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Autorin: Matejka, Ricky.
Titel: Glossar zu Rundfunk und Fernsehen.
Quelle: ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hrsg.): Was Sie über Rundfunk wissen sollten. Materialien zum Verständnis eines Mediums. Berlin 1997. S. 399-423.
Verlag: Vistas Verlag.
Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Ricky Matejka
Glossar zu Rundfunk und Fernsehen
Abschattung
Beeinträchtigung oder Verhinderung des terrestrischen Rundfunkempfangs durch Hindernisse wie Berge oder Hochhäuser. Ungestörten Empfang sichern entweder Füllsender, Kabelanlagen oder Satelliten.
Analog
Darstellung und Übertragung von Signalen in Form von Tönen oder Bildern in kontinuierlicher Form. Wenn Ton- und Bildsignale analog übertragen werden, entsprechen die Spannungs- bzw. Stromschwankungen genau den Signalschwankungen.
Anstalt des öffentlichen Rechts
Seit dem Übergang der Besatzungssender in deutsche Hände, 1948/49, in (West)Deutschland übliche Rechtsform für Rundfunkveranstalter, Ausgangspunkt für den in der Folge geprägten Begriff öffentlich-rechtlicher Rundfunk, heute Rechtsform aller ARD-Anstalten, des ZDF und derLandesmedienanstalten, die die Aufsichtsgremien der privatwirtschaftlichen Programmveranstalter sind. Die Form der Anstalt des öffentlichen Rechts wurde in derNachkriegszeit gewählt, weil sie in nahezu idealer Weise den Vorstellungen der Westalliierten von einem staatsfreien, keiner gesellschaftlichen Gruppe ausgelieferten Rundfunk untergesellschaftlicher Kontrolle entsprach.
Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD)
Mitglieder der ARD sind die Landesrundfunkanstalten Bayerischer Rundfunk (BR), Hessischer Rundfunk (HR), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Norddeutscher Rundfunk (NDR), Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB), Radio Bremen (RB), Saarländischer Rundfunk (SR), Sender Freies Berlin (SFB), Süddeutscher Rundfunk (SDR), Südwestfunk (SWF), (SDR und SWF ab 1.10. 1998 Südwestrundfunk (SWR), Westdeutscher Rundfunk (WDR), die Anstalt des Bundesrechts Deutsche Welle (DW) sowie unter ARD- und ZDF-Beteiligung die Körperschaft des öffentlichen Rechts Deutschland Radio (laut Staatsvertrag vom 17. Juni 1993). Rechtsgrundlagen sind die Satzung der ARD vom 10. Juni 1950 in der Fassung vom 25. November 1992, der Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland vom 31. August 1991 in der Fassung vom 2. Februar/1. März 1994 sowie die Vereinbarung über einen Finanzausgleich der Landesrundfunkanstalten der ARD vom 26. Juni 1992.Die Geschäftsführung und die Vertretung der Arbeitsgemeinschaft sind so bestimmt, daß ein Mitglied für die Dauer eines Jahres als geschäftsführende Anstalt gewählt wird, Wiederwahl für ein weiteres Jahr ist möglich. Der Intendant der geschäftsführenden Anstalt ist für diese Zeit Vorsitzender der ARD. Mitgliederversammlungen finden statt als Hauptversammlungen, andenen auch die Vorsitzenden der Aufsichtsgremien teilnehmen, und als Arbeitssitzungen der Intendanten. Die Finanzierung von Gemeinschaftsaufgaben, Gemeinschaftseinrichtungen und Gemeinschaftssendungen erfolgt nach den jeweils gültigen Kostenverrechnungsrichtlinien. Die geschäftsführende Anstalt 1995/96 ist der Bayerische Rundfunk, der Vorsitzende ist der Intendantdes Bayerischen Rundfunks, Prof. Albert Scharf. Die satzungsgemäßen Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft sind
die Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der Mitglieder-Anstalten bei der Ausübung von Hoheitsrechten auf dem Gebiet des Rundfunks;
die Wahrnehmung sonstiger gemeinsamer Interessen der Rundfunkanstalten;
die Bearbeitung gemeinsamer Fragen des Programms sowie gemeinsamer Fragen rechtlicher, technischer und betriebswirtschaftlicher Art;
die Erstellung von Gutachten über Fragen, die anläßlich der Auslegung und der Anwendungder für die einzelnen Rundfunkanstalten in Betracht kommenden Vorschriften auftreten und von allgemeiner Bedeutung sind.
Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF)
Zusammenschluß der öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Fernsehveranstalter in der Bundesrepublik Deutschland. Die Mitglieder ARD, ARD-Werbung, KABEL 1, PRO SIEBEN, RTL, RTL2, SAT.1 und das ZDF sind gemeinsam Auftraggeber für die Zuschauerforschung der GfK Fernsehforschung. ARTE, Eurosport, DSF, n-tv und VOX sind Lizenznehmer der Arbeitsgemeinschaft.
Aufsichtsgremien
Sammelbegriff für Kontrollorgane des Rundfunks.1. Bei den Öffentlich-Rechtlichen ist der Rundfunkrat (beim ZDF: Fernsehrat), in dem Abgesandte der wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen vertreten sind, für Fragen des Programms zuständig, der Verwaltungsrat kontrolliert das Finanzgebaren; hinzu kommt die nach außen verlagerte Rechtsaufsicht durch die Landesregierungen.2. Die Privaten sind keiner öffentlichen Finanzkontrolle unterworfen, für deren Programmkontrollesind die Landesmedienanstalten verantwortlich.
Aufzeichnungspflicht
Die Veranstalter von Hörfunk und Fernsehen sind gesetzlich verpflichtet, jede ausgestrahlte Sendung aufzuzeichnen und entsprechend den in den jeweiligen Landesrundfunkgesetzen festgelegten Aufbewahrungsfristen zu archivieren.
Ausgewogenheit
In den Zusammenhang der Meinungsvielfalt gehörende, aber noch über sie hinausgehende Forderung an den Rundfunk - sowohl für den öffentlich-rechtlich wie den privatrechtlich organisierten Rundfunk. Das Gebot zur Ausgewogenheit ist erstmals im zehnten Leitsatz des ersten Rundfunkurteils des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Februar 1961 formuliert worden:Art. 5 GG erfordert Gesetze, durch die die Veranstalter von Rundfunkdarbietungen so organisiert werden, daß alle in Betracht kommenden Kräfte in ihren Organen Einfluß haben und im Gesamtprogramm zu Wort kommen können, und die für den Inhalt des Gesamtprogramms Leitgrundsätze verbindlich machen, die ein Mindestmaß von inhaltlicher Ausgewogenheit, Sachlichkeit und gegenseitiger Achtung gewährleisten. Der Rundfunkstaatsvertrag vom 31.August 1991 in der Fassung vom 2. Februar/1. März 1994 schreibt auch für den privatwirtschaftlichen Rundfunk ausdrücklich Meinungsvielfalt vor: Im privaten Rundfunk ist inhaltlich die Vielfalt der Meinungen im wesentlichen zum Ausdruck zu bringen. Die bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte müssen in den Vollprogrammen angemessen zu Wort kommen; Auffassungen von Minderheiten sind zu berücksichtigen. Er unterscheidet jedoch, daß die Meinungsvielfalt im privatwirtschaftlichen Rundfunk außenplural hergestellt werden kann und nicht unbedingt binnenplural abgesichert sein muß wie im öffentlich-rechtlichen.Die politischen Parteien neigen dazu, die als gesamtgesellschaftliche und vielfältige Balance beschriebene Ausgewogenheit eigennützig und verengt als ein Austarieren von rechtsund links umzudeuten. Im medienpolitischen Parteienstreit der 70er und 80er Jahre wurde zudem häufig die Ausgewogenheit einzelner Sendungen eingeklagt. Die in den Landesrundfunkgesetzen festgelegte inhaltliche Ausgewogenheit von Hörfunk- und Fernsehprogrammen schreibt aber nicht vor, daß jede einzelne Sendung alle Meinungen widerspiegelt, also ausgewogen ist, sondern das jeweilige Gesamtprogramm eines Anbieters oder die Gesamtheit aller Programmanbieter sorgt für Ausgewogenheit.
Außenpluralismus
Gesetzlich geregelte Meinungsvielfalt des Rundfunks, die für die Veranstaltung von Rundfunkprogrammen Gemeinschaften unterschiedlicher Anbieter vorschreibt und/oder auf die Vielfalt miteinander konkurrierender unterschiedlicher Programme vertraut. Der Rundfunkstaatsvertrag von 1991/94 sieht die Außenpluralität als gegeben an, wenn mindesten sdrei in der Bundesrepublik Deutschland veranstaltete private Fernsehvollprogramme von verschiedenen Veranstaltern bundesweit verbreitet werden, die jeweils von mehr als der Hälfte der Teilnehmer empfangen werden können.
Autofahrer-Rundfunkinformation (ARI)
Unhörbare zusätzliche Kennsignale, die mit dem Programmsignal ausgestrahlt werden, ermöglichen bei UKW-Sendern das Erkennen der Verkehrsnachrichten in entsprechend ausgestatteten Autoradios und sorgen für ein automatisches Umschalten von Cassettenwiedergabe auf Radiobetrieb. Die Servicewellen der ARD-Rundfunkanstalten strahlend die ARI-Kennung seit dem 1. Juni 1974 regelmäßig aus.
