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Autoren: Zeiler, Detlef / Schittek, Claudia / Bitz, Eva-Maria.

Titel: Tape that. Einführung in die aktive Videoarbeit.

Quelle: Landesbildstelle Baden/Südwestfunk Baden-Baden (Hrsg.): Tape that. Einführung in die aktive Videoarbeit. Karlsruhe 1998.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autoren.



Detlef Zeiler/Eva-Maria Bitz/Dr. Claudia Schittek.


Einführung in die aktive Videoarbeit


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 1

Vorwort 4

Teil 1 Einführung 5

Frust und Begeisterung 5

Der Einstieg: Filmanalyse 7

Das filmtechnische Grundwissen 8

Ausdrucksmöglichkeiten der Kamera 10

Standpunkt und Perspektive 14

Einige Fragen zur Perspektive (aus Fernseh- und Radiowelt im Unterricht; a.a.O., S. 15): 16

Einstellungsgrößen 17

Die Kontinuität der Bilder 18

Teil II Filmpraxis 22

Videotechnik Überblick: 22

Knöpfe und Schalter: 23

Hinweise zum Filmthema 25

Ideensammlung 27

Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4) 29

Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4) 30

Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4) 31

Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4) 32

Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4) 33

Letzte Tips vor der Aufnahme 34

Teil III Montage Nachbearbeitung 36

Montage/Nachbearbeitung 36

Der elektronische Schnitt 40

Die Tonspuren beim Videographieren: 41

Ausblick auf den Schnitt mit dem Computer 45

Casablanca 46

Casablanca - die Technik 49

Teil IV Film- und Videowirkung 52

Die Trägheit der menschlichen Wahrnehmung 52

Film als “Gefühlsmedium” 54

Faustregeln: 54

Teil V Schule und Lehrerbildung 56

Welche Anforderungen bestehen von Seiten der Medienpädagogik an die Lehrerausbildung? (Detlef Zeiler) 56

Literaturverzeichnis 58

Teil VI Unterrichtsprojekt Zeichentrickfilm 60

Unsere Klasse stellt einen Zeichentrickfilm her” 60

Inhalt 61

I. Allgemeine Bemerkungen 62

II. Planungs- und Durchführungsschritte des Zeichentrickfilms “ In dieser Minute ” von Eva Rechlin 67

8. Anhang 74

Aufnahmevorbereitungen in 16 Schritten 80

Fragebogen 82

Literaturangaben/Adressen 84

Glossar 85



Vorwort



Auch im digitalen Zeitalter behält die aktive Videoarbeit ihre Bedeutung als Baustein im Gesamtkonzept der Medienerziehung. Der Umgang mit der Videokamera, das kreative Gestalten eines Filmes führt direkt in das Zentrum der Medienerziehung - in das Erlernen der Filmsprache und das Verstehen von audiovisuellen Möglichkeiten der Manipulation. Leider nimmt das Engagement für dieses vielseitig einsetzbare Unterrichtsmittel ab. Neue Trends, die modernen computergestützten Informations- und Kommunikationstechniken, tragen dazu ihren Teil bei. Viele Lehrerinnen und Lehrer rezipieren die neuesten Medientechniken, ohne sich jemals ernsthaft mit dem Videographieren beschäftigt zu haben. Dies ist insofern bedauerlich, als die neuen Medien vor allem Speicher- und Transportmittel für die “alten” Medien sind. Bildsprache und Filmerziehung sind deshalb weiterhin unentbehrliche Bestandteile der Medienerziehung.

Sicher haben auch technische Barrieren dazu beigetragen, daß Lehrerinnen und Lehrer der aktiven Videoarbeit zurückhaltend gegenüberstanden. Dies hat sich auch kaum geändert, als die Videotechnik einfacher, kompakter und handhabbarer auf den Markt kam. Vorurteile und die Angst, technisch zu versagen, konnten bisher durch Videokurse für die Lehrerschaft nur selten vermindert werden. Vielleicht diente das Kursangebot auch mehr dem videotechnischen “Hochleistungssport”.

Die hier vorgelegte kleine Broschüre will dem videographischen “Breitensport” dienen. Sie will zeigen, daß auch mit überschaubarem Grundwissen anschauliche Ergebnisse mit der Videokamera erzielt werden können. Der hier vorgelegte Grundkurs wurde von unserem Pädagogischen Referenten, Studienrat Detlef Zeiler, erstellt, der selbst seit Mitte der 80er Jahre Erfahrungen in der aktiven Videoarbeit hat.

Die von ihm zusammengestellte Einführung in die aktive Videoarbeit ist so angelegt, daß sie Kursleitern zur Orientierung und Vorbereitung dient - und für Kursteilnehmer zur Nacharbeit Material in die Hand gibt. Das Material ist geordnet und übersichtlich aufbereitet. Die Reihenfolge kann entsprechend der konkreten Kursgestaltung und nach individuellen Ansprüchen variiert werden. Dem Nutzer ist es freigestellt, beispielsweise den Einstieg über die Videopraxis oder über die Filmanalyse zu suchen.

Dem Kompendium zur aktiven Videoarbeit ist ein großer Interessentenkreis zu wünschen. Mögen auch viele sich kritisch damit auseinandersetzen. Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik sind ausdrücklich erwünscht.

Die Publikation ist auch über das Internet erreichbar. Dort werden laufend Ergänzungen und Verbesserungen nachgetragen.



Dr. Günter STEGMAIER, Direktor der Landesbildstelle Baden

Teil 1 Einführung

Frust und Begeisterung



Aktive Videoarbeit in der Schule oder in der offenen Jugendarbeit muß heute nicht mehr ausführlich begründet werden. Wer sie einmal ausprobiert hat, ist entweder begeistert oder – und da wäre zu ergründen, warum – frustriert. Die Begeisterung rührt daher, daß aktive Videoarbeit allen Beteiligten Lernen als Folge eigener Aktivitäten erfahrbar macht. Es kommt immer mehr oder anderes heraus, als man geplant hat. Und dieses Neue hat das Videoteam erarbeitet oder erkämpft.

Der Frust dagegen folgt fast immer einer ungenügenden Kenntnis der Videotechnik, der Bild- und Tongestaltungstechnik und des zeitlichen und planerischen Aufwandes, der selbst bei dem unscheinbarsten Filmprojekt nötig ist.

Das Filmverstehen lernt heute fast jeder beim Filmesehen: Im Fernsehen, im Kino, bei Computerspielen – und selbst in den großen deutschen Bahnhöfen, überall werden wir heute regelrecht von Filmen umlagert. Der Aufwand, Filme zu sehen, ist minimal. Und im Kino oder im Fernsehen werden mit jedem zusätzlichen Film die Regeln des Films erneut erklärt; allerdings lernt man sie eher unbewußt kennen, d.h. man versteht Filme intuitiv, man spürt die Wirkungsabsichten und interpretiert Bild- und Tonfolgen mehr oder weniger korrekt. Damit ist aber noch nicht gewährleistet, daß man sich auch selbst im diesem Medium ausdrücken kann. Film suggeriert, daß alles leicht verständlich ist, aber schon beim Filmesehen kann dieser Eindruck falsch sein. Wer einmal rekapituliert, was er in einem Film, vielleicht auch nur in einer Filmsequenz gesehen hat, der merkt schnell, wie schwer allein die bloße Wiedergabe des Filminhaltes ist. (Probieren Sie es einmal in einer Schulklasse!) Weitaus schwieriger ist das Erfassen und die Wiedergabe der filmtechnischen Gestaltungsmittel, mit der ein eindrucksvoller Film operiert.

Noch größer kann die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und realem Vermögen sein, wenn es ans Filmemachen geht. Klar, zuerst soll es ein kleiner Spielfilm sein, nicht so ein ermüdender Dokumentarfilm wie der über den Kindergeburtstag bei Familie Schmidt oder die Urlaubsreise des Herrn Müller. Spielfilme ziehen eher das Interesse an, und Geschichten erzählen bleibt auch heute noch ein Grundbedürfnis, sonst würden nicht so viele Geschichten in den unterschiedlichen Medien angeboten. Aber egal ob Spiel- oder Dokumentarfilm, ohne einige Grundkenntnisse in der Videotechnik (Hardware) und in der Technik der Filmgestaltung sollte man kein Videoprojekt in Angriff nehmen, wenn man sich Ärger und Enttäuschung ersparen will.

Grundsätzlich sollte der Videokurs drei Blöcke enthalten, die sich auf jeweils zumindest über einen halben Tag erstrecken (optimal wären drei volle Tage):



Der Einstieg: Filmanalyse



Ein Einstieg in die Videoarbeit sollte, muß aber nicht, mit dem bewußten Kennenlernen filmischer Gestaltungsmittel beginnen. Die Kursteilnehmer haben oft sehr unterschiedliche Vorerfahrungen mit der Videotechnik, aber alle haben schon Filme gesehen und fühlen sich bei der inhaltlichen Beurteilung einigermaßen kompetent. Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und Wirkungsfragen lassen sich am besten bei der Analyse eines guten professionellen oder eines eigenen Filmes besprechen. Oberste Regel dabei: Analysieren Sie lieber einen kurzen Film lange als einen langen Film kurz. Die großen Kinofilme scheiden schon aus urheberrechtlichen Gründen aus. Also, ab in die nächste Bildstelle oder ins nächste Medienzentrum!

Als Beispiel für eine Filmanalyse schlage ich den 16mm-Film “In den Keller!” des Tschechen Jan Svankmejer vor: FWU, 32 03685, 16 min., 1985. Ein 16mm-Film ist für den Einstieg auf jeden Fall eindrucksvoller als ein Videofilm. Wer z.B. den Film “Schwarzfahrer” (FWU, 4255904) vorzieht, der sollte ebenfalls zuerst die 16mm-Fassung (FWU, 3255631) einsetzen.

“In den Keller!” ist ein Schwarzweißfilm und zeigt auch für Leute, die noch keine Erfahrungen in der Filmanalyse haben, deutlich das komplexe Zusammenwirken fast aller filmischen Gestaltungsmittel. Ein zehnjähriges Mädchen steigt die Treppen eines alten Mietshauses hinunter, begegnet einem merkwürdigen alten Mann, einer unfreundlichen Frau, einer schwarzen Katze und erlebt einige Überraschungen mit eben diesen Figuren im finsteren Keller. Für eine spontane Analyse geeignet sind die vielen eng begrenzten Bildausschnitte, die extremen Kameraperspektiven sowie die faszinierenden Licht- und Geräuscheffekte. Auf jeden Fall sollte eine Analyse auch die Filminhalte, kindliche Angstvorstellungen, enthalten. (Das Thema wird ausführlich im Begleittext des FWU angesprochen.)

Die Klasse oder Gruppe kann beim ersten Analyseschritt in mehrere Untergruppen aufgeteilt werden, die sich mit Teilfragen der Filmgestaltung beschäftigen. Die Beobachtungen werden im Anschluß an die Filmvorführung Schritt für Schritt zusammengeführt, wobei der Leiter (Lehrer) die filmsprachlichen Fachausdrücke nennt und Unterschiede zwischen der Wahrnehmung in der Wirklichkeit und der Wirklichkeitsvermittlung im Film zur Sprache bringt.

Folgende 6 Fragen haben sich bereits bewährt. (1)

  1. Wieviel sehen Sie im Film von der Umgebung der handelnden Personen, von den Personen selbst oder von den jeweils wichtigen Dingen?

  2. Von wo, d.h. aus welcher Perspektive werden die Personen oder Dinge gezeigt?

  3. Es bewegen sich nicht nur die Personen oder Dinge. Wie bewegt sich die Kamera im Raum?

  4. Wie wird (der Zuschauer) im Film von einem Ort zum anderen geführt?

  5. Beobachten Sie den Lichteinfall und den Schatten! Wie sind Personen und Dinge beleuchtet?

  6. Konzentrieren Sie sich auf das Zuhören? Was hören Sie im Film?



Diese sechs Fragen können variiert werden, man sollte sie auf den jeweiligen Film hin neu formulieren.





Das filmtechnische Grundwissen



Ebenso wie bei den Fragen können Sie sich aus den folgenden typischen Antworten ein Arbeitsblatt erstellen. Dieses Blatt sollten Sie den Gruppenmitgliedern jedoch erst nach dem Durchsprechen ihrer eigenen Antworten zum Vergleich verteilen. Die Fachausdrücke können z.T. graphisch veranschaulicht oder in kurzen Videobeispielen demonstriert werden. (Siehe beiliegende Folienvorlage und das Begleitvideo zu “Fernseh- und Radiowelt im Unterricht”, Schriftenreihe der LFK, Band 3B, 1996)



  1. Wieviel sehen Sie im folgenden Film von der Umgebung, von den Personen oder von den Dingen? – “Manchmal viel, aber nie soviel, wie mit den eigenen Augen in der Wirklichkeit” – “Manchmal nur die Personen oder Sachen, auf die es ankommt” – “Manchmal nur Einzelheiten; man sieht dann gar nicht, was sonst noch da ist oder passiert”

    Einstellungsgrößen: Weit, Totale, Halbtotale, Halbnah, (Amerikanisch), Nah, Groß, Detail

    – Im Film kann man immer nur das sehen, was auf der Leinwand gezeigt wird. Wenn z.B. plötzlich ein auffälliges Geräusch zu hören ist, die Ursache aber nicht gezeigt wird, so macht das unruhig, unsicher oder ängstlich, weil man nicht von sich aus zur Geräuschquelle schauen kann.

