und Herrn Müller-Kray53 aber das Vorhaben von Andersch hat Müller-Kray kategorisch abgelehnt, und Gaessler übrigens auch.

Und das ging dann immer so weiter, bis nach der großen Programmreform Ende der sechziger Jahre diese große Kooperationszeit von 20.20 bis 22.00 Uhr entstand54. Und da war eben am Anfang die Diskussion darüber, wie kann man das überhaupt füllen. Der Saarländische Rundfunk ist ja lange Zeit dabeigeblieben, ein gemischtes Feature-Programm anzubieten mit verschiedenen Teilen. Beim Südwestfunk wechselte das und bei uns griffen Dr. Kehm und Schultz55 beide diese Idee auf, die wir schon einmal hatten. Ich bin dann gefragt worden, und ich habe das dann mit Frau Gerhardt vierzehn Tage bis drei Wochen beredet, und die Entscheidung gab dann schließlich ein Punkt, der sich auf das bezog, was zum Vorbild wurde, nämlich die NDR-Reihe "Der Autor als Diskjockey", und für die ich mehrere Male auch mitgearbeitet habe. Frau Gerhardt und ich waren uns einig, daß das zu eng ist: Diskjockey ist Pop, Jazz usw., umfaßt also nur den U-Sektor. Wir wollten es aber weiter haben. Dann war die Frage, daß es eben Autoren sein sollten. Und dann haben wir uns gesagt, wenn wir jetzt die beiden Begriffe "Autor" und "Musik" zusammenkoppeln, dann haben wir ganz etwas Weites, vielleicht auch Mißverständliches, aber wir können so viel wie möglich hineinpacken.

E.L.: Und wenn jemand den Auftrag bekam, konnte er...

H.H.: ... machen, was er wollte. Extremfälle waren Leute, die selbst eine Art Musik gemacht haben. Wir haben Johannes Vetter56 mit seiner japanischen Freundin hier im Studio gehabt, die beide mit der Blockflöte sich sozusagen gegenseitig anschrien: Dazwischen habe ich mich unterhalten, um zu fragen, wie das eigentlich gemeint ist, und da haben wir dieses Zwischending zwischen Sprechen und Musikmachen herauszufinden versucht. Etwas anderes war eine große Montage von Fichte, die nur, glaube ich, fünf Minuten Wort enthielt57. Peter Hamm hat damals ziemlich am Anfang eine lange Eisler-Sendung gemacht, bei der also Darstellung und Interpretation den Hauptraum einnahmen58.

E.L.: Also praktisch ein Essay und Beispiele dazu?

H.H.: Mit Beispielen. Wir hatten auch früher schon solche längeren Essays mit Musikbeispielen kulturhistorischer Art. Nur mußten das ja immer Themen sein, die nicht rein musikalisch waren. Und es war auch in der Anfangszeit schwieriger, also mit Adorno z.B. über die "Missa solemnis"59. Das ist vor den Rundfunkrat gekommen und wurde dort eifrigst diskutiert, warum wir das nicht der Musikabteilung überlassen. Worauf wir nur sagen konnten: Die Musikabteilung macht es ja nicht. Und das verlief dann immer so. Wir haben auch mehrere Musikgespräche zwischen Adorno und Rudolph Stephan gemacht60, eins auch mit Enzensberger, das ist leider gelöscht worden.

Meine Verbindung zur Musikabteilung in diesen Dingen ging über Clytus Gottwald61, mit dem ich in ein engeres Verhältnis gekommen bin62. Hinzu kommt, daß in einer bestimmten Phase eine Blockzeit am Freitag war, in der August Langenbeck63 Clytus Gottwald und ich in einer Gesamtzeit steckten mit variablen Abgrenzungen. Und das ist für uns alle drei immer eine sehr angenehme Erinnerung, diese Zusammenarbeit, weil das wirkliche Teamarbeit war, weil wir nie irgendwelche Schwierigkeiten hatten, auch mit der Abstimmung nicht.

E.L.: Wir haben jetzt alle Sendereihen Revue passieren lassen. Woran haben Sie die angenehmsten Erinnerungen?

H.H.: Generell würde ich sagen, hing das Engagement teils mit Themen und teils mit Autoren zusammen; ich müßte es eigentlich ehrlicherweise auch umgekehrt sagen. Es gab Autoren, mit denen habe ich sehr gerne zusammengearbeitet. Das fing früh an mit Arno Schmidt, da habe ich sehr viel Spaß daran gehabt. Das ging aber auch mit den doch relativ vielen Sendungen, die wir mit Fritz Sternberg64 gemacht haben, weil das noch eine völlig andere Generation war. Da kamen auch ganz andere Dinge zur Sprache. Aber dann später auch mit Améry oder in der letzten Zeit mit Uwe Schweikert65 z.B. Das war die eine Seite.

Die andere Seite hing an den Themen: Hier hat mir immer daran gelegen, sozusagen nicht den "mainstream" der Literatur zu beachten und auch der Geisteswissenschaft, sondern das etwas Extremere, etwas Herausfallende, etwas Exponierte. Also: Lieber Joyce als Günter Grass. Max Bense war natürlich in der Zeit für mich auch ein wirklich persönliches Engagement, und die Zusammenarbeit mit ihm vielfältig und fruchtbar66. Auch in der Zwischenzeit mit Hubert Fichte z.B. Und ich muß auch ganz ehrlich sein, daß ich immer am wenigsten gerne das Feature gemacht habe und daher auch völlig Frau Gerhardt überlassen habe. Zuletzt war mein Engagement am stärksten bei der Autoren-Musik, weil das halt zwei verschiedene Gebiete betraf, und weil ich im Lauf der Zeit immer mehr Lust gekriegt habe, mit Musik und Wort zu arbeiten. Ich wäre, wenn ich die Vorbildung dazu hätte, lieber Musikredakteur geworden als Wortredakteur. Im übrigen habe ich für mich im Laufe der Jahre beim Abhören immer wieder festgestellt, daß ich akustisch beweglicher bin und auf schwierige Dinge eingehen kann als auf Anhieb vom Blatt. Und daß ich auch immer gesagt habe, ich will nicht generell nur schwierige Dinge machen, aber ganz gelegentlich auch mal eine Spitze haben, wo es schwieriger wird. Damit hängt auch zusammen, daß man in solchen Sendungen, sowohl im Radio-Essay wie auch im "Studio für Neue Literatur" hin und wieder die Möglichkeit hat, ganz neue akustische Dinge auszuprobieren, die auch schwierig sind.