Bartering
Begriff aus dem Englischen: to barter = Tauschhandel betreiben. Es ist eine moderne Variante des Naturaltausches. Diese Geschäftsform kam in den USA schon während der 30er Jahre im Rundfunkbereich auf. Im Barter-Business werden Programmzeiten im Fernsehen oder Hörfunk gegen Werbezeiten getauscht: Die Werbungtreibenden produzieren und liefern ein fertiges Programm, in dessen Verlauf sie gratis werben dürfen. Die Werbungtreibenden können so ihre Werbebotschaften wunschgemäß plazieren und sich gleichzeitig ein optimales Programmumfeld schaffen.
Begleitmedium
Bezeichnung für eine Form der Mediennutzung in Verbindung mit anderen Tätigkeiten. Insbesondere das Radio ist zum wichtigen Begleitmedium etwa beim Autofahren oder während der Arbeit geworden. Der Begriff legt aber keine Wertung fest, da eine eindeutige Gewichtung von Haupt- und Nebentätigkeiten empirisch nicht zu ermitteln ist. Er beinhaltet vielmehr das Element der beiläufigen wie auch der intensiven Medienzuwendung und stellt kein zweitrangiges Merkmal der Mediennutzung dar, sondern ist Ausdruck einer im Laufe der Jahre grundsätzlich veränderten Nutzungssituation.
Bestands- und Entwicklungsgarantie
Gemäß der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk die ihm auferlegte Pflicht zur Grundversorgung der Bevölkerung nur erfüllen, wenn er nicht allein in seinem gegenwärtigen Bestand, sondern auch in seiner zukünftigen Entwicklung gesichert ist. So verankert in der Präambel des Staatsvertrags vom 1./3. April 1987 bzw. im neuen Rundfunkstaatsvertrag von 1991. Dadurch sind die jeweils zuständigen Bundesländer verpflichtet, die Finanzierung der Rundfunkanstalten zu gewährleisten. Dies geschieht überwiegend durch die Rundfunkgebühr. Ein Konkurs ist ausgeschlossen.
Binnenpluralismus
Organisatorisch und inhaltlich abgesicherte Meinungsvielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie beruht darauf, daß die Rundfunkgesetze die Rundfunkanstalten dazu verpflichten, daß in ihren Programmen gesellschaftlich relevante Kräfte zu Wort kommen können und in den Organen ( Rundfunkrat/ Verwaltungsrat) vertreten sind.
Breitbandnetz
Fernmelde-Kabelnetz für das Hörfunk- und Fernsehprogramm, das größere Datenmengen schnell übertragen kann.
Coincidental-Check
In der Telemetrieforschung erfolgt eine telefonische Zuverlässigkeitskontrolle des elektronischen Meßverfahrens, bei der die Übereinstimmung gemessener elektronischer Daten mit zusätzlichen stichprobenweisen Kontrollanrufen bei den Personen des Untersuchungspanels geprüft wird. Die Antworten auf die Frage nach ihrer Fernsehnutzung im Augenblick des Anrufes werden mit den elektronisch ermittelten Meßdaten des gleichen Zeitpunktes verglichen und eine Fehlerquote errechnet. Die Übereinstimmung zwischen elektronischer Messung und Kontrollanruf liegt im Durchschnitt bei über 95%.
Couch-Potatoes
Der Begriff, der aus den USA kommt, fand Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre Eingang auch in die deutsche Diskussion über das Syndrom des Vielsehers. Die Metapher soll einerseits das Festkleben auf dem Fernsehsessel bzw. Sofa verbildlichen, das Dauerfernseher ja praktizieren, andererseits die verbreitete Neigung karikieren, beim Fernsehen ständig Kartoffelchips u. ä. in sich hineinzustopfen.
Datenautobahn
Verbund von Hochleistungs- und Breitband-Kabelnetzen, der die schnelle Übertragung von größeren Datenmengen, u. a. von Hörfunk- und Fernsehprogrammen, ermöglichen soll.
Datenkompression
Technisches Verfahren, das den Datenumfang eines digitalisierten Signals ohne wahrnehmbaren Informationsverlust verdichtet, damit ein Signal schneller und effizienter übertragen oder gespeichert werden kann. Dadurch können Übertragungskosten und Speicherkapazität gespart werden.
Decoder
Zusatzgerät, das verschlüsselte, gespeicherte oder live übertragene Bild- und Tondaten so aufbereitet, daßsie an Radio- oder Fernsehgeräte des Empfängers ausgegeben bzw. ohne Verzerrung vom Empfänger gesehen oder gehört werden können, z. B. Stereo-Decoder in Hörfunkempfängern, PAL- und Videotext-Decoder in Fernsehgeräten.
Demoskopische Hörerbefragung
Bei einer ein- oder mehrmaligen Stichtagsbefragung repräsentativ ausgewählter Personen und Haushalte werden neben dem Nutzungsverhalten Meinungen und Einstellungen zu einzelnen Sendungen und Programmen erfragt. Es entsteht ein Meinungsbild, das auf Erinnerungsleistungen basiert (z. B. Wann haben Sie gestern/heute Radio gehört? Welche Sendungen haben Sie gehört?). Lange Zeit wurden demoskopische Hörerbefragungen in großen zeitlichen Abständen (jährlich) durchgeführt, der SDR entwickelte mit regelmäßigen monatlichen Telefonumfragen einen neuen Standard zur Überprüfung der Hörgewohnheiten und Programmbewertungen. Nach einem Zufallsverfahren werden mit Hilfe eines Demometers monatlich ca. 1.000 Erwachsene (ab 14 Jahre) ausgewählt und angesprochen. Ähnliche Trendbefragungen führen inzwischen fast alle ARD-Anstalten in ihren Sendegebieten durch.
Deutscher Fernsehfunk (DFF)
Das Fernsehen der DDR mit Sitz in Berlin-Adlershof strahlte von 1952 an zunächst ein Versuchsprogramm aus, begann seinen regelmäßigen Fernsehbetrieb 1956 und startete 1969 ein zweites Fernsehprogramm. Von 1972 bis 1990 hieß der DFF Fernsehen der DDR und unterstand dem Staatlichen Komitee für Fernsehen beim Ministerrat der DDR. Mit der Vereinigung am 3. Oktober 1990 trat Artikel 36 des Einigungsvertrages in Kraft, der für die zentralen Einrichtungen von Hörfunk und Fernsehen in den neuen Bundesländern die Auflösung bis zum 31. Dezember 1991 vorsah. Am 1. Januar 1992 wurde das DDR-Fernsehen durch die in den östlichen Bundesländern neugeschaffenen öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten abgelöst.
Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
Die Stiftung bürgerlichen Rechts wurde 1953 in Frankfurt am Main als Lautarchiv des Rundfunks von den ARD-Anstalten gegründet. Das DRA ist eine Gemeinschaftseinrichtung der ARD - mit Standorten in Frankfurt am Main und seit 1994 auch in Berlin-Adlershof -, die zeithistorisch relevante Ton-, Bild- und Schriftdokumente archiviert bzw. dokumentiert. Die Sammlungen und Dokumentationen, erschlossen durch einen Zentralkatalog und Datenbanken, stehen sowohl für rundfunkinterne Zwecke als auch für die mit Wissenschaft, Kultur, Bildung und Unterricht befaßte Öffentlichkeit zur Verfügung.
DFS1 Kopernikus
Der Deutsche Fernmeldesatellit ist seit 1989 in Betrieb, auf 23,5¡ Ost positioniert und wird derzeit für ARD-Angebote im Digitalen Satelliten Radio und für 3sat genutzt.
Digitalisierung
Bezeichnung für die elektronische Zerlegung von Text-, Bild- und Toninformationen mit dem Ziel, sie in eine für Computer lesbare Form zu bringen. Es ist also die Übersetzung von
Analogsignalen wie Musik, Fernsehbildern und Telefongesprächen in ein digitales Format, damit diese Signale in Datennetzen übertragen werden können. Digitalisierung bringt in der Regel zuverlässigere Qualität und effizientere Übertragung.
Digital Audio Broadcasting (DAB)
Forschungsprojekt Eureka EU 147 der Europäischen Gemeinschaft unter der Federführung der Bundesrepublik für digital ausgestrahlte Radioprogramme in CD-Qualität, die aber nur mit entsprechenden Endgeräten empfangen werden können. Neben den Audioinformationen können auch Daten oder Bilder übertragen werden. DAB soll langfristig den herkömmlichen FM-UKW-Hörfunk ablösen.
Digitales Satelliten Radio (DSR)
Dieses Verfahren zur digitalen Verbreitung von Hörfunkprogrammen über Satellit ermöglicht eine preisgünstige Versorgung großer Gebiete. Es eignet sich zur Weiterverbreitung über Kabel, garantiert eine hohe Klangqualität und ermöglicht die Lautstärkeregelung getrennt für Musik und Sprache. DSR, das von den ARD-Anstalten, der Bundespost, der Industrie und Forschungsinstituten unter Federführung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie Anfang der 80er Jahre eingeführt wurde, wird heute über die Satelliten DFS1 Kopernikus und TV-SAT 2 ausgestrahlt.
Digital Video Broadcasting (DVB)
Technisches Verfahren zur digitalen Ausstrahlung von Fernsehprogrammen. Eine gleichnamige internationale Projektgruppe (an der auch die EBU beteiligt ist) befaßt sich mit den entsprechenden Standards für die Übertragung über Satellitenkanäle, Kabelnetze, Gemeinschaftsantennenanlagen und über terrestrische Sendernetze.