  1. Von wo werden die Personen und Dinge gezeigt? – “Manchmal von unten oder sehr weit oben” – “Meistens von der Mitte” – “Manchmal sehe ich wie das Mädchen, manchmal sehe ich alles von außen, manchmal bin ich mittendrin”

    Kameraperspektiven: Froschperspektive, Bauchhöhe, Augenhöhe, Hoch, Vogel­perspektive

    – Der Zuschauer sieht immer mit dem Kameraauge.

  1. Es bewegen sich nicht nur die Personen und Dinge. Wie bewegt sich die Ka­mera? – “Manchmal bewegt sie sich mit einer Person, einem Tier, einer Hand mit” – “Manchmal streift sie über eine langgestreckte Sache, die man sonst gar nicht ganz sehen könnte” – “Manchmal bewegt sie sich auf etwas zu oder entfernt sich. Dann wird das, was man sieht, immer größer oder immer kleiner”

    Kamerabewegungen: Kamerafahrt, Schwenk, Zoomfahrt

    – In der Wirklichkeit muß man immer näher an etwas herangehen, wenn man es größer und genauer sehen will.

  1. Wie wird man im Film von einem Ort zum anderen geführt? – “Oft ist man plötzlich ganz woanders” – “Man sieht einfach, was zur gleichen Zeit woanders los ist”

    Orts- und Zeitsprünge, Schnitt

    – In der Wirklichkeit kann man nie so schnell den Ort wechseln. Beim Hingehen oder Hinfahren hat man Zeit, sich innerlich auf das Neue einzustellen.

  1. Beobachten Sie das Licht und den Schatten. Wie sind die Personen oder Dinge beleuchtet? – “Manchmal von vorn, von hinten, von der Seite, von oben oder unten” – “Manchmal weiß man gar nicht, warum das Licht aus einer bestimmten Richtung kommt, warum es so stark leuchtet oder woher die Schatten kommen”

    Lichtsetzung, Lichtwirkung: Vorderlicht/Auflicht, Gegenlicht, Seitenlicht, Oberlicht, Unterlicht; Effektlicht, künstlerische Ausleuchtung – In der Wirklichkeit sieht man die Lichtquellen und die Dinge oder Personen, die einen Schlagschatten werfen. Im Film wird nie alles gezeigt; manchmal bewußt auch nur die Schlagschatten oder Lichtreflexe.

  1. Was hören Sie im Film? – “Vor allem Geräusche. Man hört manchmal etwas, das man gar nicht sieht. Manchmal hört man Geräusche überdeutlich” – “Personen sprechen. Und manchmal erklärt jemand etwas, den man gar nicht sieht” – “Manchmal ist Musik zu hören und dann wieder nicht”.

    Filmmusik, Ton: Originalgeräusche, Nachsynchronisation, Geräuschemacher; Ori­ginalton, Dialoge, Kommentar, Erzähler Hintergrundmusik

    – Deutliche Sprache und Geräusche sind wichtig für die Verständlichkeit; Musik ist wichtig für dramatische oder gefühlsmäßige Wirkungen. Filmmusik verbindet Szenen. Was man im Film hört, unterscheidet sich sehr stark von dem, was man in der Wirklichkeit hört.

  1. Was fehlt im Film? - Farbe. Farbwirkung: Anschlüsse, Hintergründe, symbolische Wirkung etc.





Ausdrucksmöglichkeiten der Kamera



Ähnlich wie sich eine Erzählung oder ein Gedicht aus Worten ergibt, die sinnvoll zu Sätzen und Abschnitten zusammengesetzt werden, so gliedert sich ein Film in Einstellungen, Szenen, Sequenzen und - bei Spielfilmen - in Akte. Bilder im Film sind immer nur im Ablauf, im Gesamtzusammenhang der Bildfolge zu verstehen.



Akte:

Wie ein Theaterstück läßt sich der Spielfilm in Akte einteilen, die vom Drehbuch her vorgegeben sind. Am Anfang steht die “Exposition”, die Einführung in das Thema und die Vorstellung der Hauptperson(en). Dann folgt in der Regel die “Konfrontation”, d.h. der Teil der Handlung, in dem die angelegten Gegensätze aufeinanderprallen, Verwicklungen in einem Rhythmus von Spannung und Entspannung durchgespielt werden. Zuletzt folgt, wie sollte es anders sein, die Auflösung des Konfliktes / der Konflikte. Selbst bei einem offenen Ende gibt es eine “Auflösung”, nämlich die, welche sich der Zuschauer in seinem Kopf zusammenreimt...



Szene, Sequenz:

Alles, was sich im Film zur gleichen Zeit an einem bestimmten Ort oder in einem engen Sinnzusammenhang abspielt, gehört zur Szene, zum Szenenbild. Der (örtliche, inhaltliche, formale) Zusammenhang der Szene mit anderen Szenen zeigt sich als Sequenz. Die Sequenz ist also eine klar benennbare Einheit von Szenen im Film. Wenn beispielsweise ein Ganove sich ins Krankenhaus einschleicht, dort einen Guten /eine Gute / eine Hilflose bedroht und dann wieder abgeht, so könnte man dieses als Sequenz bezeichnen: die Krankenhaus-Sequenz.



Einstellung, Shot:

Die Einstellung (engl. “shot”) ist wohl die kleinste Einheit im Film. Sie fängt an, wenn die Kamera startet und ein Bild aufnimmt. Im Unterschied zum Fotoapparat kann die Kamera aber irgendwo mit der Bildauswahl anfangen und irgendwo auflhören, d.h. sie kann schwenken, fahren oder zoomen. Die Einstellung (die Metapher vom “Schuß” wird hier ungenau) endet dort, wo der Kameralauf unterbrochen wird. Innerhalb einer Einstellung ist die Zeit gefilmter Wirklichkeit (der Ablauf vor der Kamera) synchron mit der Zeit der Wiedergabe (Erzählzeit). Ansonsten wird Realzeit meist durch “Schnitte” gekürzt, bisweilen auch gestreckt.

Erst in der Sequenz, in der Komposition des Zusammenhangs werden Einstellungen sinnvoll. Die Verkettung der Einstellungen zwingt dazu, Übergänge und Anschlüsse zu beachten: Bildgröße, Standpunkt des Betrachters (= der Kamera), Blickwinkel, Bewegung und inhaltliche Zusammenhänge zwischen Vorder-, Mittel- und Hintergrund (Bildaufbau) müssen immer wieder in der Bildfolge gesehen und reflektiert werden.

Bildgrößen:

  1. Panorama / Weit: Eine ausgedehnte Landschaft.

  2. Totale: Eine räumliche Einheit mit Personen und/oder Gegenständen, die im Überblick, quasi zur Orientierung gezeigt wird. Die Totale muß deutlich länger gezeigt werden als größere Aufnahmen, da sie meist eine Fülle von Einzelinformationen enthält, für deren Erkundung das suchende Auge Zeit braucht.

  3. Halbtotale: In der Halbtotale wird die Distanz ein wenig aufgegeben. Nur noch ein Teil des Raumes oder der Landschaft wird gezeigt. Kleine Gruppen werden beispielsweise sichtbar. Personen sind aber immer noch in voller Größe zu erkennen, d.h. für den kleinen Fernsehbildschirm: Mimik, Gestik und andere Feinheiten für die psychologische Deutung bleiben noch außer Betracht. Es handelt sich noch um eine Ubersichtseinstellung.

  4. Amerikanische Einstellung: Diese Einstellung stammt historisch aus dem Hollywood-Western und zeigt Darsteller so, daß der (gedachte) Colt des Helden am Oberschenkel noch sichtbar ist...

  5. Halbnah-Einstellung: Sie zeigt den Akteur mit der Hälfte - bis zu einem Drittel - seiner Körpergröße. Die Kamera verläßt die neutrale Beobachterposition, sondiert, wählt aus, trifft Wertungen. Die Einstellung wird “psychologisch”.

  6. Naheinstellung: Der Akteur wird von Kopf bis Schulter gezeigt, d.h. der obere Teil des Oberkörpers ist mit sichtbar. Die Betonung liegt hier zwar auf dem Gesicht des Darstellers, aber der Sicherheitsabstand (eine Armlänge) bleibt noch erhalten. Der Zuschauer steht dem Darsteller quasi gegenüber.

  7. Großaufnahme: Bei Personenaufnahmen entspricht die Großaufnahme einer Einstellungsgröße, die den Kopf bildfüllend zeigt. Zu sehen ist hier nur noch das “Hauptmotiv”, an dem der Zuschauer nicht mehr vorbeischauen kann. Die Mimik muß hier “sparsamer” sein als im Theater, wo das Publikum eher auf Distanz bleibt. Die Kamera verdichtet auf Einzelheiten, die der Zuschauer sonst nicht wahrnehmen könnte. Großaufnahmen sind den Höhepunkten der (Personen-) Handlung vorbehalten. Man sollte darauf aber auch als Anfänger nicht verzichten.

  8. Detailaufnahme: Sie ist ein Extrem, ein Superlativ der Großaufnahme und zeigt z.B. nur Teile des menschlichen Gesichts wie etwa Augen und Mund. Details wirken im Film sehr emotional und suggestiv.

Beispiele für Einstellungsgrößen: Aus “Kursmodell und Materialien - Einführung in die aktive Videoarbeit”, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt, Dezernat S 3, Hannover 1985 2, S. 84 ff



Die Totale:

Die Halbtotale:

Halbnah

Nah:

Groß:

Detail:



Standpunkt und Perspektive



Der Standpunkt der Kamera entspricht immer dem imaginären Standpunkt des Zu­schauers. Das Faszinierende am Film ist gerade die Möglichkeit, anders als in der Realität, blitzschnell den Standpunkt zu wechseln. Damit sollte man aber überlegt umgehen. “Jeder visuelle Standpunkt bedeutet einen seelischen Standpunkt”, schreibt etwa der Filmtheoretiker B. Balázs. Perspektive und Blickrichtung der Kamera stellen - in Verbindung mit der variablen Einstellungsgröße - die innere Beziehung zwischen Zuschauer und dargestelltem Objekt her. Die Kamera ist dabei in der Lage, zu übertreiben, zu verzeichnen und zu entstellen. (Kandorfer)



  1. Normalsicht: Das Objekt wird in “Augenhöhe” gezeigt. Die Normalsicht wirkt statisch und langweilig, wird deshalb häufig ersetzt durch leichte Unter- oder Obersicht.

  1. Froschperspektive: Die dargestellte Person erscheint selbstbewußt, überlegen, heldenhaft, dominant. Der Zuschauer muß aufschauen...

  1. Vogelperspektive: Von oben aufgenommene Motive geben den Eindruck, man stünde über allem. Das Objekt erscheint armselig, einsam, niedrig...



Einige Fragen zur Perspektive (aus Fernseh- und Radiowelt im Unterricht; a.a.O., S. 15):


  1. Wie wirkt eine Person auf den Zuschauer, die ständig aus der Untersicht aufgenommen wird? Wie fühlt sich der Zuschauer gegenüber einer Person, die ständig aus dieser Perspektive von der Leinwand auf ihn herabblickt?

  2. Welche Kameraperspektive vermittelt am ehesten die Gleichrangigkeit von zwei sich gegenüberstehenden Personen?

  3. Welchen Eindruck gewinnt der Zuschauer, wenn eine größere Personenmenge aus der Vogelperspektive aufgenommen wird?

  4. Welche Kameraperspektive würdet ihr wählen, wenn ihr die Hilflosigkeit eines Kindes filmisch umsetzen würdet?

Einstellungsgrößen



Die Einstellungsgröße legt den Bildausschnitt fest, unter welchem wir eine Person abbilden. Der Maßstab für die Bildgröße ist also der Körper eines Menschen. Zeichnen Sie zu den folgenden Beschreibungen Bildausschnitte!



Die Totale (T) verschafft Oberblick und führt ins Geschehen ein. Da kaum Einzelheiten zu erkennen sind, wird sie im Fernsehen nur seiten angewandt.

Die Halbtotale (HT) rückt näher ans Objekt. Das Blickfeld ist so gewählt, daß eine Person in voller Körpergröße abgebildet wird.



In der Halbnah-Einstellung (HN) wird eine Person zu etwa zwei Drittel ihrer Körpergröße abgebildet. Die unmittelbare Umgebung ist noch gut zu erkennen.

Bei der Nah-Einstellung (N) ist der Akteur nur zu einem Drittel seiner Körpergröße abgebildet, was einem Portraitbild entspricht. In dieser Einstellungsgröße identifiziert sich der Zuschauer mit der Darstellung. (Einstellung wird "psychologisch")



Die Großaufnahme (G) zeigt das menschliche Gesicht formatfüllend und sogar ein wenig im Ausschnitt. Die Gefühlsregungen des Darstellers werden deutlich.

Die Detail-Aufnahme (D) ist eine extreme Form der Großaufnahme und zeigt nur Teile des Gesichts oder des Körpers. Solche Aufnahmen wirken höchst eindrucksvoll, weshalb man sie nur für extreme Spannungsmomente einsetzen sollte.





Die Kontinuität der Bilder



Ein Film erzählt eine Geschichte, aber er erzählt sie anders als ein schriftlicher Text. Sie wird dem Zuschauer durch eine Reihe (vertonter oder unvertonter) Bilder vermittelt. Jedes Bild hat eine Idee, und jede Szene ist eine Folge von Ideen. Zusammen stehen sie in einem harmonischen Fortgang. Wird nun gegen diese visuelle Harmonie und Kontinuität verstoßen, so kann der Betrachter verwirrt und aus dem Handlungsrahmen herausgerissen werden. (T. St. J. Marner, 1978) Die filmische Illusion wird ungewollt durchbrochen.



