Metanavigation:


Internet: WAP & WWW

Bild: laihiu, flickr, cc

Mobile Inhalte – WAP oder WWW

Das Surferlebnis auf dem Handy konnte anfangs kaum mit dem „richtigen“ Internet übers Festnetz mithalten. Die Darstellungsmöglichkeiten auf den Handy-Display und die Geschwindigkeit waren stark eingeschränkt. Infolgedessen wurde für Mobilfunkgeräte der WAP-Dienst entwickelt. Mit einem reduzierten Code, sowie einfach gehaltener Internetseiten sollte das Internet auf dem Handy benutzerfreundlich werden. Voraussetzung war vor allem, dass die Seiten nur kleine Schrift- und Bild-Informationen enthielten und auf Handydisplays passten. Mittlerweile bieten viele herkömmliche Internetangebote ihre Inhalte als Handy-Variante an wie auf http://wap.welt.de/ oder http://m.schuelervz.net/.

 

Handy-Browser erlauben aber auch die Eingabe von „richtigen“ Internetseiten wie www.mediaculture-online.de, welche das Präfix www haben. Die Nutzung solcher Seiten kann aber aufgrund des Seitenverhältnisses unkomfortabel sein, wie das Beispiel auf Mobile Screensize Testsite zeigt. Mit modernen Handys hingegen wie dem iPhone oder dem Nokia N97 lassen sich herkömmliche Internetseiten eleganter darstellen. Die schnelle UMTS-Verbindung, größere Displays sowie ein spezieller Browser sorgen dafür, dass das Surfen auf dem Handy fast soviel Spaß macht wie von zu Hause aus.

 

Was benötigt man für den Internetzugang auf dem Handy?

Als erstes benötigt man ein Mobilfunkgerät, das eine Internetverbindung technisch möglich macht. Mittlerweile unterstützen fast alle im Handel erhältlichen Geräte die Verbindung mit dem Internet. Das erkennt man daran, dass in der Produktbeschreibung einer der Dienste steht, der für eine Internetverbindung sorgt. Zu den bekanntesten Diensten zählen GSM, GPRS, UMTS, HSDPA oder EDGE. Der Hauptunterschied zwischen diesen Technologien ist die Geschwindigkeit, welche wie bei der Internetverbindung am Heim-PC in kBit/s bzw. MBit/s angegeben wird.

 

Eine Frage der Geschwindigkeit

Die Internetgeschwindigkeit wird von drei Faktoren bestimmt:

  • von der Technik des Mobilfunkgeräts (also ob das Gerät UMTS, GPRS oder EDGE unterstützt)
  • vom Netzbetreiber (also ob man das T-Mobile-, Vodafone-, E-Plus- oder O2-Netz benutzt)
  • vom der Netzversorgung am Standort (also welche der Techniken der Netzbetreiber am Standort anbietet)

Viele der sich mittlerweile im Handel befindlichen Geräte unterstützen UMTS und sind teilweise für unter 100 Euro ohne Vertrag erhältlich. Mit so einem Gerät kann man, wenn der Netzbetreiber am Standort UMTS anbietet, in der Grundstufe mit 384 Kilobit pro Sekunde surfen. Ob ein Netzbetreiber den Dienst am Standort anbietet, erfährt man auf der jeweiligen Netzabdeckungskarte:

Noch schneller surfen kann man heutzutage mit der UMTS-Erweiterung HSDPA. Dort wo eine Vorsorgung mit dieser Erweiterung besteht, ist eine Geschwindigkeit von 3,6 Megabit pro Sekunde möglich. An bestimmten Orten wie Flughäfen oder Bahnhöfen wird sogar eine Verbindung mit 7,2 Megabit pro Sekunde angeboten.