Dritte Fernsehprogramme
Bei diesen Programmen spielt die ARD-interne Zusammenarbeit eine große Rolle. Alle acht Dritten Programme können aus einem gemeinsamen Programmpool ihr Angebot ergänzen. Besonders eng arbeiten SFB und MDR sowie NDR und ORB zusammen; sie gestalten jeweils gemeinsame Tagesprogramme. Das Bayerische Fernsehen, das MDR-Fernsehen, N3, Südwest 3 und das WDR-Fernsehen werden wie B 1, hessen 3 und Fernsehen Brandenburg über das dritte Sendernetz, aber zusätzlich auch über Satellit verbreitet und sind damit überregional zu empfangen.
Duales Rundfunksystem
Nebeneinander von öffentlich-rechtlich und privatwirtschaftlich organisiertem Rundfunk in der Bundesrepublik. Der Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland vom 31. August 1991, in der Fassung vom 2. Februar/1. März 1994 legt die für beide Systeme geltenden gemeinsamen Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Finanzierungsformen und Aufgabenzuweisungen fest. Hauptunterscheidungsmerkmale sind überwiegende Finanzierung durch Gebühren, strikte Beschränkung der Werbung, Binnenpluralität und Grundversorgungsauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk; Werbefinanzierung, Außenpluralität und geringere Programmanforderungen für den privatwirtschaftlichen Rundfunk. Das duale Rundfunksystem begann mit dem ersten Kabelpilotprojekt 1984 in Ludwigshafen.
Durchschnittsprogrammkosten
Die Kosten, die bei der Herstellung einzelner Programme oder Programmteile entstehen, inklusive der Betriebs- und Gemeinkosten werden pro Sendeminute berechnet. So lagen 1995 die Durchschnittsprogrammkosten der ARD im Hörfunk bei 84 DM, im Ersten Fernsehprogramm der ARD bei 6.425 DM, im Vorabendprogramm bei 1.492 DM und in den Dritten Programmen bei 645 DM pro Sendeminute.
Einschaltquote Haushaltsreichweite Sehbeteiligung
Der vor der Etablierung des dualen Rundfunksystems am häufigsten benutzte Meßwert der Zuschauerforschung. Die Einschaltquote gibt, bezogen auf die Gesamtzahl aller 32,75 Mio. (31. März 1996) Fernsehhaushalte, die Prozentzahl derjenigen Haushalte an, die je nach Sendung eingeschaltet hatten. Sie bezieht sich also nicht auf die Zuschauerzahl, die je nach Sendung bei gleicher Quote erheblich differieren kann, weil pro Haushalt unterschiedlich viele Personen zuschauen.
Erstes Deutsches Fernsehen
Seit 1. November 1954 nationales Gemeinschaftsprogramm der ARD, das sich aus Gemeinschaftssendungen und Einzelbeiträgen der Landesrundfunkanstalten zusammensetzt. Das Erste Programm, das bundesweite Vormittagsprogramm und die Vorabendprogramme werden über das erste Sendernetz und über Satellit verbreitet und sind damit bundesweit bzw. nahezu europaweit in Kabelhaushalten oder direkt über Satellitenantennen zu empfangen. Die ARD sendet heute ein 24-Stunden Vollprogramm über das erste Sendernetz.
Eskapismus
Aus dem Englischen, escape = entfliehen. Beschrieben wird ein Medieninteresse, bei dem es vorrangig darum geht, in der Welt der Medien den Sorgen des Alltags zu entfliehen. Der Fluchtwunsch wird mit Spannungen der Individuen begründet, die aus der Entfremdung untereinander entstehen und zu einem Kompensationsbedürfnis führen.
Eurovision
Weltweit größter Verbund für den Austausch von Fernsehprogrammen unter dem Dach der UER. Der gemeinsame Programmpool wird von 31 europäischen Mitgliedern der UER, acht der 1993 in der UER aufgegangen OIRT und 13 assoziierten Mitgliedern mit einer Programmgesamtlänge von über 3.000 Stunden jährlich beliefert. Neben Sportereignissen werden auch aktuelle oder Unterhaltungssendungen wie der Grand Prix d‘Eurovision übertragen.
Feature
Aus dem Englischen stammende Bezeichnung für künstlerisch-journalistische Sendungen in Radio und Fernsehen zumeist dokumentarischer Art, die sich durch den Einsatz von Musik, Originaltönen oder Aufnahmen an Originalschauplätzen von der klassischen Vortragsform deutlich unterscheiden. In manchen Landesrundfunkanstalten gibt es eigene Feature-Abteilungen.
Fensterprogramm
Eine seit 1924 in Deutschland übliche Angebotsform für Regionalsendungen, bei der ein zeitlich begrenztes Radio- oder Fernsehprogramm für einen kleineren Teil eines Sendegebietes aus dem jeweiligen Gesamtprogramm getrennt und nur regional oder lokal gesendet wird.
Fernsehhaushalte
In der Bundesrepublik gibt es rund 32 Mio. Haushalte mit mindestens einem Fernsehgerät (nach Ermittlungen der GfK sind das 98 % aller Haushalte). In ihnen leben rund 68 Mio. Zuschauer ab sechs Jahren. (Stand: 31. März 1996.)
Fernsehnorm
Es gibt unterschiedliche technische Normen, die für die Ausstrahlung von Fernsehen genutzt werden, dazu zählen PAL und SECAM in Europa bzw. NTSC in Amerika und Japan.
Fernsehuntersuchungen
Fachausdruck für Sendungen in der DDR, die Mißstände im Bereich der Volkswirtschaft aufdeckten und bedingte Lösungsvorschläge zur Beseitigung anboten.
Fernsehurteile => Rundfunkurteile
Finanzausgleich
Durch unterschiedlich große Sende- bzw. Gebühreneinzugsgebiete gibt es ein finanzielles Gefälle zwischen den einzelnen Rundfunkanstalten. Deshalb bekommen die kleineren nehmenden Anstalten (RB, SR und SFB) von den größeren gebenden Anstalten (BR, HR, NDR, SDR, SWF und WDR) einen Anteil der Rundfunkgebühren, um die laufenden Kosten decken und damit arbeitsfähig sein zu können.
Formatradio
Aufeinander abgestimmtes, in allen Sendungen wiedererkennbares Erscheinungsbild eines Radioprogramms. Prägende Formatmerkmale sind wiedererkennbare Musikstile und Moderationen Das Musikprofil definiert weitgehend das Programm. Musikauswahl, Abfolge der Musik, Moderation und Wortbeiträge zielen auf ein meist altersmäßig festgelegtes Publikum ab.
Füllsender
In Regionen, in denen die Empfangsstärke der Sender wegen Abschattung nicht ausreicht, werden Füllsender geringerer Leistung eingesetzt, die wie eine Relaisstation wirken, d. h., die von einem anderen Sender empfangenen Signale werden verstärkt, in einen anderen Fernsehkanal umgesetzt und wieder ausgestrahlt.
Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (GEZ)
Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF. Sie hat ihre Einzugstätigkeit 1976 aufgenommen. Der GEZ-Gründung waren 1968 zwei Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vorausgegangen, die feststellten, daß die Regelung der Rundfunkgebühren Ländersache und nicht Aufgabe der Post sei. Die Aufgaben der GEZ als gemeinsames Rechen- und Servicezentrum von ARD und ZDF betreffen die Verwaltung des Teilnehmerbestandes, die Kontrolle des Gebühreneingangs und die Weiterleitung der Gebühren entsprechend den staatsvertraglichen Regelungen an die Landesrundfunkanstalten, das ZDF und die Landesmedienanstalten.
Gemeinschaftsprogramm
Begriff für die von den Landesrundfunkanstalten der ARD gemeinsam betriebenen Programme wie das Erste Deutsche Fernsehen, aber auch für das Vormittagsprogramm, das gemeinsam von ARD und ZDF getragen wird.
Gemeinschaftssendungen, -einrichtungen, -aufgaben (GSEA)
Sammelbegriff für den Bereich organisatorisch gemeinsam ausgeführter Aktivitäten der ARD wie die Sendung der Tagesschau, das Auslandskorrespondentennetz oder das Deutsche Rundfunkarchiv.
Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK)
Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Nürnberg, das seit 1985 mit der regelmäßigen Messung der Fernsehnutzung betraut ist. Zunächst waren die ARD, ihre Werbegesellschaften und das ZDF die Auftraggeber, heute ist es die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), in der sich öffentlich-rechtliche und die großen privatwirtschaftlichen Fernsehveranstalter mit dem Ziel einer gemeinsamen Erhebung von Fernsehnutzungsdaten zusammengeschlossen haben. Die Auftragsvergabe durch die AGF erfolgt nach Ausschreibung für jeweils mehrere Jahre an ein Marktforschungsunternehmen, das alle methodischen Erfordernisse erfüllen muß. Die GfK ermittelt laufend die Fernsehnutzung in repräsentativ ausgewählten bundesdeutschen Haushalten und übergibt nachts per Telefonleitung die über ein Meßgerät gesammelten und gespeicherten tagesaktuellen Daten an den Zentralrechner nach Nürnberg, über den sie am nächsten Morgen allen auftraggebenden Fernsehveranstaltern zur Verfügung stehen.
Grundnetzsender
Leistungsstarker Sender in einem terrestrischen Hörfunk- oder Fernsehsendernetz, der den größten Teil der Versorgungsaufgabe übernimmt. In hügeligen Versorgungsgebieten werden zusätzlich zum Grundnetzsender Füllsender eingesetzt.