Bewegungsrichtung:

Erscheint z.B. eine Person von links im Bild und geht sie rechts aus dem Bild heraus, so muß sie in der anschließenden Einstellung wieder von links kommen, um die begonnene Bewegung fortzusetzen. Wäre es anders, müßte der Zuschauer wissen, warum die Bewegungsrichtung anders verliefe. Ein Zwischenschnitt könnte beispielsweise zeigen, wie die Person stehenbleibt, zögernd schaut, als ob sie etwas vergessen hat und sich dann umdreht. Damit wäre die Änderung der Bewegungsrichtung motiviert.



Das Zwischenbild in der Mitte sollte jedoch in einem kleinerem Bildausschnitt aufgenommen werden

Ähnlich verhält es sich bei anderen bewegten Objekten wie Fahrrad, Auto, Eisenbahn oder Flugzeug. Eine Autofahrt von rechts nach links muß in dieser Richtung beibehalten werden, es sei denn, der Regisseur zeigt die Bewegungsänderung in einem Kameraschwenk oder aus einem sehr hohen Winkel in der Totale.



Handlungsachse, Achsensprung:

Motivbewegungen können die Zuschauer verwirren, wenn sie durch einen Einstellungswechsel unterbrochen werden und der neue Kamerastandpunkt die “Handlungsachse” überspringt. Unter Handlungsachse versteht man die Bewegungsrichtung, in der sich ein Vorgang abspielt. Überschreitet nun die Kamera diese gedachte Handlungslinie, so sieht man plötzlich eine gegenläufige Fortsetzung des Vorgangs. Die Links-rechts-Orientierung im Bild geht verloren, und der Zuschauer verliert die Übersicht. (Besonders bei “Schuß-Gegenschußaufnahmen” gilt der “Achsensprung” als klassischer Regiefehler) Die Kamera sollte also grundsätzlich immer auf derselben Seite der Handlung bleiben.



Falsch: Beispiele für Achsensprünge, wie sie in einer Bildfolge nicht vorkommen dürfen




Das Buch liegt in der 1. Einstellung links unten, in der nächsten rechts unten. Auch die beiden Personen wechseln ihre Bildposition.

So etwas verwirrt den Betrachter.

Ähnliches gilt für die unteren beiden Einstellungen, wo die Person mit der Brille zuerst links, dann rechts im Bild steht.




Falsch: Kamera 2 darf nicht über die Bildachse springen!



Richtig: Aufbau unter Berücksichtigung der Achse = Nasenspitze zu Nasenspitze!









Teil II Filmpraxis



Videotechnik Überblick:



Allzuviel Theorie beim Erlernen der Videotechnik schreckt im allgemeinen Kursteilnehmer eher ab als direktes Ausprobieren. Kurze, informative Texte, einige Blockdiagramme und eine praktische Demonstration am Kamcorder in der jeweiligen Kleingruppe sollten in der Regel genügen, bevor die ersten Aufnahmen gemacht werden. Die Länge des zu planenden Filmes sollte maximal drei Minuten betragen. (Und das ist schon sehr lange!)

Es sind für 8 Teilnehmer zwei Aufnahmeeinheiten nötig. Eine Aufnahmeeinheit sollte zu Demonstrationszwecken schon fertig verkabelt dastehen, eine sollte mit den Teilnehmern verkabelt und dabei erläutert werden. Was zu einer Aufnahmeeinheit gehört, ist vom Filmvorhaben abhängig. Zur Mindestausstattung gehören folgende Geräte:

  1. Ein Kamcorder: Entweder S-VHS (möglichst im Vollformat, z.B. MS 4 von Panasonic oder baugleiche Geräte) oder Hi8 (z.B. Sony oder baugleich). Die Aufnahmequalität sollte so gut sein, daß man auch vom Schnittband (= 1. Kopie) noch eine Kopie anfertigen kann. Die automatischen Einstellungen für Fokus und Blende sollten abschaltbar sein, die manuellen Einstellungen sollten leicht erreichbar und übersichtlich sein. Audioausgänge sollten für Cinch-Anschlüsse ausgelegt sein, der Videoausgang sollte sowohl für S-VHS (Hosiden-Stecker) bzw. Hi-8, als auch für VHS-Geräte (Cinch oder BNC) eine Anschlußmöglichkeit bieten. Zudem sollte der Kamcorder selbst als Zuspieler für einen Minischnittplatz zu gebrauchen sein, d.h. er sollte eine „Edit-Buchse„ aufweisen, die entweder für Panasonic- oder für Sony-Geräte ausgelegt ist.

  2. Ein Stativ für ruhige Aufnahmen, Schwenks, Zoomfahrt etc. muß vorhanden sein. Kann ich mir die zu filmende Situation unterordnen, benutze ich immer das Stativ. Muß ich mich einer (teilweise) unübersichtlichen Situation unterordnen, werde ich eher ohne Stativ filmen. Das Filmen ohne Stativ kann natürlich auch eine dramaturgische Absicht sein, Unsicherheit, Eile, Verfolgung etc. ausdrücken...

  3. Ein externes Mikrofon sorgt für einen guten Ton. Wann immer der Ton eine tragende Rolle spielt, sollte er mit einem externen Mikrofon aufgenommen werden, möglichst mit einem auf die Tonquelle ausgerichteten Richtmikrofon... Achtung: Kabel müssen lang genug sein, Steckeranschlüsse müssen passen. Meist braucht man große oder kleine Stereoklinkenstecker auf der Kameraseite. Die Mikrofone haben unterschiedliche Steckanschlüsse, sind meist zusätzlich mit einem Schraubgewinde gesichert...

  4. Zwei elektrische Leuchten sollten pro Aufnahmeeinheit vorhanden sein, wenn Innenaufnahmen geplant sind. An den Leuchten sollten Tageslichtfilter montierbar sein. Ein Licht wird oft schräg hinten über der Kamera aufgestellt, das andere fängt die Schatten ab oder verstärkt diese, wenn es dramaturgisch erwünscht ist.



Für alle Geräte sollte eine kleine Gebrauchsanweisung vorhanden sein. Es genügt oft eine Zeichnung mit der Erläuterung der wichtigsten Knöpfe und Schalter. Die Grundfunktionen der Geräte werden der Gruppe im Raum über einen großen Monitor vorgeführt. Hier kann jeder die Wirkungen von Einstellungsänderungen sehen: Gegenlicht, Mischlicht, Zoom, Blende, Fokus etc.





Knöpfe und Schalter:



Hinweise für die Aufnahme mit dem Kamcorder

Nachdem der erste halbe Tag die Teilnehmer ganz nebenbei miteinander bekannt gemacht hat, kann der Seminarleiter die Gruppen für den ersten praktischen Teil des Videokurses zusammenstellen. Achtung: Nicht jeder Cineast ist auch geeignet für die Aufnahmeleitung. In jeder Gruppe sollte eine Person dabei sein, die keine Angst vor der Kamera hat, vielleicht sogar schon einige Vorerfahrungen besitzt.

Eine der beiden Aufnahmeeinheiten – Kamcorder, Stativ, Mikrofon, Leuchte - ist bereits funktionsfähig verkabelt, eine andere wird mit Hilfe der Teilnehmer aufgestellt. Dabei sollten folgende Funktionen erläutert werden, die jeder Teilnehmer sich auf einer Kopie (Handout) anstreichen und mit Ergänzungen versehen kann.

Alles andere später oder bei Bedarf klären. Die Einführung darf nicht verwirren oder wegen der Überfülle an Informationen abschrecken!



Hinweise zum Filmthema



Folgende Punkte sind bei der Themenwahl in den Gruppen zu berücksichtigen:



Übungen, die sich anderweitig bewährt haben:

  1. Video-Collage: Der Übungsleiter bringt ein Bündel Zeitschriften mit, aus denen maximal 10 Bilder oder Textteile ausgewählt werden. Zu diesen sollte man einen persönlichen Bezug herstellen können. Die ausgewählten Bilder (und Texte) werden in maximal 10 Einstellungen zu je maximal 10 Sekunden im Kameraschnitt-Verfahren aufgenommen. (Bei der Wiedergabe wird der Ton ausgestellt) Die Bildausschnitte müssen gezielt gewählt und begründet werden, zudem muß die Länge der Einstellung bestimmt und die Reihenfolge der Bilder (Montage) festgelegt werden. Klar, daß die Aufnahmen nicht ohne Stativ zu bewältigen sind.

  2. Video-Übung: Wie kommt das Wasser ins Glas? In wenigen Einstellungen soll im Kameraschnitt-Verfahren gezeigt werden, wie aus einer Flasche Wasser / Bier etc. in ein Glas kommt. Auch hier geht es um die begründete Wahl von Bildausschnitt, Kameraperspektive und Bildanschlüssen (Montage). Von einer Einstellung in die nächste soll eine “fließende” Bewegung hergestellt werden. Das Gießgeräusch muß gleichmäßig hörbar sein. Welche Aufnahmen (Ausschnitt, Perspektive) erlauben hier eine Beschleunigung des Filmtempos?

  3. Video-Dokumentation: Die Kursteilnehmer sollen dokumentieren, wie sie am Ort des Geschehens (bis hin in den Veranstaltungsraum) angekommen sind. Mit dem Auto? (Innen/ Außen) Orientierung vor dem Haus? Eingangstür? Treppe? Orientierung im Haus? Innere Tür? Begrüßung?

  4. Video-Geschichte: “Der Nachruf” Folgender Dialog (Szene) soll in mehrere Einstellungen aufgelöst werden:

    A: “Tschau, ich muß los!”

    B: In Gedanken vertieft: “Tschühüs!”

    A: Verläßt den Raum.

    B: Grübelt weiter, hat plötzlich eine Idee und will dem anderen noch etwas sagen. Er (Sie) stürzt zur Tür und ruft in den Flur hinunter: “Warte mal! Hey!”

    A: Ist aber schon nicht mehr zu sehen.

    B: “So ein Pech! Jetzt ....”  (Der Schlußsatz kann nach Belieben ausgestaltet werden)

    Der Dialog soll in Schuß-Gegenschuß Aufnahmen aufgelöst werden. Welche Bilder/ Schnitte könnten die Bewegung von B. gut zeigen? Vor allem das Hochschrecken, das Durch-die-Tür-gehen? Darstellerische Fragen können hier genauso thematisiert werden wie Regieanweisungen, Einstellungsgrößen, das Timing u.a.

  1. Video-Sketch: Aus einer Unzahl von Texten, die für Party-Spiele oder Schullandheim-Abende zusammengetragen wurden, können Sketche ausgewählt werden, die zur Verfilmung geeignet erscheinen. Vom tolpatschigen Kellner, der ein Essen balanciert - bis zum Gespräch im Partnervermittlungsbüro, wo ein Video zur Selbstdarstellung inszeniert werden soll (Spiel im Spiel) können hier kleine Handlungen filmgerecht zusammengestellt werden. Wichtig ist dabei die Typisierung der Figuren und die Dramaturgie des Erwartungsaufbaus bis hin zur Pointe.







  1. Werbespots: Ein Genrethema vor allem für jüngere Anfängergruppen. Hier kann mit Nachahmungen bekannter Spots und Neuerfindungen jongliert werden, die ein bestimmtes Lebensgefühl oder Werte ausdrücken sollen:



Hinweis: Am Ende dieses Heftes wird ein Videoprojekt aus der Schule vorgestellt, das zusätzliche Anregungen gibt.



Ideensammlung



Vor der Aufnahme sollte die jeweilige Gruppe eine klare Idee für den Film haben. Nie ohne Projektskizze anfangen zu filmen! Besser ist auf alle Fälle: Ausarbeitung der Ideenskizze zu einem Minidrehbuch und einem Drehplan.

Das Minidrehbuch kann folgende Einteilungen enthalten:

Szene:

Nr.

Handlung

Dialog/Sprache

Geräusche/

Musik

Kamera-

einstellung

1.





2.





3.





4.





5.





Noch besser ist die Erstellung eines Storyboardes, bei dem die einzelnen Bildgrößen und Kameraperspektiven in einer Art Comic-Zeichnung festgehalten werden.

Bild 1:


Text, Handlung, Erläuterung.

Bild 2:


Text, Handlung, Erläuterung.

Bild 3:


Text, Handlung, Erläuterung.



Der Drehplan sollte Drehorte und Zeitplanung enthalten und die Aufgaben der Gruppenmitglieder verteilen. Eine entsprechende Skizze kann sich jeder leicht selbst erstellen...



Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4)



1. Stereo-Mikrofon

8. Eingebauter Lautsprecher

2. Fenster der Weißabgleich-Sensoren

9. Zoom-Tasten

3. Aufnahmeanzeige

10. Objektivdeckel

4. Zubehörschuh

11. Gegenlichtblende

5. Ein-Ausschalter (Operate)

12. Scharfeinstellungsring

6. S-VHS Systemwahlschalter (0n/Out)

13. Suchermonitor

7. Abdeckscheibe zur Wahl der Kamera

Rekorder Betriebsart (CameraNTR)

14. Okularkorrektur-Regler


15. Augenmuschel





Die Zeichnung mit den Bedienungselementen des Kamcorders sollten für einen Videokurs oder ein Videoprojekt aus den Manuals der jeweilig verfügbaren Kamcorder herauskopiert werden und jedem Teilnehmer zur Verfügung stehen.





Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4)



16. Halterungen für Schulterriemen

25. Lautsprecher-. Ein-Aus-Schalter

17. Cassettenauswurftaste (Tape Ejekt)

26. Tonwahlschalter: HiFi/Mix/Normal

18. Akku-Entriegelungstaste (Batt. Ejekt)

27. Video-Ausgangsbuchse (V.-OUT)

19. Cassettenfach

28. HF-Gleichstrom-Ausgangsbuchse

20. Aufnahme: Start-Stop Taste

29. Audio-Ausgangsbuchse (A-OUT)

21. Handgriff-Riemen

30. Gleichstrom-Eingangsbuchse (12V)

22. Fernbedienungsbuchse (Remote)

31. Stativanschluß

23. Edit-Buchse (Edit)

32. Titelgeneratorbuchse (Char.Gen)

24. S-Video Ausgangsbuchse (S-V-OUT)






Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4)



  1. Midkrofonbetriebsart-Wahlschalter (MIC:SELECT WIDE/TELE/ZOOM)

  1. Wahlschalter für Blenden- und Verschlußzeit-Einstellfunktion (IRIS/SHUTTER)

  1. Mikrofon-Anschlußbuche (MIC)

  1. Betriebsart-Wahlschalter (AUTO/MANUAL/PORTRAIT)

  1. Schachlicht-Taste (LOW LIGHT)

  1. Taste für Standbild-/Stroboskop-Aufnahme und Nachzieheffekt (STILL/STROBE/TRACER)

  1. Scharfeinstellsystem-Wahltaste

  1. Digital-Zoom-/Aufhellungs-Taste (DIGITAL/ZOOM/GAIN UP)

  1. Weißabgleich-Taste (W.B)

  1. Wahlschalter für die digitally Betriebsarten (DIGITAL MODE SELECT)

  1. Einstelltasten für Blende und Verschlußzeit






Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4)



44. Digital-Start-Taste (START)

48. Ein-/Ausblendtaste (FADE)

45. Digital-Rollschnitt-Taste (WIPE)

49. Anzeigeneinblend-Taste (OSD)

46. Digital-Misch-Taste (MIX)

50. Datum-Uhrzeit-Einblendtaste

(DATE/TIME)

47. Bildsuchlauf-Tasten

(CAMERA SEARCH)

51. Intervall-Taste

(TIMER/INTERVALL REC)











Bedienungselemente des Kamcorders (Typ: MS 4)



52. Bandzählwerk-Rückstelltaste

(RESET)

58. Nachvertonungs-Taste (Audio-DUB)

53. Speicher-Taste (MEMORY/DISPLAY)

59. Stop-Taste (STOP)

54. Spurlage-Reglertaste und Weiterschalt-Taste für Datum-/Uhrzeit-Einstellung

(DATE/TIME; SHIFT; TRACKING)

60. Wiedergabe-Taste (PLAY)

55. Spurlage-Reglertaste und Einstelltaste für Datum/Uhrzeit (DATE/TIME SET.

TRACKING)

61. Einzelbild-Wiedergabe-Taste

(STILL ADV)

56. Pausentaste (PAUSE)

62. Schnellvorlauf-/Cue-Taste (FF)

57. Rückspul-/Review-Taste (REW)

63. Insert-Taste (INSERT)







Letzte Tips vor der Aufnahme





Teil III Montage Nachbearbeitung

Montage/Nachbearbeitung



Die Nachbearbeitung durch Schnitt und Nachvertonung muß – auch wenn das für eine Anfängergruppe seltsam klingt – schon bei der Aufnahme mitbedacht sein: Welche Geräte sind verfügbar und was kann ich mit ihnen in kurzer Zeit anfangen? Brauche ich viele Zwischenschnitte, etwa Nah- oder Großaufnahmen? Kann ich mit Musikeinblendungen dramatisieren? Etc. Etc.

Zudem: Je öfter ich an einem Schnittplatz gesessen und verzweifelt nach Bildern gesucht habe, desto wachsamer werde ich schon bei der Aufnahme sein. Also, Pannen werden sich am Anfang schnell einstellen, Kompromisse werden geschlossen werden müssen.

Schnitt und Nachvertonung legen fest, in welchem Zusammenhang die Aufnahmen wahrgenommen werden. Das Prinzip der filmischen Illusion kommt in der Montage noch deutlicher als beim Bildausschnitt und der Kameraperspektive zum Ausdruck. Bildfolgen verschmelzen in der Wahrnehmung des Betrachters zu einer Einheit, auch wenn sie räumlich und zeitlich weit auseinander liegen. Ein Bild kann die Bedeutung des darauffolgenden induktiv beeinflussen, fehlende Bilder werden im Kopf des Zuschauers mitbedacht.

Aus der Fülle von Montageformen sollen nur einige herausgegriffen werden, die das Prinzip der Montage verdeutlichen:





Der elektronische Schnitt



Assemble-Schnitt:

Ton:

A

B

C

D

E



Bild:

A

B

C

D

E



Beim Assemble-Schnitt können die Sequenzen (Bild und Ton) in beliebiger Reihenfolge aneinander gefügt werden.



Insert Schnitt

Ton:

A ....



Bild:

A

B

C

D

E



Beim Insert-Schnitt wird in eine Sequenz ein anderes Bild eingefügt. Der Ton wird dabei nicht verändert.

(Hinweis für Fortgeschrittene: Es gibt auch die Möglichkeit des AV-Inserts, also der Auswechslung von Ton und Bild in einem Zug auf der Basis des bereits bespielten und damit kodierten Bandes.)



Audio-DUB (Nachvertonung)

Ton:

Neuer Ton ...



Bild:

A

B

C

D

E



In der Nachvertonungsfunktion wird normalerweise der ursprüngliche Ton gelöscht und neu vertont (Sprache/Musik/Geräusche).

Der ursprüngliche Ton kann aber auch wieder in einer Schleife in die neue Tonmischung zurückgeführt werden.





Die Tonspuren beim Videographieren:



  1. Trägerschicht

  2. Audio-Randspur

  3. Bildspur

  4. Audio Hifi-Spur

  5. CTL-Spur

Auf der Audio-Randspur werden die Audiosignale nicht optimal aufgenommen. Aufgrund der niedrigen Bandgeschwindigkeit und des geringen Platzes können keine HiFi-Signale aufgenommen werden. Anders verhält es sich bei der Aufnahme über Tonköpfe auf der schnell rotierenden Kopftrommel, welche die Audiosignale unterhalb der Bildspur im Schrägspurverfahren aufzeichnen. Diese Aufzeichnung wird bisweilen als “HD-Ton” bezeichnet. Der HD-Ton wird beim Insert-Schnitt, d.h. beim Austausch von Bild-Teilen, leider überspielt. Er kann von daher nicht für die Endabmischung des Filmtones genutzt werden. Dafür bleibt für die gängigen Recorder nur die Randspur.<R>Einige Geräte bieten die Tonaufzeichnung auf der sogenannten “PCM-Spur” an. Auch hier wird der Ton im Schrägspurverfahren unterhalb der Bildspur aufgenommen  - und zwar in zukunftsweisender Digitaltechnik - , im Unterschied zum HD-Ton wird er aber nicht untrennbar mit dem Bild verschachtelt. Er kann beliebig nachbearbeitet werden.<R>Ein guter Kamcorder/Recorder sollte folgende Ausstattungsmerkmale haben:



Verkabelung des Videomischpultes

Mit dem Videomischpult können die beiden Videosignale von Player 1 und Player 2 gemischt bzw. jedes Videosignal einzeln verändert werden.



Verkabelung Tonmischpult

Ausblick auf den Schnitt mit dem Computer



Die großen Kamcorder-Hersteller, Sony und Panasonic liefern bereits Geräte aus, die AV-Signale digital aufnehmen und auf einem sehr kleinen DV-Band (DV= Digital-Video) speichern. Damit wird eine höhere Bild- und Tonqualität und eine verlustfreie Überspielung auf Videorecorder möglich, die ebenfalls digitale Signale verarbeiten. Diese Geräte sind zur Zeit mit ca. 5000.- DM/Stück (und mehr) noch relativ teuer. 1997 wird es für die digitalen Signale einheitliche Normen der Übertragung geben. Steckkarten für den Computer, die Videosignale verarbeiten können - wie z.B. die “AV-Master” der Firma FAST aus München - gibt es bereits im Amateurpreissektor, d.h. für um die 1000.- DM. Diese Videokarten mußten aber bisher analoge Bild und Tonsignale umständlich digitalisieren, um sie dann komfortabel zu verarbeiten und zuguterletzt wieder analog auf Band auszugeben. Diese oft zeitraubende und speicherintensive Verarbeitung wird nun vereinfacht und beschleunigt, wenn die Signale von der Aufnahme über den “Schnitt” bis zur Ausgabe auf einen  externen Signalträger durchgehend digital bleiben. Damit wird der (gehobene) Amateur in die Lage versetzt, annähernd in Profiqualität und mit einer enormen Fülle an Möglichkeiten in der Bild- und Tonmanipulation (von beliebigen Überblendungen bis hin zum “Morphing”, von Tonblenden bis hin zur Mehrspur-Nachvertonung) zu arbeiten. Riesige Bestände an Videogeräten werden also vermutlich bald ausgemustert und ersetzt, denn der Ehrgeiz der Videofilmer, annähernd professionell zu arbeiten, ist enorm.

Was dadurch natürlich nicht wegfällt, sind Planungs- und Organisationsaufwand, Wille und Fähigkeit zur guten Gestaltung der Filme.

Der digitale Kamcorder von Panasonic: DX1

Casablanca



Von einer digitalen Revolution im Video-Amateurbereich kann man mit der Markteinführung des Videoschnittgerätes mit dem nostalgischen Namen “CASABLANCA” reden (wer kennt nicht den Film von Michael Curtiz aus dem Jahre 1942 mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in den Hauptrollen). Das Gerät sieht aus wie ein Videorecorder, hat auch genau dieselben Anschlüsse.

Über Trackball und Tastatur kann man alle nötigen Befehle eingeben, um Szenen vom Kamcorder mit Ton und Bild auf die eingebaute Festplatte zu holen, dort zu schneiden und zu betiteln. Zwischen 4500.- DM und 6000.- DM, je nach Ausstattung, muß man hinblättern, um das Gerät zu bekommen. Es ist so kinderleicht zu bedienen, daß auch ein Video- und Computerlaie alles rasch mit der “learning by doing”-Methode verstehen kann. Gekauft wird es offensichtlich sehr häufig von Senioren, die damit hervorragende Filme über Enkel oder Reiseberichte anfertigen können. Geeignet wäre es aber vor allem in Schulen, wo immer noch viele Lehrer Angst vor der Videotechnik haben.

Dazu ein Buchtip vom Videofachhändler Pro Video ELECTRONIC aus 63739 Aschaffenburg, Gabelsbergerstr. 6 (Tel.: 06021-15713):

Von ,Hippo Books + ProDaD Software’ ein NEUES Produkt für Casablanca:

“Eine Nacht mit Casblanca”

CASABLANCA, ein non-linear, voll digital arbeitendes System zum Schneiden, Betiteln und Nachvertonen von Videofilmen, hergestellt und entwickelt von Macrosystem GmbH, hat in den Monaten seit Erscheinen einen Siegszug sondergleichen angetreten. Walter Friedbuber, Autor zahlreicher Standardwerke zum Thema “Videobearbeitung” hat für dieses Schnittsystem ein Buch geschrieben, das seinesgleichen sucht: Vom optimalen Definieren der Systemparameter, dem Anschluß einer Kreuzschiene und eines Time Base Corrector (TBC), bis hin zum Editieren von Rohszenen und diverser Feinschnitt-Techniken, erfährt der Leser bereits im ersten Kapitel all das, was zum reibungslosen Ablauf eines Projekts notwendig ist. Tips und Tricks mit der Szenenliste und dem Storyboard stehen im Mittelpunkt des 2. Kapitels, das sich auch eingehend mit praktisch erprobten Einsatzmöglichkeiten der Übergangs- und Langzeiteffekte befaßt und in diesem Zusammenhang sämtliche Berechnungszeiten in tabellarscher Form aufführt.. Daß der Betitelung und Nachvertonung breiter Raum eingeräumt wird, ist selbstverständlich.

Im 3. Kapitel zeigt der Autor anhand eines “Familienalbums”, wie man bei einer Produktion einer Serie vorgeht, dabei Festplattenkapazität trickreich ausnutzt und mit Hilfe von Multilayer-Szenarien und Filtertechniken faszinierende Effekte entwerfen kann.

Das Ringordner-Konzept des Buches macht es möglich, daß sofort nach Erscheinen von Software- und Hardware-Updates ergänzende Scripts lediglich beigeheftet werden müssen. Eine Neuanschaffung des Gesamtpaketes entfällt somit.

“Eine Nacht mit Casablanca ” Preis DM 149,00

- Autor: Walter Friedhuber

- 286 Seiten (Buch im Schuber)

- Incl. Nachvertonungs-CD

- incl.VHS-Demovideo

Lieferung ab sofort möglich!