E.L.: Als akustische Phänomene?

H.H.: Ja als akustische Erfindungen und Konstruktionen usw. Das war in den siebziger Jahren zunehmend etwas, woran ich sehr stark interessiert und engagiert gewesen bin und wobei ich vor allem mit den Spielleitern Kirste, Villinger und Guben67 eng zusammengearbeitet habe, wenn sie Ideen hatten. Ein Extremfall war das, was ich mit dem WDR zusammen gemacht habe, diese große Cage-Sendung "Roaratorio", die dann ja auch als Autoren-Musik gelaufen ist68, als große Autoren-Musik. Das kam noch am Schluß dazu daß ich gesehen habe, daß man gelegentlich z.B. musiksoziologische Themen oder Globalthemen mit Musik und Wort sozusagen als Experimentierfeld hernimmt, wo man ausprobieren kann, was man sonst doch nicht tut. Was ich von Anfang an immer bedauert habe: Es gibt kein Feld, wo man Bänder machen kann mit erstklassigen Kräften und mit Musik, die nicht unbedingt zur Sendung kommen sollen. Ich kann nicht Schauspieler engagieren und sagen: "Wir probieren jetzt mal eine Sendung aus, ich weiß aber gar nicht, ob sie gesendet werden kann. Es gibt in der Villa Berg immer noch das alte Elektronikstudio, das ist vollkommen verrottet. Und wenn solche Dinge, die dort vorgesehen waren, gemacht werden, muß man zu Herrn Dauner69 in sein Privatstudio gehen. Ende der sechziger Jahre und Anfang der siebziger Jahre ist mir immer stärker klar geworden, daß der Zwang, immer bei jeder Aufnahme und bei jedem Manuskript auch eine Sendung produzieren zu müssen, auch einen Druck darstellt.

E.L.: Der also Kreativität verhindert?

H.H.: Ja, jedenfalls einen gewissen Zwang ausübt, den man erst von sich abschütteln muß, eh man locker wird. Und schon lange Produktionszeiten. Beim Hörspiel hat es sich so eingespielt, daß sie u.U. keine Rücksicht darauf nehmen. Das ist aber dann auch wieder ein Privileg des Hörspiels, was heute auch nicht mehr ganz so sicher hingenommen wird.

E.L.: Sie sind, was den Einsatz von Sprechern anging, unterschiedlich verfahren: Z.T. haben Sie Autoren sprechen lassen, wenn es möglich war...

H.H.: Das war mein Entschluß, wohingegen Wilimzig70 eher gegen das Sprechen der Autoren war, der war für ausgebildete Stimmen. Das ist eine Entscheidungsfrage von Fall zu Fall, manchmal wird sie grundsätzlich entschieden, manchmal je nach dem. Es gibt Redakteure die wollen nur von Autoren gesprochen haben, und es gibt Redakteure, die Autoren überhaupt ablehnen. Ich habe einen Musterfall gehabt in der ersten Sendung mit Améry, die mit dem Schauspieler Charles Regnier aufgenommen worden war. Da war aus Versehen eine Doppelplanung eingetreten. Ich hatte eine Gefälligkeitsaufnahme in Brüssel mit Améry selbst beantragt, die auch gemacht worden ist, während auf der anderen Seite das Manuskript schon in den normalen, bis dahin üblichen Produktionsablauf gegangen war und Wilimzig eine Produktion gemacht hatte. Ich habe mich dann aber für die Version mit Améry selbst entschieden, weil ich die für das Überzeugendere hielt71. Und das war eigentlich immer ausschlaggebend, wenn ich das Gefühl hatte oder der Meinung war, daß ein Manuskript jetzt von dem auch vertreten werden muß – akustisch –, der es auch geschrieben hat. Ich habe immer Scheu gehabt vor der Mischung "Autor-Sprecher", weil da ein Abfall kommt. Und weil man den Sprecher nicht beeinflussen kann als Autor, das kann nur der Spielleiter.

E.L.: Hat Sie Ihre Tätigkeit im Rundfunk belastet, behindert, vom Literaturschreiben abgehalten?

H.H. :Ich glaube nicht, daß es so schwierig ist. Es wird schwierig, wenn es ein Zeitproblem wird, wenn man also sehr dicke Romane schreibt. Wie Günter Grass beim Schreiben von Romanen noch nebenbei einen vollen Job hätte ausführen können, das weiß ich nicht. Aber andererseits macht er ja andere Dinge. Die Frage des Jobs ist eine Frage des Büros, wieviel Zeit man im Büro verbringen muß und wozu die gut ist. Ich habe, solange ich nur kürzere Sachen gemacht habe, mich nie bedrängt gefühlt. Im Gegenteil, das Büro war immer von Nutzen, weil es so etwas wie ein sicherer Stuhl war, auf dem ich saß. Es ist eine Frage, wieweit man Dinge, die man selber schreibt, im Kopf hat, und inwieweit man in der Lage ist, das sozusagen "auf Lager zu halten". Beides habe ich immer gemacht, und mache es noch. Ich kann also sagen, daß von meinem Temperament als Selbstschreibender her gerade dieser Beruf geeignet war und daß ich Glück hatte, daß ich da in diesen Beruf hineingekommen bin.

Dazu kam, daß ich seit 1958, also als ich ein Jahr hier war, unregelmäßig manchmal doch auch über längere Strecken ganz regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet habe. Und für das wirkte der Funk nur anregend. Für Themen und Diskussionsstandpunkte usw. habe ich immer auch aus dem Funk Anregungen bezogen und auch umgekehrt. Das ist auch wohl anerkannt worden. Es ist immer ein bißchen schwierig, wenn man hier sitzt und schreibt dann auch in Zeitungen, ob das sich vereinbaren läßt. Und das ist auch ein paar Mal mit dem Programmdirektor und dem Intendanten besprochen worden. Ich habe dann einen generellen, wie soll man sagen, Absolutionsbrief von Bausch erhalten72. Ich habe mich dann nicht weiter darum gekümmert, ich habe es so gemacht, wie es kam. Das hat nie überhand genommen.