Grundversorgung
Ein vom Bundesverfassungsgericht während der Herausbildung des dualen Rundfunksystems im Niedersachsenurteil 1986 geprägter Begriff, der die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks definiert. Festgelegt wurde damit ein Anspruch der Bürger auf ein umfassendes Programmangebot, das essentielle Funktionen...für die demokratische Ordnung ebenso wie für das kulturelle Leben der Bundesrepublik erfüllt (4. Rundfunkurteil vom November 1986). Das Bundesverfassungsgericht spricht deshalb auch von der unerläßlichen Grundversorgung, die eben nicht Mindestversorgung bedeutet (6. Rundfunkurteil), sondern Voraussetzung dafür ist, an die Breite des Programmangebots und die Sicherung gleichgewichtiger Vielfalt im privaten Rundfunk nicht gleich hohe Anforderungen zu stellen wie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (5. Rundfunkurteil).
Hard-News
Man kann Nachrichten (News) als Mitteilung über allgemein interessierende, aktuelle Sachverhalte definieren, die einen bestimmten formalen Aufbau haben und über Massenmedien verbreitet werden. Was einen Sachverhalt zu einer Nachricht macht, sind sogenannte Nachrichtenfaktoren wie z. B. Zeit , Nähe, Status, Dynamik, Valenz und Identifikation. Sachverhalte, über die Hard-News im Gegensatz zu Soft-News informieren, sind Politik, Gesellschaft und Kultur, also eher staatsbürgerliche Informationen mit kognitiven Aspekten. Hard-News sind immer ereignisbezogen und müssen ohne zeitliche Verzögerung in Nachrichtensendungen aufgenommen werden.
Haushaltsreichweite Einschaltquote
Sie gibt an, wieviel Prozent aller Fernsehhaushalte im Durchschnitt eine Sendung gesehen haben oder innerhalb eines Zeitraumes das Fernsehgerät eingeschaltet hatten.
Hördauer Sehdauer
Gibt die durchschnittliche Zeit an, die befragte Personen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Radio gehört haben. Die Hördauer kann von den Befragten auf Programme oder auch auf einzelne Sendungen bezogen angegeben werden. Die Hörzeit der Befragten, die Radio gehört haben, wird als Verweildauer, der relative Anteil der Hördauer an einzelnen Programmen oder Sendungen als Marktanteil bezeichnet.
Intendant
Oberstes Exekutivorgan einer Rundfunkanstalt, der in Rundfunkgesetzen bzw. -Staatsverträgen meist als Alleinverantwortlicher für den Betrieb und die Programmgestaltung genannt wird. Er wird in der Regel vom Rundfunkrat oder auch auf Vorschlag des Verwaltungsrats für die Dauer von vier bis sechs Jahren gewählt.
Interaktives TV
Die Erweiterung des Fernsehens um einen Rückkanal.
Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems (KtK)
Im Februar 1974 vom damaligen Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, Horst Ehmcke (SPD), berufenes unabhängiges Fachgremium unter Vorsitz von Prof. Dr. Eberhard Witte (München) mit dem Auftrag, Vorschläge für einen wirtschaftlich vernünftigen und gesellschaftlich wünschenswerten Ausbau des Telekommunikationssystems der Bundesrepublik Deutschland auszuarbeiten. Die KtK hat ihren rund 150 Seiten starken Abschlußbericht mit 56 Empfehlungen und acht umfangreichen Anlagebänden im Januar 1976 der Öffentlichkeit vorgelegt. Infolge der raschen Fortschritte auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik und nicht zuletzt aufgrund des Regierungswechsels in Bonn wurden - entgegen den Empfehlungen der KtK - die Ergebnisse der erst 1984 gestarteten Kabelpilotprojekte nicht abgewartet. Die Bundesregierung entschied sich statt dessen - vor allem aufgrund wirtschaftspolitischer Erwägungen - für die unverzügliche Verkabelung mit den technisch veralteten Kupferkabeln und für die Realisierung des dualen Rundfunksystems, unabhängig von den Ergebnissen der Pilotprojekte.
Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF)
Die KEF hat die Aufgabe, den Finanzbedarf der Rundfunkanstalten gemäß den rundfunkrechtlichen Bestimmungen nach Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit fortlaufend zu ermitteln, die Ministerpräsidenten alle zwei Jahre über die gegenwärtige und zukünftige finanzielle Situation von ARD und ZDF zu informieren und Beschlußempfehlungen für eine Neufestsetzung der Rundfunkgebühren nach Ablauf einer Gebührenperiode auszusprechen. Diese Empfehlungen dienen den Ländern dann als Entscheidungshilfe für die Neufestsetzung der Gebührenhöhe. Mitglieder der KEF sind: elf von Ländern und Rundfunkanstalten unabhängige Sachverständige, fünf Vertreter aus den Landesrechnungshöfen, fünf Vertreter aus den Staats-und Senatskanzleien und, als stimmrechtsloser Vorsitzender, der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, die bis zu einer staatsvertraglichen Neuregelung als Geschäftsstelle zur Unterstützung der Arbeit der Kommission dient.
Kontaktchance
Kontakt ist ein Schlüsselbegriff aus Medienforschung und -planung, die die Qualitäten der Medien als Werbeträger prüfen. Gemeint ist der Kontakt einer Person (oder eines Haushalts) mit einem Werbeträger, z. B. dem Fernsehen (Werbeträgerkontakt) oder einem Werbemittel, z. B. dem Werbespot (Werbemittelkontakt). In der bundesdeutschen Werbeträgeranalyse werden Werbeträgerkontakte für Rundfunkmedien wie folgt definiert:
Hörfunk: Die Person nutzt das Medium eine Mindestzeitspanne innerhalb einer Stunde, in der im gehörten Programm auch Werbung ausgestrahlt wird. Die Daten werden durch Befragung mit Hilfe eines sogenannten Tagesablaufschemas erhoben.
Fernsehen: Die für einen Kontakt relevante Zeitspanne ist auf eine halbe Stunde verkürzt. Ein Werbeträgerkontakt entsteht, wenn der Rezipient innerhalb einer halben Stunde zur fraglichen Zeit mit dem Medium in Berührung kam und dabei die dort ausgestrahlte Werbung sehen konnte. Die Ermittlung der Kontakte erfolgt im Rahmen der telemetrischen Standardforschung. Die in den Werbeträgeranalysen ermittelten Kontaktzahlen werden bei der Auswahl der Medien für eine Werbekampagne und ihrer Bewertung als Kontaktchancen (oder Kontaktwahrscheinlichkeiten) zugrundegelegt. Üblicherweise geht die Planung von Durchschnittskontakten bzw. der Kontaktsumme aus, also der Addition aller Kontakte innerhalb der Zielgruppe. Dabei spielen verschiedene Bewertungskriterien wie die Häufigkeit, die Verteilung oder die Qualität der Kontakte für die Planung eine Rolle.
Konvergenz
Interessenbesetzter medienstrategischer Leitbegriff für die These, daß sich die Programme des öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Rundfunks auf Dauer immer weiter angleichen und schließlich ununterscheidbar werden. Alle programmstrukturellen Vergleiche zeigen jedoch, daß die privatwirtschaftlichen Vollprogramme einen erheblich höheren Unterhaltungs- und Fiktionsanteil aufweisen als die öffentlich-rechtlichen. Unbestreitbar ist zwar, daß öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Programmveranstalter zu einem hohen Prozentsatz - schätzungsweise über 50 % - auf nationalen und internationalen Märkten um identische Programmware wie Spielfilme und Sportübertragungen konkurrieren. Aufgabe, Aufbau, Gewichtung und Charakteristik der Programmangebote der beiden gegensätzlichen Rundfunksysteme sind aber so unterschiedlich, daß sie die Hypothese der Konvergenz widerlegen.
Kurzwellen (KW)
Hörfunk-Frequenzbereich: in Europa begrenzt auf Wellenlängen von 5,95 Megahertz bis 26,1 Megahertz. Kurzwellen breiten sich hauptsächlich als Raumwellen aus. Sie können gerichtet ausgestrahlt werden, weil sie erst in sehr großer Entfernung vom Sender wieder auf die Erde treffen.
Landesmedienanstalten
Öffentlich-rechtlich organisierte und durch zwei Prozent des Rundfunkgebührenaufkommens finanzierte landesmittelbare Behörden der Länder mit der Aufgabe, Lizenzen für privatwirtschaftliche Rundfunkveranstalter zu erteilen, deren Programme auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sowie die Veranstalter im Hinblick auf die Erfüllung der Lizenzbedingungen zu überwachen. Hierzu fehlt ihnen allerdings die kartellrechtliche Kompetenz. Bis auf die gemeinsame Anstalt der Länder Berlin und Brandenburg hat jedes Bundesland seine eigene Landesmedienanstalt, jeweils unterschiedlich benannt.
Landesmediengesetze
Dienen der gesetzlichen Regelung von privatwirtschaftlichem Rundfunk. Das ausübende Kontrollorgan sind die Landesmedienanstalten, die auf dieser Basis beispielsweise über Frequenzzuweisungen und Kabeleinspeisungen entscheiden.
Langwellen (LW)
Hörfunk-Frequenzbereich zwischen 30 Kilohertz und 300 Kilohertz. Sie breiten sich primär als Bodenwellen aus und folgen dabei der Erdkrümmung, werden kaum von der Erde absorbiert und erzielen dadurch große Reichweiten. Die Übertragungsqualität entspricht aber keineswegs den Standards, die heute UKW- oder Satellitenausstrahlungen bieten.