Casablanca - die Technik


SYSTEM


Datenträger:

Festplatte für Video/Audio: FAST-SCSI 11, 1-9 GB. Optionale externe Festplattenerweiterung für weitere Festplatten Imax. 27 GB Gesamtkapazität)

Software auf 1,8 MB Diskette

Grafik:

Integrierte Grafik, Darstellung auf TV, zusätzlich TFT-Info-Anzeige auf Frontpanel

VIDEOSYSTEM


Prinzip:

Motion JPEG

Datenraten:

0,5 - 3.5 MB/Sekunde, Bitrate Control

Eingänge:

Y/C, FBAS jeweils auf Front- und Rückseite, IEEE P1394 (MiniDV, FireWire)'

Ausgänge:

Y/C, FBAS, RGB, IEEE P1394 (MiniDV, FireWire)t

Auflösung:

CCIR 601, 576 Linien (identisch mit Dv)

Videonorm:


PAL, NTSC (umschaltbar), 50/60 Halbbilder/Sekunde

Aufnahmelänge:

Je nach Qualitätsstufe zwischen 4.8 und 34 Minuten/Gigabyte, bei max. Ausbau 127 GB) also 2.2 bis 15 Std.

AUDIO


Prinzip:

3 Stereo-Spuren, max. 44,1 KHz, 16 Bit

Eingänge:

Stereo-Cinchbuchsen, jeweils auf Front- und Rückseite, IEEE P1394

(FirigWire)' Schnittstelle

Ausgänge:

Stereo-Cinchbuchsen, optional IEEE P1394 (FireWire)'Schnittstellen

OPTIONEN


Hardware:

DV-Modul mit MiniDV Ein- und Ausgang

Beschleunigungsoption für kürzere Berechnungszeiten bei Blend- und Bildbearbeitungseffekten. Auch ohne Beschleunigungsoption wird bereits die maximale Bildqualität erreicht!

Festplatten-Erweiterungsbox (für die Aufrüstung auf max. 27 Gb)

DAT-Option (Archivierung von Festplattenprojekten – nicht benötigt bei DV-Modul)

Software:

PC-Option (Im-/Export von Bildern)

Effekt Zusatzdisketten

Abmessungen-.

BHT ca. 450x90x340 mm

Gewicht:

ca. 7 kg


Teil IV Film- und Videowirkung



Die Trägheit der menschlichen Wahrnehmung



Die menschlichen Sinnesorgane haben die Eigenschaft, schnell aufeinanderfolgende Reize nicht mehr als Einzelreize wahrzunehmen. Die unterste Schwelle für den Übergang vom einzelnen zum kontinuierlichen Reiz liegt bei ca. 16 – 18 Impulsen pro Sekunde. So werden 16 Tonschwingungen pro Sekunde nicht mehr einzeln erkannt, sondern bilden bereits den tiefsten hörbaren Ton. Nicht nur das Ohr, auch unsere Haut ist ein Wahrnehmungsorgan. Bei 16 – 18 (oder mehr) Stößen auf die Haut empfinden wir diese nicht mehr einzeln, sondern bereits als gleichmäßigen Druck.

Die Trägheit der Wahrnehmung hängt mit dem Nachwirken der chemischen Prozesse bei der Sinnesreizung zusammen.

Auch das Auge hat nun die Eigenschaft, schnell aufeinanderfolgende Lichtreizungen nicht mehr einzeln wahrzunehmen, da ja jeder Lichteinfall noch nachwirkt. Wer z.B. die Netzhaut durch einen zu langen Blick in die Sonne überreizt, der wird für eine Weile einen dunklen Punkt in die folgenden Bilder “eingebrannt” haben. Schwingt jemand vor uns im Dunkeln rasch eine Taschenlampe im Kreis, so sehen wir, wenn die Bewegung schnell genug ist, nicht die sich bewegende Lampe, sondern nur noch einen Lichtkreis.

Kurze Unterbrechungen des Lichteinfalls auf der Netzhaut werden durch das Trägheitsmoment des Auges nicht mehr wahrgenommen, der Lichteinfall erscheint als Kontinuität. Die unterste Frequenz beträgt 16 Reize (Bilder) pro Sekunde. Erst durch diese Wahrnehmungsträgheit des Auges wird es uns möglich, schnell aufeinanderfolgende Einzelbilder als bewegten Film zu erleben.

Auf diese illusionäre Wahrnehmung baut die Filmwirkung (auch noch beim Video!) auf.

In der Filmkamera wird ein abgelichteter Vorgang in vielen Einzelbildern festgehalten, die dann auch wieder als rasch aufeinander folgende Einzelbilder abgespielt werden.  Es reicht nicht aus, den Film lediglich mit einer bestimmten Geschwindigkeit am Bildfenster des Projektors vorbeizuziehen. Außer diffusen Lichtstreifen (in der Bewe­gungsrichtung des Filmstreifens) könnte man nichts erkennen.

Wie schon bei der Aufnahme muß auch beim Abspielen der Filmstreifen durch mechanische Greifer für Sekundenbruchteile angehalten (bzw. nicht transportiert) werden. Dafür sind seitlich am Filmrand Perforationslöcher eingestanzt. Eine ähnliche Funktion haben beim Video die seitlich am Band aufgezeichnete CTL-Impulse. (Nur daß eben beim Video kein ruckweiser Transport erfolgt)

Um während des Filmtransports von einem zum anderen Bild kein Licht auf den Film zu lassen, verschließt eine um die eigene Achse rotierende “Flügelblende” das Bildfenster für einen winzigen Moment.

16 Bilder pro Sekunde reichen für die Laufbildillusion zwar aus, sie würden aber einen Flimmereffekt hervorrufen, und obwohl die Bewegungsillusion erreicht wäre, würden infolge der Helligkeitsschwankungen schnell die Augen schmerzen. (Wer einen Computermonitor mit zu geringer Flimmerfrequenz gesehen hat, weiß auch, wovon ich hier rede). Um nun diesen ärgerlichen Flimmereffekt auszuschließen, ist es notwendig, die Bildfrequenz auf mindestens das Dreifache zu erhöhen: Also nicht 16, sondern 48 Bilder pro Sekunde. Die meisten Filmkameras nehmen nun sowieso mit 24 Bildern/Sekunde auf. Und hier kann die Bildzahl schon mit einer Dunkelunterbrechung pro Bild auf 48 Bilder/ Sekunde erhöht werden. Das kurzzeitige Aussetzen des Filmtransports übernimmt das sogenannte “Malteserkreuz” (der entsprechende Vorgang wird übrigens im Frankfurter Filmmuseum - zusammen mit vielen anderen filmtechnischen Entwicklungen - sehr schön erklärt). Die Unterbrechung des Projektionsstrahls übernimmt bei der Filmvorführung die Flügelblende im Filmprojektor. Der Projektionsstrahl wird einmal während der Filmtransportphase unterbrochen, ein oder zwei weitere Male während der Projektionsphase, um die Bildwechselfrequenz für das Auge zu erhöhen.

Auch beim Videofilm wird der Sinneseindruck aus Einzelbildern zusammengesetzt. Bei uns sind 25 Bilder pro Sekunde der übliche Aufnahmestandard. Die Frequenzerhöhung wird folgendermaßen erreicht: Jedes Bild wird durch einen Elektronenstrahl in Hunderte von Zeilen zerlegt. Von jeden Einzelbild wird aber ganz schnell hintereinander zuerst nur die Hälfte der Zeilen, dann die folgende Hälfte gezeigt. Ein Bild in voller Auflösung setzt sich also aus zwei Bilder mit halber Auflösung zusammen. Faktisch habe ich dadurch 50 Halbbildillusionen pro Sekunde – und die Flimmerwirkung ist stark herabgesetzt. Moderne Fernseher (oder Computermonitore) haben durch eine erhöhte Bildfrequenz eine noch geringere Flimmerwirkung.

Die Abhängigkeit vom Einzelbild bei der Filmwiedergabe und entsprechend auch beim Filmschnitt führt bei den heutigen digitalen Bildkomprimierungstechniken zu folgendem Problem: Ich habe zum einen die “Intraframe”-Komprimierung, die Komprimierung des Einzelbildes, mit der ich beispielsweise bei hoher Bildqualität die digitalen Videodaten noch im Verhältnis 1:5 reduzieren kann. Diese reduzierten Bilddaten kann ich exakt “schneiden”. Ich habe zum anderen die sehr viel höhere “Interframe”-Komprimierung, mit der ich fertig geschnittene Filme über Netze in einer sehr viel höheren Verdichtung (ca. 1:100) an weit entfernte Standorte transportieren kann. Diese datenreduzierten Filmpakete kann ich so natürlich dann nicht mehr schneiden. Ich müßte sie erst wieder entkomprimieren...





Film als “Gefühlsmedium”



Wer den Film zur Information einsetzen will, sollte auf keinen Fall vergessen, daß Bilder in ihrer Symbolwirkung zuallererst das Gefühl ansprechen (Krakauer). Wer Filmszenen zusammensetzt, wird immer eine Gefühlswirkung erzeugen - und bevor er aus Versehen die falsche erreicht (im schlimmsten Falle Langeweile), sollte er gezielt versuchen, gewollte Effekte zu erzeugen und das Publikum in seine Richtung zu lenken.



Faustregeln:



Teil V Schule und Lehrerbildung



Welche Anforderungen bestehen von Seiten der Medienpädagogik an die Lehrerausbildung? (Detlef Zeiler)



  1. Filmeinsatz im Unterricht: Zu vielen Lehrplanthemen gibt es gute Unterrichts­filme. Teilweise über das Schulfernsehen, dessen Beiträge von den Bildstellen aufgezeichnet und kopiert werden, teilweise über das FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht), teilweise über private Filmstudios kommen immer wieder gute und aktuelle Filme in den Verleih der Bildstellen und Landesbildstellen. Diese Filme werden begutachtet. Angehenden Lehrerinnen und Lehrern sollten die Fachkataloge (Schulfernsehen, Wirtschaftskunde, Geschichte, Deutsch u.a.) vorgestellt und die elektronischen Recherchemöglichkeiten in der Bildstelle und über das Internet erläutert werden. Dabei sollten auch Beispiele für den pädagogisch sinnvollen Film- und Videoeinsatz im Unterricht demonstriert werden.



  1. Filmanalyse: Vielfach werden Filme im Unterricht nur als “Aufhänger” für ein Thema oder als Träger einer auch schriftlich transportierten Information genutzt. Auf die spezifischen Möglichkeiten des Films und der “Filmsprache” wird selten eingegangen. Wichtig wäre deshalb, schon in der Lehrerausbildung auf die spezifischen Möglichkeiten der Filmanalyse hinzuweisen und entsprechende Unterrichtsmethoden schon an Beispielen auszuprobieren.



  1. Aktive Videoarbeit: Wer Filme nicht nur nach inhaltlichen Kriterien bespricht, sondern auf die Machart (Bilder, Einstellungen, Effekte, Wirkungsabsichten, Schnitt etc.) eingeht, der handelt in unserer medienbestimmten Welt sicherlich pädagogisch verantwortungsvoll. Es leuchtet aber ein, daß jeder, der selbst einmal versucht hat, einen Film zu erstellen, ein tieferes Verständnis von den Möglichkeiten und Grenzen filmischer Darstellung erhält. Das betrifft sowohl Lehrer als auch Schüler. Jeder Lehramtskandidat sollte heute einen intensiven Videogrundkurs besucht haben, der auf mindestens drei halbe Tage angelegt ist. Dieser Kurs sollte sowohl technische, als auch filmgestalterische Elemente enthalten. In den Lehrplänen ist aktive Medienarbeit inzwischen an verschiedenen Stellen verankert. Die Landesbildstelle Baden wird dazu eine Überblicksseite im Internet veröffentlichen. (Auch: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~q85/home/dmedien.htm)



  1. Computer und Vernetzung:

    a) Hardware: Welche Hardwarevoraussetzungen müssen in der Schule für einen sinnvollen Einsatz des Computers gegeben sein? Welche minimalen Hardwarekenntnisse muß heute ein Fachlehrer haben, welche Fragen muß er an den schulischen Betreuer der Hardware formulieren können? Welche Geräte können eventuell aus der Industrie, die schon leicht veraltete Geräte abstößt, für die Schule noch übernommen werden? (Der Staat muß ja bekanntlich sparen).

    Hinweise im Internet unter: http://server2.lbb.bw.schule.de/~gebert/td.htm

    b) Software: Ebenso wie die Kolleginnen und Kollegen im Amt und Würden braucht der angehende Lehrer einen Überblick über aktuelle Lern- und Lehrsoftware (Teachware). Am Beispiel einiger gängiger Softwareangebote sollten Kriterien für eine gute, bzw. brauchbare Software besprochen werden. (SODIS-Datenbank!) Zudem sollten Lehrerinnen und Lehrer das Softwareangebot für den “Nachmittagsmarkt” kennenlernen, das den Verlagen und freien Softwareanbietern bereits lukrativer erscheint als der Schulsoftwaremarkt. Zwischen reinen Drillprogrammen und unterhaltsam gestaltetem “Edutainment” werden hier eine Unzahl von Programmen angeboten, für die es teilweise schon pädagogische Beurteilungen gibt. Angehende Lehrerinnen und Lehrer sollten hier einen aktuellen Überblick erhalten.

    c) Rolle des Lehrers: Mit dem Einsatz des Computers für gezielte Gruppenarbeit, für schulnetzinterne Recherchen, Recherchen im Internet oder gestalterischen Aufgaben in kleinen Gruppen bekommen Lehrerinnen und Lehrer neben der klassischen Wissensvermittlung und Stofforganisation Aufgaben eher koordinierender Art. Sie moderieren den Prozess des Erwerbs von Wissen, das teilweise über Bücher, Folien, Filme, Kreide und Tafel, - teilweise über den Computer erreicht werden kann. Wie weitgehend und wie schnell ändert sich dadurch die klassische Rolle der Lehrerinnen und Lehrer? Diese und ähnliche Fragen sollten bereits in der Lehrerausbildung eine Rolle spielen.

    d) Hilfestellungen: Die stark von den Medien geprägte Welt der Kinder, aber auch die Schulmedien ändern sich heute so rasch, daß einzelne Lehrer nur noch mit permanenter Fortbildung und über die Ansprache kompetenter Partner auf dem Laufenden bleiben können. Wo bekommen Lehrer medienpädagogische Hilfestellung, wo können sie sich über die familiären Auswirkungen der Massenmedien informieren, wo können sie schlicht und einfach gute Medien oder Geräte ausleihen?