Ich habe am Anfang, wie ich hierher kam, also noch bis ungefähr 1961, abends und nachts gearbeitet. Das habe ich endgültig aufgegeben, als ich das Rauchen aufgab, das war 1961. Ich habe ohne Zigaretten überhaupt nicht mehr nachts gearbeitet, weil das einen Überhang gibt, der sich fortsetzt. Wenn man dann erst um drei ins Bett geht, hat man etwas in die Maschine geschrieben, muß morgens aber zu einer bestimmten Zeit wieder raus, kommt müde nach Hause, hängt rum, putscht sich wieder auf, und das geht dann immer so weiter, das führt zu nichts. Diese Methode habe ich nie praktiziert. Das andere ist eben, daß man was aber jeder weiß, der ins Büro muß, seine Möglichkeit finden muß, den Tag einzuteilen und über den Tag zu kommen. Ich glaube, das hat sich mit den freien Arbeiten ganz gut ergänzt. Im Zweifelsfall ist mir auch das Glück zuhilfe gekommen, daß ich also noch einen Rest Urlaub hatte oder wirklich dann sehr fix gearbeitet habe. Ich habe ja dieses dicke Buch geschrieben, "D'Alemberts Ende"73. Da habe ich eben in acht Wochen ungefähr 1000 Schreibmaschinenseiten voll geschrieben und es dann erst einmal liegen lassen. Aber das ging eben. Da habe ich Urlaub gehabt, und es hat geklappt.

E.L.: Und physisch haben Sie das auch durchgestanden?

H.H.: Im Gegenteil, es ging mir physisch eigentlich schlechter davor, als ich noch studierte. Es ist eine gewisse Ökonomie. Diese Ökonomie lernt man beherrschen, je älter man wird. Man muß halt wissen, wo die Grenzen sind, wie weit man gehen kann. Für mich war Andersch ein negatives Beispiel, weil Andersch überhaupt nicht umschalten konnte. Er mußte dann das eine machen, dann das andere. Und das war, solange er hier war: Roman schreiben, Redaktion machen, Zeitschrift redigieren. Das hieß aber, daß soundsoviele Stunden am Tag für das Eine, dann für das Andere und dann für das Dritte da waren. In diesen Stunden mußte er das aber auch tun, sonst blieb er gleich stecken. Und damit hat er sich ziemlich kaputtgemacht. Andersch war, als er hier wegging, auch physisch ziemlich am Ende. Und ich glaube, die Krankheit, die ja dann zunahm, je mehr er sich verbissen hat in etwas, hat da angefangen. Er hat irgendwann zu viel gemacht, und das hat sich nie wieder ganz ausgeglichen.

E.L.: Und der Funk hat dann ja auch für Sie, zumindest in einer bestimmten Phase, eine literarische Anregung bedeutet, das ist ja zeitlich fixierbar auf Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre mit "d'Alembert" und Ihrem Hörspiel.

H.H.: Also "D'Alemberts Ende" ist es nur am Rande, das ist nur so, weil ich meine Stellvertreterfigur, den Eduard, da zum Rundfunkredakteur mache. Er spielt sozusagen im Milieu, aber im ganzen ist ja lauter Fremdzitatstoff reingenommen worden. Mein Hörspiel war eher eine Ausnahme. "Was sollen wir überhaupt senden?"74 war eine Frucht meines Ärgers. Alles, was ich auf den Diskussionen in den Programmsitzungen zusammengesammelt habe, habe ich aufgeschrieben und habe es dann in so ein Zufallsschema gebracht und habe es dann auf Sprecher verteilt und dazwischen Programmteile gestellt, die aber im realisierten Hörspiel eigentlich von Guben stammen, die konkreten Programmteile mit dem...

E.L.: Mit dem Landfunk75...

H.H.: Das war das Lustigste, ja. Ich bin über diese Geschichte zum Hörspiel gekommen und habe eine Weile Hörspiele geschrieben aus formalen Gründen, auch indem ich mir überlegt habe, was kann man jetzt im Funk formal machen. Das hat sich dann auch wieder gegeben. Das letzte war: "Warzen und alles"76, wo ich noch versucht habe, so mit Entwicklungsketten, rein mechanischen und inhaltlich gemischten Dialogketten zu arbeiten. Danach habe ich nichts mehr gemacht, und die Pläne, die ich gehabt habe in den siebziger Jahren, die haben sich eben alle nicht realisiert. Ich habe seit dem Einzug hier ins Haus einen Plan gehabt. der hatte den Arbeitstitel "Der Chef, der seinen treuesten Hund abschießt". Und da war etwas drin von der neuen Situation hier im Hause77. Das ist aber nicht weitergekommen. Ob das nun kommt, das muß man jetzt sehen, im Abstand.

E.L.: Gibt es denn einen inneren Bezug Ihrer literarischen Arbeit zum Redigieren: Was bei Ihnen "durchgelaufen" ist in den Jahren muß ja eine ungeheure Menge sein. Ich denke z.B. an den "D'Alembert", wo auch das Gerede auf allen Ebenen ad absurdum geführt wird.

H.H.: Das war einfach auch die Absicht dabei, Stücke von dem Gerede in zufälliger Zusammensetzung, im zufälligen Mosaik zu fixieren und immer wieder neue Durchläufe, die ja in sich dann wieder nicht so groß sind, herzustellen, um so eine Mühle abzurollen. Das hat aber keinen Bezug zum Programm. Es ist nicht so, daß das Programm für mich auch solche Mühle geworden wäre, sondern es hat immer interessante und weniger interessante Sachen gegeben, mit denen ich mich mehr oder weniger aufmerksam beschäftigt habe. Andersch war ein Mensch, der im Grunde den äußersten Widerwillen dagegen hatte, in einen fremden Text überhaupt einzugreifen. Er war der textgläubigste Mensch unter Schriftstellern, den ich je gekannt habe. Und ich habe davon gelernt damals, das war wirklich etwas, was ich gelernt habe von ihm, Spielraum zu lassen und mir zuerst einmal zu überlegen, soll ich hier eingreifen, kann ich das jetzt nach einem bestimmten Muster beurteilen und infolgedessen lange Sätze zu kurzen machen usw. oder Fremdwörter um jeden Preis verbessern, oder muß ich erst mal abschätzen, ob sich bei diesem Autor sozusagen ein bestimmte Kontur ergibt.