Licensing
Englisch: licence - die Erlaubnis, die Lizenz. Vergabe von Nutzungsrechten an Programmen und geschützten Markennamen, Symbolen, Figuren oder Logos. Beispielsweise kann die Bekanntheit bzw. das Image einer populären Comic-Figur oder Persönlichkeit im Rahmen von Lizenzverträgen entgeltlich Konsumgüterherstellern zur Verfügung gestellt werden. Aus der Sicht des Konsumgüterherstellers soll der Rückgriff auf fremde Popularität dem Verbraucher - dem Informationsüberlastung durch die Vielzahl der Marken unterstellt wird - die Entscheidung für das lizenzierte Produkt erleichtern. Film- und Fernsehproduzenten decken über Lizenzeinnahmen einen Teil der Herstellungskosten ihrer Projekte und planen die Einnahmequellen von Anfang an ein. Ein frühes Beispiel für das Licensing-Geschäft ist Walt Disneys Mickey Mouse.
Lokalprogramm
Ein eigenständiges oder ein Fensterprogramm des Rundfunks, das für ein begrenztes Gebiet wie eine Stadt, einen Stadtteil oder einen Kreis produziert und gesendet wird. Bis zum Beginn des dualen Rundfunksystems hatte die ARD in einer Art Selbstverpflichtung auf die Ausstrahlung lokaler Programme verzichtet. Der Grund dafür war die publizistische Gewaltenteilung zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und privatwirtschaftlicher Presse, weil befürchtet wurde, lokale Rundfunkwerbung könnte die Existenzgrundlage der Lokalpresse gefährden.
Marktanteile
Die seit Etablierung des dualen Rundfunksystems gängigste Meßgröße zur quantitativen Erfolgskontrolle von Rundfunkprogrammen. Marktanteile beschreiben die anteilige Nutzung aller in einer bestimmten Zeitspanne angebotenen Rundfunkprogramme. Marktanteile können daher nichts über die tatsächliche Zahl der Nutzer eines Rundfunkprogramms aussagen.
Media-Analyse (MA)
Einmal jährlich durchgeführte Standarduntersuchung zur Nutzung von Fernsehen, Hörfunk und Printmedien, getragen von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AGMA). Diese ist ein Zusammenschluß von Werbeträgern (Fernsehen, Hörfunk, Zeitungen und Zeitschriften), Wirtschaftsunternehmen und Werbeagenturen. Die Daten der Media-Analyse stammen für das Fernsehen aus der kontinuierlichen Zuschauerforschung der GfK. Beim Hörfunk stellt die Media-Analyse mit rund 34.000 Interviews die größte regelmäßige jährliche Befragung dar, die für das Nutzungsverhalten von 62,58 Mio. Bürgern ab 14 Jahren repräsentativ ist.
Merchandising
Gesamtheit aller Maßnahmen der Absatzförderung, die ein Hersteller bei Einzel- oder Großhandel ergreift.
Im Bereich der Medien bezieht sich der Begriff auf den Verkauf von Begleitmaterial zu Programmen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten setzen Merchandising in relativ bescheidenem Umfang ein und wenn, vor allem zur Imagepflege. Typische Merchandising-Produkte sind Begleitbücher, Videokassetten oder Tonträger zu Programmen, aber auch T-Shirts oder Regenschirme etc.
Mischprogramm
Seit den Anfängen des Rundfunks in den 20er Jahren, als jede regionale Sendegesellschaft nur jeweils ein Programmm sendete, klassische Konzeption des Hörfunkprogramms. Sendungen aller Sparten und Formen wurden in einem Gesamtprogramm mit einer inhaltlichen und formalen Bandbreite vom Kinderfunk bis zur Übertragung von Theateraufführungen geboten. Das Kästchensystem ermöglichte eine klare Abgrenzung der Sendungen untereinander und eine zeitliche Einteilung mit einem Tages- oder Wochenrhythmus, bei dem der Hörer seine Sendungen regelmäßig zur selben Zeit erwarten durfte. Im Fernsehen besteht diese Art der Programmzusammenstellung noch als Vollprogramm.
Mittelwelle (MW)
Hörfunk-Frequenzbereich zwischen 300 Kilohertz und 1.650 Kilohertz.
Modul
Eine elektronische Bausteingruppe, die zu umfangreichen Schaltkreisen kombiniert und als Einzelbaustein ausgetauscht werden kann.
Modulation
Veränderung der Eigenschaft (z. B. Frequenz oder Amplitude) einer hochfrequenten Trägerschwingung im Takt eines niederfrequenten Signals (Bild- oder Toninformation). Die Veränderung einer elektrischen Trägerwelle, die eine bestimmte Wellenlänge (Frequenz) und eine bestimmte Amplitude (Schwingungsweite) hat, durch eine zweite (Informations)Welle, so daß sich die Trägerwelle im Rhythmus der Informationswelle verformt. Bei der Amplitudenmodulation (AM) wird der Schwingungsausschlag der Trägerwelle moduliert, bei der Frequenzmodulation (FM) die Schwingungshäufigkeit.
Multimedia
Schlagwort für die im Zuge der digitalen Computertechnik möglich gewordene Zusammenführung aller Bild-, Bewegtbild-, Ton-, Text-, Grafik-, Animations- und Datenübertragungsmöglichkeiten in einem einzigen weltweiten Leitungsnetz und/oder Satellitensystem. Wörtlich genommen bedeutet Multimedia rechnergestütztes multimodales Interaktionssystem bzw. Interaktionsangebot für den kombinierten Einsatz verschiedener Medien. Die jeweilige Aufbereitung der Informations- und Unterhaltungsangebote wird durch interaktives Agieren unmittelbar vom Nutzer bestimmt.
Nachtprogramm
Gemeinsames Hörfunkangebot der ARD-Rundfunkanstalten (ARD-PopNacht, ARD-Nachtkonzert, ARD-Nachtexpress/Radiowecker), das im Wechsel von den einzelnen Rundfunkanstalten produziert wird und im eigenen Programmangebot jeder Anstalt gesendet werden kann.
National Television System Committee (NTSC)
In den USA und Japan gebräuchliches Farbfernsehsystem mit 525 Zeilen und 60 Halbbildern pro Sekunde.
Near-video-on-demand
Eine Auswahl von Videoprogrammen, die auf mehreren Kanälen zeitversetzt gegen Gebühr angeboten werden. Der Zuschauer muß nur kurze Zeit - z. B. 15 Minuten - warten, bis eine von ihm gewünschte Sendung neu beginnt.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Sammelbegriff für binnenplural organisierten Rundfunk, wie er in Deutschland (West) von den alliierten Besatzungsmächten nach 1945 eingeführt wurde. Die Rundfunkanstalten des Bundes und der Länder sind rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts mit umfassender Selbstverwaltung, ohne zur mittelbaren Staatsverwaltung zu zählen. Wegen ihres besonderen Auftrags und des damit verbundenen Gebots der Staatsfreiheit sind sie dem gesellschaftlichen Bereich zuzurechnen und können sich dem Staat wie auch Dritten gegenüber auf das Grundrecht der Rundfunkfreiheit berufen. In der Bundesrepublik sind die Anstalten des öffentlichen Rechts auch nach Zulassung privatwirtschaftlicher Veranstalter tragende Säulen des dualen Rundfunksystems, da nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gebunden ist: an die Breite des Programmangebotes, die Sicherung der Vielfalt, die Staatsferne, eine Kontrolle durch die Aufsichtsgremien als Organe der Rundfunkanstalten, den Binnenpluralismus und die programmliche und technische Grundversorgung. Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Bundesrepublik zählen die Landesrundfunkanstalten, das ZDF, das gemeinsam von diesen getragene bundesweite DeutschlandRadio mit den Standorten Köln und Berlin sowie die nach Bundesrecht organisierte Deutsche Welle, außerdem die europäischen öffentlich-rechtlichen Programme 3sat, ARTE, sowie die Spartenprogramme Kinderkanal und Phoenix. Öffentlich-rechtlich organisierten Rundfunk gibt es in vielen anderen europäischen Staaten, zum Beispiel in Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Schweden oder Ungarn.
Offener Kanal
Für jedermann frei zugänglicher Radio- oder Fernsehkanal, in dem Bürger selbstgestaltete Beiträge, Sendungen oder Programme senden können.
Originalton (O-Ton)
Fachausdruck für Tonaufnahmen, die an einem Originalschauplatz aufgenommen wurden und als Sprache oder Geräusche tragender Bestandteil einer Sendung sind. O-Ton-Einspielungen werden in verschiedenen Genres wie dem Feature, dem Hörspiel, dem Magazin und jetzt auch in den Nachrichten eingesetzt. Als O-Ton werden aber auch historische Aufnahmen bezeichnet, die in aktuellen Produktionen Bestandteil einer Sendung werden.
Panel-Befragung
Regelmäßige Befragungen nach dauerhaft festgelegten sozialen Merkmalen über einen längeren Zeitraum hinweg, bei denen die befragten Personen wechseln, die Kennzeichen der ausgewählten Personen aber gleich bleiben. Die Panelmethode ist mit einem fest definierten Merkmalskatalog der befragten Personen in der Lage, Entwicklungs- und Wandlungsprozesse über lange Zeiträume zu erfassen. Eine der umfassendsten Erhebungsmethoden dieser Art ist die kontinuierliche Messung der Fernsehnutzung. Das Panel der Fernsehhaushalte entspricht dem sozialen Querschnitt deutschsprachiger Haushalte. Schwankungen im Alter, in der Haushaltsgröße, im Bildungsstand, in der Einkommenshöhe, die sich als Folgen sozialer Veränderungen auch im Panel niederschlagen, müssen laufend korrigiert werden, um die einmal definierte Qualität eines solchen Panels zu erhalten. Gleiches gilt auch für die technische Ausstattung der Haushalte mit Empfangsmöglichkeiten und Nutzungstechniken wie Satellitenanschluß, Videorecorder, Fernbedienung etc. Im Vergleich zu den sonst üblichen Stichtags- und Querschnittanalysen lohnt der weitaus höhere Arbeitsaufwand der Panelmethode, da sie langfristig vergleichbare, den Zeitverlauf gut abbildende Ergebnisse bringt.