  1. Fachdidaktik: Medienpädagogik wird in den Schulen weitgehend fächerübergreifend betrieben, wie es der baden-württembergische Lehrplan vorsieht. Nun werden aber auch fachdidaktisch immer mehr interessante Hinweise angeboten, die den Deutschunterricht tangieren. So kann man heute den Computer sowohl als Werkzeug zum Schreiben und Recherchieren einsetzen, man kann ihn aber auch als Medium nutzen, um Textnetze und multimediale Lernumgebungen oder Spiele selbst mit Schülern zu erstellen. Man kann zu Lehrplanthemen (Lyrik, Kurzgeschichten etc.) kleine Videofilme oder Hörspiele erstellen, Medienprodukte, die eine eigene Ausdrucksmöglichkeit darstellen und nicht nur schriftliche Texte erläutern, bzw. vertiefen. Gerade das Fach Deutsch ist für das Kennenlernen medialer Ausdrucksmöglichkeiten ein Schlüsselfach. Video und Computer können hier zentral eingesetzt werden:

    a) als Werkzeug zur Erstellung und Gestaltung von Texten, Bildern und Videos

    b) als neuartiges Ausdrucksmedium mit eigenen Gesetzesmäßigkeiten. Multimediale Darstellungen können heute auch von Lehrern und Schülern mit entsprechenden Autorensystemen selbst erstellt, auf CD gebrannt und verteilt werden.

    Eine Zusammenarbeit mit den Fächern Musik und Kunst bietet sich an. Auch in diesen Fällen spielen die neuen Medien eine zunehmende Rolle.



Literaturverzeichnis









Teil VI Unterrichtsprojekt Zeichentrickfilm

Eva-Maria Bitz



“Unsere Klasse stellt einen Zeichentrickfilm her”



Eine Unterrichtseinheit zum fächerübergreifenden Einsatz in Schule und außerschulischer Jugendarbeit am Beispiel des Gedichts “In dieser Minute” von Eva Rechlin





mit

Arbeitsmaterialien

Arbeitsergebnissen

Zeitraster







Das Projekt wurde erprobt im Rahmen des Faches Musisch-kulturelle Erziehung (MUKU) an der Gesamtschule Neunkirchen

©Eva Bitz



Inhalt



I Allgemeine Bemerkungen

1. Stellenwert

2. Arten der Trickfilmherstellung

3. Der Phasentrick

3.1 Trickfilm mit einheitlicher Handlung und Protagonisten

3.2 Episodentrickfilm

3.3 Lernziele / Pädagogischer Nutzen

4. Mögliche Vorübung



II. Planungs- und Durchführungsschritte (Projektverlauf)

1. Begründung der Auswahl des Gedichts

2. Vorstellung und Erarbeitung des Inhalts

3. Kreativ-gestalterische Bearbeitung durch Zeichnen

4. Aufnahme der Phasenbilder mit der Videokamera

4.1 Benötigte Materialien

4.2 Vorbereitungsschritte

4.3 Arbeitsorganisation

4.4 “Der gute Ton” - Tips für die Nachvertonung

5. Fächerübergreifende Projektarbeit

6. Nachlese

7. Zeitraster

8. Anhang

Text des Gedichts Storyboard

Tips Produktions- und Ablaufplan

Fragebogen Zeichenvorlage mit Heftstreifen

Skizze Aufbau / Sitzordnung Phasenzeichnungen

Literaturangaben / Adressen Aufnahmevorbereitung in 16 Schritten

I. Allgemeine Bemerkungen

1. Stellenwert



Zeichentrickfilme und Comics erfreuen sich bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit. “Toy Story”, “Power Rangers”, Disneyfilme, die Sendung mit der Maus...:

Kids erleben das Genre Zeichentrickfilm ausschließlich passiv in Rezipientenhaltung im Rahmen ihres täglichen Medienkonsums. Die Qualität dieser Medienprodukte ist sehr unterschiedlich. Die Palette reicht von pädagogisch wertvollen Beiträgen bis hin zu einer inhaltsarmen Bilderflut von Gewalt- und Actionszenen.

Gerade dieses Genre bietet für Schule und außerschulische Jugendarbeit eine Fülle kreativer Möglichkeiten, Themen zielgruppenzentriert zu erarbeiten und dabei gleichzeitig einen Beitrag zur aktiven Medienarbeit zu leisten.



2. Arten der Trickfilmerstellung



Es gibt zahlreiche Arten der Trickfilmherstellung. Sie unterscheiden sich im wesentlichen darin, ob die abgefilmten Vorlagen



Die bekanntesten Methoden sind:



Lege-, Knet-, Sach-, Sand-, Scherenschnitt- und Phasentrick.

(vgl. dazu: Iris Loos, Jochen Ehmann Das Trickfilmhandbuch)

Für den Einsatz im Unterricht mit einer ganzen Klasse eignet sich von diesen Trickfilmarten besonders der Phasentrick. Er ist der klassische Zeichentrickfilm, wie man ihn auch von den Disneyfilmen her kennt.



3. Der Phasentrickfilm



Beim Phasentrickfilm wird jedes einzelne Bild (= Phase) gezeichnet und dann mit der Trickfilmkamera abgefilmt. Hinsichtlich des Inhalts unterscheidet man beim Phasentrick

    1. den Trickfilm mit durchgehender Handlung und Protagonisten

    2. den Episodentrickfilm, der aus einzelnen in sich abgeschlossenen Handlungen besteht.



3.1 Trickfilm mit einheitlicher Handlung und Protagonisten



Eine sorgfältige Planung ist notwendig. Zunächst werden die Geschichte entwickelt sowie Drehbuch und Storyboard geschrieben bzw. skizziert. Die einzelnen Szenen müssen die Zeichner absprechen. Damit die Hauptfiguren bei allen einheitlich aussehen, ist es ratsam, Modelle zu zeichnen, die jeder erhält. Sie sollten in den Gelenken beweglich sein, damit auch Bewegungen mit ihnen gezeichnet werden können. (vgl. Hampelmann aus Pappe) . Weitere Absprachen sind erforderlich: z.B. bzgl. Farbe der Kleider, Haare etc. - Einstellungsgröße - Perspektive - Hintergründe.

Der Zeichentrick mit einheitlicher Handlung und Protagonisten läßt sich mit einer Klasse oder größeren Gruppe kaum bewältigen. Er erfordert eher die enge und intensive Zusammenarbeit in einem kleinen Team, das in der Lage ist, über einen längeren Zeitraum an einem Projekt zusammenzuarbeiten.



3.2 Episodentrickfilm



Der Episodentrickfilm eignet sich für den schulischen Einsatz besonders, weil er mit relativ geringem zeitlichem und organisatorischem Aufwand mit einer ganzen Klasse realisiert werden kann. In den Produktionsprozeß lassen sich alle Schülerinnen und Schüler einbinden. Es entsteht ein vorzeigbares Produkt, mit dem sich die ganze Gruppe identifizieren kann.

Themen für den Episodentrick finden sich in nahezu allen Fächern. Vor allem in den Fächern Deutsch, Bildende Kunst, Musisch-kulturelle Erziehung (MUKU), Gesellschaftswissenschaften, Religion, Fremdsprachen oder Arbeitsgemeinschaften läßt sich die Trickfilmarbeit besonders gut in den regulären Unterricht integrieren.

Das Thema kann

Jeder Schüler bearbeitet eine Episode / Idee selbständig. In den Episoden stellen die Schüler ihre subjektiven bildhaften Vorstellungen und Meinungen zu dem selbstgewählten Aspekt vor. Die verschiedenen Beiträge werden inhaltlich geordnet und in eine Argumentationskette gebracht. Musik, Geräusche und/oder Kommentare verbinden die Einzelepisoden zu einem Gesamtkunstwerk.

Im Vordergrund steht die intensive inhaltliche Auseindersetzung mit dem Thema, nicht die Arbeit mit der Videokamera selbst.



3.3 Lernziele / Pädagogischer Nutzen



Die Schülerinnen und Schüler



4. Mögliche Vorübungen



Daumenkino

Bastelmappen für Wunderscheibe, Bildertrommel und Lebensrad (s. “Als die Bilder laufen lernten ”, Bundesverband Jugend und Film e.V.)

Zeigen prinzipieller Möglichkeiten für die Darstellung von Bewegungen

Arbeitsauftrag: Zeichnen einer einzigen Bewegung auf 10-20 zusammengehefteten Kärtchen



II. Planungs- und Durchführungsschritte des Zeichentrickfilms “ In dieser Minute ” von Eva Rechlin



1. Begründung der Auswahl des Gedichtes



Das Gedicht eignet sich besonders für die filmische Umsetzung, weil es



2. Vorstellung und Erarbeitung des Inhalts



Einstieg

Auf eine Minute eingestellte Küchenuhr steht auf dem Tisch und tickt. Die Schüler sollen im Anschluß daran schätzen, wie lange die Uhr getickt hat. Eine Minute Stille erscheint manchen wie eine Ewigkeit. Wenn viele falsch geschätzt haben, kann der Tickvorgang wiederholt werden.

Erarbeitung des Inhalts - Was passiert “In dieser Minute” ?

Der Lehrer liest das Gedicht vor. Danach sollen Ideen, die im Gedicht enthalten sind, von den Schülern herausgearbeitet werden. (“Habt ihr behalten, was in dieser Minute passiert? Wir wollen daraus einen Zeichentrickfilm herstellen.”)

Aufgabenverteilung

Jeder Schüler wählt eine Idee/Episode aus, die er zeichnerisch umsetzten möchte. Da mehr Schüler da sind als Ideen im Text stecken, dürfen auch Episoden frei gewählt werden.(kreatives Weiterschreiben des Gedichts)

Jede/r Schüler/in erhält

Wichtigste Regeln (s. Merkblätter) werden besprochen



3. Kreativ-gestalterische Bearbeitung durch Episoden-Zeichnen



Die Schüler beginnen zu zeichnen - Die Lehrerin/der Lehrer steht als Berater/in zur Seite, läßt sich einzelne Ideen erklären, gibt Tips und achtet darauf, daß Tips und Regeln eingehalten werden.



Häufigste Fehlerquellen





4. Das Aufnehmen der einzelnen Phasenzeichnungen mit der Videokamera



Beim Zeichentrickfilm liegt der Schwerpunkt der Arbeit im kreativen Umgang mit der Idee, im zeichnerisch - gestalterischen Bereich, nicht bei der Kameraarbeit selbst. Sie ist lediglich Mittel zum Zweck. Die für die Aufnahme notwendigen Schritte werden auch von einem technischen Laien rasch beherrscht. Damit die Kameraarbeit reibungslos ablaufen kann, müssen Vorbereitungen getroffen werden.



4.1 Benötigtes Material



Jeder Schüler erhält ein Set bestehend aus: einem Heltstreifen mit 20-30 Blatt an linker kurzer Seite mittig gelochtem Durchschlagpapier sowie ebenfalls gleich gelochtem Blatt - kartonartiges Papier sinnvoll, weil es als Unterlage dient - mit gezeichnetem Rahmen, innerhalb dessen Phasen gemalt werden sollen. (s. Anhang)

2 Tische, 1 Kamerastativ, 1 Kamera mit Trickfilmschaltung (z.B. S-VHS Kamera JVC 707), 1 Kassette ( S-VHS-C Kassette für JVC 707), 1 Kontrollmonitor, Klebeband zum Befestigen der Folienhalterung (= Justierleiste mit runden Passastiften zum Auflegen der gelochten Phasenblätter / kann selbst gebastelt oder für ca. 3 DM bestellt werden, s. Anhang), heller Raum bzw. Lichtkoffer / -stative, Vierkantholzleiste oder Holzlineal, um rechten Winkel mit Folienhalterung bilden zu können, verhindert Verschieben des in Halterung eingelegten Blattes.



4.2 Vorbereitungsschritte





4.3 Arbeitsorganisation und Rollenverteilung



Bei einem weiteren Aufnahmetermin können die Rollen getauscht bzw. neu besetzt werden, so daß möglichst viele Schüler/innen auch in dieser Phase beteiligt sind. Ein Rollentausch innerhalb einer (Doppel-) Stunde ist nicht sinnvoll. Es würde das Aufnehmen verzögern. Denn bis das Team seinen Arbeitsrhythmus gefunden hat, vergeht etwas Zeit. Auch sollte zügig gearbeitet werden. Immerhin müssen zwischen 300 und 500 Phasenbilder einzeln abgefilmt werden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die zum Laufen gebrachten Bilder mit Ton zu unterlegen: Musik - Kommentar - Geräusche . Alles kann von den Schüler/innen auch selbst produziert werden. Das hängt davon ab, wieviel Zeit in die Nachvertonung noch investiert werden kann/soll.



4.4 “Der gute Ton” - Tips für die Nachvertonung



Ein guter Ton beeinflußt die Gesamtwirkung eines Films nachhaltig. Daher sollte man auch bei Videos, die mit Schülern produziert werden, etwas Zeit in die Nachvertonung investieren.

Als die Bilder vor hundert Jahren laufen lernten, hatten die Filmemacher die Bedeutung der Tonuntermalung erkannt. Die ersten laufenden Bilder wurden bei der Aufführung von Live-Musik begleitet.

Auch die Wirkung unseres Schul-Zeichentrickfilms wird entscheidend beeinflußt durch die Wahl des unterlegten Tons ( Musik, Geräusche, Sprache...). Wer möchte, kann auch mit dem Ton und seinen Wirkungen experimentieren und unterschiedliche Versionen ausprobieren.

Mit geringem zeitlichem Aufwand lassen sich die Aufnahmen unterlegen mit

Für die Musikuntermalung eignet sich insbesondere Instrumentalmusik mit schneller kurzer Tonfolge. Mikrofon, CD-Player oder Kassettengerät können an einen Videorecorder mühelos angeschlossen werden. Mit der Ton-Insert-Funktion wird der Ton dann auf das fertige Band überspielt.



Möglichkeiten zum Mischen unterschiedlicher Tonquellen



Hinweis:

Die meisten Landes- und Kreisbildstellen stellen Gruppen Geräte (Kameras, Schnittplätze zur Nachbearbeitung des Bildmaterials) zur Verfügung und weisen in die Bedienung der Geräte ein.

Ebenfalls kostenlose Unterstützung (wie oben) von den zahlreichen Offenen Kanälen. Außerdem besteht hier noch die Möglichkeit, die produzierten Beiträge auszustrahlen.

Bei öffentlicher Vorführung muß beachtet werden, daß bei Verwendung GEMA-pflichtiger Musik eine Gebühr an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) bezahlt werden muß. Daher für eine etwaige Meldung immer die verwendeten Titel mit den auf dem Schallplatten-, MC- bzw. CD-Cover befindlichen Lizenzangaben notieren! Bei nicht-kommerzieller öffentlicher Vorführung sind die Kosten gering: Abhängig von der Anzahl der Zuschauer.

(Informationen dazu: GEMA, Abraham-Lincoln-Str. 20, 65189 Wiesbaden)

Offene Kanäle haben ebenfalls günstige Sonderkonditionen für die Ausstrahlung GEMA-pflichtiger Musik.



5. Fächerübergreifende Projektarbeit:



Obwohl der Film als visuelles Medium bezeichnet wird, ist seine Struktur komplexer als es der Begriff “visuell” beinhaltet. Bilder transportieren zum einen Inhalte. Zum anderen aber entfaltet sich ihre Wirkung erst richtig durch den ihnen unterlegten Ton, etwa Musik. In der Schule tangiert die Filmarbeit drei klassische Fachbereiche.

Die Bildende Kunst mit ihrer Zuständigkeit für das Bild und seine Wirkung. Die Musik mit der Förderung emotional-auditiver Fähigkeiten. Das Fach Deutsch als klassische Domäne für die Beschäftigung mit Film und Filmwirkungsanalyse sowie alle übrigen Fächer, in denen gesellschaftliche, naturwissenschaftliche und ethisch-religiöse Inhalte behandelt werden.

Die Trickfilmarbeit eignet sich daher besonders für den fächerübergreifenden bzw. -verbindenden Unterricht. Als Unterrichtsform bietet sich an:

Die fächerverbindende Arbeit ermöglicht eine intensive Arbeitsphase innerhalb eines fest gesteckten relativ kurzen Zeitraumes. Am Ende steht ein echtes Gemeinschaftsprodukt, das den Rahmen des reinen Fachunterrichts sprengt.



6. Nachlese:



7. Zeitraster:







8. Anhang



Text des Gedichts

Storyboard

Produktions- und Ablaufplan

Tips für die Herstellung von Zeichentrickfilmen

Aufnahmevorbereitungen in 16 Schritten

Kopie des fertig hergestellten Videos (auf Anfrage)

Fragebogen

Literatur und Adressen





In dieser Minute
(Eva Reichlin)



0

In der Minute, die jetzt ist -

Und die du gleich nachher vergißt,

Diana

1

Geht ein Kamel auf allen vieren

Im gelben Wüstensand spazieren,

Manuela

2

Und auf den Nordpol fällt jetzt Schnee,

Christian

3

Und tief im Titicacasee

Schwimmt eine lustige Forelle,

Usw.

4

Und eine hurtige Gazelle

Springt in Ägypten durch den Sand.


5

Und weiter weg im Abendland

Schluckt jetzt ein Knabe Lebertran.


6

Und auf dem großen Ozean

Fährt wohl ein Dampfer durch den Sturm.


7

In China kriecht ein Regenwurm

Zu dieser Zeit zwei Zentimeter


8

In Prag hat jemand Ziegenpeter,


9

Und in Amerika ist wer,

Der trinkt grad seine Tasse leer,


10

Und hoch im Norden irgendwo,

Da hustet jetzt ein Eskimo,


11

Und in Australien - huhu -

Springt aus dem Busch ein Känguruh.


12

In Frankreich aber wächst ein Baum

kleines Stück, man sieht es kaum,


13

Und in der großen Mongolei

Schleckt eine Katze Hirsebrei.


14

Und hier bei uns, da bist nun du

Und zappelst selber immerzu,


15

Und wenn du das nicht tätest, wär

Die Welt jetzt stiller als bisher!


16. Fischfang

17. Ziegelstein durch's Fenster

18. Ampel (von rot auf grün)

19. Hase hoppelt

20. Zug...



Storyboard

 Vorspann _______________________________________________________________

1 2 3 4 5 6 7

8 9 10 12 13

14 15 16 17 18 19

Abspann ____________________________



Produktions- und Ablaufplan: "In dieser Minute"



Zeichentrickfilm gemalt nach einem Gedicht von Eva Rechlin

Nr.

1 Kurztitel

Phasen

Filmlänge

Name

Anmerkungen

1

Die MUKU Gruppe

1

Vorspann



2

des 7. Jahrgangs

1

Vorspann



3

der GeS NK

1

Vorspann



4

präsentiert

1

Vorspann



5

TITEL

1

Vorspann



6

Uhrticken

10

3 Sek.


echte Uhr mit Trickfilmschaltung 1/4 Sek. (12x aufn.)

7

Kamel

13

3-4 Sek.

Diana


8

Schneeflocken

7

3 Sek.



9

Titicacasee

11

3-4 Sek.

Christian


10

Gazelle

12

4 Sek,

Christian


11

Knabe ißt Lebertran

18

4-5 Sek.

Susanne


12

Schiff im Sturm

13

3-4 Sek.

Kevin


13

Regenwurm in China

18

4-5 Sek.

Dominik


14

Ziegenpeter

6

2-3 Sek.


seitenverkehrt

15

Tasse leer trinken

11

3 Sek.

Justine


16

hustender Eskimo

26

7 Sek.

Julian


17

Känguruh

13

3-4 Sek.

Nadja


18

Baum wächst

9

3 Sek.



19

Katze schleckt Brei

13

14 Sek.

Hediye


20

Edi Steinwerfer

9

3 Sek.

Jens

seitenverkehrt

21

Eisenbahn

9

3 Sek.

Lena


22

Entchen im Weiher

13

3-4-Sek.

Derya


23

Maulwurf

13

3-4 Sek,

Jennifer


24

Speerwerfer

16

4-5 Sek.

Brian


25

Auto vor Ampel

17

4-5 Sek

Tina


26

Hampelmann ("Du")

10

3 Sek.

Christian


27

Erdkugel

3




28

Künstler/innen

1

Abspann



29

alle Namen

1

Abspann



30

Eine Produktion der...

1

Abspann





322 Phasenbilder



Tips für die Herstellung von Zeichentrickfilmen



(aus: Handreichungen v. Ribbeck - zusammengestellt u. ergänzt von E. Bitz)





Aufnahmevorbereitungen in 16 Schritten



Es empfiehlt sich die Kamera aufzubauen, bevor der Unterricht beginnt und am besten mit 2-3 Helfern. Braucht etwas Zeit (15-20 Min.)

siehe auch: Organisations-/Rollenverteilungsplan

  1. Kamera auf Stativ befestigen

  2. Stativgelenk sollte sich senkrecht über die Vorlage stellen lassen (nicht immer möglich)

  3. Kamera an Stromnetz anschliessen - Verwendung eines Verlängerungskabels mit Mehrfachsteckdose sinnvoll (s. Monitor)

  4. Kamerabild über Scartanschluß auf Fernsehmonitor legen, damit alle den Abfilmvorgang mitverfolgen können.

  5. Kassette in Kamera legen - 30 Sekunden aufnehmen bei geschlossenem Kameradeckel (u.a. notwendig für späteres Einfügen eines Vorspanns am Bildschnittplatz)

  6. Kamera auf Aufnahmebereitschaft belassen, damit die richtige Fixierung der Folienhalterung bereits am Kamerabildausschnitt kontrolliert werden kann.

  7. Folienhalterungsschiene (mit probeweise eingelegtem Phasenbild) mit Klebeband auf dem Tisch befestigen; Vierkantholz bzw. Holzlineal ebenfalls in 90° Winkel zur Halterung als untere Blattbegrenzung ebenfalls festkleben - verhindert ein späteres geringfügiges Verschieben des in Halterung eingelegten Blattes.

  8. Als Unterlage ein weißes kartoniertes gelochtes Blatt in die Folienhalterung legen.

  9. Kamerahöhe richtig einstellen, damit Schärfe an eingelegter Phase gezogen werden kann. Eventuell Stativ etwas höher stellen (1-1,5 m), damit aufzunehmende Phase in Schärfebereich der Kamera kommt.

  10. Schärfe manuell ziehen wie folgt: Zunächst Automatik ausschalten. Je nach Kamera unterschiedlich: entweder Schiebeschalter auf manuell stellen oder (vgl. JVC 707) Focus-Taste drücken (Display zeigt an: Focus manuell)

  11. Kamera in hellem Raum montieren (erspart Einsatz von Scheinwerfern )

  12. Bei Scheinwerfereinsatz: Brenndauer und Abkühlzeit beachten! Mischlicht (= Tageslicht gemischt mit Kunstlicht) vermeiden wegen unnatürlicher Farbwiedergabe. Weißabgleich beachten ! (s. Hinweise dazu in Bedienungsanleitung)

  13. Bei längerer Aufnahmedauer wechselnden Sonneneinfall beachten.

  14. Verschiedene Stellen des Raumes ausprobieren, um bestmögliche Lichtverhältnisse für Bildwiedergabe herauszufinden.

  15. Trickfilmschaltung einstellen: Bei JVC S-VHS 707 durch ein- oder mehrmaligen Knopfdruck Wahl der Aufnahmedauer: 1/4, 1/2, 1 Sekunde oder Normalaufnahme

  16. Da meist keine Fernbedienung vorhanden ist, wird die Aufnahme von Kameramann/-frau selbst gestartet (s. auch Tips) Stopp nicht erforderlich, erfolgt automatisch nach vorgewählter Zeit.





Fragebogen



Deine Meinung zum Themenbereich “Wir stellen einen Zeichentrickfilm her.”


I. Haben Dir die Vorübungen für das Malen der _____ Phasenbilder gefallen?

Gib den Übungen eine Note?

1. Phantasiegeschichte in 6 Bildern

sehr gut

gut

weniger gut

überhaupt nicht

2. Daumenkino

sehr gut

gut

weniger gut

überhaupt nicht


II. Fragen zum Zeichentrickfilm “In einer Minute” selbst:

1. Wie hat Dir das ausgewählte Gedicht gefallen?

sehr gut

gut

weniger gut

überhaupt nicht

2. Hättest Du lieber zu einem anderen Thema gezeichnet?

nein

ja Wenn ja, wie lautet Dein Vorschlag____________________

3. Die Arbeit selbst hat mir

Spaß gemacht, weil ____________________

nicht gefallen, weil ____________________

4. Ich möchte

einen weiteren Zeichentrickfilm herstellen

keinen Zeichentrickfilm herstellen



5. Was hat Dir bei der Arbeit am Zeichentrickfilm gefallen? Was nicht? Warum?

___________________________________________________________________

___________________________________________________________________

6. Deine Meinung zu dem Projekt insgesamt...

___________________________________________________________________

___________________________________________________________________

___________________________________________________________________

Literaturangaben/Adressen



Durchschlagpapier (30 g) im Handel oder oft kostenlose Abgabe von Büros, die Vorräte nicht mehr benötigen, weil Schreibdienst auf Computerausdruck umgestellt wurde (Schule, Behörde etc.).

Glossar

(wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert)



Achsensprung

Veränderung des Kamerastandpunktes über eine gedachte Handlungsachse, bei einem Fußballspiel z.B. die Verbindungslinie zwischen den beiden Toren. Bei einem Wechsel der Einstellung auf die gegenüberliegende Seite des Platzes laufen Spieler, die von links nach rechts spielen, plötzlich in die umgekehrte Richtung. Das sorgt beim Fernsehzuschauer für Verwirrung oder suggeriert, ein Halbzeitwechsel habe stattgefunden, falls es sich um einen gekürzten Filmbericht handelt.