Wenn ich auf der anderen Seite sehe, was man ja auch relativ rasch beurteilen kann, daß ein Autor noch ein bißchen unbeholfen ist, daß er dazu neigt, sich falsch auszudrücken, daß er vor allen Dingen seine eigenen Gedanken nicht so klar formuliert, da muß man nachhelfen. Und es hat ein halbes Dutzend Manuskripte gegeben, die ich mehr oder weniger ganz umgeschrieben habe, Satz für Satz auch noch bis in die letzte Zeit. Und das ist natürlich ein anderer Punkt. Es gibt auch Redakteure, die dann sagen: Weg damit, soll er neu schreiben, oder es geht nicht. Und das habe ich wiederum sehr selten gemacht. Im Grunde nur in zwei Fällen. Ich habe mir gesagt, ich habe das ja vorbesprochen, und ich bin in der Vorbesprechung der Meinung gewesen, daß das ganz interessant ist, was der sagt, jetzt kann ich es nicht einfach zurückschicken. Da bin ich selbst dafür verantwortlich, das so hinzuredigieren, daß es sendbar ist. Nicht immer sind da gute sendbare Manuskripte herausgekommen. Aber das ist ein Spielraum, glaube ich, den man einhalten muß, und daran habe ich mich auch immer gehalten .Es kommt auch noch dazu, wenn man einen Autor dann besser kennt und weiß, der hat Eigentümlichkeiten, dann überlegt man gar nicht, dann liest man die sowieso mit und sagt: Na ja, der schreibt halt so.

E.L.: Wie haben Sie sich denn orientiert, geistig orientiert? Denn wenn man heute so die Sendungen Revue passieren läßt, dann haben Sie ja Anfang der sechziger Jahre vieles gemacht, was dann Ende des Jahrzehnts in der Studentenbewegung hochkam? Woher kam das?

H.H.: Das ist einfach eine Frage, wie man im Betrieb steckt, wie weit man Verbindungen hat. Es ist eine Frage des Herumreisens gewesen, reden mit dem und jenem, auch eine Frage, ob man das aufgreift. was man hört. Oder ob man sich ausschließt. Ich habe immer versucht, alles Mögliche aufzugreifen. Außerdem las ich natürlich immer soundsoviele Tageszeitungen und Wochenzeitungen, Zeitschriften etc., nur habe ich mich nie darin festgebissen. Allerdings habe ich dann vieles, was mich interessierte, mit nach Hause genommen und dort abends gelesen. Fernsehen haben wir erst seit 1970, und ich sehe es auch jetzt nur sehr unregelmäßig. Es ist das Problem, daß man abends im Stoff bleibt sozusagen. Und wenn man fernsieht oder Radio hört, ob man dann auch in der Richtung bleibt. Schon eh ich hier war, war ich ebenso an Bildender Kunst und an Musik interessiert. Und ich bin ein exzessiver Schallplattenhörer. Wenn Gottwald mit ausgefallenen Sachen kommt – wenn er z.B. eine Sendung über Harry Partch78 macht, den hier keiner kennt –, so kann ich sagen: Aber ich habe zwei Schallplatten von ihm, weil ich die als Kuriositäten einmal gekauft habe. Wenn man an einer Stelle anfängt, dann ergeben sich an anderer Stelle mehrere Punkte, die offen sind. Und wenn man da weitergeht, ergeben sich wieder welche. Die Frage ist, ob man sich darin beruhigt oder ob man weitergeht. Und ich würde auch heute sagen: Für einen Redakteur gleich welcher Sparte würde ich es als die allererste Pflicht ansehen, daß er nicht ruht und rastet, sondern seine Informationsquellen bis zum letzten ausschöpft und nicht irgendwo Halt macht.

E.L.: Was gängig ist, was alle bringen...

H.H.. Ja, das spielt in meinem Verhältnis speziell zur allgemeinen literarischen Abteilung eine Rolle, weil dort mehr das schon Bekannte oder sattsam Bekannte gemacht wird und ich da auch keine Überschneidungen gehabt habe. In der letzten Zeit war's weniger, aber früher mit Schwedhelm79 habe ich mich regelmäßig unterhalten, und wir haben das abgesteckt. Genauso gut mit dem Hörspiel: Die ausgefalleneren und interessanteren Dinge, die im Rundfunk gesendet worden sind, passierten lange Zeit auch im Hörspiel. Es war im Hörspiel immer mehr zu spüren von dem, also was Sie sagen mit '68, was so unterschwellig war. Es ist eine Frage, ob man da Verbindung hat: Ich habe immer viele Verbindungen zu den Hörspieldramaturgen gehabt.



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1 Dr. Fritz Eberhard, 2.10.1896-29.3.1982, war von September 1949 bis August 1958 Intendant des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart. Eine Analyse und Bewertung seiner Tätigkeit als Rundfunkintendant fehlt bisher. Vgl. zum angesprochenen Sachverhalt auch Stephan Reinhardt: Alfred Andersch. Eine Biographie. Zürich 1990, S. 242. Ich danke meinem Mitarbeiter Dr. Jörg Hucklenbroich für vielfältige Unterstützung bei Erstellung der endgültigen Textfassung des Gesprächs sowie der Annotationen.

2 Vgl. dazu Reinhardt (wie Anm. 1), S. 197ff.

3 Das von Hans Sattler (bis 1951), Dr. Oskar Jancke (1951-1954) und Karl Schwedhelm (seit 1955) betreute literarische Programm des SDR konnte den durch das "Abendstudio Frankfurt" sowie das "Spätprogramm Hamburg" gesetzten Maßstäben hinsichtlich der Themen und der Autoren nicht standhalten. Auch hier gilt: Eine systematische Analyse und Bewertung fehlt bisher

4 Dr. Helmut Jedele, geb. 31.10.1920, war seit Oktober 1945 als freier Mitarbeiter "Radio Stuttgart", später dem Süddeutschen Rundfunk und seiner literarischen Abteilung eng verbunden. Ihm ist die wichtige hörspielgeschichtliche Retrospektive des SDR "Pioniere des Hörspiels' 1950ff., zu verdanken. Bis zu seiner Ernennung zum Fernsehbeauftragten des SDR im September 1953 war Jedele Kopf der sogenannten "Genietruppe". Zum 1.1.1958 zum Fernsehdirektor des SDR ernannt, wechselte er zum 1.8.1959 als Geschäftsführer zur neugegründeten BAVARIA Atelier GmbH. Diese Position gab er Anfang 1979 auf.

5 Heinz Huber, 17.6.1922 - 8.2.1968, seit 1952 in der Hörspieldramaturgie des SDR tätig, 1953 Leiter der Featureredaktion und seit 1954 Redakteur für kulturelle und dokumentarische Sendungen des SDR-Fernsehens. Huber hat maßgeblichen Anteil am Aufstieg der sog. "Stuttgarter Schule" des Femsehdokumentarismus ("Zeichen der Zeit"). Vgl. zu seinen frühen Fernsehproduktionen die Magisterarbeit von Martin Emele: Heiße Eisen. Politik im Fernsehen des Süddeutschen Rundfunks 1954 - 1958. Universität Tübingen 1989.

6 Hans Gottschalk, geb. 31.7.1926, war seit 1949 Mitarbeiter des SDR für literarische und aktuelle Aufgaben, 1952 dramaturgischer Mitarbeiter in der Hörspielabteilung, seit Oktober 1953 verantwortlicher Dramaturg des SDR-Fernsehens und bis Ende Juli 1959 Chef des Fernsehspiels beim SDR-Fernsehen. Er ging mit Jedele zur BAVARIA und wurde dort Produktionschef. Er schied dort 1973 aus und ist seit 1977 Chef einer eigenen Produktionsfirma.

7 Der Schriftsteller Martin Walser, geb. 24.3.1927, war seit 1949 Mitarbeiter in verschiedenen Redaktionen des SDR, zunächst als Reporter, dann als Autor und Regisseur. Walser war mit Jedele seit 1953 maßgeblich beteiligt am Aufbau des SDR Fernsehens.

8 Im Zusammenhang mit literaturwissenschaftlichen Arbeiten zur Entwicklung des Feature etc. ist die "Genietruppe" um Helmut Jedele und Martin Walser immer wieder thematisiert worden. Vgl. etwa Anthony Waine: Literatur und Radio nach dem Krieg – ein Porträt des Süddeutschen Rundfunks. In: Mitteilungen StRuG 13. Jg. (1987), 5.122-146. Diese wie andere Arbeiten lassen eine Einordnung anspruchsvoller und literarisch ambitionierter Rundfunkarbeit in den institutionellen Gesamtzusammenhang vermissen und behandeln sehr einseitig die Verbindungslinien von relativ kleinen Programmausschnitten zu kulturellen Feldern außerhalb des Rundfunks. Das gilt in einem gewissen Maße auch für das "Radio-Essay".

9 Die Frage, inwieweit der "Radio-Essay“ Stuttgarter Provenienz sich von den Abendstudios anderer Rundfunkanstalten in Form und Inhalt gravierend unterschied, soll hier auf sich beruhen. Vgl. zu den Abgrenzungsbemühungen von Andersch Matthias Liebe: Alfred Andersch und sein "Radio-Essay“. Frankfurt/Bern/New York/Paris 1990, S. 43ff mit einigen Definitionsversuchen von Andersch, der auch in einem Brief an Eberhard vom 13.5.1955 ausdrücklich die Bezeichnung "Funkessay“ ablehnt: SDR/HA H03/07-19/12493. Die vorgenannte Signatur bezeichnet die Ablage des "Radio-Essay" im Historischen Archiv des SDR (SDR/HA), die die Arbeit von Alfred Andersch und Helmut Heißenbüttel in Stuttgart in denkbar vollständigster Weise dokumentiert. Eine Aufstellung der verschiedenen Sendereihen und der Veränderungen im Senderhythmus sowie der Sendezeiten findet sich in der Magisterarbeit von Jürgen Klette: "Radio-Essay“ im Südfunk Stuttgart 1956 bis 1970. Literatur im Nachtprogramm des Hörfunks. Freie Universität Berlin 1976, S. 51.

10 H. spricht damit die seit 1.1.1968 zwischen SDR und SWF eingeführte Kooperation der „Radio-Essay“ -Sendungen und des "Abendstudio Baden-Baden" an, die den Senderhythmus des "Radio-Essay" auf vierzehn Tage ausdehnte. Als der Saarländische Rundfunk im Frühjahr 1972 in die erweiterte Kooperation der drei südwestdeutschen Rundfunkanstalten einbezogen wurde, hatte das "Radio-Essay“ nur noch alle drei Wochen einen Sendetermin.

11 Vgl. Reinhardt (wie Anm. 1). S. 250f.

12 Enzensberger hatte zu diesem Zeitpunkt lediglich seine Dissertation über Clemens Brentano publiziert. Ein erster Gedichtband, "verteidigung der wölfe", erschien 1957 bei Suhrkamp.

13 KIaus Roehler, geb. 25.10.1929, Schriftsteller, seit 1955 Mitglied der "Gruppe 47“.

14 Die Tätigkeit Enzensbergers als Mitarbeiter von Andersch ist dokumentiert in der Korrespondenz- Serie der Assistenten von Andersch (also von Enzensberger und Heißenbüttel), SDR/HA "Radio-Essay" (H07/03- 19/12458 bis 19/12463). Eine Anfrage Enzensbergers bei Heißenbüttel ist dort aber nicht enthalten.

15 Reinhardt (wie Anm. 1), S. 273. Wolfdietrich Schnurre, 22.8.1920-9.6.1989 gehörte von Beginn an zur „Gruppe 47“. Zum hier angesprochenen Zeitpunkt war Schnurre bekannt als engagierter Satiriker, der auch die Kultur- und Literaturkritik literarisch kritisierte. Dem breiteren Publikum wurde Schnurre bekannt durch seine Kurzgeschichten. Franz Schonauer, 1920-1989, Literaturkritiker und Essayist für Zeitungen und Zeitschriften sowie den Rundfunk. Mitglied der „Gruppe 47“ und des PEN-Clubs. Schnurre und Schonauer waren häufiger Autoren des „Radio-Essay“.

16 Max Bense, 7.2.1910 - 29.4.1990, Professor für Philosophie an der Universität Stuttgart, Nestor der "Stuttgarter Gruppe" mit Heißenbüttel, Gomringer, Mon, Döhl, Jandl, Rot und Schäuffelen.

17 Jürgen Schüddekopf, Begründer des Nachtprogramms beim NWDR im Sommer 1947. In dem Interview vom 24.1.1992 hat Heißenbüttel in dem Zusammenhang von seiner ersten "Enttäuschung" gesprochen, weil ein Hörspiel, das er geschrieben hatte, vom NDR abgelehnt worden war: "Das war ursprünglich eine Geschichte gewesen eine Kurzgeschichte die habe ich viel geschrieben zu der Zeit. Die habe ich dann umgeschrieben als Dialog, oder auch Monolog, und war der Meinung, ich hätte es ganz richtig gemacht, und war dann überrascht, wie der damalige Gesprächspartner vom Rundfunk zu mir sagte: "Wir haben einen neuen Mann hier, Herrn Schwitzke, und der ist der Meinung, diese Dinge gehören nicht mehr hierher. Wir müssen was anderes machen". Und darüber war ich enttäuscht, weil ich gerade der Meinung war, daß ich es richtig gemacht hatte, vom Thema und von der Form her."

18 Das Schallarchiv des NDR konnte keine Sendungen von Heißenbüttel aus der Zeit vor 1957 nachweisen. Recherchen in schriftlichen Unterlagen sind beim NDR nicht möglich, da die einem Historischen Archiv vergleichbare Einrichtung der Anstalt nicht besetzt ist.

19 Es handelt sich um J. Morris: From the Third Programme: A Ten Years Anthology. London 1956.

20 Heinz Friedrich, geb. 14.2.1922, Verleger und Lyriker, 1949-1956 Leiter des Abendstudios des Hessischen Rundfunks.

21 Laut Mitteilung des NDR-Schallarchivs: Die Insel der Resignation. Sardinische Augenblicke, Sendung am 8.3.1954; Der hilflose Diktator Konsument, zusammen mit Erich Kuby. Drei Folgen, Aufnahmedatum 25.5.1955; Der Hafen ist voller Geheimnisse, Sendung am 11.1.1956; Fortsetzung folgt. Die Entstehungsgeschichte eines Illustriertenromans, Sendung am 9.7.1956; Die neuen Stützen der Gesellschaft, Sendung am 27.11.1956; Was bleibt ist die Chance. Die Gesichter des Glücksspiels, Sendung am 23.7.1957; Im Rücken des Siegers. Auch der Sport hat seine Geschichte, Sendung am 23.6.1959; Im Rücken des Siegers. Spiel und Rekord, Sendung am 02.7.1959.

22 Die Briefwechsel Andersch-Heißenbüttel zum Überwechseln nach Stuttgart in SDR/HA H07/03-19/12955. Dort ist auch die im folgenden angesprochene erste Arbeit von Heißenbüttel, das Redigieren von "Hochwasser", Gegenstand der Korrespondenz.

23 Sendung am 8.11.1957, Manuskript in SDR/HA H03/07-19/12517 (ab jetzt immer Verweis "MS" wenn ein 2M Manuskript in der Ablage des "Radio-Essay' vorhanden ist; siehe auch SDR/Schallarchiv 6003103.

24 Sendung am 10.5.1957 unter dem Titel: Strukturelle Musik. Eine Einführung in fünf Klavierstücken (MS). Auch Schallarchiv/ SDR 6003124.

25 Die Sendungen können hier nicht im einzelnen aufgeführt werden; hingewiesen werden soll auf: Ist die Reform versandet? Ein sorgenvolles Gespräch über die Situation der deutschen Universität mit Max Bense, Anved Blomeyer, Eva Heilmann, Dieter Wellershoff und Hans Magnus Enzensberger, Sendung am 13.1.1956 (gelöscht); Steht der Geist noch links? mit Georg Boese, Alfred Andersch. Friedrich Sieburg, Wilhelm Emanuel Süskind. Sendung am 11.7.1956, SDR/Schallarchiv 6003069; Die Spezialisten der Gewalt I: Zur Sozialpsychologie des Militärs mit Adelbert Weinstein, Erich Franzen, Hans Weber; Spezialisten der Gewalt II: Grundsätzliches über Militär und Demokratie mit Adelbert Weinstein, Thilo Graf von Werthern-Beichlingen und Dr. Fritz Malburg, Sendungen am 11. und 18.1.1957 (gelöscht); Erkennen und Gestalten. Ein Gespräch zwischen Max Bense, Heinz Friedrich sowie Albrecht und Volker Merz, Sendung am 15.2.1957 (gelöscht); Literatur und Konversion. Ein Gespräch zwischen Hans-Egon Holthusen, Georg Boese, Martin Walser und Alfred Andersch, Sendung am 10.1.1958, SDR Schallarchiv 6003140.

26 Über Georg Boese waren keine werteren Angaben auffindbar.

27 Das war Gustav Rudolf Sellner, 25.5.1905-8.5.1990, von 1951 bis 1961 Intendant am Landestheater in Darmstadt und dort bekannt für seine Klassiker-Inszenierungen; seit 1961 Intendant der Städtischen Oper Berlin. Albert Schulze-Vellinghausen, Kunstkritiker und Journalist. 30. Mai 1905 - 23. Mai 1967, seit 1953 Kulturreferent für die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Nordrhein-Westfalen. Die Sendung fand am 10.5.1957 statt unter dem Titel: Theaterregie gegen das saturierte Publikum, SDR/Schallarchiv 6003096.

28 Andererseits pflegte Andersch trotz der Betreuung durch Heißenbüttel weiterhin einen recht intensiven Briefwechsel mit Arno Schmidt, der in dem Band von Bernd Rauschenbach (Hrsg.): Arno Schmidt. Der Briefwechsel mit Alfred Andersch. Zürich 1985 ediert ist. Auch einige Briefe von Heißenbüttel sind dort abgedruckt.

29 Vgl. Sendung am 18.11.1960: "Das Geheimnis von Finnegans Wake" (MS) und am 10.11.1961: "Der Triton mit dem Sonnenschirm" (MS).

30 Dieter Wyss, geb. 20.12.1923, Professor für Psychotherapie und Medizinische Psychologie in Würzburg. Die Sendung wurde am 10.4.1959 unter dem Titel: „Angeklagter Marquis de Sade“ ausgestrahlt. Die erwähnte Aktennotiz konnte in der Ablage des „Radio-Essay“ nicht gefunden werden.

31 Andersch erhielt auch mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit (Diabetes) eine Befreiung von der Präsenzpflicht bis April 1959, danach war ihm ein Beratervertrag zugesagt worden, der bis zum 30.4.1963 lief. Das Ende ist annotiert in der Hauszeitschrift "Südfunk-Kurier", Nr.23/1963. Vgl. auch Reinhardt (wie Anm. 1), S. 302, 307, 316.

32 Dr. Hans Bausch, geb. 23.12.1921 – 23.11.1991, von September 1958 bis Dezember 1989 Intendant des Süddeutschen Rundfunks.

33 Heinrich Bölls satirischer "Brief an einen jungen Katholiken", dessen Sendung für den 9.9.1958 (also eine Woche nach Dienstantritt des neuen Intendanten) vorgesehen war, kritisierte das Verhatten der Katholischen Kirche im Dritten Reich, ihre Nähe zur CDU in der Bundesrepublik und ihre Doppelmoral im Bereich des Sexuellen. Mit Rückendeckung des Rundfunkrats hat Bausch die Sendung zurückgezogen. Nach dem Tode Heinrich Bölls ist sie am 16.07.1985 in einer neuproduzierten Fassung gesendet worden: SDR/Schallarchiv, 6022171. Vgl. auch Reinhardt (wie Anm. 1), S. 313f sowie ebd. Anm. 39 mit Briefzitaten von Heißenbüttel und Bausch an R.

34 Dr. Peter Kehm, geb. 20.8.1920, war der Hörfunk-Programmdirektor des SDR von 1947-1984. Zu Andersch vgl. auch die Lebenserinnerungen von Peter Kehm: Vorübergehend lebenslänglich... Ganz persönliche Erinnerungen aus 40 Jahren Rundfunkjahren – und einigen davor. Stuttgart 1990, S. 143f.

35 Die beiden Aktenbände SDR/HA H07/03 - 19/12497/8 enthalten die Korrespondenz zwischen Heißenbüttel und Andersch zwischen 1958 und 1963 mit den redaktionellen Absprachen, von denen Heißenbüttel im folgenden spricht. Die Auflösung des Vertragsverhältnisses ist nur knapp angesprochen.

36 Die Reiseberichte sind publiziert unter dem Titel: Nach Rußland und anderswohin, 1. Auflage, Stuttgart 1958; Amerikafahrt, Stuttgart 1959; Reisen nach Frankreich, Stuttgart 1961. Vgl. als Sekundärliteratur zur literaturwissenschaftlichen Einordnung Almut Todorow: Publizistische Reiseprosa als Kunstform: Wolfgang Koeppen. In: Deutsche Vierteljahresschrift 1. Jg. (1986), 5.136-165.

37 Zu den Vorgängen Reinhardt (wie Anm. 1); S. 342; Korrespondenz mit Verwaltungsdirektor Müller siehe auch SDR HA V01/0140/09576. Vgl. ferner Anm. 35.

38 Vgl. Reinhardt (wie Anm. 1); S. 342q et passim.

39 Vgl. 0swald Hirschfeld, geb. 26.1.1917, 1946-1982 Redakteur in der politischen Redaktion (Hörfunk) des SDR, bis 1976 stellvertretender Chefredakteur und langjähriger Betreuer des politischen Features bis zu seiner Pensionierung.

40 Sendung am 5.6 1966: Guide bleu – Athen (MS); 15.1.1967: Guide bleu – Herakleion (MS); 7.5.1967: Die Bidonvilles von Paris (MS).

41 Sendung: 4.6 1968 "Audienz des Wandsbecker Boten beim Kaiser vom Japan" (MS), Schallarchiv des SDR 60/08823.

42 Ein schriftlicher Beleg für diese Sitzung ließ sich nicht finden.

43 Helmut Heißenbüttel: Über Literatur. Aufsätze und Frankfurter Vorlesungen. Olten und Freiburg 1966.

44 Über die Gespräche zwischen Kehm und Heißenbüttel finden sich in der Redaktionsablage des „Radio-Essay“ keine weiteren schriftlichen Hinweise und Belege.

45 Sendung am 6.10.1967 unter dem Titel: Die Literatur, das Ohr und das Auge (MS), SDR/Schallarchiv, 6008100.

46 Dr. Marlis Gerhardt, seit 1975 Kulturredakteurin beim SDR.

4747 Jean Améry, 30.10.1912 - 17.10.1978, Schriftsteller, Essayist und Publizist; war Autor von 34 Sendungen in den knapp fünfzehn Jahren der Zusammenarbeit mit Helmut Heißenbüttel im „Radio-Essay“. Wegen des Umfangs der Mitwirkung können hier nicht alle Einzelnachweise aufgeführt werden.

48 Sendung am 19.10.1964: An den Grenzen des Geistes (MS).

49 Am 16.7.1976 war die letzte Buchbesprechung, die aber schon vorher in der Sendezeit des "Radio-Essay" untergebracht werden mußte. Am 18.2.1976 schrieb Heißenbüttel an Dr. Kehm, daß längere Essays die Sendezeit des "Radio-Essay" völlig ausfüllten und somit keine Zeit mehr für Buchbesprechungen bliebe (SDR/HA H03/07-19/12502). 1976 sind auch nur noch drei Nachweise für Buchbesprechungen zu finden, zur Jahresmitte wurden sie dann ganz eingestellt. – In den über zwanzig Jahren des Bestehens der Reihe "Ein Buch und eine Meinung" sind 903 Sendungen ausgestrahlt worden: Die Manuskripte der Besprechungen sind in der Regel erhalten.

50 Dr. Willy Gaessler, 29.5.1912 – 10.7.1991, Hauptabteilungsleiter Musik des SDR 1969-1977.

51 Hans Werner Henze, Komponist, gab. 1.7.1926. Ein relativ umfangreicher Schriftwechsel Andersch-Henze ist in den Unterlagen des "Radio-Essay“ enthalten.

52 Joachim Ernst Berendt, geb. 20.7.1922, 1945-1975 SWF-Redakteur für Jazz.

53 Hans Müller-Kray, 13.10.1908-30.5.1969, Hauptabteilungsleiter Musik des SDR 1948-1969. Der Vorschlag von Andersch mit einer anderthalbseitigen Ausarbeitung dazu von Heißenbüttel wurde am 12.6.1957 dem Intendanten übermittelt (SDR HA, H07/03 –19/12495). Die harsche Ablehnung von Müller-Kray und Gaessler vom 26.6.1957 findet sich in SDR HA, H07/03 –19/12494).

54 Die erste Sendung der Autorenmusik wurde am 17.6.1971 ausgestrahlt, steht also nicht im Zusammenhang mit der erweiterten Kooperation der drei südwestdeutschen Rundfunkanstalten, die erst im Frühjahr 1972 begann.

55 Hans Jürgen Schultz, geb. 19.9.1928, seit 1957 beim SDR-Kirchenfunk, 1970-1991 Chefredakteur Kultur und damit der unmittelbare Vorgesetzte von Heißenbüttel.

56 Johannes Vetter, laut Ansage der Sendung gab. 1943 studierte Theologie und Philosophie, wandte sich dann aber ausschließlich der Musik zu. Er verfaßte ein Schulwerk für die avantgardistische Verwendung der Blockflöte und arbeitete zusammen mit Karl- Heinz Stockhausen. Die Autoren-Musik, die er zusammen mit Abuko Iwami gestaltete, wurde gesendet am 23.4.1973, SDR/Schallarchiv 6022851.

57 Fichte gestaltete zweimal die Autoren-Musik: am 12.11.1973, SDR/Schallarchiv 6022848 und am 12.7.1976, SDR/Schallarchiv 6012098. Letztere stellte Ausschnitte aus der "Krönung der Poppea" von Claudio Monteverdi vor. Dazu las Fichte Verse aus dem Trauerspiel "Messalina" von Caspar von Lohenstein.

58 Peter Hamm, Hans Eisler I und Hans Eisler II, Sendungen am 3.1. und 24.1.1972 (MS), SDR/Schallarchiv 6010501;6010503.

59 Sendung am 8.8.1958.

60 Rudolf Stephan gab. 3.4.1925, Professor für Musikwissenschaft in Göttingen. Folgende Gespräche sind nachgewiesen: Zur Philosophie der Neuen Musik, Sendung 19.2.1960, SDR/Schallarchiv 60/5315-7; Über den Historismus in der Musik, Sendung: 30.9.1960, SDR/Schallarchiv, 6005353; Mahler und das Problem der Freiheit in der Komposition, Sendung am 21. April 1961, gelöscht; Zur Gesellschaftlichkeit der Musik (über Adornos Buch "Soziologie der Musik"), Sendung: 29. April 1963, SDR/Schallarchiv 600 5457.

61 Clytus Gottwald, geb. 20.11.1925, 1967-1988 Redakteur für Neue Musik beim SDR.

62 In dem Gespräch am 24.1.1992 weist Heißenbüttel noch einmal auf die enge Zusammenarbeit mit Gottwald hin: „Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Autorenmusik von Franz Mon, der hatte sich als Musikbeispiel Yoko Ono ausgedacht. All die Schreie, Triller usw., das kam vor den Rundfunkrat (...) weil ein CDU-Mitglied beim Nachhausefahren sein Autoradio angestellt hatte und plötzlich das Geschrei hörte und dachte, das muß ich vor den Rundfunkrat bringen, wegen der Gebühren. Mein Kollege Clytus Gottwald hat mich da verteidigt und gesagt: ‚Die kann etwas was sonst keiner kann, die kann auf einem Ton jodeln‘“.

63 August Langenbeck, 4.1.1912 - 26.4.1981, 1951-1977 Redakteur für Geistliche und Chormusik beim SDR.

64 Fritz Sternberg, 11.6.1895-18.10.1963, deutscher Sozialwissenschaftler, 1933 emigriert.

65 Uwe Schweikert war zum Zeitpunkt des Interviews und ist noch Verlagslektor in Stuttgart.

66 Laut Redaktionsarchiv hat Bense insgesamt 34 Sendungen für das „Radio-Essay“ geschrieben, davon über zwanzig Buchbesprechungen und neun größere Sendungen, so u.a. über Lewis Caroll, Gertrude Stein (zweimal), Brasilia, zur Textalgebra von Arno Holz (zweimal), Wilhelm und Alexander von Humboldt, sowie über "Gedichtmaschinen und Maschinengedichte" (Manuskripte alle in SDR HA H07/03).

67 Hartmut Kirste, Claus Villinger und Günter Guben waren damals und sind noch heute Spielleiter und Regisseure im Hörfunk des SDR.

68 SDR Schallarchiv 6022786, Sendung am 12.11.1979 (MS): Roaratorio on Finnegans Wake.

69 Wolfgang Dauner, geb. 30.12.1935, Jazzmusiker in Stuttgart.

70 Irmfried Wilimzig geb. 1912, freier Regisseur. Andersch der Wilimzig bereits aus dem Kriegsgefangenenlager kannte (vgl. Reinhardt, Alfred Andersch, S.111), brachte Wilimzig aus Frankfurt nach Stuttgart, wo er bis Mitte der siebziger Jahre ständig Regie für die Produktionen des "Radio-Essay" führte. Ein letzter Arbeitsnachweis für das Radio-Essay" stammt von 1978.

71 In dem Interview vom 24.1.1992, also mehr als zehn Jahre später, hat H. – neben einer Reihe von anderen Ereignissen – gerade auch dieses in fast wörtlicher Übereinstimmung noch einmal erzählt. Er hat lediglich statt des hier gewählten Ausdrucks „überzeugender“ den Begriff „authentischer“ gewählt. Unter methodenkritischen Gesichtspunkten ist deshalb anzumerken, daß offensichtlich in der Erinnerungsarbeit bestimmte Auffassungen eine sprachlich sehr fest gefügte narrative Gestalt angenommen haben. Daraus kann man schließen, daß sie für den interviewten H. über den eigentlichen Sachverhalt hinausweisende, grundsätzliche lebensgeschichtliche Bedeutung gewonnen haben. In diesem aufgegriffenen Beispielfall könnte man die Bedeutung darin sehen, daß H. ein dominantes Selbstbild als "Hör-Mensch" aufgebaut hat und entsprechende Ereignisse besonders gewichtet, die dieses Selbstbild stützen.

72 Ein derartiger Brief war in der Redaktionsablage des "Radio-Essay' nicht auffindbar.

73 Projekt Nr. 1 D'Alemberts Ende. Neuwied und Berlin 1970.

74 Sendung am 1.1.1971, SDR/Schallarchiv 6021894, Manuskript in: SDR/HA 11/01403.

75 Das Hörspiel besteht aus einer Collage, in der in eine hochartifizielle Diskussion über die ästhetischen Möglichkeiten des Hörspiels zahlreiche O-Ton-Ausschnitte hineingeschnitten sind, Nachrichtensendungen, Beatmusik verschiedene Pausenzeichen mehrerer Landesrundfunkanstalten und auch Ausschnitte aus einer Sendung des SDR-Landfunks.

76 Heißenbüttel spricht hier von dem für den WDR geschriebenen Hörspiel: Warzen und alles. Ein quasiautobiogaphisches Hörspiel Sendung: 21.7.1973.

77 Heißenbüttel spielt auf das 1976 bezogene neue Funkhaus des SDR an, in dem er nach vielen Jahren zurückgezogenen Aufenthalts im sog. Funkstudio im Park der Villa Berg seine Redaktionsräume erhielt. Nach eigenen Aussagen, wie denen von anderen Mitarbeitern, hat Heißenbüttel sich in dem Neubau nicht mehr so recht eingewöhnen können.

78 Harry Partch, 24.6.1901-3.9 1974, amerikanischer Komponist, war Schöpfer von Werken, in denen er u.a. die harmonischen Möglichkeiten des nicht temperierten Systems demonstrierte. Vgl. Hanns-Werner Heister/Watter79Wolfgang Sparrer: Komponisten der Gegenwart. München 1992.

79Karl Schwedhelm, 14.8.1915 – 9.3.1988. 1955 – 1978 Leiter der Abt. Literatur im Hörfunk des SDR.

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