Pay-per-View
Der Kunde wählt einzelne Sendungen aus dem gesamten Programmangebot aus und zahlt sein Entgelt nur für die gewünschte Sendung.
Pay-TV/Pay-Radio
Entgeltpflichtiges Programmangebot. Der Kunde bezahlt eine monatliche Gebühr für die Möglichkeit, das Programm über einen Decoder zu entschlüsseln, um das Angebot wahrnehmen zu können. Die Bezahlung erfolgt zumindest in Deutschland zur Zeit noch im Abonnement. Alle derzeitigen Pay-TV-Angebote sind Verteildienste, d. h., die Programme laufen nach einem vom Konsumenten nicht beeinflußbaren Zeitschema ab. Die Angebote sind auf bestimmte Genres, Inhalte oder Zielgruppen ausgerichtet, z. B. Spielfilme, Sport- oder Kinderprogramme. Die Kosten für Herstellung und Ankauf von Programmen, für deren Ver- und Entschlüsselung, Marketingmaßnahmen, Abonnementpflege u. ä. sind beachtlich und setzen eine umfassende Verbreitung voraus, wie sie insbesondere durch die Satellitennutzung für Fernsehprogramme möglich wurde.
Phase Alternating Line (PAL)
Ein in der Bundesrepublik Deutschland entwickeltes Farbfernsehsystem, das auf dem NTSC-System basiert, aber die dort auftretenden Farbtonschwankungen vermeidet.
Prime-Time
Fachausdruck für die Hauptsendezeit. Im Fernsehen umfaßt sie den Zeitraum von etwa 19.00 Uhr bis 23.00 Uhr. In diesem Zeitraum werden in Deutschland die Fernsehapparate am häufigsten eingeschaltet. Die Prime-Time für das Radio liegt morgens zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr.
Privatwirtschaftlicher Rundfunk
Die seit den 80er Jahren zweite Säule des dualen Rundfunksystems in der Bundesrepublik Deutschland neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird vorwiegend aus Rundfunkwerbung finanziert und von den Landesmedienanstalten überwacht.
Programmauftrag
Juristisch geprägter, nicht konkretisierter Sammelbegriff für die Angebotspalette, die ein dem Gemeinwohl verpflichteter Rundfunk zu gewährleisten hat. Er wird in der Regel mit den inhaltlichen Komplexen Information, Unterhaltung, Bildung und Beratung umrissen. Konkretere Vorgaben gesellschaftspolitischer und ethischer Normen sind in den Rundfunkgesetzen unter Begriffen wie Sendegrundsätze, Programmgrundsätze, Gestaltung der Sendungen subsumiert. Es liegt in der Kompetenz der Rundfunkanstalten, Planung und Entscheidung, die Art, den Umfang und die Inhalte ihres Programmangebots zu bestimmen.
Programmaustausch
Es gibt sowohl einen ARD-internen wie auch einen internationalen Programmaustausch, der bei ARD und ZDF im wesentlichen über die UER bzw. die Eurovision läuft. Die gegenseitige Übernahme von Sendungen oder Beiträgen, die über Leitungen oder Satelliten erfolgt, wird im Hörfunk seit den 20er und im Fernsehen seit den 50er Jahren praktiziert. Der Sinn des Programmaustausches liegt in einer Angebotsbereicherung ebenso wie in der Kostensenkung. Mehr als 20 % des Gesamtvolumens des Hörfunks besteht aus ARD-internem Programmaustausch, bei den Dritten Fernsehprogrammen ist es fast ein Viertel; das Erste Deutsche Fernsehen bezieht jährlich drei bis fünf Prozent aus dem Angebot der Eurovision.
Programmgrundsätze
Die in den Rundfunkgesetzen bzw. in den Satzungen der Rundfunkanstalten formulierten Richtlinien für die Programmgestaltung gehen in vielen Fällen auf die Zehn Gebote der amerikanischen Besatzungsmacht von 1946 zurück. Die wichtigsten Punkte daraus regeln noch heute den Rundfunk in der Bundesrepublik:
die Verpflichtung auf die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik;
Verfechtung der Sache der Gerechtigkeit;
die Aufforderung, für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einzutreten;
das Verbot, kriegsverherrlichende, pornographische und jugendgefährdende Sendungen auszustrahlen;
die Pflicht, das gesellschaftliche Meinungsspektrum möglichst umfassend und fair widerzuspiegeln;
die Verpflichtung zu wahrheitsgetreuer und sachlicher Berichterstattung sowie zur sauberen Trennung von Nachrichten und Kommentaren;
das Recht zur Kritik einschließlich des Vetorechts der kritisierten Personen oder Institutionen;
die Pflicht, Regierungen Sendezeit für amtliche Verlautbarungen einzuräumen, ebenso wie den Kirchen, den Arbeitgebern, den Arbeitnehmern und – vor Wahlen – politischen Parteien.
Proporz
Politischer Begriff für die personalpolitische Berücksichtigung der Parteien nach ihren parlamentarischen Stärkeverhältnissen auch außerhalb des politisch-parlamentarischen Bereichs, beispielsweise in den Führungspositionen der Rundfunkanstalten. Er ist ein Anzeichen für die eigennützig verengte und vorsätzlich mißverstandene Auslegung des Ausgewogenheitsgebots.
Regionalprogramm
Hörfunk- und Fernsehangebot, das sich regelmäßig hauptsächlich mit Entwicklungen und Ereignissen innerhalb eines Sendegebietes oder eines begrenzten Teils davon befaßt. Unter diesen Begriff fallen sowohl vorabendliche Regionalsendungen im Ersten Fernsehprogramm, Angebote der Dritten Fernsehprogramme wie auch die Hörfunklandesprogramme bis hin zu den kleinräumigen Angeboten innerhalb eines Bundeslandes wie Kurpfalz- oder Breisgau-Radio auf S4 Baden-Württemberg.
Reichweite => Haushaltsreichweiten => Tagesreichweiten
Die größtmögliche Distanz zwischen Sender und Empfänger.
Die Zahl der tatsächlich erreichten Hörfunk- oder Fernsehteilnehmer.
Die Reichweite als Nutzungsmaßstab hängt von den Nutzungsgewohnheiten des Publikums ab. Hierzu zählen Reichweiten einzelner Altersgruppen, Reichweiten aller Personen ab 14 Jahren.
Die technische Reichweite hängt von der technischen Infrastruktur der Sender und vorhandenen Empfangsantennen ab. So liegt beispielsweise die Reichweite der Satellitenverbreitung wegen nicht in allen Wohnungen vorhandener Satellitenempfangsanlagen unter der der terrestrischen. Die terrestrische Reichweite liegt in den alten Bundesländern bei fast 100 % aller Haushalte, in den neuen überwiegen die Haushalte mit Satellitenempfangsanlagen.
Rückkanal
Kommunikationsverbindung im Kabelnetz, die Informationsabfragen sowie Programm- und Produktbestellungen von Konsumenten zur Zentrale ermöglicht. Ein Großteil des deutschen Kabelnetzes muß noch modifiziert werden, um rückkanalfähig zu werden. Dies ist eine der Voraussetzungen für Interaktives TV.
Rundfunk
Technisch und juristisch der Sammelbegriff für Hörfunk und Fernsehen. In der Wortbildung -Rundfunk, Broadcasting, Radiodiffusion - deutet sich bereits sein spezifisches Charakteristikum als Massenmedium an: Die nicht-materielle Verbreitung an eine potentiell unbegrenzte Öffentlichkeit. Gerade weil das Medium gleichsam ungehindert die Allgemeinheit erreicht, wird dem Rundfunk seit Anbeginn eine besondere Bedeutung für die allgemeine Meinungsbildung zugesprochen. Deshalb wird er von totalitären Regimen stets als das Propagandainstrument schlechthin verstanden und genutzt. Aus dieser Erfahrung leitet sich die von den Engländern und Amerikanern initiierte Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in (West)Deutschland nach 1945 her. Nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fällt Rundfunk in die Kulturhoheit der Länder. Die Landesrundfunkgesetze verstehen die Veranstaltung von Rundfunk als eine öffentliche Aufgabe und machen deshalb gesetzliche Vorgaben, die ihn unter Aspekten wie Informationsfreiheit, Meinungsvielfalt, Werbebegrenzung oder Jugendschutz enger an das Gemeinwohl binden als alle anderen Medien.
Rundfunkdefinition
Die aktuelle Rundfunkdefinition des Staatsvertrags über den Rundfunk im vereinten Deutschland von 1991/94 lautet: Rundfunk ist die für die Allgemeinheit bestimmte Veranstaltung von Darbietungen aller Art in Wort, in Ton und in Bild unter Benutzung elektrischer Schwingungen ohne Verbindungsleitung oder längs oder mittels eines Leiters. Der Begriff schließt Darbietungen ein, die verschlüsselt verbreitet werden und gegen besonderes Entgelt empfangbar sind, sowie Fernsehtext. Gegenwärtig spielt die Frage der Rundfunkdefinition medien- und technologiepolitisch eine zentrale Rolle: Im Zuge der Digitalisierung wachsen alle bisherigen Formen elektronischer Kommunikation mit neuen Formen der Datenübermittlung und des Programm- und Datenabrufs in Kabelnetzen und über Satelliten zu einer unübersehbaren Fülle von Angeboten und Diensten zusammen. Wer immer damit vorrangig Gewinne erwirtschaften will, ist daran interessiert, mit seinen Angeboten nicht die vergleichsweise strengen Vorgaben des Rundfunkrechts erfüllen zu müssen. Die Ministerpräsidenten haben dementsprechend im Herbst 1995 einen ersten – noch nicht verbindlichen – Versuch unternommen, die absehbaren neuen Kommunikationsformen einvernehmlich danach zu sortieren, ob sie ganz, zum Teil oder gar nicht unter den Rundfunkbegriff fallen. Dabei deutet sich folgende Tendenz an:
In vollem Umfang unter den Rundfunkbegriff fallen Pay-TV, Pay-per-View und Near-video-on-demand.
Nicht in vollem Umfang unter den Rundfunkbegriff fallen Dienste, die aufgrund ihrer Ausgestaltung nur von geringem Einfluß auf die öffentliche Meinungsbildung bleiben. Dazu gehören Datendienste wie Wetter- und Umweltdaten, Börsenkurse, Umfrageergebnisse, Lexika, Teleshopping als reine Verkaufsveranstaltung mit direkter Bestellmöglichkeit, Abrufdienste im Audio- und Videobereich sowie Telespiele.
Nicht unter den Rundfunkbegriff fallen Dienste, die eine individuelle Leistung anbieten, ohne eine Darbietung zu veranstalten, und die nicht an die Allgemeinheit gerichtet sind, wie elektronische Post, Fernwirkdienste zum Ablesen oder Steuern von Prozessen, elektronische Verkaufskataloge, Telebanking, elektronische Buchungsdienste, Telearbeit, Telemedizin, Videokonferenzen, elektronisches Lotto/Toto sowie individualisierte Telekurse.
Rundfunkgebühren
Sie gehören zu den Grundlagen des dualen Rundfunksystems in Deutschland. Die Gebühren sind von jedem Teilnehmer zu entrichten, der ein Rundfunkgerät zum Empfang bereithält, und zwar für jedes von ihm bereitgehaltene Rundfunkempfangsgerät eine Grundgebühr und für jedes Fernsehgerät eine zusätzliche Fernsehgebühr. Ausnahmen von dieser Regelung betreffen Zweitgeräte in der Wohnung und Gebührenbefreiungen für sozial Schwache.
Rundfunkprogramm
Das ist die gesamte über jeweils einen Radio- oder Fernsehkanal verbreitete Angebotspalette eines Rundfunkveranstalters, wie sie für das Publikum sichtbar, hörbar, erlebbar wird.
Rundfunkrat (beim ZDF: Fernsehrat)
Das mit der Programmkontrolle beauftragte Aufsichtsgremium der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, in dem die gesellschaftlich relevanten Gruppen repräsentiert sind. Beispielsweise hat der Fernsehrat des ZDF die Aufgabe, die Allgemeinheit zu vertreten und auf Vorschlag des Verwaltungsrates oder in gemeinsamer Sitzung mit diesem die Leitung der Anstalt, den Intendanten oder das Direktorium zu bestimmen. Mitglieder sind: Vertreter aller gesellschaftlich relevanten Gruppen aus Kultur, Sport und Bildung sowie er beiden großen Konfessionen, der jüdischen Gemeinde, der Arbeitnehmer und -geber, Parlaments- und Parteienvertreter bzw. auch Regierungsvertreter. Ähnliche Regelungen gelten für die Landesrundfunkanstalten mit der Ausnahme, daß in den Aufsichtsgremien des SDR keine Regierungsmitglieder sein dürfen.
Rundfunkurteile => Fernsehurteile
Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, die im Zusammenhang mit der Fortentwicklung des Hörfunk- und Fernsehsystems in der Bundesrepublik zu grundsätzlichen Fragen gefällt wurden.
28. 02. 1961 (Erstes) Fernsehurteil
27. 07. 1971 Mehrwertsteuerurteil
16. 06. 1981 FRAG-Urteil
04. 11. 1986 Niedersachsenurteil
24. 03. 1987 Baden-Württemberg-Beschluß
05. 02. 1991 NRW-Urteil
06. 10. 1992 Hessen3-Beschluß
22. 02. 1994 Rundfunkgebührenurteil
22. 03. 1995 EG-Fernsehrichtlinienurteil
Rundfunkwerbung
Überwiegende Finanzierungsquelle des privatwirtschaftlich organisierten Rundfunks. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem - neben den Rundfunkgebühren - ein zweiter geringer Beitrag zu seiner Finanzierung.
Sehbeteiligung Einschaltquote
In der Fernsehzuschauerforschung wird prozentual oder in absoluten Zahlen ausgewiesen, wie viele Personen während eines bestimmten Zeitraumes im Durchschnitt ferngesehen haben (=Personenreichweite). Eine Personenreichweite von zehn Prozent besagt, daß ein Zehntel aller Deutschen in Fernsehhaushalten während eines bestimmten Zeitraumes eine bestimmte Sendung gesehen hat. In den Morgen- und Vormittagsstunden kann eine Personenreichweite von zwei Prozent ein sehr hoher Wert sein, wenn insgesamt z. B. nur fünf Prozent aller Personen zu dieser Zeit das Gerät eingeschaltet hatten. Einen genaueren Aussagewert über das Abschneiden mehrerer Sendungen nebeneinander ermöglichen Marktanteile.
Sehdauer Hördauer
Fachbegriff der Medienforschung, nach dem aus der Gesamtdauer der Fernsehnutzung während einer bestimmten Zeit ein Durchschnittswert berechnet wird. Er bezieht sich auf die Gesamtzahl aller Fernsehteilnehmer, unabhängig davon, wie viele im entsprechenden Zeitraum tatsächlich ihr Gerät eingeschaltet hatten. Die Werte liegen daher höher als die tatsächliche Nutzung in einem Zeitraum (Verweildauer), lassen aber vor allem Aussagen zur langfristigen Nutzung von Hörfunk und Fernsehen zu, da der Anteil nicht nutzender Personen an Bedeutung verliert.
Set-top-Box
Ein Spezialrechner (ähnlich einem Satelliten-Receiver) für den Empfang digitaler Fernsehsignale, der zwischen Antennenausgang bzw. Kabelanschlußdose und Fernsehgerät geschaltet wird und sich in der Regel auf dem Fernsehgerät befindet (Set-top). Er empfängt die komprimierten digitalen Daten und wandelt sie in ein Videosignal um, das die herkömmlichen (analogen) Fernsehgeräte verarbeiten können. Außerdem dient er als Schnittstelle (Interface) zum Zuschauer, die über eine Fernbedienung angesteuert werden kann. Mit Hilfe eines Paßwortes oder einer Code-Karte kann sie die Zugangsberechtigung prüfen und die Entschlüsselung des Programms veranlassen oder - per Rückkanal - den Zuschauerwunsch wie eine Video-on-demand- Anforderung oder eine Teleshopping-Bestellung an den Anbieter weiterleiten.
Soap-opera
„Seifen-Oper“ - Begriff zur Bezeichnung trivialer Fernseh- und Hörfunkserien, in denen es um Liebes-, Verwandtschafts- und Sozialbeziehungen geht. Für die Entstehung des Begriffes gibt es drei Deutungen:
Soap-operas waren als eingängige, schlichte Sendungen für Hausfrauen beim Putzen gedacht.
In die Soap-operas wurden Werbungen eingeblendet, die sich mit täglichen Haushaltsgegenständen wie Seifen befaßten.
Die Soap-opera wurde schon in den 30er Jahren in den USA von einem Seifenkonzern(Procter & Gamble) finanziert, um ein attraktives Programmumfeld für seine Waschmittelwerbung zu erhalten.
Soft-News
Human-Touch-Geschichten, Alltagsinformationen in einer Aufmachung, die in Richtung Boulevardisierung geht und emotionale Aspekte betont. Soft-News sind im Vergleich zu Hard-News eher zeitlose Nachrichten, die auf Vorrat produziert und nach Belieben in eine Sendung aufgenommen werden können.
Spartenprogramm
Ein Rundfunkprogramm mit wesentlichen gleichartigen Inhalten nach der Definition des Rundfunkstaatsvertrages. Die wesentlichen gleichartigen Inhalte können z. B. E-Musik, Nachrichten oder Kinderprogramme in Hörfunk oder Fernsehen sein.
Sponsoring
Besondere Form der Werbung, Präsentation von Firmen, Organisationen im Rundfunk, die seit Anfang 1992 auch von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten genutzt werden darf. ImRundfunkstaatsvertrag von 1991 heißt es dazu: Der Beitrag einer natürlichen Person oder juristischen Person oder Personenvereinigung, die an Rundfunktätigkeiten oder der Produktion audiovisueller Werke nicht beteiligt ist, zur direkten oder indirekten Finanzierung einer Sendung, um den Namen, die Marke, das Erscheinungsbild der Person, ihre Tätigkeit oder ihre Leistung zu fördern.
Staatliches Rundfunkkomitee
Oberstes staatliches Leitungsgremium für Rundfunk und Fernsehen in der DDR, das - 1952 gegründet - 1968 in das Staatliche Komitee für Rundfunk und das Staatliche Komitee für Fernsehen getrennt wurde. Das Komitee bestand aus einem Vorsitzenden, dem/den Stellvertreter/n und elf weiteren Mitgliedern. Der Ministerrat berief den Vorsitzenden des Komitees, der den Rang eines Staatssekretärs hatte. Aufgabe des Komitees waren die Programmplanung, die Programmgestaltung, die Anleitung der Rundfunk- und Fernsehstudios sowie die gesamte Außenvertretung des Rundfunks und Fernsehens der DDR.
Switching
Scheinbar zielloses Durchwandern des Bildschirmangebotes mit der Fernbedienung, bei dem die Einzelelemente einer Medienaussage durch ihre fragmentarische Nutzung einen anderen Sinnzusammenhang erfahren. Im Gegensatz zum Zapping läßt sich beim Switching vordergründig kein eindeutiges Interessens- oder Nutzungsmuster erkennen, nach dem umgeschaltet wird.
Tagesreichweite
Sie gibt an, wieviel Prozent der Bevölkerung (Personen ab 14 Jahre) durch verschiedene Medien im Durchschnitt täglich erreicht werden. Dabei werden die großen Massenmedien Hörfunk, Fernsehen und Tageszeitung miteinander verglichen.
Tausendkontaktpreis (TKP)
Entscheidendes Kriterium für die werbungtreibende Wirtschaft für die Buchung und Plazierung ihrer Werbung, speziell von Werbespots im Fernsehen. Der TKP gibt an, wieviel Mark jeweils 1.000 Werbeträgerkontakte kosten. Die Kontakte berechnen sich danach, wie viele Personen eine Zeitschrift mit der Anzeige darin in die Hand nehmen oder ein Hörfunk- bzw. Fernsehprogramm im zeitlichen Umfeld des Werbespots einschalten. Die Werbewirtschaft zielt dabei nahezu ausschließlich auf Kontakte mit der Zielgruppe der 14- bis 49jährigen, die als kaufkräftig, konsumorientiert und in ihren Kaufentscheidungen durch Werbung beeinflußbar gilt. Daran orientiert sich vor allem die Programmgestaltung des privatwirtschaftlichen Rundfunks. Für den Tausenderpreis des Werbefernsehens werden beispielsweise der Preis für einen 30- Sekunden-Spot und die Zahl der eingeschalteten Geräte eingesetzt: Preis eines 30-Sekunden-Spots x 1.000 durch die Zahl der eingeschalteten Geräte.
Teledialog (TED)
Methode der Zuschauerbefragung, die vom ZDF gemeinsam mit der Deutschen Bundespost entwickelt wurde: Die Zuschauer geben telefonisch Voten ab, die per Computer aufgenommen und hochgerechnet werden. Diese Methode wurde erstmals auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin 1979 vorgestellt.
Telemetriemessung
Im allgemeinen versteht man darunter die Datenfernmessung mittels elektronischer Datenübertragung. Im speziellen ist darunter die kontinuierliche Messung des Fernsehnutzungsverhaltens mit Hilfe elektronischer Erfassungsgeräte zu verstehen, bei der die Daten per Leitung täglich aus repräsentativ ausgesuchten deutschen Haushalten in ein Rechenzentrum zur Weiterverarbeitung übertragen werden.
Teleshopping
Nutzung der Fernsehübertragung als Verkaufsinstrument für Waren und Dienstleistungen, die über den Bildschirm angeboten werden. Der Zuschauer kann sofort per Telefon bestellen. Wenn eine Set-top-Box vorhanden ist, besteht die Bestellmöglichkeit auch per Fernbedienung.
Transponder
Dieser Teil eines Satelliten empfängt die auf der Erde von einer Erdfunkstelle ausgesendeten Fernseh-, Radio- und Fernmeldesignale, setzt sie auf eine andere Frequenz um und sendet sie verstärkt zur Erde zurück.
Übernahme
Eine Sendung oder Teile einer Sendung, die von einem Rundfunkveranstalter ins eigene Programm übernommen und gleichzeitig oder zeitversetzt ausgestrahlt werden.
Ultrakurzwelle (UKW)
Hörfunk-Frequenzbereich von 84 Megahertz bis 108 Megahertz.
Union der Europäischen Rundfunkorganisation (UER)
Die UER ist ein Zweckverband von Rundfunkveranstaltern in öffentlicher Verantwortung - 1950 von 23 westeuropäischen Rundfunkorganisationen zum Zweck der internationalen Zusammenarbeit und des Programmaustausches gegründet. Sie vertritt die Interessen ihrer Mitglieder in Fragen des Programms, der Technik und des Rechts, wie z. B. den Erwerb der Übertragungsrechte bei Olympischen Spielen. In den 90er Jahren hatte die UER 116 Mitglieder aus 80 Ländern. Zwei davon sind ARD und ZDF.
Unterhaltungsslalom
Auswahlverhalten des Fernsehpublikums, das sich mit Hilfe der Fernbedienung nur für die jeweiligen Unterhaltungssendungen entscheidet. Es umgeht dabei die informierenden und kulturellen Angebote der Mischprogramme.
Verwaltungsrat
Aufsichtsgremium, das bei allen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Aufgabe hat, den Haushaltsvorschlag und den Jahresabschluß zu prüfen, den Vertrag mit dem Intendanten zu schließen und dessen Geschäftsführung zu überwachen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden überwiegend vom Rundfunkrat gewählt.
Verweildauer
Sie umfaßt jene Fernsehzeit von Personen aus ausgewählten Fernseh- oder Radiohaushalten, die in einem angegebenen Beobachtungszeitraum (Tag/Jahr) tatsächlich ferngesehen oder Radio gehört haben.
Video-on-demand
Einzelne Programmangebote können gegen Gebühr aus einem breiten Angebot zu beliebiger Uhrzeit abgerufen werden, um sie auf dem eigenen Fernsehapparat zu sehen.
Videotext
In Großbritannien entwickeltes Verfahren, um in der Austastlücke des Fernsehbildes unsichtbar Daten zu übertragen, die vom Empfänger, den Einsatz eines entsprechenden Decoders oder entsprechend ausgerüsteten Fernsehgerätes vorausgesetzt, in Form von Grafiken und Texten -statt des laufenden Fernsehbildes oder über dieses geblendet - auf dem Bildschirm sichtbar gemacht werden können.
Vielseher
Personen mit regelmäßigem überdurchschnittlichem Fernsehkonsum. Sie liegen damit 30% bis 50% über der Durchschnittsnutzung.
Vollprogramm
Ist nach der Definition des Rundfunkstaatsvertrags 1991 „ein Rundfunkprogramm mit vielfältigen Inhalten, in welchem Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung einen wesentlichen Teil des Gesamtprogramms bilden“.
Zapping
Durch die Verbreitung der Fernbedienung erleichtertes rasches Wechseln zwischen den Programmen, um durch das Wegschalten den Werbeblöcken eines Programms zu entgehen.
Zuschauerforschung
Standardinstrument zur Erhebung der Fernsehnutzung, die in der Bundesrepublik durch laufende Messungen der GfK dokumentiert wird.
Zuschauer in Mio.
Meßgröße der Fernsehforschung, die angibt, wie viele Zuschauer eine Sendung gesehen haben. Da die Zuschauerzahl während einer Sendung durch Zu-, Um- und Abschalten schwankt, wird der Durchschnittswert für die gesamte Sendung berechnet.
Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)
Das ZDF ist die von allen Bundesländern getragene öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt mit einem gesamtdeutschen Programmauftrag. Seine Gründung 1961 erfolgte durch die - damals elf - Bundesländer aufgrund des ersten Rundfunkurteils des Bundesverfassungsgerichts, das die von Bundeskanzler Adenauer veranlaßte Gründung der Deutschland-Fernsehen-GmbH für verfassungswidrig erklärt hatte. Im Zuge der Vereinigung Deutschlands sind auch die fünf neuen Bundesländer Mitträger des ZDF geworden. Seinen Sendebetrieb hat es am 1. April 1963 aufgenommen. Das ZDF ist seit Sendebeginn im Dezember 1984 neben dem Österreichischen Rundfunk ORF, dem Schweizer Fernsehen DRS/SRG und - seit dem 1. Dezember 1993 - der ARD, am 3sat-Programm beteiligt. Es ist zudem sendetechnisch für die Verbreitung des Satellitenprogramms 3sat zuständig. Das ZDF ist - wie die elf ARD-Landesrundfunkanstalten - zu 25 % am Europäischen Kulturkanal ARTE beteiligt und trägt seit 1994 gemeinsam mit der ARD das bundesweite DeutschlandRadio ebenso wie seit 1997 die Spartenkanäle Kinderkanal und Phoenix. Seine Rechtsgrundlage ist der Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland vom 31. August 1991. Seine Organisation entspricht der aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Seine Organe sind der Fernsehrat, der dem Rundfunkrat der ARD-Anstalten entspricht, der Verwaltungsrat und der Intendant, der auf fünf Jahre gewählt wird. Er trägt in Zusammenarbeit mit dem Programmdirektor, dem Chefredakteur, dem Direktor für europäische Satellitenprogramme sowie dem Verwaltungsdirektor und dem Technischen Direktor die Verantwortung für das Programm und die Geschäftsführung. Das ZDF unterhält gemäß seinem Staatsvertrag in jedem der 16 Bundesländer ein Landesstudio und verfügt - ebenso wie die ARD -über ein eigenes Auslandskorrespondentennetz. Das ZDF finanziert sich durch seinen Anteil an den Fernsehgebühren, der - bis einschließlich 1996 - seit seiner Gründung 30 % beträgt, und aus Fernsehwerbung, die bis zu den Werbeeinbrüchen infolge privatwirtschaftlicher Konkurrenz rund 40 % seines Gesamthaushaltes ausmachte, sowie geringfügig aus übrigen Erträgen. Das Programm wird wie das der ARD über terrestrische Sender, Satelliten und Kabelanlagen verbreitet. Das ZDF gehört nicht der ARD an, ist aber Partner bei zahlreichen Gemeinschaftseinrichtungen bis hin zu Programmkooperationen.
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.