AGC

Automatic Gain Control. Automatische Verstärkungskontrolle. Bei Camcordern bezeichnet dieser Begriff einen elektrischen Schaltkreis, der bei schlechten Lichtverhältnissen eine elektronische Restlichtverstärkung auslöst und dadurch das Bild aufhellt. Die Restlichtverstärkung muß abschaltbar sein, sonst könnte man beispielsweise keinen stimmungsvollen Sonnenuntergang aufzeichnen... Zudem verschlechtert die elektronische Bildaufhellung die Qualität der Aufnahme.

Akku, Akkumulator

Chemischer Stromspeicher. Große Verbreitung im Videobereich hat der Nickel-Cadmium A. (NC-A.). Probleme: Selbstentladung spätestens nach 30 Tagen. “Memory-Effekt”, d.h. Kapazitätsverlust bei Akkus, die ohne vollständige Entladung immer wieder nachgeladen werden. Neuere Ladegeräte können eine “Rest-Entladung” durchführen. Es gibt bereits (teure) Akkus, die den Memory-Effekt nicht mehr aufweisen. Der Aufpreis macht sich bald bezahlt.

Assemble

Bezeichnung für einen “harten” Schnitt in der Videonachbearbeitung. Neben dem Bildinhalt werden alle Steuerimpulse des elektronischen Bildes neu angesetzt. Vorteil: Das Schnittband muß nicht vorbespielt (“kodiert”) sein. Nachteil: Am Schnittende bricht die Kodierung zusammen, d.h. in dieser Schnittart können keine Einfügungen in ein bespieltes Band (Inserts) vorgenommen werden.

Atmo

Jargonausdruck für die akustische “Atmosphäre” bei einer Filmaufnahme. Das indifferente, nicht lippensynchrone Hintergrundgeräusch (Straßenverkehr, Vogelgezwitscher) ist bei der Vertonung wichtig. In Lautstärke und Tonfarbe kann es hier zu Schnittfehlern kommen, aber auch gestalterische Feinheiten (Abstand, innen-außen) sind möglich.

Auflösung

Gibt die Anzahl der darstellbaren Bildpunkte (Kamcorder, Computermonitore) oder die darstellbare Frequenz (bei Fernsehgeräten) an. Grundsätzlich wird zwischen der horizontalen und der vertikalen Auflösung unterschieden. Die vertikale Auflösung ist bei unserem PAL-System mit 625 Zeilen festgelegt. Deshalb ist für Anwender von AV-Geräten die Angabe der horizontalen Auflösung wichtig. S-VHS Rekorder/ Kamcorder sollten heute im Idealfall über 400 Linien aufzeichnen (400 Linien : 83 = ca. 5 MHz). Im Studiobereich sind 560 Linien (= 7 MHz) üblich.Die Auflösung beschreibt die Fähigkeit, kleine Einzelheiten im Bild scharf darzustellen. Der subjektive Schärfeeindruck beim Betrachter aber auch vom Bildkontrast ab. Je kontrastreicher ein Bild ist, desto schärfer wirkt es subjektiv.

Autofocus (AF)

Automatische Schärferegelung. Früher häufig ein Ärgernis, da die Regelung sehr langsam reagierte, wenn ein neues Motiv anvisiert wurde – oder immer dann reagierte, wenn zwischen Motiv und Kamera ein Objekt auftauchte oder bewegt wurde. Neue Kamcorder reagieren rascher. Dennoch ist auch hier oft eine manuelle Regelung angebracht. Der Autofokus muß ausschaltbar sein, die Schärferegelung per Hand sollte nicht zu Verrenkungen führen und vom Filmen ablenken.

BAS-Signal

Kürzel für ein (schwarz-weiß) Videosignal, das aus Bildsignal (B), Austastsignal) (A) und Synchronsignal (S) zusammengesetz ist. Bei Farbfernsehbildern wird das farbcodierte Signal (F) zum FBAS-Signal.

Bauchbinde

Namenseinblendung am unteren Bildrand....

Beta

Von der japanischen Firma SONY entwickeltes Videosystem, das im Profi-Videobereich verbreitet ist.

Bildfrequenz

Anzahl der pro Sekunde aufgenommenen und wiedergegebenen Einzelbilder (Phasenbilder). Im Kinofilm 24 Bilder/Sek., als Fernsehnorm 25 Bilder/Sek., (25 Hz) bzw 50 Halbbilder – in Anlehnung an die Frequenz unseres Wechselstromnetzes (50 Hz).

BLC

(Back Light Compensation) Gegenlichtausgleich. Vor allem Kamcorder ohne abschaltbare Belichtungsautomatik können eine BLC-Taste besitzen, die bei Gegenlichtaufnahmen eine Aufhellung um ca. 2 Blendenstufen bewirkt.

BNC

Binary Net Contact. Eine zweipolige Steckverbindung in der Videotechnik oder bei Computernetzwerken. Die über BNC angeschlossenen Kabel verfügen über eine außen liegende Abschirmung und eine innen liegende Seele. (Der Widerstandsbereich liegt zwischen 50 und 75 Ohm.)

Cinch

Preisgünstige zweipolige Steckverbindung für Audiosignale. Bei Stereoanschlüssen gilt: Rot steht für den rechten Kanal, schwarz o.ä. für den linken Kanal.

CTL-Spur

(CTL = Capstan Tracking Logic) Sychronspur bei Videobändern, quasi eine elektronische Art der Perforierung. Ohne diese Kontrollspur funktioniert keine Videoaufnahme oder -wiedergabe. Hier werden die Informationen für die konstante Bandlaufgeschwindigkeit festgehalten.

Desktop Video

“Videobearbeitung am Schreibtisch”, d.h. mit Hilfe eines Computers wird die  Schnittsteuerung bedient, werden Gafiken, Titel und Animationen hergestellt und in den Film eingefügt. Mit der Digitalisierung der Videoaufnahmen wird der Desktop-Videobereich sich ausweiten.

Digitizer

Gerät, das in Kombination mit einem Computer Videobilder digitalisiert und eine vielseitige Bearbeitung ermöglicht.

Edit Search

Schnittsuche, die während des Aufnahme/Pause-Betriebs mit einer Taste ausgelöste werden kann.

Editing

Bezeichnung für den elektronischen Schnitt und die elektronische Nachbearbeitung der Videoaufzeichnung.

Euro-AV-Anschluß (Scart)

In Frankreich entwickelter 21-poliger AV-Anschluß (20 Kontaktklingen plus Masse), der über getrennte Video- und Audioeingänge und getrennte Video- und Audioausgänge verfügt. Auch RGB-Eingänge sind belegbar.



Farbtemperatur

Bezeichnet die Farbe des Lichtes in “Kelvin” Grad. Je höher der Wert ist, desto bläulicher ist das Licht. Der Wert des Kerzenlichtes liegt ungefähr bei 1000 Grad Kelvin, was ein rötliches Licht beschreibt. Bei hochstehender Sonne und wolkenlosem Himmel können 10 000 Grad Kelvin erreicht werden. Vormittags und nachmittags können unterschiedliche Werte erreicht werden. Innenbeleuchtung hat meist eine geringere Farbtemperatur.

Frame

Bezeichnung für Einzelbild

Freeze

Begriff für das Einfrieren (Herausziehen) von Einzelbildern aus einem laufenden Videoband.

Genlock

Gerät zur Verbindung von Computersignalen und Videosignalen zu einem Gesamtbild.

HDTV

High Definition Television oder Hochauflösendes Fernsehen.

HF-Anschluß

Antenneneingang bei Fernseher und Videorecorder. Ermöglicht, hochfrequente Fernsehsignale zu empfangen, die mit verschachtelten Bild- und Toninformationen gesendet werden. (HF-Verkabelung bringt bei Videoüberspielungen Qualitätsverluste)

Hi-8

Von SONY entwickeltes Videoaufnahmesystem, das kleine Abmessungen bei Bändern und Kamcordern ermöglicht und sehr gute Aufnahme- und Wiedergabequalitäten besitzt. Bei konventionellen VHS-Schnittplätzen oft nicht direkt als Zuspielband einsetzbar. (Verlust einer Kopiergeneration)

Hosiden-Stecker

Im S-VHS und Hi-8 Bereich übliche Stecker für Bildkabel.

Hybrid-Schnitt

Verbindung von analoger und digitaler Schnitttechnik im Videobereich.

Insert

Beschreibung einer Videoschnittart, bei der ausschließlich der Bild- und Toninhalt (HiFi) in ein bereits kodiertes (bespieltes) Videoband eingefügt wird. Die Steuersignale müssen nicht ersetzt werden. Am Ende des Schnittes entsteht kein Signalzusammenbruch.

Kamerarecorder (Kamcorder, Camcorder)

Verbindung von elektronischer Kamera und Recorder in einem Gerät.

Klinkenstecker

Hauptsächlich für Kopfhörer- und Mikrofonanschluß. In verschiedenen Größen vorhanden: 3,5 mm Klinke und 6,3 mm Klinke (beide in Mono und Stereo), aber auch 2,5 mm Klinke für Steuerzwecke (Lanc).

Koaxialkabel

Dient der hochfrequenten Signalübertragung (Antennenkabel, Videokabel). Kabel sind gut gegen Störsignale abgeschirmt und werden derzeit auch bei Kabelfernsehanlagen eingesetzt.

LCD-Bildschirm

Liquid Cristal Display, ermöglicht die Darstellung von Texten, Grafiken und Bildern mittels Flüssigkeitskristallen, deren Manipulation nur wenig Energie verbraucht. Noch begrenzte Leistungsfähigkeit, aber zukunftsträchtig.

MPEG

Motion Picture Expert Group. Standard zur Komprimierung und Dekomprimierung von Bewegtbildern. MPEG 1 erreicht Übertragungsraten von 1,2 Mbit/Sek. Damit wird VHS-Bildqualität erreicht. MPEG 2 erreicht Übertragungsraten von 16 Mbit/Sek. Damit sind HDTV-Auflösungen im Videobereich erreichbar. MPEG 4 ist ein Standardvorschlag für qualitativ hochwertige Übertragungen in Telefon- und ISDN-Netzen.

Multimedia

Der Begriff beschreibt die Verbindung von Bild, Ton, Daten, Text in einer (digitalisierten) Einheit. In einer Multimedia-CD werden künftig Filme in bis zu 270 Min. Länge mit 8 Tonspuren abgespeichert werden. (Mehrsprachige Filmkopien, “interaktive” oder selektive Zugriffe)

Non-Linear-Editing

Digitaler Videoschnitt über den Computer.



NTSC

National Television System Committee. Beschreibt die Norm für das Fernsehsystem der USA.

Offline-Schnitt

Schnitttechnik in der Videonachbearbeitung, bei der nicht mit dem Originalmaterial gearbeitet wird.

Online-Schnitt

Videonachbearbeitung mit dem Originalmaterial.

OSD

Steht für “On Sreen Display”. Hier wird auf dem Bildschirm die Geräte(fern)bedienung angezeigt.

PAL

Phase Alternatet Line. Beschreibt das in Deutschland (und vielen anderen europäischen Ländern) übliche Farbfernsehsystem.

Palmcorder

Kleiner Kamcorder. Kommt aus dem amerikanischen Sprachgebrauch und soll auf die Größe der Handfläche hinweisen.

Rapid Code

Ein Code, der (nach einer Modifizierung des Recorders) die nachträgliche Kennung von Videobildern ermöglicht. Es werden 50 aufeinander folgende CTL-Impulse zu einem 50-Bit-Codewort zusammengefaßt.

S-VHS

Super Video Home System. Ein Cassettensystem, das eine höhere Auflösung als das VHS-System ergibt.

TBC

Time Base Corrector. Dieses Gerät korrigiert Laufzeitfehler bei der Wiedergabe von Fernsehsignalen, die sich normalerweise durch ein Zittern in der vertikalen Bilddarstellung bemerkbar machen. TBC war früher ein teurer Luxus für den Amateur, ist heute aber schon in sehr guten Kamcordern und Recordern integriert.





Timecode

Ein auf dem Videoband aufgebrachter Code, der Stunden, Minuten, Sekunden und Einzelbildnummern anzeigt. Daneben sind weitere Informationen wie Bandnummer und Datum möglich. Folgende Timecode-Arten sind möglich: VITC, VLTC, RCTC und Rapid-Code. (VITC bei S-VHS, RCTC bei Hi 8)

VHS

Video-Home-System. Immer noch das am weitesten verbreitete Videosystem.

Video 8

Videosystem (vor allem) für Kamcorder mit 8 mm Cassette. Qualitativ vergleichbar mit dem VHS-System.

Video near Demand

Verfahren, bei dem der Nutzer Videofilme gegen Entgeld zeitnah aus einem “Server” abrufen kann.

Video on Demand

Direkte Abrufmöglichkeit von AV-Beiträgen aus einem großen “Server”, d.h. einem riesigen digitalen Speicher.

Videokonferenz

Per Videokamera können Konferenzen aufgenommen werden, die über Satellit oder ISDN-Leitung weithin übertragen werden können. Dokumente können in die laufende Übertragung eingespeist werden. Wird von Großfirmen genutzt. Auch ärztliche Eingriffe sind bereits über Videosteuerung erfolgt...

VITC

Vertical Integrated Time Code. In der “Bildaustastlücke” untergebrachter Code, der jedes einzelne Bild des Videosignals nach Stunde, Minute, Sekunde und Bildnummer bezeichnet. Auch Benutzernummer und Bandnummer können bezeichnet werden.





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