Bild: Christopher Chan, flickr, cc

In meist ländlichen Regionen, wo keine der eben genannten Techniken funktioniert, bieten die Netzbetreiber alternativ GSM, GPRS oder EDGE an. Vorausgesetzt dass das Gerät eine der drei Techniken unterstützt, kann man auch hier mit dem Handy surfen. Das GSM-Netz, welches bei allen Netzbetreibern fast ganz Deutschland abdeckt, erreicht mit der GPRS-Technik eine Geschwindigkeit von 54 Kilobit pro Sekunde. Noch schneller geht es wenn das Handy und das Netz die EDGE-Technik unterstützen. Damit können bis zu 220 Kilobit pro Sekunde erzielt werden.

 

Eine Frage des Preises

Anfänglich wurden Internet-Verbindungen mit dem Handy per Zeit abgerechnet. Da das Aufrufen der Internetseiten vom Handy aus ein wenig Geduld erforderte, erlangte die Abkürzung WAP die unrühmliche Übersetzung „Wait and Pay“. Mittlerweile bieten alle Mobilfunkanbieter Abrechnungsmodelle auf Basis des Daten-Volumens an. Abhängig davon wie viel KB oder MB man mit Handy öffnet, steigt oder sinkt die Handyrechnung. Die Anbieter bieten zunehmend auch Flatrates an, mit denen man unbegrenzt surfen kann. Nutzt man aber mehr als 5 GB innerhalb eines Monats, so drosselt der Netzbetreiber die Verbindung von UMTS- auf GPRS-Geschwindigkeit. Je nachdem ob man nur sporadisch oder regelmäßig mit dem Handy ins Internet will, sollte man sich einen passenden Datentarif auswählen. Einen Überblick über die vielfältigen Angebote bietet u. a. der Tarifvergleich auf teltarif.de.

 

Komfort beim mobilen Surfen

Neben dem Netz und der Übertragungsgeschwindigkeit hängt der Erfolg vom Handy-Internetsurfen von der Größe und Auflösung des Displays ab. Komfortabel sind hierbei Handy-Modelle die eine Darstellung im Querformat ermöglichen. Das Vorzeigegerät ist hierbei das iPhone von Apple, welches bei Bewegung automatisch zwischen Hoch- und Querformat umschaltet. Auch die Auflösung des Displays sorgt für eine hochwertigere Darstellung der Webseiten. Bei herkömmlichen Handys liegt die Auflösung im Schnitt zwischen 35 und 50 Pixel pro Quadratmillimeter. Smartphones wie das Sony Ericsson Xperia X1 können mit einer Auflösung bis zu 155 Pixeln pro Quadratmillimeter aufwarten, wobei die Pixel mit bloßem Auge kaum noch erkennbar sind.

 

Zukunfstaussichten – sinkende Preise, steigende Geschwindigkeiten

Die Netzbetreiber betreiben regen Ausbau der Netze in punkto Abdeckung und Geschwindigkeit. So kündigen sie in naher Zukunft Ausbausstufen der HSDPA-Technik mit Geschwindigkeiten bis 14,4 bzw. 28 Megabit pro Sekunde an. Auch mit Übertragungsverfahren wie WiMAX oder LTE könnte das Internet zukünftig mobil noch schneller werden. Mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde soll das Abrufen größerer Video- und Audio-Daten keine Probleme mehr bereiten. Kommerzielle Produkte, die das Verfahren unterstützen, könnten laut Aussage der Netzbetreiber bereits ab 2010 auf den Markt kommen. Falls die Preise für die mobile Datennutzung entsprechend weiter sinken, dürfte das Internet auf dem Handy rasch zum Standard werden.

 

Autor: Christian Reinhold, MediaCulture-Online

 

Creative Commons License

Dieser Text ist unter einer Creative-Commons-Lizenz lizenziert. Sie dürfen den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und bearbeiten, wenn Sie den Namen des Autors/der Autorin nennen und den Text unter den gleichen Lizenzbedingungen weitergeben. Bitte beachten Sie, dass die Bilder anderen Lizenzen unterliegen.

handysektor


Auf handysektor findet man Infos zur sicheren Nutzung von WLAN, Handy, Notebook, Game Konsole und Bluetooth. Aktuelle Themen: